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(1.1.2019) 05
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bild im antizionistischen Gewand war die klassenkämpferische Variante des Antise­mitismus. Der Neonazismus in der DDR war damit alles andere als ein Westimport, und die jüdischen Gemeinden sind in vier­zig Jahren Staatssozialismus durch Flucht und Ausreise zu vergreisten Reservaten

geschrumpft. Ansgar Oswald Lothar Mertens: Davidstern unter Hammer und Zirkel. Die jüdischen Gemeinden in der SBZ/DDR und ihre Behandlung durch Partei und Staat 1945 1990, Georg Olms­Verlag 1997, 492 S., gebunden, 98, DM.

TIPS FÜR ABSOLVENTEN

Die ersten Schritte auf der Karriereleiter ge­hören bekanntlich zu den schwersten. Vie­le Jungakademiker erleiden beim Sprung von der Hochschule auf den Arbeitsmarkt zunächst eine Bruchlandung. Eine Hilfestel­lung beim Einstieg ins Berufsleben bietet nun der Unicum Verlag mit demAbsolven­tentip 1997. DasArbeitgeber-Jahrbuch für den akademischen Nachwuchs liefert in 30 Aufsätzen, Interviews und Portraits Infor­mationen zur Arbeitsmarktsituation und Bewerbungstips für dasEigenmarketing. Neben dem Präsidenten der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, konnten meh­rere Karriereberater sowie Personalchefs und Ausbildungsleiter renommierter Fir­men als Autoren gewonnen werden. Zudem berichten junge Unternehmensberater, Werbefachleute, Ingenieure und Informati­ker über ihre Erfahrungen beim Berufsein­stieg. Unter den SchlagwörternInternatio­nalität,Teamarbeit undvirtuelle Unter­nehmen werden in einem Anhang die neue­sten Trends auf dem Arbeitsmarkt analysiert. DerStellenmarkt bietet Kurzportraits von zwölf Unternehmen mit insgesamt mehr als 1.000 freien Arbeitsplätzen.

Ergänzt werden soll das Jahrbuch durch re­gelmäßige Berichte zu Beruf und Karriere in den ZeitschriftenUnicum undSemester­tip sowie durch das Internet-AngebotUni­Cum online(http://www.unicum.de). mcef

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Knut Klüttermann(Hrsg.): Absolvententip 1997, Unicum Verlag, 1996, 128 S., 20,- DM.

Deutschland nach wie

vor gefragt Laut Jahresbericht 1996 der Humboldt-Stif­tung behaupten die deutschen Hochschulen im Wettbewerb um ausländische GCast­wissenschaftler mit 80% im Humboldt-For­Schungsstipendienprogramm ihre Bedeu­‚tung in der Grundlagenforschung. Vor 20 Jahren waren 44 Universitäten und Hoch­| Schulen Gastgeber von Humboldt-For­_ Schungsstipendiaten, heute sind es bereits 73(darunter 14 in Ostdeutschland). AvH.

VORTRAGEN KANN(SOLLTE) MAN LERNEN!

Regeln für Naturwissenschaftler und Ingenieure

Ein in der Wissenschaft tätiger Mensch ver­bringt einen nicht unerheblichen Teil seiner wachen Zeit mit dem Anhören von Vorlesun­gen, Referaten und Vorträgen. Manch ein Student empfindet ein Semester mit rund 200 Stunden Vorlesungen doch eher als ermattend, denn als erquickend. Und der Wissenschaftler kehrt nach dem Konsum von 40 Fachvorträgen ermüdet von der Jah­restagung nach Hause zurück.

Immer wieder bestätigt sich die weitver­breitete Unfähigkeit zum didaktisch-rheto­risch ansprechenden Vortrag. Dabei soll einmal unterstellt werden, daß den Rednern im allgemeinen die fachlichen Vorausset­zungen in ihrer Wissenschaft nicht fehlen. Zur Erschütterung der Zuhö­rer scheinen sie aber nicht auf die Idee zu kommen, daß ein gehetz­ter Ritt durch einen Folien­berg, eine völlig struk­turlose Wörteran­sammlung oder ein schüchtern-introver­tiertes Selbstge­spräch kein Vortrag sind.

Nun gelten Naturwis­senschaftler als be­sonders sachbesessen und wortscheu. Hin und wieder werden Nobelpreisträger und andere Größen der Wissenschaft herange­zogen, um zu begründen, daß ein großer Forscher kein großer Redner sein muß. Aber die meisten Wissenschaftler sind eben nicht Einstein und sollten alles daran setzen, ihre Ergebnisse möglichst optimal zu verkaufen.

Hilfestellung leisten Erdmuthe Meyer zu Bexten, Rainer Brück und Claudio Moraga (Fachbereich Informatik der Uni Dortmund) mit ihrem BuchDer wissenschaftliche Vor­trag Leitfaden für Naturwissenschaftler und Ingenieure. Auf hundert Seiten werden darin in kompakter Form alle wichtigen Ratschläge und Regeln für die drei Kompo­nenten eines guten Vortrags zusammenge­tragen: die mündliche Präsentation, die vi­suellen Hilfsmittel und das schriftliche Begleitmaterial.

Das reicht von sehr praxisorientierten Tips über Schriftgrößen und Datenmengen auf Folien oder Ausstattungsfragen im Vortrags­raum über Verhaltensregeln und Anregun­gen zur Sprachgestaltung während des Vor­trags bis hin zu Fragen von Form und inhalt­lichem Aufbau von Redemanuskripten. Je­dem Leser bieten sich so eine Fülle von Hin­weisen und Hilfen, an denen er seine eige­ne Praxis messen und verbessern kann.

So liegt also ein nützlicher Ratgeber vor. Und doch wirkt er an manchen Stellen et­was knapp und die Formalitäten überbeto­

Zeichnung: Oliver Weiss

nend. Ein guter Vortrag, und dazu gehören auch wissenschaftliche Referate, muß eben didaktisch konzipiert sein und einen Spannungsbogen aufweisen. Hier bleibt das Buch zu dünn. Es fehlen Beispiele für gelungene Vorträge, in denen der Zusam­menhang von Form und Inhalt exempla­tisch demonstriert wird.

Auch befällt einen während der Lektüre oft der Eindruck, als reiche die Befolgung der 100 Regeln für einen guten Vortrag, um schnell ans Ziel zu kommen. Nein, wer das Buch gelesen hat und alles zu beachten ver­sucht, wird noch kein guter Redner, Man hat dann bestenfalls einige, oft trivial selbstver­ständliche, grundlegende Minimalvoraussetzungen. Mehr kann man von einem Buch allerdings auch nicht erwarten. Letztendlich macht die Übung den Meister,

Im Sommersemester 1996 habe ich erstmalig, die kläg­liche rhetorisch-didaktische Lage vor Augen, für Hörer al­ler naturwissenschaftlichen Fächer ein entsprechendes Seminar angeboten:Didak­tik der Präsentation naturwis­senschaftlicher Forschungsergebnisse. Diese Lehrveranstaltung wird nun in jedem Sommersemester stattfinden und steht selbstverständlich auch Nicht-Naturwissen­schaftlern offen. Helmut Mikelskis

Erdmuthe Meyer zu Bexten, Rainer Brück, Claudio Moraga: Der wissenschaftliche Vortrag. Leitfaden für Naturwissenschaft­ler und Ingenieure, Carl Hanser Verlag 1996, 24,80 DM.

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