bild im antizionistischen Gewand war die klassenkämpferische Variante des Antisemitismus. Der Neonazismus in der DDR war damit alles andere als ein Westimport, und die jüdischen Gemeinden sind in vierzig Jahren Staatssozialismus durch Flucht und Ausreise zu vergreisten Reservaten
geschrumpft. Ansgar Oswald Lothar Mertens: Davidstern unter Hammer und Zirkel. Die jüdischen Gemeinden in der SBZ/DDR und ihre Behandlung durch Partei und Staat 1945— 1990, Georg OlmsVerlag 1997, 492 S., gebunden, 98,— DM.
TIPS FÜR ABSOLVENTEN
Die ersten Schritte auf der Karriereleiter gehören bekanntlich zu den schwersten. Viele Jungakademiker erleiden beim Sprung von der Hochschule auf den Arbeitsmarkt zunächst eine Bruchlandung. Eine Hilfestellung beim Einstieg ins Berufsleben bietet nun der Unicum Verlag mit dem„Absolvententip 1997“. Das„Arbeitgeber-Jahrbuch für den akademischen Nachwuchs“ liefert in 30 Aufsätzen, Interviews und Portraits Informationen zur Arbeitsmarktsituation und Bewerbungstips für das„Eigenmarketing“. Neben dem Präsidenten der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, konnten mehrere Karriereberater sowie Personalchefs und Ausbildungsleiter renommierter Firmen als Autoren gewonnen werden. Zudem berichten junge Unternehmensberater, Werbefachleute, Ingenieure und Informatiker über ihre Erfahrungen beim Berufseinstieg. Unter den Schlagwörtern„Internationalität“,„Teamarbeit“ und„virtuelle Unternehmen“ werden in einem Anhang die neuesten Trends auf dem Arbeitsmarkt analysiert. Der„Stellenmarkt“ bietet Kurzportraits von zwölf Unternehmen mit insgesamt mehr als 1.000 freien Arbeitsplätzen.
Ergänzt werden soll das Jahrbuch durch regelmäßige Berichte zu Beruf und Karriere in den Zeitschriften„Unicum“ und„Semestertip“ sowie durch das Internet-Angebot„UniCum online“(http://www.unicum.de). mcef
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Knut Klüttermann(Hrsg.): Absolvententip 1997, Unicum Verlag, 1996, 128 S., 20,- DM.
Deutschland nach wie
vor gefragt Laut Jahresbericht 1996 der Humboldt-Stiftung behaupten die deutschen Hochschulen im Wettbewerb um ausländische GCastwissenschaftler mit 80% im Humboldt-ForSchungsstipendienprogramm ihre Bedeu‚tung in der Grundlagenforschung. Vor 20 Jahren waren 44 Universitäten und Hoch| Schulen Gastgeber von Humboldt-For_ Schungsstipendiaten, heute sind es bereits 73(darunter 14 in Ostdeutschland). AvH.
VORTRAGEN KANN(SOLLTE) MAN LERNEN!
Regeln für Naturwissenschaftler und Ingenieure
Ein in der Wissenschaft tätiger Mensch verbringt einen nicht unerheblichen Teil seiner wachen Zeit mit dem Anhören von Vorlesungen, Referaten und Vorträgen. Manch ein Student empfindet ein Semester mit rund 200 Stunden Vorlesungen doch eher als ermattend, denn als erquickend. Und der Wissenschaftler kehrt nach dem Konsum von 40 Fachvorträgen ermüdet von der Jahrestagung nach Hause zurück.
Immer wieder bestätigt sich die weitverbreitete Unfähigkeit zum didaktisch-rhetorisch ansprechenden Vortrag. Dabei soll einmal unterstellt werden, daß den Rednern im allgemeinen die fachlichen Voraussetzungen in ihrer Wissenschaft nicht fehlen. Zur Erschütterung der Zuhörer scheinen sie aber nicht auf die Idee zu kommen, daß ein gehetzter Ritt durch einen Folienberg, eine völlig strukturlose Wörteransammlung oder ein schüchtern-introvertiertes Selbstgespräch kein Vortrag sind.
Nun gelten Naturwissenschaftler als besonders sachbesessen und wortscheu. Hin und wieder werden Nobelpreisträger und andere Größen der Wissenschaft herangezogen, um zu begründen, daß ein großer Forscher kein großer Redner sein muß. Aber die meisten Wissenschaftler sind eben nicht Einstein und sollten alles daran setzen, ihre Ergebnisse möglichst optimal zu verkaufen.
Hilfestellung leisten Erdmuthe Meyer zu Bexten, Rainer Brück und Claudio Moraga (Fachbereich Informatik der Uni Dortmund) mit ihrem Buch„Der wissenschaftliche Vortrag— Leitfaden für Naturwissenschaftler und Ingenieure“. Auf hundert Seiten werden darin in kompakter Form alle wichtigen Ratschläge und Regeln für die drei Komponenten eines guten Vortrags zusammengetragen: die mündliche Präsentation, die visuellen Hilfsmittel und das schriftliche Begleitmaterial.
Das reicht von sehr praxisorientierten Tips über Schriftgrößen und Datenmengen auf Folien oder Ausstattungsfragen im Vortragsraum über Verhaltensregeln und Anregungen zur Sprachgestaltung während des Vortrags bis hin zu Fragen von Form und inhaltlichem Aufbau von Redemanuskripten. Jedem Leser bieten sich so eine Fülle von Hinweisen und Hilfen, an denen er seine eigene Praxis messen und verbessern kann.
So liegt also ein nützlicher Ratgeber vor. Und doch wirkt er an manchen Stellen etwas knapp und die Formalitäten überbeto
Zeichnung: Oliver Weiss
nend. Ein guter Vortrag, und dazu gehören auch wissenschaftliche Referate, muß eben didaktisch konzipiert sein und einen Spannungsbogen aufweisen. Hier bleibt das Buch zu dünn. Es fehlen Beispiele für gelungene Vorträge, in denen der Zusammenhang von Form und Inhalt exemplatisch demonstriert wird.
Auch befällt einen während der Lektüre oft der Eindruck, als reiche die Befolgung der 100 Regeln für einen guten Vortrag, um schnell ans Ziel zu kommen. Nein, wer das Buch gelesen hat und alles zu beachten versucht, wird noch kein guter Redner, Man hat dann bestenfalls einige, oft trivial selbstverständliche, grundlegende Minimalvoraussetzungen. Mehr kann man von einem Buch allerdings auch nicht erwarten. Letztendlich macht die Übung den Meister,
Im Sommersemester 1996 habe ich erstmalig, die klägliche rhetorisch-didaktische Lage vor Augen, für Hörer aller naturwissenschaftlichen Fächer ein entsprechendes Seminar angeboten:„Didaktik der Präsentation naturwissenschaftlicher Forschungsergebnisse“. Diese Lehrveranstaltung wird nun in jedem Sommersemester stattfinden— und steht selbstverständlich auch Nicht-Naturwissenschaftlern offen. Helmut Mikelskis
Erdmuthe Meyer zu Bexten, Rainer Brück, Claudio Moraga: Der wissenschaftliche Vortrag. Leitfaden für Naturwissenschaftler und Ingenieure, Carl Hanser Verlag 1996, 24,80 DM.
ASS
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Inh. A.-K. Petters
PUTZ 5/97
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