PUTZ 3/99
Wissenschaft aktuell
Wie sprechen die Brandenburger?
Studie zum Dialektgebrauch
Wie im gesamten deutschen Sprachraum ist auch in Brandenburg die Zahl der Dialektsprecher in den letzten 100 Jahren stark zurückgegangen. Doch Reste der alten Mundarten sind heute noch vorhanden. In einer landesweiten Erhebung hat eine Forschungsgruppe des Instituts für Germanistik der Universität Potsdam unter Leitung von Prof. Dr. Joachim Gessinger über 1.000 Personen über ihren Sprachgebrauch befragt.
Die Umfrage sollte klären, inwiefern die berlinische Umgangssprache in das Brandenburger Umland hineinreicht bzw. die Reste dieser märkischen Dialekte verdrängt hat. Im Land Brandenburg ist für die alltägliche
Kommunikation eine stark berlinisch geprägte regionale Umgangssprache besonders wichtig. Die verwendete Sprache hängt insbesondere mit der Situation, dem Alter, der Bildung und dem Sozialstatus der Sprecherinnen oder Sprecher zusammen. Vor allem die Jüngeren können als Träger des Berlinischen in Brandenburg identifiziert werden. Plattdeutsch dagegen wird fast nur noch von der älteren Generation auf dem Land in privaten Situationen verwendet. Die häufigsten Bezeichnungen für brandenburgische Dialekte sind „Berlinisch“,„Berlinerisch“(57 Prozent): und.„Platt“,„Plattdeutsch“(27 Prozent). Deutlich
seltener wird„Brandenburgisch“
mit sieben Prozent und Umgangssprache mit 1,2 Prozent
Finanzspritze für Forschung
Ernährungswissenschaftler setzen erfolgreiche Arbeit fort
Bereits seit Ende 1995 wird mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft(DFG) zum Thema„Mechanismen der gastrointestinalen Bioaktivierung und-inaktivierung” im Institut für Ernährungswissenschaft(IEW) der Universität Potsdam(UP) geforscht. Jetzt erhielt das entsprechende Innovationskolleg(INK) die Bewilligung einer Verlängerung.
Damit stellt die DFG nochmals knapp zwei Millionen DM zur Verfügung. Die erneute Förderung der beteiligten Wissenschaftler kommt nicht von ungefähr. Inzwischen haben von den insgesamt elf im Rahmen des INK geförderten Doktoranden zwei ihre Promotion erfolgreich beendet, zwei weitere stehen kurz vor Abgabe der Dissertation. Die Mitarbeiter der neun Teilprojekte, die auf den Gebieten der Mikrobiologie, Biochemie, Lebensmittelchemie, Immunologie, Molekularbiologie, Toxikologie und Chemie arbeiten, beschäftigen sich unter anderem mit dem Ab- und Umbau bestimmter Inhaltsstoffe aus pflanzlichen Nahrungsmitteln im menschlichen Darm. So
werden zum Beispiel Glucosinolate untersucht. Diese Stoffe kommen in allen Kohlgemüsen vor und werden folglich je nach Region und Jahreszeit in nicht unerheblichen Mengen durch den Menschen aufgenommen. Das Beispiel der Glucosinolate verdeutlicht nach Ansicht der Fachexperten, daß es wichtig ist, über die Wechselwirkung von Nährstoffen mit bestimmten Inhaltsstoffen von Lebensmitteln und deren Verstoffwechselung im Gastrointestinaltrakt mehr zu wissen. Jene Forschungsleistung führe zur besseren Beurteilung der ernährungsphysiologischen Bedeutung einzelner Lebensmittel.
Im Rahmen des Innovationskollegs kooperieren Wissen
scnannt Einzelbelege, wie etwa „Fuhnedeutsch“ oder„Pau
| ersch®, die zu keiner größeren
| wissenschaftlichen | stellte sich das Innovations
Gruppe zusammengefaßt werden können, machen insgesamt 18 Prozent aus.
Eine ausführliche Darstellung der Untersuchungsergebnisse mit vielen Karten und Diagrammen findet sich im Internet auf den www-Seiten des Instituts für Germanistik. Wer über einen Computer mit moderner Ausstattung verfügt(Sound-Karte und Lautsprecher), kann hier auch Hörproben einzelner brandenburgischer Mundarten abrufen: http://www.unipotsdam/u/germanistik/ Is_dia/umfrage/index.htm.
Christian Fischer, Institut für Germanistik
Förderung verlängert
Das Graduiertenkolleg „Ökonomie und Komplexität in der Sprache“ unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Eisenberg, Institut für Germanistik der Uni Potsdam, wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft weiter gefördert. PUTZ
Menschen, die durch Kriege oder Naturkatastrophen in Not geraten, brauchen unsere; N AS
4. GRENZEN
Für Menschen in Not. Weltweit. Seit 25 Jahren, Ärzte ohne Grenzen e.V. Adenaverallee 50, 53113 Bonn
Spendenkonto 97097 Sparkasse ben, BLZ 380 500 00
Im Innovationskolleg beschäftigen sich die Wissenschaftler mit Substanzen, die in allen Kohlgemüsen enthalten sind. Bei einer Erhebung wurde festgestellt, daß der Mensch täglich bis zu 40 mg Glucosinolat einnimmt, ein Stoff
der für den Stoffwechsel von Bedeutung ist.
schaftler der Universität Potsdam mit anderen Hochschulen im In- und Ausland. Anfang November 1998 fand zum Beispiel ein zweitägiger Workshop statt, bei dem Wissenschaftler anderer Universitäten und ausländische Referenten mit den Mitarbeitern des Kollegs den Stand der wissenschaftlichen Forschung diskutierten. Am im gleichen Monat veranstalteten Tag der Mathematisch-NaturFakultät
kolleg darüber hinaus einer
Foto: Fritze
breiten Öffentlichkeit vor. Die nun beginnende zweite Phase der Forschungsförderung dauert bis zum Ende des Jahres 2000. Neben der Sicherung weiterer Forschungstätigkeit bringen die nun gewährten Gelder auch den: Vorteil der Stärkung des 1992 ins Leben gerufenen Studiengangs Ernährungswissenschaft, verbunden mit der Fortsetzung qualifizierter Studentenausbildung. Dr. Wiltrud Groß/
Insa Schröder, Institut für Ernährungswissenschaft
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