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im 1300 Jh. v. Chr. ägyptische Metropole, verlor aber an Bedeutung, nachdem der Nil dort wenige Jahrhunderte später verlandete und schließlich Ttell Basta zur neuen Hauptstadt gemacht wurde. Der Pharao Orsokon II (23. Dynastie) holte die Ramses-Statue aus dem dortigen Ttempel, ließ seine eigene Kartusche in die Statue meißeln und sie in TM Basta aufstellen.
Insgesamt sind in dem Hof über 100 Statuenfragmente gefunden worden, so daß die Archäologen annehmen, daß hier einst mehr als 30 Statuen standen. Eine Gruppe von mindestens neun Statuen, darunter die beiden Kolossalstatuen, standen mit dem Rücken an der Westwand des Orsokon- Ttempels. Mindestens drei Statuen standen an der Südmauer und mindestens weitere vier befanden sich an der Außenmauer des Nektanebos-Ttempel. Aber nicht nur im Hof, auch in einem Brunnen, der dort stand, wurden Statuenfragmente gefunden. Der Brunnen selbst ist bereits aus römischer Zeit, was sich an den gebrannten kleinformatigen Ziegeln erkennen läßt sowie an seinem Durchmesser von 100 römischen Fhß. Da er außerdem im direkten Bereich der Nordmauer stand, kann er erst nach der Zerstörung der Ttempelanlage gebaut worden sein. Aufgrund von Kalksplittern, die in Schichten der Umgebung gefunden wurden, nehmen die Archäologen an, daß dort der Kalkstein von den Römern weiterverarbeitet wurde.
Ein weiteres Ziel ist es, die von Herodot abgefaßte Beschreibung der Ttempelanlage zu überprüfen. Demnach soll das ganze Heiligtum bis auf den Eingang auf einer Insel mitten in der Stadt gelegen haben. Da nach Herodot das Stadtniveau aufgeschüttet war, sei der Ttempel von der Stadt aus von oben zu betrachten gewesen. „Ringsherum läuft eine Mauer mit Bildwerken daran, und mittendrin, in einem Wäldchen von hohen Bäumen, steht der große Ttempel, in dem sich das Bild der Göttin befindet. Das Ganze ist auf allen Seiten ein Stadion (etwa 180 Meter) lang und ein Stadion breit." Herodot bereiste etwa 450 v. Chr. Ägypten und besichtigte Ttell Basta, als die Stadt längst nicht mehr ihre einstige Bedeutung besaß und bereits Tänis, als dritte und letzte Stadt im Nildelta, Hauptstadt war. Dennoch zeigte er sich begeistert und bezeichnete die Ttempelanlage als das reizendste, daß man sehen könne.
Heute ist die einstige Großartigkeit Ttell Bastas nur schwer vorstellbar. Immerhin konnten in der Ausgrabung bisher die Länge der Anlage nachgewiesen werden sowie die Mauer mit den Bildwerken, die die Archäologen mit der Südmauer des Ttempel- hofes identifizieren. Hier fanden sie eine Reihe von Statuenfragmenten, die früher vor der Mauer standen. Gespannt sein darf man, wie sich Ttell Basta in weiteren fünf Jahren präsentieren wird. ade
PUTZ 8-9/96
Immerhin stehen aber die Säulenkolonnaden wieder - wenn auch nur fragmentarisch - die die beiden Tbmpelgebäude einst miteinander verbanden.
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