CAMPUS
ZU FRAGEN DER FREIZEITPÄDAGOGIK
Ein Japaner in Potsdam
Zugegeben, man sieht nicht gerade wenig Japaner in Potsdam, aber in der Regel bleiben sie nur kurz, machen eine Schlössertour und posieren auf der Glienicker Brücke für ein paar Erinnerungsfotos. Prof. Shunji Fujii aber ist mittlerweile seit gut acht Monaten in Potsdam, genauer gesagt findet man ihn tagsüber an der Juristischen Fakultät der Universität in Babelsberg, wo er bei Prof. Dr. Werner Merle, Professor für Bürgerliches Recht, Zivilprozeß- und Insolvenzrecht, einen zehn- monatigen Gastaufenthalt an der Universität Potsdam verbringt.
Was aber zieht einen Japaner ins ferne Potsdam? Natürlich begeistert sich Fujii auch für die Stadt aufgrund ihrer Vergangenheit als Residenz preußischer Könige
und bezeichnet p ro f shunji Fujii Sanssouci, Babelsberg und Cecilienhof als kulturelle Höhepunkte seines Aufenthaltes. Noch mehr aber interessiert ihn das deutsche Mietrecht. Was verblüfft, erklärt sich aus der Entstehung der modernen japanischen Rechtsprechung, die vor etwa 100 Jahren ihren Anfang nahm. Damals begann Japan, sich nach jahrhundertelanger Abschottung gegenüber der übrigen Welt und insbesondere gegenüber Europa zu öffnen, Ausgangspunkt dafür war die Unterzeichnung eines Handelsvertrages mit Amerika im Jahre 1854, in die Japan aufgrund militärischer Unterlegenheit und innerer Probleme einwilligte. Handelsabkommen mit anderen Ländern folgten. In kurzer Zeit kam es zu einer völligen Umgestaltung des japanischen Staatswesens. Aus einem feudalen System wurde ein bürokratisches, wobei die staatlichen Einrichtungen nach europäischem Muster entstanden. Insbesondere schuf man eine Gesetzgebung nach deutschem und französischem Vorbild, unter anderem, weil es im Commonwealth kein in Gesetzbüchern fixiertes Recht gab (und gibt). Deswegen studieren viele japanische Juristen deutsches Recht.
Fujii, der an der Yamanashigakuin-Universi- tät lehrt und sich vor allem mit Wohnungs- miet- und -eigentumsrecht beschäftigt, lernte Merle, der seinerseits Spezialist auf diesem Gebiet ist, auf einem Kongreß in Bonn kennen. Über seinen Aufenthalt in Potsdam zeigt sich Füjii zufrieden und gesteht, daß er „gutes deutsches Essen sehr gerne mag".
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Unter dem Dach der Philosophischen Fakultät II und des Interdisziplinären Zentrums für Lehrerbildung der Universität Potsdam fand Ende vergangenen Jahres ein abschließendes Kolloquium des Studienganges Freizeitpädagogik statt. Prof. Dr. Thomas Jahnke, Leiter des Zentrums, eröff- nete die Veranstaltung. In seiner Einleitung wies er unter anderem auf den Zusammenhang zwischen der schulischen und außerschulischen pädagogischen Arbeit hm. Dr. Renate Heusinger aus dem Institut für Grundschulpädagogik der Einrichtung ließ zudem noch einmal die Geschichte des Studienganges, von den ersten Überlegungen seiner Einrichtung bis hm zum Tag der letzten Prüfungen, Revue passieren. Dabei wurde deutlich, daß es von Anfang an erhebliche Schwierigkeiten in der Akzeptanz und somit in der Durchsetzung und Etablierung des Fachgebietes gegeben hatte. Die Wissenschaftlerin verwies aber in diesem Zusammenhang zugleich auch auf die innovativen Bemühungen der Studenten, das Studium praxisnah und nach vorn gerichtet zu gestalten.
In etwa jede dritte Ehe geht in Deutschland wieder in die Brüche. Allein 1995 gab es bundesweit rund 170 000 Scheidungen mit fast 130 000 betroffenen Kindern. Eine Umkehr dieser Entwicklung scheint derzeit nicht in Sicht.
