CAMPUS
xibler als bisher gefaßt und für gemeinsame Berufungen mit außeruniversitären Einrichtungen ist die Zusammensetzung so geregelt, daß die Uni nicht durch au- ßerumversitäre Prof. Dr. Joachim Gessinger Vertreter majori- siert werden kann. Leider war das MWFK nicht bereit, den vom Konzil vorgeschlagenen nichtständigen interdisziplinären Schwerpunkten als Instrument der inneruniversitären Förderung von inter- und transdisziplinärer Zusammenarbeit in Forschung und Lehre zuzustimmen. Zwar unterstützt der Minister in seinem Genehmigungsschreiben vom 11.12.96 das Bestreben der Hochschulen, „auch über derartige Einrichtungen die Möglichkeit der Drittmitteleinwerbung zu eröffnen”; jedoch sah das MWFK in den Schwerpunkten die Gefahr, daß hier am BbgHG vorbei Organisationseinheiten geschaffen würden, „denen nach außen ein durch die Grundordnung manifestiertes Auftreten in der Wissenschaftslandschaft ermöglicht werden soll". Mit dieser Position ist das MWFK allerdings nicht auf der Höhe der Zeit (denn dieser Vorschlag findet sich in ähnlicher Weise auch in den Reformvorschlägen des Wissenschaftsrats) und fällt auch hinter dem selbstgesteckten Ziel zurück, angesichts eigener leerer Kassen die Autonomie der Universitäten zu stärken. Enger als im Augenblick kann man das Korsett - und das gilt für alle Belange - nun kaum noch schnüren. Ob die so festgeschriebene Struktur der Universität für neue Aufgaben ausreicht, darf deshalb bezweifelt werden. Immerhin gibt es Hoffnung. Das Genehmigungsschreiben des Ministers schließt mit der Versicherung, daß der vom Konzil „vorgetragene Gestaltungswunsch ebenso Eingang in die Diskussion über eine Novellierung des Brandenburgi- schen Hochschulgesetzes finden wird wie die im Rahmen der Grundordnungsdiskussionen anderer Hochschulen vorgetragenen Wünsche, deren Realisierung an den Vorgaben der bestehenden Gesetze scheiterte." Die Chancen stehen nicht einmal schlecht, denn nachdem die Fusion mit Berlin erst einmal von der Tagesordnung abgesetzt wurde, kann der Minister in aller Ruhe auf Vorschläge der Universitäten für die Novellierung des BbgHG warten und diese rechtzeitig vor den nächsten Wahlen als hochschulpolitischen Erfolg seines Hauses ausgeben. Und das schönste daran ist - es ist ganz umsonst.
Joachim Gessinger
AUS DEM SENAT BERICHTET
In seiner 38. Sitzung am 12. Dezember 1996 hat sich der Senat der Universität Potsdam unter anderem mit folgenden Themen beschäftigt bzw. nachstehende Beschlüsse gefaßt:
Das Gremium erteilte auch diesmal weiteren Studienordnungen und Prüfungsbestimmungen seine Zustimmung. Es sind dies: Studienordnungen für die Magister- und Lehramtsstudiengänge des Faches Slavistik, für das Fach Sport in den Lehramtsstudiengängen, für das Lehramtsstudium des Faches Politische Bildung, Besondere Prüfungsbestimmungen für die Magisterstudiengänge des Faches Slavistik, für die Lehramtsstudiengänge Russisch und Polnisch, für die Zwischenprüfung in den Lehramtsstudiengängen im Fach Sport und für die Zwischenprüfung im Lehramtsstudium des Faches Politische Bildung. Der Senat stimmte ebenso der von der Philosophischen Fakultät II vorgelegten Ordnung zur Durchführung von Eignungsprüfungen für das Studium im Fach Sport in den Lehramtsstudiengängen zu.
