Heft 
(1.1.2019) 08
Einzelbild herunterladen

TITEL

im 1300 Jh. v. Chr. ägyptische Metropole, verlor aber an Bedeutung, nachdem der Nil dort wenige Jahrhunderte später verlandete und schließlich Ttell Basta zur neuen Haupt­stadt gemacht wurde. Der Pharao Orsokon II (23. Dynastie) holte die Ramses-Statue aus dem dortigen Ttempel, ließ seine eige­ne Kartusche in die Statue meißeln und sie in TM Basta aufstellen.

Insgesamt sind in dem Hof über 100 Statuenfragmente gefunden worden, so daß die Archäologen annehmen, daß hier einst mehr als 30 Statuen standen. Eine Gruppe von mindestens neun Statuen, darunter die beiden Kolossalstatuen, standen mit dem Rücken an der Westwand des Orsokon- Ttempels. Mindestens drei Statuen standen an der Südmauer und mindestens weitere vier befanden sich an der Außenmauer des Nektanebos-Ttempel. Aber nicht nur im Hof, auch in einem Brunnen, der dort stand, wur­den Statuenfragmente gefunden. Der Brun­nen selbst ist bereits aus römischer Zeit, was sich an den gebrannten kleinformati­gen Ziegeln erkennen läßt sowie an seinem Durchmesser von 100 römischen Fhß. Da er außerdem im direkten Bereich der Nord­mauer stand, kann er erst nach der Zerstö­rung der Ttempelanlage gebaut worden sein. Aufgrund von Kalksplittern, die in Schichten der Umgebung gefunden wur­den, nehmen die Archäologen an, daß dort der Kalkstein von den Römern weiterverar­beitet wurde.

Ein weiteres Ziel ist es, die von Herodot ab­gefaßte Beschreibung der Ttempelanlage zu überprüfen. Demnach soll das ganze Heilig­tum bis auf den Eingang auf einer Insel mit­ten in der Stadt gelegen haben. Da nach Herodot das Stadtniveau aufgeschüttet war, sei der Ttempel von der Stadt aus von oben zu betrachten gewesen.Ringsherum läuft eine Mauer mit Bildwerken daran, und mit­tendrin, in einem Wäldchen von hohen Bäu­men, steht der große Ttempel, in dem sich das Bild der Göttin befindet. Das Ganze ist auf allen Seiten ein Stadion (etwa 180 Meter) lang und ein Stadion breit." Herodot bereiste etwa 450 v. Chr. Ägypten und besichtigte Ttell Basta, als die Stadt längst nicht mehr ihre einstige Bedeutung besaß und bereits Tänis, als dritte und letzte Stadt im Nildelta, Haupt­stadt war. Dennoch zeigte er sich begeistert und bezeichnete die Ttempelanlage als das reizendste, daß man sehen könne.

Heute ist die einstige Großartigkeit Ttell Bastas nur schwer vorstellbar. Immerhin konnten in der Ausgrabung bisher die Län­ge der Anlage nachgewiesen werden sowie die Mauer mit den Bildwerken, die die Ar­chäologen mit der Südmauer des Ttempel- hofes identifizieren. Hier fanden sie eine Reihe von Statuenfragmenten, die früher vor der Mauer standen. Gespannt sein darf man, wie sich Ttell Basta in weiteren fünf Jahren präsentieren wird. ade

PUTZ 8-9/96

Immerhin stehen aber die Säulenkolonnaden wieder - wenn auch nur fragmentarisch - die die beiden Tbmpelgebäude einst miteinander verbanden.

"' Die zwei Programme. Bundesweit. Werbefrei.

Ich höre was,

was du nicht siehst.

*

-s

In Potsdam:

Deutschlandfunk. UKW 97,7

Das Informationsprogramm.

DeutschlandRadio Berlin. UKW 89,6

Information. Kultur. Musik.

Weitere Frequenzen und Infos: 01 80-2304272

ARD/ZDF-Videotext: Tafeln 630-637; Internet: http://www.d-radio.de

Seite 17