Diesem Problem widmet sich die auf Trennungs- und Scheidungsberatung spezialisierte Familienberatungsstelle in Vehlefanz. Jene zum Bereich Familienforschung und Familienberatung des Instituts für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung an der Universität Potsdam gehörende Einrichtung existiert bereits seit Ende '93, nicht zuletzt durch die Förderung des Kreises Oberhavel. Ein Triam, bestehend aus einer Psychologin, einer Betriebswirtin, einem Pädagogen und einem Juristen, bildet den Kreis der hier ansässigen Experten.
„Natürlich kommen die Ratsuchenden nicht ohne eine gewisse Schwellenangst zu uns", verrät Peter Dietrich. Zu gut Dreiviertel seien es Frauen, die den ersten Schritt in die Beratungsstelle gingen. „Im Gegensatz zu den Männern“, so der Pädagoge, „reflektieren sie mehr, verifizieren sie die Probleme ihrer Ehe genauer“. Idealerweise jedoch erfolgen die zumeist einstündigen Gespräche als Paarberatung. Und das in sehr unterschiedlichen Phasen des Auseinandergehens. Mit am Tisch dabei sitzen nicht
Von dieser Grundeinstellung gegenüber dem eigenen Studium konnte man sich in den anschließenden Vorträgen überzeugen. Die Bandbreite der vorgestellten Themen entsprach dabei im wesentlichen dem Angebot während des Studienganges selbst. So wurden am Beispiel einer Arbeitsmarktanalyse Möglichkeiten und Probleme des Übergangs vom Studium ins Berufsleben diskutiert. Auch die Rage, ob Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Schule und Reizeit existierten und wo diese zu finden seien, spielte eine zentrale Rolle. Des weiteren standen theoretische Aspekte zur Interpretation und Begründung freizeitlicher Zusammenhänge im Vordergrund.
Als Fazit kann festgehalten werden, daß mit den Absolventen gut ausgebildete Diplompädagogen zur Verfügung stehen. Das Studium war, so die einhellige Auffassung, geprägt von hoher Qualität und Quantität. Ins Berufsleben mitgenommen wurde von den Absolventen das Anliegen, das Beziehungsgeflecht zwischen schulischen und außerschulischen Aufgabenfeldern mit neuen Augen zu betrachten. U. H.
selten die eigentlichen Verlierer des Geschehens, die Kinder. Manche Ehe aber findet sogar einen neuen Anfang. „Das allerdings gelingt nur bei circa zehn Prozent der Klienten“, schätzt Dietrich ein. Für die Veh- lefanzer Spezialisten zählen solcherart Entscheidungen eher zu den Ausnahmen. Wöchentlich registneren sie gegenwärtig drei bis fünf Neuanmeldungen.
Neben dem herkömmlichen Angebot auf dem Gebiet der Trennungsberatung wartet man in dem kleinen Ort nordöstlich Berlins übrigens mit einem weiteren Service auf. Dabei handelt es sich um das außergerichtliche Vermittlungsverfahren „Mediation“. In dessen Mittelpunkt steht eine mit Unterstützung neutraler Mediatoren eigenverantwortlich erarbeitete Scheidungsfolgen- verembarung. Das Papier enthält beispielsweise Festlegungen über Sorgerecht, Umgangsrecht, Zugewinn-Ausgleich, Hausrat oder Ehewohnung. Nach notarieller Beglaubigung sowie Erfüllen aller notwendigen Voraussetzungen der Beteiligten ermöglicht es ein vergleichsweise unkompliziertes und vor allem kostenminimierendes Scheidungsverfahren. PG.
Die Familienberatungsstelle befindet sich im Burgwall 15, 16727 Vehlefanz. Anmeldungen können unter der Tel.-Nr. 03304/ 397010 erfolgen. Sprechstunden finden werktags von 9.00-18.00 Uhr statt.
NICHT IMMER HÄLT DAS GLÜCK
Beratungsstelle hilft in Trennungssituation
PUTZ 2/97
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