Heft 
(1.1.2019) 02
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CAMPUS

SCHULE UM DIE JAHRHUNDERTWENDE

Institut für Pädagogik beteiligte sich an Ausstellung

Großmutters und Urgroßmutters Zeiten ließen grüßen. Einen Einblick in die Schulwelt längst vergangener Tage bot jüngst die AusstellungSchulbank, Rohrstock, Federkiel in der Potsdamer Gesamtschule 22. An deren Zustandekommen hatten sich neben der Einrichtung selbst das Institut für Pädagogik der in der Landeshauptstadt etablierten Alma mater und das Schulmuseum Berlin beteiligt, aus dem auch die Exponate stammten.

Wir wollten Geschichte erlebbar machen, zugleich jedoch Sensibilität für das Hier und Heute in den Klassenzimmern schaffen, re­sümiert Prof. Dr. Hanno Schmitt aus der Phi­losophischen Fakultät II, Mitorganisator der Schau. Gezeigt wurden Bänke, Schreib­geräte und Lehrmittel aus der Kaiserzeit um 1900. Ausgewählte historische Fotographien beziehungsweise Zeichnungen vermittelten zudem einen Eindruck von den herrschen­den Lernbedingungen vor fast 100 Jahren. Nostalgie allerdings kam nach Meinung von Besuchern gar nicht erst auf. Bei genauerem Hinsehen nämlich verriet die Sammlung: Jene Knirpse von damals besaßen zwar das Glück, lesen, schreiben, rechnen lernen zu können, unterlagen aber dem Zwang, still zu sitzen, die Hände auf den Tisch zu legen, sich Kommandos wieSteht auf!,Setzt euch!,Seht nach dem Fenster!",Streckt die Arme hoch! und anderen unterzuord­nen. Ihre Lehrer achteten dabei strengstens auf Präzision wie Gleichmäßigkeit der Aus­führung gegebener Befehle. Vermeintlich Ungehorsame straften sie ohne Zögern mit dem zurkörperlichen Züchtigung der an­vertrauten Schützlinge üblichen Rohrstock. Dessen Vorgängerin, die Rute, gehörte be­reits der Vergangenheit an.

Daß die Exposition gerade an die Schule 22 geholt wurde, scheint kein Zufall. Widmet man sich hier doch seit längerem der Umset­zung reformpädagogischer Lehrmethoden, insbesondere den Ideen Maria Montessoris. Schon um die Jahrhundertwende drängte die 1870 geborene Italienerin auf eine Un-

ternchtsform, die entgegen realer schuli­scher Praxis auf viel Bewegung setzte. Mon- tessori attackierte die zivilisierte Gesell­schaft,die ihre eigenen Kinder durch sinn­lose Disziplin und Anpassung des Besten beraubt, ... ihrer Würde und ihrer Freiheit, ihrer Schaffenskraft und Kreativität. Konse­quenzen für eine neue Schule folgten, wenn auch zögerlich. Am Ort der Ausstellung je­denfalls finden sie fruchtbaren Boden. Mäd­chen und Jungen in fünf Klassen des Grund­schulbereichs erleben dies täglich, während sie sich vermehrt spielend und handelnd Wissen aneignen.Wir haben uns wirklich vom stillsitzenden Lernen als Grundprinzip verabschiedet und uns auf den Weg ge­macht, so Direktorin Ulrike Kegler. RG.

Nicht nur für die Kinder war die AusstellungSchulbank, Rohrstock, Federkiel" ein Erlebnis. Vermittelte sie doch einen anschaulichen Eindruck von der Schulwelt um 1900. Foto: TYibukeit

ARBEIT DER FREMDSPRACHENVERBÄNDE UNTERSTÜTZT

Zum Brandenburgischen Sprachentag haben sich Ende vergangenen Jahres rund 100 Fremdsprachen- und Hochschullehrer sowie Verlagsvertreter an der Universität Pots­dam in Golm getroffen. Eingeladen hatte der Fachverband Moderne Fremdsprachen (FMF) des Landes Brandenburg, nun schon zum zweiten Mal in Zusammenarbeit mit den anderen philologischen Verbänden des Landes - dem Brandenburgischen Inter­essenverband für den Russischunterricht, der Vereinigung der Französischlehrer und dem Deutschen Ältphilologenverband. Neben fremdsprachenpolitischen Fragestellun­gen, die zunehmend ein gemeinsames Vorgehen aller Verbände erfordern, lag der Schwerpunkt auf der Arbeit mit modernen Medien beim Fremdsprachenlernen im gesteuerten und autonomen Lembereich (insbesondere mit Computern).

Da Computerarbeit schwerlich ohne ent­sprechende technische Ausstattung demon­strierbar ist - über die derzeit kaum eine Schule im Land Brandenburg verfügt - bat der FMF in Vorbereitung der Tägung die Universität Potsdam, die über modern aus­gestattete Computer-Pools verfügt, um Un­terstützung. Sowohl der Kanzler der Univer­sität Potsdam, Alfred Klein, als auch Dr. Her­mann Walter, Leiter der Zentralen Einrich­tung für Informationsverarbeitung und Kom­munikation (ZEIK)/Bereich Golm, ließen

dem Projekt von Anfang an eine entspre­chende Unterstützung zukommen und er­möglichten dadurch die Realisierung des Sprachentages an der Universität. Neben Dr. Walter waren es eine Reihe weiterer Mitar­beiter der Hochschule, die - ob Mitglied ei­nes philologischen Fachverbandes oder nicht - mit seminanstischen Beiträgen und sehr praktisch angelegten Workshops den anwesenden Fremdsprachenlehrerinnen und -lehrern Anregungen vermittelten und gleichzeitig zum Erfahrungsaustausch an­

regten. Der Hauptvortrag wurde gehalten von Prof. Dr. Dieter Wolff von der Bergischen UniversitäVGesamthochschule Wuppertal zum Thema:Neue Technologien und fremdsprachliches Lernen". Das Pädagogi­sche Landesinstitut Brandenburg (PLIB) er­möglichte wiederum eine Zertifizierung für die anwesenden Lehrerinnen und Lehrer. Unterstützung ward dem Sprachentag fer­ner durch das Amerika Haus Berlin, den Französischlehrerverband, den Cornelsen- Verlag, Fremdsprachenverlage, die Tele­kom sowie durch zwei Studentinnen aus der Slavistik zuteil. Dr. Gabriele Blell aus dem Institut für Anglistik und Amerikanistik der Universität zog folgendes Fazit:Die Gestaltung des Sprachentages zeigte ein­mal mehr, daß die Universität Potsdam und die Stadt Potsdam sowie das Land Bran­denburg keine .Berührungsängste 1 mehr zeigen, sie vielmehr für gemeinsame Pro­jekte und eine enge Zusammenarbeit auf­geschlossen sind. G.B.

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