BUCHTIPS
strieschulschrift sowie die Braunschweigische Wörterbuchwerkstatt ins Blickfeld der Betrachtungen, Vervollständigt wird der Band durch farbige und s/w-Fotos, Personenregister und detaillierte Literaturnachweise in den einzelnen Kapiteln. PG.
Prof. Dr. Hanno Schmitt (Hrsg.): Visionäre Lebensklugheit. Joachim Heinrich Campe in seiner Zeit (1746-1818). Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 1996, 255 Seiten, 68,-DM (während der Ausstellung nur 20,- DM!).
LEXIKON DER BETRIEBSWIRTSCHAFT ALS CD-ROM
Seit einigen Jahren ist der renommierte Beck Verlag aus München damit beschäftigt, sein umfassendes Literaturangebot in Auswahl auf CD-ROM herauszugeben. Dabei geht es nicht um die Ablösung oder den Ersatz der bisherigen Erscheinungsform auf Papier, vielmehr bietet sich dieses neue Medium als Ergänzung für bestimmte Nutzungen an.
Im Rahmen dieser Reihe erschien nun das betriebswirtschaftliche Lexikon von Schneck und Ott/Koch/Stelzer. Es erfordert folgende Minimaikonfiguration: einen IBM kompatiblen PC mit 80386 Prozessor, Windows 3.1 oder Windows 95, 4 MB Hauptspeicher sowie 2 MB Festplattenspeicher und ein CD-ROM Laufwerk. Bei der Komplett-Installation werden etwa 30 MB Festplattenspeicher benötigt, die CD kann dafür danach im Schrank bleiben. Macintosh Benutzer können dieses Produkt nicht nutzen. Die Abfragesoftware ist intuitiv und einfach zu handhaben. Sie erlaubt auch dem Normalbenutzer eine rasche und umfassende Bedienung.
Das Produkt besteht aus zwei Tfeilen: zum einen aus dem Lexikon mit mehr als 2500 Begriffen und zum anderen aus elf Gesetzestexten. Die Nutzung kann auf unterschiedliche Art erfolgen: über einen gegliederten Index ist der gesamte Inhalt erschlossen. So kann auf einen Eintrag im Lexikon oder auf eine Norm der beigefügten Gesetze direkt zugegriffen werden. Eine andere Möglichkeit bietet die Funktion des Suchens. Sie ist sehr komfortabel und ermöglicht diverse Variationen. So kann nach einzelnen oder mehreren Begriffen oder nach Wortteilen gesucht werden.
Zusätzlich sind im Tbxt einzelne Worte oder Paragraphen farblich abgehoben. Werden sie angeklickt, wird der entsprechende Lexikoneintrag beziehungsweise die betreffende Norm angezeigt. Die Eintragungen des Lexikons sind übersichtlich und liegen von ihrem Umfang im Mittelfeld der möglichen Darstellungsbreite. Tteilweise werden sie durch Täbellen oder grafische Darstellun
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gen ergänzt. Angesichts der getroffenen Auswahl der Gesetze und Eintragungen im Lexikon richtet sich diese Veröffentlichung an praxisorientierte Benutzer mit wirtschaftlichem Schwerpunkt. So fehlen etwa das steuerliche Verfahrensrecht in Form der Abgabenordnung oder die Finanzgerichtsordnung, welche für juristische und steuerliche Belange wesentlich sind. Zugleich ist der lexikalische Inhalt in Qualität und Quantität für eine wirtschaftswissenschaftliche Verwendung zu knapp, Andererseits ist eine Beschränkung sinnvoll und notwendig, um den Inhalt nicht ausufern zu lassen. So sind Grundlagen, Strukturen und Verflechtungen durch diese Darstellung gut erkennbar und können schnell abgefragt werden.
Christopher R. Frings
Schneck/Ott/Koch/Stelzer: Lexikon der Betriebswirtschaft, Beck CD-ROM im dtv 1996, DM 69,-.
STILLE DIPLOMATIE ODER PUBLIZITÄT?
