PUTZ 3/99
Studiosi
Ängste und Hürden abbauen
Hilfe für in- und ausländische Studierende
Längst ist der Alltag im ReferentinnenRat(RefRa) der Uni eingezogen. Seine im September gewählten Mitglieder besitzen klare Vorstellungen zu den von ihnen übernommenen Arbeitsgebieten. Auch im Bereich„Soziales“ ist das nicht anders. Christian Kappenberg, Susanne Jantz, Falk Richter und Carl Wechselberg haben sich viel vorgenommen.
Zunächst wollen sie gemeinsam eine Beratung zum Tarif- und Arbeitsrecht einrichten. Fragen dazu dürfte es genug geben, meinen die vier. Wissenslücken bestünden nach ihrer Ansicht insbesondere bei Rechten als Teilzeitkräfte, Regelungen für wissenschaftliche Hilfskräfte, Rentenversicherung, Steuern und ähnlichem. Ganz unvorbereitet läßt man sich auf das Vorhaben allerdings nicht ein. Gerade fand beispielsweise ein Treffen mit. Vertretern von Sozialreferaten anderer Hochschulen statt, bei dem vorhandene Erfahrungen ausgetauscht wurden. Vorgesehen ist sogar die Schaffung einer Bibliothek mit entsprechender Literatur und der Aufbau eines direkten Drahtes zu einzelnen Gewerkschaften.„Den Kommilitonen klar zu machen, daß sie auch Rechte haben, scheint‘ mir wichtig“, beschreibt Susanne Jantz das ihr am Herzen liegende Anliegen.
Ausländerfreundlichkeit leben
Ausländische Studierende befassen sich häufig mit Problemen anderer Art. Ihnen zur Seite steht dabei das Akademische Auslandsamt der Uni. „Das betrachten die Kommilitonen jedoch leider noch zu sehr als amtliche Kontrollinstanz“, schätzt Jantz ein.„Die Ängste und Hürden in der Kommunikation müssen wir abbauen“. Ein Mittel dazu sei der gerade eingerichtete Runde Tisch, der jedoch noch nicht in gewünschtem Maße genutzt würde. Dabei brennen den aus fernen Ländern kommenden
jungen Leuten oftmals schwierige Probleme unter den Nägeln. In Vorbereitung befindet sich deshalb derzeit eine Umfrage, mit deren Hilfe man bestehende Defizite genauer erkennen will. Ihr Start ist für den Beginn des Sommersemesters 1999 vorgesehen. Die RefRa-Leute liebäugeln in diesem Zusammenhang mit einer weiteren Idee: die der Gründung einer für ausländische
FA
ten des BAföG-Amtes“, stellt er fest. Hilfe bietet er bei diffizilen Detailfragen. Fachrichtungswechsel, zusätzliche Förderungen, Erwerbstätigkeitsmöglichkeiten sind immer wiederkehrende Themen der Beratung. In den Gesprächen spielt neben Sachkunde insbesondere große Vertraulichkeit eine Rolle. Die nötige Erfahrung dafür bringt Wechselberg allemal mit. Schließlich widmet er sich seit
Den an der Uni befindlichen ausländischen Kommilitonen möchte sich der
RefRa in der Zukunft verstärkt widmen.
Studierende zuständigen Organisation an der Uni. Der Plan kommt nicht von ungefähr, gibt es doch entsprechende Vorbilder. In Großbritannien etwa ist das die„International Students Society“.„Die kümmert sich ganz hervorragend um ausländische Studierende“, weiß auch Marcus Scharrer, der bereits auf der Insel studierte. „Wenn wir hier ganz klein anfangen, wäre das ein sicher wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“ Alles kopieren wolle man dabei nicht, aber das Beste vielleicht übernehmen. Noch allerdings ist das wohl Zukunftsmusik.
Das BAföG und kein Ende
Für klare Fakten dagegen sorgt die BAföG-Situation. Carl Wechselberg weiß mittlerweile um die Hauptprobleme derjenigen, die bei ihm Rat suchen. „Es gibt eine große Unwissenheit der Betreffenden hinsichtlich der Anforderungen von sei
Foto:Fritze
längerem im ASTA der FU dem gleichen Problem. Gerade deshalb hält er auch mit Kritik am hiesigen BAföG-Amt nicht zurück.„In Potsdam geht einfach weniger als in Berlin“, so sein Urteil.„Nicht immer wird beispielsweise der Ermessensspielraum zugunsten der Studierenden voll ausgenutzt.“ Versuche, eine Angleichung der Verwaltungspraxis hinzubekommen, seien bislang allesamt gescheitert. „Trotzdem, wir bleiben dran“, versichert er.
BAföG erhalten gegenwärtig etwa 15 Prozent der in den alten Bundesländern Studierenden, im Osten liegt der Anteil bei 20 bis 25 Prozent. Inzwischen wurde die 20. BAföG-Novelle vom Deutschen Bundestag verabschiedet. P.G.
Die Sprechstunden der RefRaMitglieder für das kommende Sommersemester erfahren Interessenten unter Tel. 0331/ 977-1225.
Wieder Wohnungsbörse
Die nun schon fast traditionelle Wohnungsbörse des ReferentInnenrates der Uni wird es auch im Sommersemester 1999 geben. Melden können sich dort nicht nur Wohnungsanbieter, sondern vor allem Studierende, die eine eigene Bleibe suchen. Nähere Auskünfte erhalten Interessenten unter Tel. 0331/977-1225 oder per Fax 0331/977-1795. PUTZ
Preis an 17jährigen
Nach nur einem Semester am Studienkolleg der Universität Potsdam bestand der erst 17jährige Erdene-Ochir Iuguldur aus der Mongolei die Feststellungsprüfung und erwarb damit die Voraussetzun
| gen; um an einer, deutschen
Universität ein Studium aufzunehmen. Der junge Mann erhielt eine Auszeichnung, die das Akademische Auslandsamt alljährlich an die besten Absolventen des Studienkollegs verleiht. Tuguldur hat in UlanBator bereits zwei Semester Geophysik absolviert und möchte nun Informatik oder Physik studieren. PUTZ
BAföG-Erhöhung beschlossen
Daß BAföG-Empfänger künftig mehr Geld in ihren Taschen haben, ist nunmehr beschlossen. Eine vom Bundestag kürzlich verabschiedete entsprechende Gesetzesnovelle beinhaltet beispielsweise die Steigerung der Bedarfssätze um”‘zwei: Prozent... Der Höchstfördersatz beträgt damit in den alten Bundesländern 1030 DM, in den neuen Ländern 1020 DM. Fest’'steht auch‘ die: ‚Anhebung der Elternfreibeträge um sechs Prozent. Wann jedoch die Neuregelung in Kraft tritt, ist nach Angaben aus dem Studentenwerk Potsdam noch nicht endgültig klar. PUTZ informiert weiter. PUTZ
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