Heft 
(1.1.2019) 02
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STUDIOSI

STATE OF THE ART DER BETRIEBLICHEN PERSONALARBEIT

Exkursion nach Hamburg in die Realität des Wirtschaftslebens

Prof. Dr. Dieter Wagner, der in der Wirt­schafts- und Sozialwissenschaftlichen Fa­kultät die Professur für Betriebswirtschafts­lehre mit dem Schwerpunkt Organisation und Personalwesen innehat, bot seinen Studenten der Vorlesungen Organisation und Personal Ende vergangenen Jahres eine einwöchige Exkursion in die Realität des Wirtschaftslebens nach Hamburg an.

Die bunte Truppe aus Volks- und Betriebs­wirtschaftlern, Soziologen, Germanisten, Slavisten und Psychologen machte sich an einem Montagmorgen mit allen nur erdenk­lichen Verkehrsmitteln auf den Weg in die Hansestadt. Die gut gelaunten und hoch­motivierten Bahnreisenden wurden von Ste­fan Huber, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Wagner, bereits am Bahnsteig erwartet. Nachdem für eine ansprechende Unterkunft gesorgt war und alle Individualisten sich ein­gefunden hatten, stand das Studio Hamburg auf dem Programm. RTL-Aktuell- und ran- Studio wurden inspiziert und obwohl Rod Stewart schon nach N.Y abgereist war, spür­te man noch ein wenig Hollywood-Glamour. In der anschließenden Diskussion mit dem Personalbteilungsleiter Michael Koller wur­den neben aktuellen Entwicklungen der Personalwirtschaft die Problematik der Fle­xibilisierung der Arbeitszeit sowie der Trend der Branche zu mehr freien Arbeitsverhält­nissen erörtert.

Trotz halbstündigenGewaltmarsches" durch kniehohen Neuschnee, erreichte die zwanzigköpfige Gruppe am nächsten Tag pünktlich das 3M-Werk Wilhelmsburg. Per­sonalchef Jürgen Reinhold veranschaulich­te plastisch die Präsentationstechniken der amerikanischen Konzernkultur. Jeden Täg eine Innovation und 30 % des Umsatzes aus Produkten, die nicht älter als vier Jahre sind, waren dabei Kerninhalte seines Vortrages. Mit Schutzbrille und Namensschild ausge­rüstet, begab man sich in die fast vollauto­matisierte Fertigung. Schlagwörter der fol­genden Besprechung warenno ranks no titels", Beitragsbeurteilung statt Leistungs- beurteilung, Innovations-Management und multi-source-feeback. Nachdem der gei­stige Hunger gestillt war, wurde die Einla­dung zum Mittagessen dankend angenom­men.

St. Pauli's Bavaria Brauerei stand als näch­ster Punkt auf der Tagesordnung. Trotz des immensen Ausstoßes von 150 000 Flaschen pro Stunde bekam man kaum Mitarbeiter in der Produktion zu Gesicht. Bei Bier und Schinken war Personalentwicklung, Lei­stungsbeurteilung und management by ob- jectives das Thema. Frank Mettken und Rai­ner Külper schilderten die Funktionsweise und die Problemaspekte der praktischen

Umsetzung der personalwirtschaftlichen Konzepte in der Brauerei.

Im Villenviertel von Hamburg wurde am nächsten 1hg der Zigarettenkonzern Reemtsma besucht. Regelmäßige Gesprä­che zwischen Führungskraft und Mitarbeiter, die moderne Rolle des Betriebsrates, Funk­tionsweise des Konsens-Managements und innovative Modelle der Vergütung wurden unter anderem erläutert. Überrascht wurde das Auditorium von dem beinahe vollständi­gen Konsens zwischen Personalcontroller Günter Schmolke und Betriebsrat Claus Fitschen, der als repräsentativ für das Ver­hältnis von Unternehmensführung und Be­triebsrat bei Reemtsma angesehen werden kann. Neben freien Zigaretten wurde auch das Mittagessen großzügig gestiftet. Bei ADIA Interim im Herzen Hamburgs wurde die aktuelle und hochbrisante Entwicklung der Zeitarbeit beleuchtet. Aus erster Hand erfuhr man von Geschäftsführer Eckhard Wiese von bisher noch nicht gekannten Pro­blemen auf dem Arbeitsmarkt, arbeitspo­litischen Grundsätzen und Perspektiven des Personalleasings.

