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Studiosi
Diplomat kein Traumberuf Gutes Abschneiden Jura-Studenten in Brüssel
Die Wahlfachgruppenausbildung bietet Juristen eine Möglichkeit der Spezialisierung im Hinblick auf ihren späteren Beruf. Studienfahrten sind dabei willkommene Abwechslungen in der theoretischen Ausbildung und bieten einen aufschlußreichen Einblick in die Arbeit im Völker- und Europarecht tätiger Juristen.
Jura-Studenten aus Potsdam schnupperten„Praxisluft“ in Brüssel; zwischen
schaft, der ständigen Vertretung des Landes Brandenburg bei der EU und des Brüsseler Büros einer international arbeitenden Anwaltssozietät.
Der Besuch bei der Kommission stand unter dem Zeichen der Erweiterung und der institutionellen Reform der Europäischen Union. Drei Berichte, unter anderem einer des Leiters
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durch war auch Zeit für einen Stadtbummel. Foto: Dr. Andreas Haratsch
In den vergangenen Jahren waren Europäische und Internationale Organisationen, wie der Europäische Gerichtshof in Luxemburg, das Europäische Parlament in Straßburg oder der Internationale Gerichtshof der Vereinten Nationen in Den Haag, Ziele studentischer Exkursionen.
Im Mai dieses Jahres nun besuchten Studierende der Wahlfachgruppe Völker- und Europarecht der Juristischen Fakultät unter Leitung von Prof. Dr. Eckart Klein die belgische Hauptstadt Brüssel. Brüssel ist die für EU-Mitgliedstaaten wichtigste Stadt in Europa. Hier haben unter anderem die Europäische Kommission, der Europarat, die Westeuropäische Union und eine Vielzahl ständiger Vertretungen von verschiedenen Organisationen aus Politik und Wirtschaft ihren Sitz. Die Potsdamer Studenten waren in Brüssel Gäste der Kommission, der deutschen bilateralen Bot
des Juristischen Dienstes, Prof. Allan Rosas, verhalfen zu einem besseren Verständnis der praktischen Arbeit der Kommission. Der Besuch bei der Botschaft und das Gespräch mit dem Handelsattache machten deutlich, daß der Dienst als Diplomat nicht der von so vielen angestrebte Traumberuf ist. Beim Treffen mit dem Leiter der ständigen Vertretung des Landes Brandenburg bei der EU, Wolfgang Balint, erfuhren die angehenden Juristen von der vor allem für das Land Brandenburg wichtigen Arbeit der Mitarbeiter des Verbindungsbüros. Sie stellen wirtschaftliche und politische Kontakte her, organisieren Fördergelder und steigern den Bekanntheitsgrad der Region Brandenburg in Europa. Die Studenten erhielten auch Einblicke in die Tätigkeit einer auf europäisches Wirtschaftsrecht spezialisierten Kanzlei.
Jan Thiele, Jura-Student
Bei den diesjährigen Deutschen Hochschulmeisterschaften im Schwimmen vom 4. bis 6. Juni ’99 in Darmstadt konnte das siebenköpfige Team der Universität Potsdam unter den knapp 60 teilnehmenden Hochschulen einen beachtlichen 8. Platz in der Mannschaftswertung erringen.
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Adressreader
Zum 13. Mal liegt ein Reader mit Anschriften der studentischen Vertretungen, der deutschen Hochschulen sowie aus den Bereichen Medien, Europa und Politische Gruppen vor— rund 2000 Adressen. Dazu Telefon-, Fax-, E-Mail- und Internet-Anschlüsse und Namen von Kontaktpersonen. Nähere Auskünfte und Bestellungen bei der AG Adressreader, AStA Uni Hannover, Telefon 0511762 5061: PUTZ
Studentenfernsehen
Einige Studierende Berliner Hochschulen haben das Berliner Studentenfernsehen STOFF gegründet. Seit dem 16. Juni 1999 sollen zweimal monatlich, jeweils mittwochs, im Offenen Kanal Berlin von 19.00 bis 20.00 Uhr Themen zu Wohngemeinschaften oder studentischem Leben live im Fernsehen zu sehen sein. Wer mitmachen will, bekommt Informationen unter Tel. 0350/9165996 As!
Praktikanten gesucht
Für die Mitarbeit beim vom 08. bis 11. Juli dieses Jahres stattfindenden FilmFest Potsdam werden ab Mitte/Ende Juni Praktikantinnen und Praktikanten gesucht. Wer Interesse hat, wende sich an Ventura Film, Rosenthalerstr. 38, 10178 Berlin. Nähere Informationen gibt es auch unter Tel. 030 28365350. PUTZ
Mehr Integration nötig Deutschland noch nicht attraktiv
„Der Studienort Deutschland wird erst dann attraktiver, wenn die finanzielle Lage ausländischer Studierender verbessert und ihre Integration stärker gefördert wird“, urteilte Dieter Schäferbarthold, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerkes(DSW), kürzlich kritisch. Zu dieser Erkenntnis zwinge eine Sondererhebung im Rahmen der 15. Sozialerhebung des DSW.
Danach bewältigen ausländische Studierende aus Industrieländern in fast allen Bereichen ihren Aufenthalt in Deutschland leichter als die Kommilitonen aus Entwicklungsländern. Zu den am häufigsten auftretenden Schwierigkeiten zählen Visaangelegenheiten, Probleme bei der Erlangung der Aufenthaltsgenehmigung sowie einer Arbeitserlaubnis. Größte Hürde ist jedoch nach wie vor die Finanzierung des Studiums. Bei allen sogenannten Bildungsausländern spielt der Anteil des Stipendiums mit nur 17 Prozent die geringste Rolle. Die Eltern tragen 22 Prozent zum Budget bei, der Anteil durch eigenen
Verdienst beträgt dagegen 36 Prozent. Bei den aus Entwicklungsländern stammenden Studierenden liegt der Anteil aus eigenem Verdienst sogar bei 42 Prozent.
Insbesondere die Mietkosten stellen einen wesentlichen Faktor im Finanz-Haushalt dar. Deshalb bevorzugen viele junge Leute die Wohnangebote der Studentenwerke. Durchschnittlich kostet hier ein Zimmer 288 Mark pro Monat. Die Studentenwerke reagieren auf die Nachfrage mit einem besonderen Service: seit 1997 besteht die Offerte; bereits vom Heimatort aus die künftige Bleibe und eine Anfangsbetreuung zu buchen. Diese Möglichkeit richtet sich vor allem an diejenigen Studierenden, die auf Eigeninitiative nach Deutschland kommen.
Noch allerdings reichen die vorhandenen Rahmenbedingungen offensichtlich nicht aus. Laut Schäferbarthold habe die Studie ergeben, daß„mehr als die Hälfte der ausländischen Studierenden ein anderes Land bevorzugt hätte, wenn sie die freie Wahl gehabt hätten“. PUTZ
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