Heft 
(1.1.2019) 02
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CAMPUS

ZU FRAGEN DER FREIZEITPÄDAGOGIK

Ein Japaner in Potsdam

Zugegeben, man sieht nicht gerade we­nig Japaner in Potsdam, aber in der Regel bleiben sie nur kurz, machen eine Schlös­sertour und posieren auf der Glienicker Brücke für ein paar Erinnerungsfotos. Prof. Shunji Fujii aber ist mittlerweile seit gut acht Monaten in Potsdam, genauer gesagt findet man ihn tagsüber an der Ju­ristischen Fakultät der Universität in Ba­belsberg, wo er bei Prof. Dr. Werner Mer­le, Professor für Bürgerliches Recht, Zivil­prozeß- und Insolvenzrecht, einen zehn- monatigen Gastaufenthalt an der Univer­sität Potsdam verbringt.

Was aber zieht einen Japaner ins ferne Pots­dam? Natürlich begeistert sich Fujii auch für die Stadt aufgrund ihrer Vergan­genheit als Resi­denz preußi­scher Könige

und bezeichnet p ro f shunji Fujii Sanssouci, Ba­belsberg und Cecilienhof als kulturelle Hö­hepunkte seines Aufenthaltes. Noch mehr aber interessiert ihn das deutsche Miet­recht. Was verblüfft, erklärt sich aus der Entstehung der modernen japanischen Rechtsprechung, die vor etwa 100 Jahren ihren Anfang nahm. Damals begann Japan, sich nach jahrhundertelanger Abschottung gegenüber der übrigen Welt und insbeson­dere gegenüber Europa zu öffnen, Aus­gangspunkt dafür war die Unterzeichnung eines Handelsvertrages mit Amerika im Jah­re 1854, in die Japan aufgrund militärischer Unterlegenheit und innerer Probleme ein­willigte. Handelsabkommen mit anderen Ländern folgten. In kurzer Zeit kam es zu ei­ner völligen Umgestaltung des japanischen Staatswesens. Aus einem feudalen System wurde ein bürokratisches, wobei die staat­lichen Einrichtungen nach europäischem Muster entstanden. Insbesondere schuf man eine Gesetzgebung nach deutschem und französischem Vorbild, unter anderem, weil es im Commonwealth kein in Gesetz­büchern fixiertes Recht gab (und gibt). Deswegen studieren viele japanische Juri­sten deutsches Recht.

Fujii, der an der Yamanashigakuin-Universi- tät lehrt und sich vor allem mit Wohnungs- miet- und -eigentumsrecht beschäftigt, lern­te Merle, der seinerseits Spezialist auf die­sem Gebiet ist, auf einem Kongreß in Bonn kennen. Über seinen Aufenthalt in Potsdam zeigt sich Füjii zufrieden und gesteht, daß er gutes deutsches Essen sehr gerne mag".

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Unter dem Dach der Philosophischen Fa­kultät II und des Interdisziplinären Zen­trums für Lehrerbildung der Universität Potsdam fand Ende vergangenen Jahres ein abschließendes Kolloquium des Studi­enganges Freizeitpädagogik statt. Prof. Dr. Thomas Jahnke, Leiter des Zentrums, eröff- nete die Veranstaltung. In seiner Einleitung wies er unter anderem auf den Zusammen­hang zwischen der schulischen und außer­schulischen pädagogischen Arbeit hm. Dr. Renate Heusinger aus dem Institut für Grundschulpädagogik der Einrichtung ließ zudem noch einmal die Geschichte des Studienganges, von den ersten Überlegun­gen seiner Einrichtung bis hm zum Tag der letzten Prüfungen, Revue passieren. Dabei wurde deutlich, daß es von Anfang an er­hebliche Schwierigkeiten in der Akzeptanz und somit in der Durchsetzung und Etablie­rung des Fachgebietes gegeben hatte. Die Wissenschaftlerin verwies aber in diesem Zusammenhang zugleich auch auf die inno­vativen Bemühungen der Studenten, das Studium praxisnah und nach vorn gerichtet zu gestalten.

In etwa jede dritte Ehe geht in Deutsch­land wieder in die Brüche. Allein 1995 gab es bundesweit rund 170 000 Scheidungen mit fast 130 000 betroffenen Kindern. Eine Umkehr dieser Entwicklung scheint der­zeit nicht in Sicht.