Die Umweltforschung und Umwelttechnik stellen wesentliche Elemente Brandenburger Landespolitik dar und nehmen eine wichtige Position im Landestechnologiekonzept ein. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund stimmten die Senatoren der Kooperationsvereinbarung zwischen dem Bran- denburgischen Umweltzentrum (BUFZ) e.V und der Universität Potsdam zu. Die Vereinbarung zielt darauf, wissenschaftliche Beiträge zu leisten, um die Umweltforschung zu stärken und im Sinne des Konzeptes der dezentralen Konzentration beispielhaft für die Region Ostprignitz-Ruppin einzusetzen. In diesem Zusammenhang sprachen sich die Senatoren in einem Tfendenzbeschluß dafür aus, bei Erreichen stabiler hoher kooperativer Forschungsleistungen anzustreben, die BUFZ zu einem An-Institut der Uni zu entwickeln. Auch für die Kooperationsvereinbarung zwischen der Max-Planck- Gesellschaft in bezug auf das Max-Planck- Institut für Gravitationsphysik (Albert-Ein- stein-Institut) und der Universität Potsdam votierte das Gremium, vorbehaltlich der Zustimmung der Senatskommission für Entwicklungsplanung und Finanzen (EPK). Die Zusammenarbeit soll vor allem auf den Gebieten wissenschaftlicher Informations- und Erfahrungsaustausch, Durchführung gemeinsamer Forschungsprojekte und Forschungsvorhaben, Lehrangebote und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie wechselseitige Nutzung von Einrichtungen befördert werden.
Mit der Zustimmung der Senatoren beantragt die Universität Potsdam ferner über das
Seite 14
Brandenburger Wissenschaftsmimsterium bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) die Fortsetzung der Förderung für das Innovationskolleg „Formale Modelle kognitiver Komplexität“ für den Zeitraum 1997 bis 1999. Das zum 1 .Juli 1994 eingerichtete Kolleg schloß zum 30. Juni 1997 die erste Förderpenode ab. Die von der DFG erwarteten strukturbildenden Effekte und wissenschaftlichen Ergebnisse können die Wissenschaftler vorweisen.
Ende Juni 1995 beschloß der Senat, die Evaluation der Lehre an der Hochschule einzuführen und zur Ausarbeitung der ersten Stufe eine Kommission einzusetzen. Deren Leiter, Prof. Dr. Uwe Engel aus der Wirtschaftsund Sozialwissenschaftlichen Fakultät, legte nun einen ersten Bericht vor. Das Gremium geht davon aus, daß das „Potsdamer Modell der Lehrevaluation“ in allen Komponenten einer Anlauf- und Erprobungsphase bedarf. Sobald die erforderlichen sächlichen und personellen Voraussetzungen erfüllt seien, so Engel, sollte eine Erprobungsphase von zwei bis vier Semestern eingeplant werden, um die Praktikabilität des Verfahrens zu testen und eventuell erforderliche Revisionen vorzunehmen.
Die von der EPK eingesetzte Senatsunterkommission „Mittelbau“ erarbeitete ein Positionspapier zur Bestimmung und zur dienstrechtlichen Stellung der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter alten Rechts an der Uni. Der Senat beschloß nun, daß das Bedarfs- und Zuordnungsverfahren für diese Angehörigen, die auf eine Haushaltsstelle übernommen wurden, abzuschließen ist, indem deren dienstrechtliche Stellung geklärt wird.
Des weiteren hatte der Senat Personalentscheidungen zu treffen. So bestellte er Prof. Dr. Hans-Georg Petersen aus der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät für eine Amtszeit von drei Jahren zum Geschäftsführenden Direktor des Interdisziplinären Zentrums für Australienforschung. Ebenfalls für drei Jahre fungieren nun die Mitglieder des Direktoriums des Interdisziplinären Zentrums für Nichtlineare Dynamik: Prof. Dr. Jürgen Kurths, Institut für Theoretische Physik, Prof. Dr. Peter Maaß, Institut für Mathematik, und Prof. Dr. Karl-Heinz Rädler, Astrophysi- kalisches Institut Potsdam. Das Institut für Slavistik in der Philosophischen Fakultät I leitet jetzt Prof. Dr. Peter Kosta, sein Stellvertreter ist Prof. Dr. Norbert Franz, Weiterhin wurde festgelegt, den nächsten Hochschulinformationstag am 21. April 1997 durchzuführen. Die Veranstaltungen finden für alle Fächer im Uni-Komplex Am Neuen Palais, zusätzliche an den anderen Standorten, statt. B.E.
Senatstermine im Sommersemester 1997: 17.4., 15.5., 12.6., 10.7. und 4.9.1997
PUTZ 2/97