Heft 
(1.1.2019) 03
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Wissenschaft aktuell

Wie sprechen die Brandenburger?

Studie zum Dialektgebrauch

Wie im gesamten deutschen Sprachraum ist auch in Bran­denburg die Zahl der Dia­lektsprecher in den letzten 100 Jahren stark zurückgegangen. Doch Reste der alten Mundar­ten sind heute noch vorhan­den. In einer landesweiten Er­hebung hat eine Forschungs­gruppe des Instituts für Germa­nistik der Universität Potsdam unter Leitung von Prof. Dr. Joa­chim Gessinger über 1.000 Per­sonen über ihren Sprachge­brauch befragt.

Die Umfrage sollte klären, inwie­fern die berlinische Umgangs­sprache in das Brandenburger Umland hineinreicht bzw. die Reste dieser märkischen Dialek­te verdrängt hat. Im Land Bran­denburg ist für die alltägliche

Kommunikation eine stark berli­nisch geprägte regionale Um­gangssprache besonders wichtig. Die verwendete Sprache hängt insbesondere mit der Situation, dem Alter, der Bildung und dem Sozialstatus der Sprecherinnen oder Sprecher zusammen. Vor allem die Jüngeren können als Träger des Berlinischen in Bran­denburg identifiziert werden. Plattdeutsch dagegen wird fast nur noch von der älteren Gene­ration auf dem Land in privaten Situationen verwendet. Die häu­figsten Bezeichnungen für bran­denburgische Dialekte sind Berlinisch,Berlinerisch(57 Prozent): und.Platt,Platt­deutsch(27 Prozent). Deutlich

seltener wirdBrandenburgisch

mit sieben Prozent und Um­gangssprache mit 1,2 Prozent

Finanzspritze für Forschung

Ernährungswissenschaftler setzen erfolgreiche Arbeit fort

Bereits seit Ende 1995 wird mit Unterstützung der Deutschen For­schungsgemeinschaft(DFG) zum ThemaMechanismen der ga­strointestinalen Bioaktivierung und-inaktivierung im Institut für Ernährungswissenschaft(IEW) der Universität Potsdam(UP) ge­forscht. Jetzt erhielt das entsprechende Innovationskolleg(INK) die Bewilligung einer Verlängerung.

Damit stellt die DFG nochmals knapp zwei Millionen DM zur Verfügung. Die erneute Förde­rung der beteiligten Wissen­schaftler kommt nicht von un­gefähr. Inzwischen haben von den insgesamt elf im Rahmen des INK geförderten Doktoran­den zwei ihre Promotion erfolg­reich beendet, zwei weitere ste­hen kurz vor Abgabe der Disser­tation. Die Mitarbeiter der neun Teilprojekte, die auf den Gebie­ten der Mikrobiologie, Bioche­mie, Lebensmittelchemie, Im­munologie, Molekularbiologie, Toxikologie und Chemie arbei­ten, beschäftigen sich unter an­derem mit dem Ab- und Um­bau bestimmter Inhaltsstoffe aus pflanzlichen Nahrungsmit­teln im menschlichen Darm. So

werden zum Beispiel Glucosi­nolate untersucht. Diese Stoffe kommen in allen Kohlgemüsen vor und werden folglich je nach Region und Jahreszeit in nicht unerheblichen Mengen durch den Menschen aufgenommen. Das Beispiel der Glucosinolate verdeutlicht nach Ansicht der Fachexperten, daß es wichtig ist, über die Wechselwirkung von Nährstoffen mit bestimmten Inhaltsstoffen von Lebensmit­teln und deren Verstoffwech­selung im Gastrointestinaltrakt mehr zu wissen. Jene For­schungsleistung führe zur besse­ren Beurteilung der ernäh­rungsphysiologischen Bedeu­tung einzelner Lebensmittel.

Im Rahmen des Innovations­kollegs kooperieren Wissen­

scnannt Einzelbelege, wie etwa Fuhnedeutsch oderPau­

| ersch®, die zu keiner größeren

| wissenschaftlichen | stellte sich das Innovations­

Gruppe zusammengefaßt wer­den können, machen insgesamt 18 Prozent aus.

Eine ausführliche Darstellung der Untersuchungsergebnisse mit vielen Karten und Diagram­men findet sich im Internet auf den www-Seiten des Instituts für Germanistik. Wer über einen Computer mit moderner Aus­stattung verfügt(Sound-Karte und Lautsprecher), kann hier auch Hörproben einzelner brandenburgischer Mundarten abrufen: http://www.uni­potsdam/u/germanistik/ Is_dia/umfrage/index.htm.

Christian Fischer, Institut für Germanistik

Förderung verlängert

Das Graduiertenkolleg Ökonomie und Komplexi­tät in der Sprache unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Eisenberg, Institut für Ger­manistik der Uni Potsdam, wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft weiter gefördert. PUTZ

Menschen, die durch Kriege oder Naturkatastrophen in Not geraten, brauchen unsere; N AS

4. GRENZEN

Für Menschen in Not. Weltweit. Seit 25 Jahren, Ärzte ohne Grenzen e.V. Adenaverallee 50, 53113 Bonn

Spendenkonto 97097 Sparkasse ben, BLZ 380 500 00

Im Innovationskolleg beschäftigen sich die Wissenschaftler mit Substanzen, die in allen Kohlgemüsen enthalten sind. Bei einer Erhebung wurde festge­stellt, daß der Mensch täglich bis zu 40 mg Glucosinolat einnimmt, ein Stoff

der für den Stoffwechsel von Bedeutung ist.

schaftler der Universität Pots­dam mit anderen Hochschulen im In- und Ausland. Anfang November 1998 fand zum Bei­spiel ein zweitägiger Workshop statt, bei dem Wissenschaftler anderer Universitäten und aus­ländische Referenten mit den Mitarbeitern des Kollegs den Stand der wissenschaftlichen Forschung diskutierten. Am im gleichen Monat veranstalteten Tag der Mathematisch-Natur­Fakultät

kolleg darüber hinaus einer

Foto: Fritze

breiten Öffentlichkeit vor. Die nun beginnende zweite Phase der Forschungsförderung dau­ert bis zum Ende des Jahres 2000. Neben der Sicherung weiterer Forschungstätigkeit bringen die nun gewährten Gelder auch den: Vorteil der Stärkung des 1992 ins Leben gerufenen Studiengangs Er­nährungswissenschaft, verbun­den mit der Fortsetzung quali­fizierter Studentenausbildung. Dr. Wiltrud Groß/

Insa Schröder, Institut für Ernährungswissenschaft

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