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(1.1.2019) 05
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HOCHSCHULEN STATT LAUSITZ-RING FINANZIEREN Aktuelle Stunde zur Wissenschaftspolitik im Landtag Brandenburg

Die Studierenden der Universität Pots­dam sorgen mit vielfältigen und teilweise ausgefallenen Aktivitäten dafür, daß die Kette der Proteste gegen die Sparmaß­nahmen der Landesregierung im Bil­dungs- und Hochschulbereich nicht zer­reißt. So postierten sich einige von ihnen am 15. Mai 1997 mit Flüstertüte, Transpa­rent und Flugblättern vor dem Landtag in Potsdam. Siebegrüßten die Abgeord­neten, bevor dort eineAktuelle Stunde stattfand. Die Parlamentarier befaßten sich dabei mit dem ThemaDie aktuellen Auswirkungen der finanzpolitischen Pla­nungen der Landesregierung auf die Hochschulen des Landes unter Berück­sichtigung der fehlenden Hochschulent­wicklungsplanung.

Erfreulicherweise schien bei diesem The­ma eine parteiübergreifende Einigkeit dar­über zu herrschen, daß die Hochschulen Innovations- und Entwicklungsmotoren für Brandenburg sind. So erklärte der Vorsit­zende des Ausschusses für Wissenschaft, Forschung und Kultur des brandenburg!­sches Landtages, Dr. Klaus-Dietrich Krüger (SPD), daß es ihm im Falle eines abge­stimmten Konzeptes von Wissenschaft und Forschung logisch erscheint,sich neu zu verschulden, wenn die Unbestimmtheit der Finanzplanung dazu zwingt. Somit sei der Finanzpolitik keineabsolute Priorität ein­zuräumen.

Auch die Vertreter der anderen Landtags­parteien übten Kritik an der Rotstiftpolitik im Hochschulbereich. Wird doch der Etat 1998 gegenüber dem laufenden Jahr um knapp 15 Mio. DM gekürzt. Der CDU-Abgeordne­te Martin Habermann warf der Landesre­

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Studierende der Uniempfingen die Abgeordneten vor dem Landtag Brandenburg in Potsdam,

bevor diese in einerAktuellen Stunde Mitte Mai zur Hochschulpolitik debattierten.

gierung fehlende Prioritätensetzung vor. Sie wolle die gesamte Hochschullandschaft zu Grabe tragen. Die Wissenschaft sei indes einer der wenigen in Brandenburg noch verfügbaren Standortfaktoren. Auch Dr. Andreas Trunschke von der PDS, die die Aktuelle Stunde beantragte, sprach sich für eine höhere Neuverschuldung des Lan­des zugunsten der Hochschulen aus. Au­ßerdem sollten nach seiner Auffassung die für den Lausitz-Ring geplanten rund 240 Mio. DM Fördermittel besser in diesem Bereich zum Einsatz kommen.

Wissenschaftsminister Steffen Reiche (SPD) bemühte in seiner Argumentation ein altes Sprichwort:Sage mir etwas über die Hochschulen eines Landes, und ich sage

Foto: Fritze

dir etwas über die Zukunft des Landes. In Brandenburg würden die Hochschulen kontinuierlich aufgebaut. Die Universität Potsdam, so Reiche, entwickle sich zu einer der deutschen Spitzenunis, auchwenn wir es nicht schaffen, langfristig 209 Professu­ren zur Verfügung zu stellen. Im Jahre 2000 gäbe es 20.000 Studienplätze, 7.000 mehr als gegenwärtig. Er als Minister hätte er­reicht, daß bis zum Jahre 2001 jährlich 205 Mio. DM in die Hochschulen investiert werden. Während der Rede des Ministers entrollten die Studierenden der Uni ein Transparent mit der Aufschrift:Brandenburg hat ein Problem: Kinder, Schüler und Studenten. B.E.

DERHOCHSCHULENTWICKLUNGSPLAN IST DA

Stellungnahme der Universität Potsdam zum vorgelegten Entwurf

Was lange währt, muß nicht unbedingt auch gut werden. Dieses Fazit läßt sich zu­mindest für die die Universität Potsdam betreffenden Teile des sogenannten Hoch­schulentwicklungsplans ziehen, den der Minister für Wissenschaft, Forschung und

Kultur des Landes Brandenburg, Steffen

‚Reiche, am 20. Mai 1997 der Öffentlichkeit d im Entwurf vorlegte. Er ist darauf angelegt, |in dieser finanzpolitisch schwierigen Si­tuation... eine mittelfristige Hochschul­| Planung(mit) Sicht auf das Notwendige

_ sicherzustellen und beinhaltet für die Uni­

versität Potsdam einekünftige Struktur..., der 190 Professorenstellen zugrunde lie­gen. Damit würde die größte Hochschu­

le des Landes, an der knapp die Hälfte al­ler in Brandenburg Studierenden immatri­kuliert ist und die in ihrem Personalaufbau deutlich hinter den anderen brandenbur­gischen Universitäten hinterherhinkt, ihre Ausbildungsleistung mit weniger als ei­nem Viertel der im Land eingerichteten Professuren erbringen müssen. Bis zum 13. Juni 1997 hatten die Hochschulen Zeit, zu dem vorgelegten Entwicklungsplan­entwurf Stellung zu nehmen. Der Rektor der Potsdamer Universität, Prof. Dr. Wolf­gang Loschelder, ließ dem Wissenschafts­minister jedenfalls folgende, hier in Auszü­gen veröffentlichte Stellungnahme des Se­nates der Hochschule zukommen:

Die Universität Potsdam wird nach dem vorliegenden Entwurf, auch gemessen an ihrer größeren Belastbarkeit, ganz unver­hältnismäßigen Einschränkungen unter­worfen. Für die Universität Potsdam bleibt es dabei, daß sie eine Reduktion der ver­fügbaren Professuren auf 190 nicht als Grundlage einer seriösen Planung akzep­tieren und, auch nicht als ein mittelfristiges, auf vier Jahre beschränktes Konzept, poli­tisch mittragen kann. Hinzu kommt, daß das vom Ministerium für Wissenschaft, For­schung und Kultur(MWFK) vorgeschlage­ne Verteilungsmodell der Professuren die Struktur der Universität auch konkret auf

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