Heft 
(1.1.2019) 08
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EINSPARUNGEN GEFÄHRDEN NOTWENDIGE HILFEN

Jahrestagung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung in Potsdam

membranen arbeiten - zum Mitmachen bei dem Kurs bewogen?Ich will vor al­lem auch Kontakte zu anderen bekom­men, die auf meinem Gebiet arbeiten", antwortet Martin Hoffmann spontan. Hoffmann schreibt seit März diesen Jah­res seine Doktorarbeit an der Universität Jena. Er beschäftigt sich mit den elasti­schen Eigenschaften von Membranen und Membraneinlagerungen, die er mit Hilfe von Computersimulationen analy­siert. Insofern war der Kurs von Lipowski für ihn genau das Richtige. Darüber hin­aus konnte er sich auch auf lebendige Art und Weise einen Überblick über den der­zeitigen Forschungsstandpunkt verschaf­fen. ade

An einem nebligen Nachmittag Ende Okto­ber war der Große Senatssaal der Univer­sität einmal nicht Ort langer, mehr oder weniger mühsamer Sitzungen, sondern trauten Beisammenseins. Versammelten sich in ihm doch ab 16 Uhr an die 50 Da­men, denen bei aller Unterschiedlichkeit eines gemeinsam war: Sie sind die Ehefrau­en bzw. Lebenspartnerinnen von Professo­ren der Universität Potsdam. Initiiert von der Frau des Gründungsrektors, Margret Mitzner, und der Frau des Rektors, Christia­ne Loschelder (Bildmitte), fanden sie sich zu einem ersten Damen-Kulturnachmittag zusammen. So ging auch dem gemütlichen Hock bei Kaffee und Kuchen eine ausführ­liche Besichtigung der erst kürzlich neu eröffneten Gemäldegalerie in Schloß Sans­souci unter sachkundiger Führung des Ku­stos Gerd Bartoschek voraus. Zwar ist die Galerie um diese Jahreszeit normalerweise schon geschlossen; doch stieß die Idee, ein solches "universitäres Damenprogramm ms Leben zu rufen und damit zu einer ver­stärkten Identifikation der vielen Neuzu-

Mit Sorge beobachtet die Bundeskonfe­renz für Erziehungsberatung (bke), ein eingetragener Verein, daß notwendige Hilfen für Kinder, Jugendliche und Eltern durch Mitteleinsparungen in den öffent­lichen Haushalten immer häufiger gefähr­det sind. Deshalb tagte der Fachverband für Erziehungs- und Familienberatung, so die genauere Beschreibung für den Ver­ein, Ende September 1996 diesmal unter dem MottoMomente des Umbruchs an der Potsdamer Uni.

gezogenen mit der Region und Stadt Pots­dam beizutragen, auf Unterstützung der Stif­tung Preußische Schlösser und Gärten Ber­lin-Brandenburg: Sie öffnete für diesen Nachmittag extra noch einmal die Tore der Galerie. Als Ergebnis des Treffens sind nicht nur zahlreiche neu geknüpfte Kontak­te zu vermelden, sondern auch das Sam­meln einer Geldsumme von 332,- DM, die als Spende für vier Kinder von ausländi­schen Studierenden Verwendung finden soll. Antje Bürger vom Akademischen Aus­landsamt der Universität freut sich jeden­falls sehr über diese Zuwendung und ist nun "beauftragt, für die vier Kleinen, die hier in Potsdam bzw. während der Potsda­mer Studienzeit ihrer Eltern geboren wur­den, Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Während für die Damen bereits feststeht, daß sie aus demPotsdamer Universitäts- Damen-Kulturnachmittag eine Tradition machen wollen, ist noch nicht bekannt, ob dieser Zusammenschluß nicht auch ein Pendant auf männlicher Seite hervorrufen wird... Hg./Foto: Fritze

Die dreitägige Veranstaltung rückte Probleme von Familien, Kindern und Eltern aus dem Blickwinkel des gesellschaftlichen Umbruchs von 1989 in den Mittelpunkt. 350 Wissen­schaftler und Praktiker diskutierten über Möglichkeiten professio- neller Hilfen in der Krise.

Das Pots- Bundeskonferenz für damer- V Erziehungsberatung e.V.

gungspro-

gramm unterstrich, wie wichtig und wertvoll die Hilfen für Kinder und Eltern gerade in Zeiten des Umbruchs sind. In fünf Vorträgen, über 30 Workshops sowie einer abschließen­den Podiumsdiskussion wurden gesellschaft­liche Verläufe und Krisen im Zusammenhang mit individuellen und familiären Entwick­lungsprozessen beleuchtet und die Konse­quenzen für die Praxis der Erziehungs-, Fami­lien- und Jugendberatung erörtert. Das Insti­tut für Psychologie der Potsdamer Hochschu­le, insbesondere die psychologische Bera­tungsstelle des Bereiches Klinische Psycho­logie, leistete m Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungs­beratung Brandenburg e.V und der bke die Vorbereitungsarbeit für die Tägung.

Im Land Brandenburg befindet sich ein Netz von Erziehungsberatungsstellen im­mer noch im Aufbau.Der institutionelle und konzeptionelle Rahmen von Erzie­hungsberatung muß erst Fuß fassen bzw. immer wieder überarbeitet werden. Somit sind die Kolleginnen und Kollegen vor Ort mit vielen Einzelproblemen befaßt, und das neben ihrer beraterischen und therapeuti­schen Tätigkeit, schätzt Dr. Lutz Marschner, Vorsitzender der Landes­arbeitsgemeinschaft für Erziehungsbera­tung Brandenburg und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Psychologie der Potsdamer Uni, die aktuelle Situation ein. Auf der Tägung wurde überprüft, welche Wir­kungen das gesellschaftlich-kulturelle Um­feld als mögliche Entwicklungsbedingung im individuellen und familialen Lebensverlauf hervorrufen kann, Es wurde weiter gefragt, welche Implikationen das Aufgezeigte für die Arbeit in den Erziehungsberatungsstellen hat. Und es interessierten natürlich auch Verände­rungen, die die Erziehungsberatung selbst betreffen. Das sind einerseits Veränderungen, die innerhalb der Erziehungsberatungs­stellen stattfinden und z.B. durch die Berate­rinnen und Berater selbst ausgelöst und in Be­wegung gehalten werden. Das sind anderer­seits Veränderungen, die von außen über die Erziehungsberatung kommen. So verändert sich die Klientel ebenso wie es die gesell­schaftlichen und finanziellen Rahmenbedin­gungen tun. bk/m.

Damen-Kulturnachmittag ins Leben gerufen

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