Heft 
(1.1.2019) 08
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BUCHTIPS

strieschulschrift sowie die Braunschweigi­sche Wörterbuchwerkstatt ins Blickfeld der Betrachtungen, Vervollständigt wird der Band durch farbige und s/w-Fotos, Personen­register und detaillierte Literaturnachweise in den einzelnen Kapiteln. PG.

Prof. Dr. Hanno Schmitt (Hrsg.): Visionä­re Lebensklugheit. Joachim Heinrich Campe in seiner Zeit (1746-1818). Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 1996, 255 Seiten, 68,-DM (während der Aus­stellung nur 20,- DM!).

LEXIKON DER BETRIEBSWIRTSCHAFT ALS CD-ROM

Seit einigen Jahren ist der renommierte Beck Verlag aus München damit beschäftigt, sein umfassendes Literaturangebot in Auswahl auf CD-ROM herauszugeben. Dabei geht es nicht um die Ablösung oder den Ersatz der bisherigen Erscheinungsform auf Papier, vielmehr bietet sich dieses neue Medium als Ergänzung für bestimmte Nutzungen an.

Im Rahmen dieser Reihe erschien nun das betriebswirtschaftliche Lexikon von Schneck und Ott/Koch/Stelzer. Es erfordert folgende Minimaikonfiguration: einen IBM kompatiblen PC mit 80386 Prozessor, Windows 3.1 oder Windows 95, 4 MB Hauptspeicher sowie 2 MB Festplatten­speicher und ein CD-ROM Laufwerk. Bei der Komplett-Installation werden etwa 30 MB Festplattenspeicher benötigt, die CD kann dafür danach im Schrank bleiben. Macintosh Benutzer können dieses Produkt nicht nutzen. Die Abfragesoftware ist intui­tiv und einfach zu handhaben. Sie erlaubt auch dem Normalbenutzer eine rasche und umfassende Bedienung.

Das Produkt besteht aus zwei Tfeilen: zum einen aus dem Lexikon mit mehr als 2500 Begriffen und zum anderen aus elf Geset­zestexten. Die Nutzung kann auf unter­schiedliche Art erfolgen: über einen geglie­derten Index ist der gesamte Inhalt er­schlossen. So kann auf einen Eintrag im Lexikon oder auf eine Norm der beigefüg­ten Gesetze direkt zugegriffen werden. Eine andere Möglichkeit bietet die Funktion des Suchens. Sie ist sehr komfortabel und er­möglicht diverse Variationen. So kann nach einzelnen oder mehreren Begriffen oder nach Wortteilen gesucht werden.

Zusätzlich sind im Tbxt einzelne Worte oder Paragraphen farblich abgehoben. Werden sie angeklickt, wird der entsprechende Lexikoneintrag beziehungsweise die betref­fende Norm angezeigt. Die Eintragungen des Lexikons sind übersichtlich und liegen von ihrem Umfang im Mittelfeld der mögli­chen Darstellungsbreite. Tteilweise werden sie durch Täbellen oder grafische Darstellun­

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gen ergänzt. Angesichts der getroffenen Auswahl der Gesetze und Eintragungen im Lexikon richtet sich diese Veröffentlichung an praxisorientierte Benutzer mit wirtschaft­lichem Schwerpunkt. So fehlen etwa das steuerliche Verfahrensrecht in Form der Ab­gabenordnung oder die Finanzgerichts­ordnung, welche für juristische und steuer­liche Belange wesentlich sind. Zugleich ist der lexikalische Inhalt in Qualität und Quan­tität für eine wirtschaftswissenschaftliche Verwendung zu knapp, Andererseits ist eine Beschränkung sinnvoll und notwendig, um den Inhalt nicht ausufern zu lassen. So sind Grundlagen, Strukturen und Verflechtungen durch diese Darstellung gut erkennbar und können schnell abgefragt werden.

Christopher R. Frings

Schneck/Ott/Koch/Stelzer: Lexikon der Betriebswirtschaft, Beck CD-ROM im dtv 1996, DM 69,-.

STILLE DIPLOMATIE ODER PUBLIZITÄT?

