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(1.1.2019) 03
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Studiosi

Ängste und Hürden abbauen

Hilfe für in- und ausländische Studierende

Längst ist der Alltag im ReferentinnenRat(RefRa) der Uni eingezogen. Seine im Sep­tember gewählten Mitglieder besitzen klare Vorstellungen zu den von ihnen übernomme­nen Arbeitsgebieten. Auch im BereichSoziales ist das nicht anders. Christian Kappenberg, Susanne Jantz, Falk Richter und Carl Wechselberg haben sich viel vorgenommen.

Zunächst wollen sie gemeinsam eine Beratung zum Tarif- und Arbeitsrecht einrichten. Fragen dazu dürfte es genug geben, meinen die vier. Wissenslücken bestünden nach ihrer Ansicht insbesondere bei Rechten als Teilzeitkräfte, Regelungen für wissenschaftliche Hilfskräfte, Rentenversicherung, Steuern und ähnlichem. Ganz unvorbe­reitet läßt man sich auf das Vor­haben allerdings nicht ein. Ge­rade fand beispielsweise ein Treffen mit. Vertretern von Sozialreferaten anderer Hoch­schulen statt, bei dem vorhan­dene Erfahrungen ausgetauscht wurden. Vorgesehen ist sogar die Schaffung einer Bibliothek mit entsprechender Literatur und der Aufbau eines direkten Drahtes zu einzelnen Gewerk­schaften.Den Kommilitonen klar zu machen, daß sie auch Rechte haben, scheint mir wichtig, beschreibt Susanne Jantz das ihr am Herzen liegen­de Anliegen.

Ausländerfreundlichkeit leben

Ausländische Studierende be­fassen sich häufig mit Proble­men anderer Art. Ihnen zur Seite steht dabei das Akademi­sche Auslandsamt der Uni. Das betrachten die Kommili­tonen jedoch leider noch zu sehr als amtliche Kontrollin­stanz, schätzt Jantz ein.Die Ängste und Hürden in der Kommunikation müssen wir abbauen. Ein Mittel dazu sei der gerade eingerichtete Runde Tisch, der jedoch noch nicht in gewünschtem Maße genutzt würde. Dabei brennen den aus fernen Ländern kommenden

jungen Leuten oftmals schwie­rige Probleme unter den Nä­geln. In Vorbereitung befindet sich deshalb derzeit eine Um­frage, mit deren Hilfe man be­stehende Defizite genauer er­kennen will. Ihr Start ist für den Beginn des Sommerseme­sters 1999 vorgesehen. Die RefRa-Leute liebäugeln in die­sem Zusammenhang mit einer weiteren Idee: die der Grün­dung einer für ausländische

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ten des BAföG-Amtes, stellt er fest. Hilfe bietet er bei diffizilen Detailfragen. Fachrichtungs­wechsel, zusätzliche Förderun­gen, Erwerbstätigkeitsmöglich­keiten sind immer wiederkeh­rende Themen der Beratung. In den Gesprächen spielt neben Sachkunde insbesondere große Vertraulichkeit eine Rolle. Die nötige Erfahrung dafür bringt Wechselberg allemal mit. Schließlich widmet er sich seit

Den an der Uni befindlichen ausländischen Kommilitonen möchte sich der

RefRa in der Zukunft verstärkt widmen.

Studierende zuständigen Orga­nisation an der Uni. Der Plan kommt nicht von ungefähr, gibt es doch entsprechende Vorbilder. In Großbritannien etwa ist das dieInternational Students Society.Die küm­mert sich ganz hervorragend um ausländische Studierende, weiß auch Marcus Scharrer, der bereits auf der Insel studierte. Wenn wir hier ganz klein an­fangen, wäre das ein sicher wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Alles kopieren wol­le man dabei nicht, aber das Beste vielleicht übernehmen. Noch allerdings ist das wohl Zukunftsmusik.

Das BAföG und kein Ende

Für klare Fakten dagegen sorgt die BAföG-Situation. Carl Wechselberg weiß mittlerweile um die Hauptprobleme derjeni­gen, die bei ihm Rat suchen. Es gibt eine große Unwissen­heit der Betreffenden hinsicht­lich der Anforderungen von sei­

Foto:Fritze

längerem im ASTA der FU dem gleichen Problem. Gerade des­halb hält er auch mit Kritik am hiesigen BAföG-Amt nicht zu­rück.In Potsdam geht einfach weniger als in Berlin, so sein Urteil.Nicht immer wird bei­spielsweise der Ermessensspiel­raum zugunsten der Studieren­den voll ausgenutzt. Versuche, eine Angleichung der Verwal­tungspraxis hinzubekommen, seien bislang allesamt gescheitert. Trotzdem, wir bleiben dran, versichert er.

BAföG erhalten gegenwärtig etwa 15 Prozent der in den alten Bundesländern Studierenden, im Osten liegt der Anteil bei 20 bis 25 Prozent. Inzwischen wurde die 20. BAföG-Novelle vom Deutschen Bundestag verab­schiedet. P.G.

Die Sprechstunden der RefRa­Mitglieder für das kommende Sommersemester erfahren In­teressenten unter Tel. 0331/ 977-1225.

Wieder Wohnungsbörse

Die nun schon fast traditio­nelle Wohnungsbörse des ReferentInnenrates der Uni wird es auch im Sommerse­mester 1999 geben. Melden können sich dort nicht nur Wohnungsanbieter, sondern vor allem Studierende, die eine eigene Bleibe suchen. Nähere Auskünfte erhalten Interessenten unter Tel. 0331/977-1225 oder per Fax 0331/977-1795. PUTZ

Preis an 17jährigen

Nach nur einem Semester am Studienkolleg der Universität Potsdam bestand der erst 17jährige Erdene-Ochir Iu­guldur aus der Mongolei die Feststellungsprüfung und er­warb damit die Voraussetzun­

| gen; um an einer, deutschen

Universität ein Studium aufzu­nehmen. Der junge Mann er­hielt eine Auszeichnung, die das Akademische Auslandsamt alljährlich an die besten Absol­venten des Studienkollegs ver­leiht. Tuguldur hat in Ulan­Bator bereits zwei Semester Geophysik absolviert und möchte nun Informatik oder Physik studieren. PUTZ

BAföG-Erhöhung beschlossen

Daß BAföG-Empfänger künf­tig mehr Geld in ihren Ta­schen haben, ist nunmehr be­schlossen. Eine vom Bundes­tag kürzlich verabschiedete entsprechende Gesetzesnovel­le beinhaltet beispielsweise die Steigerung der Bedarfssätze umzwei: Prozent... Der Höchstfördersatz beträgt da­mit in den alten Bundeslän­dern 1030 DM, in den neuen Ländern 1020 DM. Fest'steht auch die: ‚Anhebung der Elternfreibeträge um sechs Prozent. Wann jedoch die Neuregelung in Kraft tritt, ist nach Angaben aus dem Stu­dentenwerk Potsdam noch nicht endgültig klar. PUTZ informiert weiter. PUTZ

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