Diesem Problem widmet sich die auf Trennungs- und Scheidungsberatung spe­zialisierte Familienberatungsstelle in Vehle­fanz. Jene zum Bereich Familienforschung und Familienberatung des Instituts für an­gewandte Familien-, Kindheits- und Jugend­forschung an der Universität Potsdam gehö­rende Einrichtung existiert bereits seit Ende '93, nicht zuletzt durch die Förderung des Kreises Oberhavel. Ein Triam, beste­hend aus einer Psychologin, einer Betriebs­wirtin, einem Pädagogen und einem Juri­sten, bildet den Kreis der hier ansässigen Experten.

Natürlich kommen die Ratsuchenden nicht ohne eine gewisse Schwellenangst zu uns", verrät Peter Dietrich. Zu gut Dreiviertel sei­en es Frauen, die den ersten Schritt in die Beratungsstelle gingen.Im Gegensatz zu den Männern, so der Pädagoge,reflektie­ren sie mehr, verifizieren sie die Probleme ihrer Ehe genauer. Idealerweise jedoch erfolgen die zumeist einstündigen Gesprä­che als Paarberatung. Und das in sehr un­terschiedlichen Phasen des Auseinander­gehens. Mit am Tisch dabei sitzen nicht

Von dieser Grundeinstellung gegenüber dem eigenen Studium konnte man sich in den anschließenden Vorträgen überzeugen. Die Bandbreite der vorgestellten Themen entsprach dabei im wesentlichen dem Ange­bot während des Studienganges selbst. So wurden am Beispiel einer Arbeitsmarkt­analyse Möglichkeiten und Probleme des Übergangs vom Studium ins Berufsleben diskutiert. Auch die Rage, ob Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Schule und Reizeit existierten und wo diese zu finden seien, spielte eine zentrale Rolle. Des weiteren standen theoretische Aspekte zur Interpreta­tion und Begründung freizeitlicher Zusam­menhänge im Vordergrund.

Als Fazit kann festgehalten werden, daß mit den Absolventen gut ausgebildete Diplom­pädagogen zur Verfügung stehen. Das Stu­dium war, so die einhellige Auffassung, geprägt von hoher Qualität und Quantität. Ins Berufsleben mitgenommen wurde von den Absolventen das Anliegen, das Be­ziehungsgeflecht zwischen schulischen und außerschulischen Aufgabenfeldern mit neuen Augen zu betrachten. U. H.

selten die eigentlichen Verlierer des Ge­schehens, die Kinder. Manche Ehe aber fin­det sogar einen neuen Anfang.Das aller­dings gelingt nur bei circa zehn Prozent der Klienten, schätzt Dietrich ein. Für die Veh- lefanzer Spezialisten zählen solcherart Ent­scheidungen eher zu den Ausnahmen. Wö­chentlich registneren sie gegenwärtig drei bis fünf Neuanmeldungen.

Neben dem herkömmlichen Angebot auf dem Gebiet der Trennungsberatung wartet man in dem kleinen Ort nordöstlich Berlins übrigens mit einem weiteren Service auf. Dabei handelt es sich um das außergericht­liche VermittlungsverfahrenMediation. In dessen Mittelpunkt steht eine mit Unterstüt­zung neutraler Mediatoren eigenverant­wortlich erarbeitete Scheidungsfolgen- verembarung. Das Papier enthält beispiels­weise Festlegungen über Sorgerecht, Um­gangsrecht, Zugewinn-Ausgleich, Hausrat oder Ehewohnung. Nach notarieller Be­glaubigung sowie Erfüllen aller notwendi­gen Voraussetzungen der Beteiligten er­möglicht es ein vergleichsweise unkompli­ziertes und vor allem kostenminimierendes Scheidungsverfahren. PG.

Die Familienberatungsstelle befindet sich im Burgwall 15, 16727 Vehlefanz. Anmel­dungen können unter der Tel.-Nr. 03304/ 397010 erfolgen. Sprechstunden finden werktags von 9.00-18.00 Uhr statt.

NICHT IMMER HÄLT DAS GLÜCK

Beratungsstelle hilft in Trennungssituation

PUTZ 2/97

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