1946 wurde durch den UN-Wirtschafts- und Sozialrat die UNO-Menschenrechtskom­mission gegründet und 1948 die Allgemei­ne Erklärung der Menschenrechte verab­schiedet, auf deren Grundlage mehrere Konventionen zum Schutz der Menschen­rechte abgeschlossen wurden. Wie die Realisierung dieser Rechte gewährleistet werden kann und insbesondere wie mit Ver­stößen gegen sie umzugehen ist, ist nach wie vor umstritten. Das Menschenrechts­zentrum der Universität Potsdam - eine zen­trale Einrichtung für die Bundesrepublik Deutschland - veranstaltete im Herbst 1995 ein Kolloquium, in dem Vertreter des Aus­wärtigen Amtes, Wissenschaftler und Mit­glieder von Menschenrechtsorganisationen darüber diskutierten, ob stille Diplomatie oder Publizität einen effektiveren Schutz der Menschenrechte ermöglichen. Darüber hinaus legten Wissenschaftler und prak­tisch tätige Mitglieder von Menschen­rechtsorganisationen dar, was sie jeweils voneinander erhofften und erwarteten. Die Ergebnisse dieser Tägung - Referate, Stel­lungnahmen und Diskussionsbeiträge - sind nun in dem zweiten Band der Schriften des Menschenrechtszentrums veröffent­licht worden.

Zwar weist Prof. Dr. Eckart Klein, der Direk­tor des Menschenrechtszentrums, im Vor­wort daraufhin, daß die Veranstaltung in er­ster Linie dazu dienen sollte, das Gespräch zwischen dem Auswärtigen Amt als der für die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland zuständigen Instanz, den praktisch tätigen Menschenrechtsorgani­sationen und der Wissenschaft in Gang zu bringen. Somit wendet sich die Publikation

natürlich zuvorderst auch an Angehörige dieser Gruppen. Darüber hinaus bietet sie aber auch dem Nichtfachmann Gelegen­heit, sich gründlich über bestehende In­strumente zur Wahrung der Menschenrech­te, über ihre Wirkungen und möglichen Ne­benwirkungen sowie über Faktoren, die bei der Auswahl der entsprechenden Mittel berücksichtigt werden sollten, zu informie­ren, Da Vertreter der staatlichen und nicht­staatlichen Institutionen selbst zu Wort kom­men, erfährt man zudem, wo sich diesen Institutionen Ansatzpunkte bieten, um zum Schutz der Menschenrechte beizutragen. So stimmen Regierungs- wie auch Nicht­regierungsvertreter darin überein, daßzwi­schen stiller Diplomatie und Publizität Ab­stufungen bestünden und nur eine differen­zierte Handhabung aller Möglichkeiten dem effektiven Schutz der Menschenrech­te diene (Norman Weiß), was unter ande­rem in vielen Fällen eine Arbeitsteilung zwischen Regierung und nichtstaatlichen Organisationen nötig macht. Dabei zeigen die einzelnen Referenten häufig beispielhaft anhand von eigenen Erfahrungen die Reichweite der jeweiligen Mittel auf und gehen auch auf unter Umständen negative Auswirkungen bei deren Einsatz ein. So schildert Anna Dirksmeier, Referentin der Lateinamerika-Abteilung im Bischöflichen Hilfswerk Misereor, daß nach der Men­schenrechtskonferenz zum Thema Kolum­bien zurückgekehrte Menschenrechts­aktivisten und Zeugen teilweise dort selbst Opfer von Diffamierung und Verfolgung bis hin zu massiver Todesdrohung wurden. Andererseits bietet Publizität z. B. auch moralische Unterstützung für diejenigen, die sich in dem betroffenen Land selbst für ihre Menschenrechte einsetzen.

Trotz der gebrachten Beispiele wird aber auch klar, daß es derzeit an einer systemati­schen Auswertung fehlt, die zeigt, in wel­chen Fällen welche Mittel die wirksamsten sind. Zwar wird der Zusammenhang zwi­schen dem möglichen Vorgehen und den daraus resultierenden Folgen in den Beiträ­gen diskutiert, aber eine detaillierte Analyse dürfte wohl erst möglich sein, wenn die ein­zelnen Institutionen stärker Zusammenarbei­ten. Dennoch bietet der Band gerade auch durch seine Veröffentlichung einen konstruk­tiven Beitrag für die Wahrung der Menschen­rechte, nämlich dadurch, daß die verschie­denen Mittel und ihre Reichweite zu deren Durchsetzung transparent gemacht werden, und sich dadurch die Beteiligten ihrer Ver­antwortung stellen müssen. ade

Eckart Klein: Stille Diplomatie oder Publi­zität? Überlegungen zum effektiven Schutz der Menschenrechte; Wechselseitige Er­wartung an Wissenschaft und Menschen­rechtsorganisationen; Berlin Verlag Arno Spitz GmbH, 1996, 172 Seiten, 48,- DM.

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