Heft 
(1.1.2019) 08
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KONSUMENTENVERHALTEN AUF DEM PRÜFSTAND

Deutsch-Französischer Workshop an der Universität Potsdam

Die Konsumentenverhaltensforschung beschäftigt sich mit der Beschreibung, Erklärung und Prognose sowie der Beeinflussung des Verhaltens von Menschen in ihrer Rolle als Konsumenten. International hat sie sich als eigenständige Forschungsdisziplin fest eta­bliert. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, fand Ende September 1996 an der Uni­versität Potsdam ein deutsch-französischer Workshop zum ThemaNew Developments and Approaches in Consumer Behavior Research in der Truman-Villa statt. Ausgerich­tet wurde diese Veranstaltung gemeinsam von Prof. Dr. Ingo Balderjahn, Universität Pots­dam, und Prof. Dr. Eric Vemette, Universite de Savoie/Rrankreich.

COMMUNS NICHT MEHR KUPPELLOS

Dieser Workshop diente zur Intensivierung der bislang eher spärlichen Kontakte zwi­schen Konsumentenverhaltensforschern beider Länder. Die Teilnahme von rund 80 Wissenschaftlern zeigt die große Resonanz, die die Konferenz fand. In insgesamt neun Sessions wurden 27 Papers präsentiert und diskutiert, die in ihrer Breite eine Vielzahl von Aspekten der Konsumentenverhaltens­forschung behandelten. In ihren Einfüh­rungsvorträgen befaßten sich Prof. Dr. Bernard Dubois mit dem Konsum von Luxusprodukten und Prof. Dr. Klaus Grunert mit der Lebensstilforschung in bezug auf den Konsum von Lebensmitteln.

In den Sessions wurde das inhaltlich um­fangreiche und vielfältige Themenangebot, insbesondere zu den psychischen und sozia­len Einflußfaktoren auf das Konsumen­

tenverhalten, vertieft. Die Bedeutung von Wertestrukturen und Einstellungen zeigten eine Reihe von empirischen Studien und theoretischen Arbeiten. Sozial bedingter Konsum wurde anschaulich am Beispiel des Tragens vonSportswear und dem Einfluß des Fernsehens dargestellt. Im Bereich der Kommunikation und des Informations­verhaltens standen insbesondere Aspekte

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der Wahrnehmung und Entschlüsselung von Werbebotschaften und der Einfluß des Involvements im Vordergrund. Das Entscheidungsverhalten von Konsumenten analysierte Ingo Balderjahn anhand von Preis-Response-Rmktionen. Spezielle inhalt­liche Aspekte des ökologisch verantwor­tungsbewußten Konsumentenverhaltens in Deutschland und Frankreich wurden durch empirische Studien dokumentiert. Auch methodische Probleme und Forschungsan­sätze standen zur Diskussion. Zu nennen sind hier insbesondere die interkulturelle Konsumentenforschung und der Einsatz von quantitativen und qualitativen Methoden der Konsumentenforschung.

Insgesamt kann dieser deutsch-französi­sche Workshop als ein Erfolg zur internatio­nalen Profilierung der Wirtschafts- und So­

zialwissenschaftlichen Fakultät der Univer­sität Potsdam bewertet werden. Dies zeigt sich insbesondere darin, daß auf der Kon­ferenz die klare Absicht bekundet wurde, diese Veranstaltungsreihe in regelmäßigem Tirnus fortzusetzen. Ein nächster Work­shop wird voraussichtlich von der Universite Strasbourg ausgerichtet.

Claudia Mennicken

Die in enger Abstimmung mit der Denkmal­pflege erfolgende Restaurierung und Reno­vierung des historischen Gebäudekomple­xes Am Neuen Palais - dem Hauptstandort der Universität Potsdam - macht weitere Fortschritte. Möglich ist dies vor allem dank einer Summe von insgesamt knapp 130 Millionen DM, die im Rahmen der Hoch­schulbauförderung von Bund und Land für die von der Universität genutzten Gebäude und Anlagen bereitgestellt werden. Ein weiterer Meilenstein konnte nun am 25. September 1996 um 14.00 Uhr gesetzt werden, als die Kuppelmontage nach eini­gen Verzögerungen begann: Erhielt doch an diesem läge das südliche der beiden Communs am Neuen Palais seine Kuppel zurück, die im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war. Zu den Schaulustigen, die das nicht alltägliche Ereignis verfolgten, gehör­ten auch Uni-Mitarbeiter. Im äußeren Er­scheinungsbild ist nun wieder die einstige historische Form mit Gurtgesims, aufge­setzten Linsen und Laterne zu sehen. Aus technologischen wie aus konstruktiven Gründen, so verlautete es aus dem Landes­bauamt Potsdam, wurde die Kuppel vor dem Gebäude separat aufgebaut. Sie ist jetzt mit doppelter diagonaler Holzschalung und Kupferblech eingedeckt. Das Aufsetzen der Kuppel auf den Tämbour des Gebäudes erfolgte von unten mit Hilfe eines 250-Tbn- nen-Autokranes. Die Kuppel wiegt 21 Ton­nen, hat eine Höhe von 8,60 m bis zur Kuppelfigur und einen Durchmesser der unteren Kuppelringschwelle von 9,80 m. Die Fertigstellung des gesamten Dach­bereiches ist für das Frühjahr 1997 vorgese­hen. Dann präsentiert sich das Gebäude­ensemble am Neuen Palais den Einheimi­schen und zahlreichen Touristen wieder in altem Glanz. B.E./Foto: Tnbukeit

Um sich über die Konsumentenverhaltensforschung auszutauschen, wachten sich 80 Wissenschaftler, insbesondere aus Frankreich und Deutschland, auf den Weg nach Potsdam. Foto. Fritze

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