Am Donnerstag ging es zuHerrn Kaiser" von der Hamburg-Mannheimer. Dr. Helmut Brüggmann stellte das Personalentwick­lungskonzept des Versicherungs-Konzerns vor. Dabei wurde ersichtlich, daß theoreti­sche Ansätze in der Praxis durchaus Anwen­dung finden. Nach einem ausgiebigen Mit­tagessen wurden abschließend die sozialen Einrichtungen der Versicherung wie Kegel­bahn, Sporthalle und Schießanlage (!) be­sichtigt. Last but not least galt es, der Unter­nehmensberatung Consulectra, einer Toch­tergesellschaft der Hamburger Elektrizitäts­werke, einen Besuch abzustatten. Klaus Eßer und Fritz Westermann präsentierten ein inno­vatives, internes Entwicklungsassessment- Center für Führungskräfte. Das Bekennen zu subjektiver Beurteilung, absolute Beurtei­lungstransparenz sowie ein mehrdimensio­nales Polaritätsprofil zeichnen diesen neuen Ansatz der Personalauswahl aus. Von der im Anschluß stattfindenden Diskussion profitier­ten dank kritischer Fragen nicht zuletzt auch die Gastgeber.

Im gemütlichen Hamburger Inn-LokalGrö- ninger" war ein gemeinsames Abendessen der abschließende Programmpunkt der Ex­kursion. Alle Teilnehmer erzählten von ge­sammelten Eindrücken der Firmenbesuche, der Hafenstadt Hamburg und von vielem mehr. Der gute Kontakt der Studenten zur Arbeitsgruppe Prof. Wagners war hier deut­lich zu spüren. So mancher ging in der Fol­ge mit neuen Kräften frisch motiviert ans Werk bzw. in den Studentenalltag, auch wenn die Einstellungschancen, speziell für Wirtschaftswissenschaftler, in allen besuch­

ten Betrieben nicht nur vorteilhaft beurteilt wurden. Die einhellig positive Resonanz bei den Studenten motiviert hoffentlich Prof. Dr. Dieter Wagner und seine Mitarbeiter, auch in Zukunft ähnliche Veranstaltungen durchzu­führen. Christoph Barth/Stephan Meier

Rentenkonto für Studenten

Zum 1, Januar 1997 hat sich die Anrechnung von Studienzeiten auf das Rentenkonto geän­dert. Bisher waren maximal sieben Jahre Schul-, Fachschul- oder Hochschulbesuch angerechnungsfähig, nun sind es noch drei Jahre. Verbessert habe der Gesetzgeber, so die Potsdamer BARMER-Chefin Heike Murner, daß die Anrechnungszeit nicht ver­loren gehe, wenn das Studium vorzeitig be­endet werde. Hierdurch sollen insbesonde­re Härtefälle, wie ein krankheitsbedingter Studienabbruch, vermieden werden. Die reduzierte Anrechnungszeit gilt immer dann, wenn die Rente nach dem Jahr 2000 beginnt. Bei Rentenneuzugängen von 1997 bis 2000 wird sie stufenweise reduziert. Wer eine Lük- ke auf seinem Rentenkonto vermeiden will, kann freiwillige Beiträge nachentrichten, ba.

Mehr Studienanfänger

Studienanfängerzahlen 1965 - 1996 und KMK-Prognose 1996 - 2010 mit Übergangsquote 75% (1) »

Prognose

daß 75 biw. 85 % der Hochschulzujangsberechtigten laisächfkh eir die Annahme75%dargesielll. ©HRK

283.100 Studienberechtigte haben sich 1996 erstmalig an einer deutschen Hochschule eingeschrieben. Damit ist die Studienan­fängerzahl gegenüber 1995 um 3,5 Prozent gestiegen. Bis zum Jahre 2010 ist mit einem weiteren Wachstum zu rechnen, Vor diesem Hintergrund wandte sich der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Dr. Hans- Uwe Erichsen, scharf gegen die Kürzungs­und Streichungspolitik im Hochschulbe­reich, beim Hochschulbau und der Studien­förderung, id.

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