KONSUMENTENVERHALTEN AUF DEM PRÜFSTAND
Deutsch-Französischer Workshop an der Universität Potsdam
Die Konsumentenverhaltensforschung beschäftigt sich mit der Beschreibung, Erklärung und Prognose sowie der Beeinflussung des Verhaltens von Menschen in ihrer Rolle als Konsumenten. International hat sie sich als eigenständige Forschungsdisziplin fest etabliert. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, fand Ende September 1996 an der Universität Potsdam ein deutsch-französischer Workshop zum Thema „New Developments and Approaches in Consumer Behavior Research“ in der Truman-Villa statt. Ausgerichtet wurde diese Veranstaltung gemeinsam von Prof. Dr. Ingo Balderjahn, Universität Potsdam, und Prof. Dr. Eric Vemette, Universite de Savoie/Rrankreich.
COMMUNS NICHT MEHR KUPPELLOS
Dieser Workshop diente zur Intensivierung der bislang eher spärlichen Kontakte zwischen Konsumentenverhaltensforschern beider Länder. Die Teilnahme von rund 80 Wissenschaftlern zeigt die große Resonanz, die die Konferenz fand. In insgesamt neun Sessions wurden 27 Papers präsentiert und diskutiert, die in ihrer Breite eine Vielzahl von Aspekten der Konsumentenverhaltensforschung behandelten. In ihren Einführungsvorträgen befaßten sich Prof. Dr. Bernard Dubois mit dem Konsum von Luxusprodukten und Prof. Dr. Klaus Grunert mit der Lebensstilforschung in bezug auf den Konsum von Lebensmitteln.
In den Sessions wurde das inhaltlich umfangreiche und vielfältige Themenangebot, insbesondere zu den psychischen und sozialen Einflußfaktoren auf das Konsumen
tenverhalten, vertieft. Die Bedeutung von Wertestrukturen und Einstellungen zeigten eine Reihe von empirischen Studien und theoretischen Arbeiten. Sozial bedingter Konsum wurde anschaulich am Beispiel des Tragens von „Sportswear“ und dem Einfluß des Fernsehens dargestellt. Im Bereich der Kommunikation und des Informationsverhaltens standen insbesondere Aspekte
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der Wahrnehmung und Entschlüsselung von Werbebotschaften und der Einfluß des Involvements im Vordergrund. Das Entscheidungsverhalten von Konsumenten analysierte Ingo Balderjahn anhand von Preis-Response-Rmktionen. Spezielle inhaltliche Aspekte des ökologisch verantwortungsbewußten Konsumentenverhaltens in Deutschland und Frankreich wurden durch empirische Studien dokumentiert. Auch methodische Probleme und Forschungsansätze standen zur Diskussion. Zu nennen sind hier insbesondere die interkulturelle Konsumentenforschung und der Einsatz von quantitativen und qualitativen Methoden der Konsumentenforschung.
Insgesamt kann dieser deutsch-französische Workshop als ein Erfolg zur internationalen Profilierung der Wirtschafts- und So
zialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam bewertet werden. Dies zeigt sich insbesondere darin, daß auf der Konferenz die klare Absicht bekundet wurde, diese Veranstaltungsreihe in regelmäßigem Tirnus fortzusetzen. Ein nächster Workshop wird voraussichtlich von der Universite Strasbourg ausgerichtet.
Claudia Mennicken
Die in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege erfolgende Restaurierung und Renovierung des historischen Gebäudekomplexes Am Neuen Palais - dem Hauptstandort der Universität Potsdam - macht weitere Fortschritte. Möglich ist dies vor allem dank einer Summe von insgesamt knapp 130 Millionen DM, die im Rahmen der Hochschulbauförderung von Bund und Land für die von der Universität genutzten Gebäude und Anlagen bereitgestellt werden. Ein weiterer Meilenstein konnte nun am 25. September 1996 um 14.00 Uhr gesetzt werden, als die Kuppelmontage nach einigen Verzögerungen begann: Erhielt doch an diesem läge das südliche der beiden Communs am Neuen Palais seine Kuppel zurück, die im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war. Zu den Schaulustigen, die das nicht alltägliche Ereignis verfolgten, gehörten auch Uni-Mitarbeiter. Im äußeren Erscheinungsbild ist nun wieder die einstige historische Form mit Gurtgesims, aufgesetzten Linsen und Laterne zu sehen. Aus technologischen wie aus konstruktiven Gründen, so verlautete es aus dem Landesbauamt Potsdam, wurde die Kuppel vor dem Gebäude separat aufgebaut. Sie ist jetzt mit doppelter diagonaler Holzschalung und Kupferblech eingedeckt. Das Aufsetzen der Kuppel auf den Tämbour des Gebäudes erfolgte von unten mit Hilfe eines 250-Tbn- nen-Autokranes. Die Kuppel wiegt 21 Tonnen, hat eine Höhe von 8,60 m bis zur Kuppelfigur und einen Durchmesser der unteren Kuppelringschwelle von 9,80 m. Die Fertigstellung des gesamten Dachbereiches ist für das Frühjahr 1997 vorgesehen. Dann präsentiert sich das Gebäudeensemble am Neuen Palais den Einheimischen und zahlreichen Touristen wieder in altem Glanz. B.E./Foto: Tnbukeit
Um sich über die Konsumentenverhaltensforschung auszutauschen, wachten sich 80 Wissenschaftler, insbesondere aus Frankreich und Deutschland, auf den Weg nach Potsdam. Foto. Fritze
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