EINSPARUNGEN GEFÄHRDEN NOTWENDIGE HILFEN
Jahrestagung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung in Potsdam
membranen arbeiten - zum Mitmachen bei dem Kurs bewogen? „Ich will vor allem auch Kontakte zu anderen bekommen, die auf meinem Gebiet arbeiten", antwortet Martin Hoffmann spontan. Hoffmann schreibt seit März diesen Jahres seine Doktorarbeit an der Universität Jena. Er beschäftigt sich mit den elastischen Eigenschaften von Membranen und Membraneinlagerungen, die er mit Hilfe von Computersimulationen analysiert. Insofern war der Kurs von Lipowski für ihn genau das Richtige. Darüber hinaus konnte er sich auch auf lebendige Art und Weise einen Überblick über den derzeitigen Forschungsstandpunkt verschaffen. ade
An einem nebligen Nachmittag Ende Oktober war der Große Senatssaal der Universität einmal nicht Ort langer, mehr oder weniger mühsamer Sitzungen, sondern trauten Beisammenseins. Versammelten sich in ihm doch ab 16 Uhr an die 50 Damen, denen bei aller Unterschiedlichkeit eines gemeinsam war: Sie sind die Ehefrauen bzw. Lebenspartnerinnen von Professoren der Universität Potsdam. Initiiert von der Frau des Gründungsrektors, Margret Mitzner, und der Frau des Rektors, Christiane Loschelder (Bildmitte), fanden sie sich zu einem ersten Damen-Kulturnachmittag zusammen. So ging auch dem gemütlichen Hock bei Kaffee und Kuchen eine ausführliche Besichtigung der erst kürzlich neu eröffneten Gemäldegalerie in Schloß Sanssouci unter sachkundiger Führung des Kustos Gerd Bartoschek voraus. Zwar ist die Galerie um diese Jahreszeit normalerweise schon geschlossen; doch stieß die Idee, ein solches "universitäres Damenprogramm” ms Leben zu rufen und damit zu einer verstärkten Identifikation der vielen Neuzu-
Mit Sorge beobachtet die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke), ein eingetragener Verein, daß notwendige Hilfen für Kinder, Jugendliche und Eltern durch Mitteleinsparungen in den öffentlichen Haushalten immer häufiger gefährdet sind. Deshalb tagte der Fachverband für Erziehungs- und Familienberatung, so die genauere Beschreibung für den Verein, Ende September 1996 diesmal unter dem Motto „Momente des Umbruchs“ an der Potsdamer Uni.
gezogenen mit der Region und Stadt Potsdam beizutragen, auf Unterstützung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg: Sie öffnete für diesen Nachmittag extra noch einmal die Tore der Galerie. Als Ergebnis des Treffens sind nicht nur zahlreiche neu geknüpfte Kontakte zu vermelden, sondern auch das Sammeln einer Geldsumme von 332,- DM, die als Spende für vier Kinder von ausländischen Studierenden Verwendung finden soll. Antje Bürger vom Akademischen Auslandsamt der Universität freut sich jedenfalls sehr über diese Zuwendung und ist nun "beauftragt”, für die vier Kleinen, die hier in Potsdam bzw. während der Potsdamer Studienzeit ihrer Eltern geboren wurden, Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Während für die Damen bereits feststeht, daß sie aus dem “Potsdamer Universitäts- Damen-Kulturnachmittag” eine Tradition machen wollen, ist noch nicht bekannt, ob dieser Zusammenschluß nicht auch ein Pendant auf männlicher Seite hervorrufen wird... Hg./Foto: Fritze
Die dreitägige Veranstaltung rückte Probleme von Familien, Kindern und Eltern aus dem Blickwinkel des gesellschaftlichen Umbruchs von 1989 in den Mittelpunkt. 350 Wissenschaftler und Praktiker diskutierten über Möglichkeiten professio- neller Hilfen in der Krise.
Das Pots- Bundeskonferenz für damer Tä- V Erziehungsberatung e.V.
gungspro-
gramm unterstrich, wie wichtig und wertvoll die Hilfen für Kinder und Eltern gerade in Zeiten des Umbruchs sind. In fünf Vorträgen, über 30 Workshops sowie einer abschließenden Podiumsdiskussion wurden gesellschaftliche Verläufe und Krisen im Zusammenhang mit individuellen und familiären Entwicklungsprozessen beleuchtet und die Konsequenzen für die Praxis der Erziehungs-, Familien- und Jugendberatung erörtert. Das Institut für Psychologie der Potsdamer Hochschule, insbesondere die psychologische Beratungsstelle des Bereiches Klinische Psychologie, leistete m Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung Brandenburg e.V und der bke die Vorbereitungsarbeit für die Tägung.
Im Land Brandenburg befindet sich ein Netz von Erziehungsberatungsstellen immer noch im Aufbau. „Der institutionelle und konzeptionelle Rahmen von Erziehungsberatung muß erst Fuß fassen bzw. immer wieder überarbeitet werden. Somit sind die Kolleginnen und Kollegen vor Ort mit vielen Einzelproblemen befaßt, und das neben ihrer beraterischen und therapeutischen Tätigkeit“, schätzt Dr. Lutz Marschner, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung Brandenburg und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Psychologie der Potsdamer Uni, die aktuelle Situation ein. Auf der Tägung wurde überprüft, welche Wirkungen das gesellschaftlich-kulturelle Umfeld als mögliche Entwicklungsbedingung im individuellen und familialen Lebensverlauf hervorrufen kann, Es wurde weiter gefragt, welche Implikationen das Aufgezeigte für die Arbeit in den Erziehungsberatungsstellen hat. Und es interessierten natürlich auch Veränderungen, die die Erziehungsberatung selbst betreffen. Das sind einerseits Veränderungen, die innerhalb der Erziehungsberatungsstellen stattfinden und z.B. durch die Beraterinnen und Berater selbst ausgelöst und in Bewegung gehalten werden. Das sind andererseits Veränderungen, die von außen über die Erziehungsberatung kommen. So verändert sich die Klientel ebenso wie es die gesellschaftlichen und finanziellen Rahmenbedingungen tun. bk/m.
Damen-Kulturnachmittag ins Leben gerufen
Seite 11
PUTZ 8-9/96