PUTZ 4/99
Campus
Bislang nur ein Prorektor
Prof. Dr. Jürgen Kurths zum Prorektor gewählt
Es war voraussichtlich die allerletzte Sitzung des Konzils, denn nach dem nun verabschiedeten Brandenburgischen Hochschulgesetz wird es dieses Gremium nicht mehr geben. Doch die letzte Sitzung hatte es in sich, sollten doch die drei neuen Prorektoren für eine Amtszeit vom 1. Oktober 1999 bis zum 31. Dezember 2000 gewählt werden. Für die Wahl war für alle drei Kandidaten die absolute Mehrheit, also 30 der 59 Konzilsstimmen notwendig. Bei nur 44 anwesenden Stimmenberechtigten fiel die Wahl für zwei der Kandidaten allerdings negativ aus.
Als am 22. April 1999 Prof. Dr. Wolfgang Loschelder vom Konzil mit großer Mehrheit für eine weitere Amtszeit zum Rektor der Universität gewählt wurde,
hatte er sich bereits über seine Wunschkandidaten für die Prorektorenämter geäußert: die Slavistin Prof. Dr. Herta Schmid; der Physiker Prof. Dr. Jürgen Kurths und der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Rode. Das Konzil folgte dem Rektorwunsch jedoch nur bei einem der Kandidaten, dem künftigen Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Prof. Dr. Jürgen Kurths. Jürgen Kurths erhielt 32 Ja-Stimmen und acht Nein-Stimmen, vier Konzilsmitglieder enthielten sich.
Erstaunen dagegen spiegelte sich bei einer Vielzahl der
Wolfgang Loschelder zum Rektor wiedergewählt
Spannend wurde es dann doch bei der Rektorwahl am 22. April 1999. Zwei Kandidaten bewarben sich für dieses Amt: der amtierende Rektor, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder(2.v.r.), und der Historiker und Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam, Prof. Dr. Julius H. Schoeps (3.v.1.). Die Mitglieder des Kozils entschieden sich dafür, Wolfgang Loschelder im Amt zu bestätigen. Der Jurist erhielt von den insgesamt 59 Konzilsmitgliedern bereits im ersten Wahlgang 45 Stimmen. (Von den 54 anwesenden Gremienmitgliedern enthielten sich zwei der Stimme.) Der unterlegene Kandidat konnte sieben Stimmen für sich verbuchen. Die Amtszeit beginnt nach dem gerade beschlossenen Brandenburgischen Hochschulgesetz am 1. Oktober 1999 und endet am 31. Dezember 2000.
Jürgen Kurths
Geburt 1953 in Arendsee/Altmark 1971 bis 1975 Studium der Mathematik an der Universität Rostock
1983 Promotion
1991 Habilitation
1975 bis 1983 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für solarterrestrische Physik der Akademie der Wissenschaften
1984 bis 1990 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Astrophysik der Akademie der Wissenschaften
1990 bis 1991 Projektleiter am Zentralinstitut für Astrophysik 1991 Berufung zum Leiter der neu gegründeten Arbeitsgruppe „Nichtlineare Dynamik“ der MaxPlanck-Gesellschaft
seit 1992 Leiter dieser Arbeitsgruppe an der Universität Potsdam seit 1994 Direktor des Interdisziplinären Zentrums für Nichtlineare Dynamik an der Universität Potsdam
seit 1994 Professor für Theoretische Physik/Nichtlineare Dynamik an der Universität Potsdam seit 1996 Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Potsdam
Konzilsmitglieder nach der*
Abwahl des Sportwissenschaftlers Prof. Dr. Jürgen Rode wider. Er verfehlte mit 26 JaStimmen, 16 Nein-Stimmen, bei zwei Enthaltungen nur knapp die absolute Mehrheit. Die Slavisten Prof. Dr. Herta Schmid von der Philosophischen Fakultät I dagegen wurde mit sieben Ja-Stimmen, 31 Nein-Stimmen und sechs Enthaltungen vom Konzil klar abgewählt.
Bis zum Beginn der regulären Amtszeit am 1. Oktober diesen Jahres wird es zu einer neuen Wahl der weiteren Prorektoren bzw. der Vizepräsidenten kommen müssen. Derzeit behält es sich die Universität vor zu prüfen, wie das Wahlverfahren fortgesetzt wird, da das neue Brandenburgische Hochschulgesetz Anfang Juni in Kraft tritt.
Programmatik im Bereich der Forschung
Der gewählte Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs ist der derzeitige Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät,
B.E./Fotos: Fritze
Prof. Dr. Jürgen Kurths. In dem Prorektorenamt will sich Kurths für die weitere Stärkung der inter- und transdiziplinären Forschung und Lehre in enger Wechselwirkung mit den außeruniversitären Forschungsinstitutionen der Region einsetzen.
In diesen, insbesondere von der
Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät seit der Unigründung eingeschlagenen Weg sollen aber stärker als bisher auch die anderen vier Fakultäten einbezogen werden.
Der künftige Prorektor für Forschung sieht einen weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit in der Intensivierung der internationalen Ausrichtung der Universität. So will er sich für die Einrichtung internationaler Master- und Graduate-Studiengänge einsetzen und die Kooperation mit Spitzenuniversitäten in Ost und West vorantreiben. Auch die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses liegt Jürgen Kurths am Herzen. Er will sich um die Einrichtung von Habi
litationsstipendien bemühen, die insbesondere junge Wissenschaftlerinnen berufungsfähig machen sollen. Weiterhin sollen über eine stärkere Verbindung zu brandenburgischen Gymnasien und Gesamtschulen schon früh hochbegabte Schüler erkannt und besser gefördert werden.
Und nicht zuletzt will sich Jürgen Kurths für die Gleichstellung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einsetzen, was auch bedeutet: gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort! gl
Wir geben Menschen eine Überlebenschance, die unverschuldet durch Kriege oder Naturkatastrophen in Not geraten.
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