1946 wurde durch den UN-Wirtschafts- und Sozialrat die UNO-Menschenrechtskommission gegründet und 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet, auf deren Grundlage mehrere Konventionen zum Schutz der Menschenrechte abgeschlossen wurden. Wie die Realisierung dieser Rechte gewährleistet werden kann und insbesondere wie mit Verstößen gegen sie umzugehen ist, ist nach wie vor umstritten. Das Menschenrechtszentrum der Universität Potsdam - eine zentrale Einrichtung für die Bundesrepublik Deutschland - veranstaltete im Herbst 1995 ein Kolloquium, in dem Vertreter des Auswärtigen Amtes, Wissenschaftler und Mitglieder von Menschenrechtsorganisationen darüber diskutierten, ob stille Diplomatie oder Publizität einen effektiveren Schutz der Menschenrechte ermöglichen. Darüber hinaus legten Wissenschaftler und praktisch tätige Mitglieder von Menschenrechtsorganisationen dar, was sie jeweils voneinander erhofften und erwarteten. Die Ergebnisse dieser Tägung - Referate, Stellungnahmen und Diskussionsbeiträge - sind nun in dem zweiten Band der Schriften des Menschenrechtszentrums veröffentlicht worden.
Zwar weist Prof. Dr. Eckart Klein, der Direktor des Menschenrechtszentrums, im Vorwort daraufhin, daß die Veranstaltung in erster Linie dazu dienen sollte, das Gespräch zwischen dem Auswärtigen Amt als der für die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland zuständigen Instanz, den praktisch tätigen Menschenrechtsorganisationen und der Wissenschaft in Gang zu bringen. Somit wendet sich die Publikation
natürlich zuvorderst auch an Angehörige dieser Gruppen. Darüber hinaus bietet sie aber auch dem Nichtfachmann Gelegenheit, sich gründlich über bestehende Instrumente zur Wahrung der Menschenrechte, über ihre Wirkungen und möglichen Nebenwirkungen sowie über Faktoren, die bei der Auswahl der entsprechenden Mittel berücksichtigt werden sollten, zu informieren, Da Vertreter der staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen selbst zu Wort kommen, erfährt man zudem, wo sich diesen Institutionen Ansatzpunkte bieten, um zum Schutz der Menschenrechte beizutragen. So stimmen Regierungs- wie auch Nichtregierungsvertreter darin überein, daß „zwischen stiller Diplomatie und Publizität Abstufungen bestünden und nur eine differenzierte Handhabung aller Möglichkeiten dem effektiven Schutz der Menschenrechte diene“ (Norman Weiß), was unter anderem in vielen Fällen eine Arbeitsteilung zwischen Regierung und nichtstaatlichen Organisationen nötig macht. Dabei zeigen die einzelnen Referenten häufig beispielhaft anhand von eigenen Erfahrungen die Reichweite der jeweiligen Mittel auf und gehen auch auf unter Umständen negative Auswirkungen bei deren Einsatz ein. So schildert Anna Dirksmeier, Referentin der Lateinamerika-Abteilung im Bischöflichen Hilfswerk Misereor, daß nach der Menschenrechtskonferenz zum Thema Kolumbien zurückgekehrte Menschenrechtsaktivisten und Zeugen teilweise dort selbst Opfer von Diffamierung und Verfolgung bis hin zu massiver Todesdrohung wurden. Andererseits bietet Publizität z. B. auch moralische Unterstützung für diejenigen, die sich in dem betroffenen Land selbst für ihre Menschenrechte einsetzen.
Trotz der gebrachten Beispiele wird aber auch klar, daß es derzeit an einer systematischen Auswertung fehlt, die zeigt, in welchen Fällen welche Mittel die wirksamsten sind. Zwar wird der Zusammenhang zwischen dem möglichen Vorgehen und den daraus resultierenden Folgen in den Beiträgen diskutiert, aber eine detaillierte Analyse dürfte wohl erst möglich sein, wenn die einzelnen Institutionen stärker Zusammenarbeiten. Dennoch bietet der Band gerade auch durch seine Veröffentlichung einen konstruktiven Beitrag für die Wahrung der Menschenrechte, nämlich dadurch, daß die verschiedenen Mittel und ihre Reichweite zu deren Durchsetzung transparent gemacht werden, und sich dadurch die Beteiligten ihrer Verantwortung stellen müssen. ade
Eckart Klein: Stille Diplomatie oder Publizität? Überlegungen zum effektiven Schutz der Menschenrechte; Wechselseitige Erwartung an Wissenschaft und Menschenrechtsorganisationen; Berlin Verlag Arno Spitz GmbH, 1996, 172 Seiten, 48,- DM.
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