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INFORMATIONSTAG CDU und PDS stimmten dagegen
Die Universität Potsdam öffnet am 28. Mai 1999 wieder ihre- Türen für Studieninteressierte. Dann findet der schon zur Tradition gewordene Hochschulinformationstag statt. Alle Fächer stellen sich an diesem Tag in der Zeit von 9.00 bis 15.00 Uhr im UniKomplex Am Neuen Palais vor. An den Ständen in den Foyerräumen des Hauses 8 informieren Uni-Mitarbeiter über das kulturelle, sportliche und Sprachenangebot sowie Möglichkeiten von Auslandsaufenthalten und des Erwerbs von PC-Kenntnissen. Außerdem erteilen Studienberater aller brandenburgischen Hochschulen Auskünfte über ihre Einrichtungen. Mitarbeiter des Studentenwerkes beantworten Fragen zum BAföG, zum Wohnen und zu anderen sozialen Bereichen. Die Info-Stände sind in der Zeit von 10.00 bis 14.00 Uhr geöffnet.
Weitere Informationen erteilt die Zentrale Studienberatung der Uni telefonisch unter 0331/977-1715 oder sind abrufbar unter http://www. uni-potsdam.de. PUTZ
Schnupperstudium
Alle Abiturientinnen und Abiturienten, die sich noch nicht endgültig über ihren Studienwunsch klar sind, können noch bis zum 2. Juli an der Universität Potsdam an ausgewählten Lehrveranstaltungen der fünf Fakultäten teilnehmen. Auch Schülerinnen und Schüler der 11. und 12. Klassen sind eingeladen, Uni-Luft zu schnuppern, Studium live zu erleben, um den Studienalltag kennenzulernen und den eigenen Studienwunsch zu prüfen. Das Programm zum„Schnupperstudium“ wurde an alle Schulen mit gymnasialer Oberstufe in Berlin und Brandenburg verschickt, kann jedoch auch von der Zentralen Studienberatung der Universität, Tel. 0331/977-1715;, angefordert werden. PUTZ
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Nach einer zweieinhalbjährigen, oft kontrovers geführten Diskussion verabschiedete der Landtag am 5. Mai 1999 das neue Brandenburgische Hochschulgesetz. Gegen die Stimmen der Opposition von PDS und CDU votierte die SPD-Fraktion für die Novellierung des jetzt gültigen Gesetzes. Es soll voraussichtlich im Juni in Kraft treten.
Minister Steffen Reiche vertrat in seiner Rede vor dem Landtag die Auffassung, daß das Gesetz die Hochschulen für das 21. Jahrhundert fit machen würde. Die Hochschule, so Reiche, müsse selbständig und erwachsen
neue
werden.„Sie darf sich nicht mehr als ein Bündel von Prodie forschen und lehren, sondern muß sich begreifen als Kör
fessoren verstehen,
perschaft mit einem Bildungsauftrag, den sie auch erfüllen muß, wenn sie bei der leistungsorientierten Mittelzuweisung nicht den Kürzeren ziehen will.“ Deshalb halte er es für wichtig, daß die Präsidenten und Dekane mehr Einfluß auf das berufliche Verhalten der Hochschullehrer bekommen als gegenwärtig.
Die PDS bezeichnete das Gesetz dagegen als„Antihochschulgesetz“, weil die Hochschulautonomie nicht gestärkt, sondern geschwächt würde. CDU-Vertreter kriti
Studierende der Universität Potsdam demonstrierten gegen die Verabschiedung des Gesetzes, sie warfen auf einer symbolischen Trauerfeier unterhalb des Landtagsgebäudes Minister Steffen Reiche vor, das freie Studium durch
das Hochschulgesetz ermordet zu haben.
Foto: Gisela Buchwald
sierten, daß bei der Besetzung des Landeshochschulrates Hochschulen und Parlament unberücksichtigt blieben. Dieser Rat besteht aus zehn Personen, der alle Hochschulen und die Landesregierung beraten soll.
Breiten Widerstand gegen das Gesetz gab es im Vorfeld der Landtagsentscheidung aus einer Vielzahl von Gremien der Brandenburgischen Hochschulen. So hatten sich Rektor, Senat und Konzil der Universität gegen den Gesetzentwurf ausgesprochen. Der Fakultätsrat der Juristischen Fakultät der Uni Potsdam hat bereits vor der Landtagsentscheidung juristische Schritte gegen das Gesetz angekündigt(siehe S. 5). B.E.
Frauenförderung per Gesetz
Die Frauenförderung in der brandenburgischen Wissenschaft wird gesetzlich verankert. Eine entsprechende Erklärung zum neuen Landeshochschulgesetz unterzeichneten der Wissenschaftsminister, Steffen Reiche, und die Sprecherin der Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten, Monika Stein, am 3. Mai 1999. Über die Umsetzung des Grundsatzes der Gleichstellung von Mann und Frau hinaus solle damit der Wissenschaft ein noch nicht ausreichend genutztes Kreativitätspotential eröffnet werden.
Im Land betrug 1998 der Anteil der Studentinnen an den Gesamtstudierenden 51,1 Prozent. Beim wissenschaftlichen Personal lag diese Quote bei 28,2 Prozent. Nur 13,5 Prozent der Professoren sind Frauen.
Der Hochschulentwicklungsplan des Landes Brandenburg von 1997. fordert aber, ein Viertel der Professuren‘ an Frauen zu vergeben. Mehr Infos sind zu erhalten bei Monika Stein, Tel. 0331/9771211. PUTZ