Heft 
(1.1.2019) 05
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Studiosi

PUTZ 5/99

Ein Ort nicht nur für Hardliner

Bohne will weg vom Schmuddelimage

seiten der Uni. Eines aber kann auch die vermutlich nicht: die muffige Luft im Kellergang des

Wir wollen bei der Stange bleiben, versichert Isolde Pfaff. Die Studentin der Ger­manistik und Romanistik hat sich dafür entschieden, nicht| aufzugeben. Und das, obwohl die GolmerBohne gegen-| wärtig mit Schwierigkeiten zu| kämpfen hat.

Hauses sieben ganz beseitigen.| Das Dilemma zeigt Wirkung.| Immer mehr Stühle bleiben| abends frei.Früher war die| Bohne besser besucht, resü-| miert Pfaff., Es habe Mühe| gekostet, einen Sitzplatz zu be-. A kommen. Sie und ihre insge­samt fünf Mitstreiter wollen jetzt zumindest versuchen, je­nen Zulauf wieder zu erlangen. Geplante Skat- und Billiard­

Hauptproblem sind die fehlen­den sanitären Anlagen.Eine

Modernisierung wäre dringend oder Biertagen, dürften zudem nötig, konstatiert Pfaff. Der­zeit allerdings gäbe es keine konkreten Pläne, die Situation zu ändern. Man hoffe jedoch weiter auf Unterstützung von

Studierende gegen Tangente Straße mitten durch Erholungsgebiete

ansprechen.Alles ist sehr bil­lig, schwört die Studentin. Ein Bier koste immerhin lediglich 1,50 DM. Wer sich selbst ein Bild von der Arbeit der sechs

..>| turniere sollen dabei helfen.| Die Preise für kleine Snacks|

1 und Getränke, zumal an Wein-|

Das Golmer Luch ist gegenwär­tig nicht nur ein Landschafts­| schutzgebiet, sondern | Trinkwassereservoir. Im Winter

Was, hier soll eine vierspu-| Die neue Straße führt durch den rige Straße gebaut wer­den?, fragt ein Student schockiert. Auf der Infor­mationsveranstaltung der Studentischen Initiative ge-| gen die Tangente(SIT) im Mai dieses Jahres haben vie-| le Anwohner zum ersten Mal von den Straßen­bauplänen des Landes Bran­denburg erfahren: Parallel| zur A10 soll eine vierspuri­ge Straße die Bundesstraßen Bl, B2 und B273 verbin­

Schlangenbruch und das Golmer Luch, dröhnt am Campus Golm

auch vorbei und weiter durch den Wildpark und das Moosfenn. Die idyllische und einzigartige Kulturlandschaft von Potsdam wird dadurch Wenn überall eine große Straße

müssen jedoch auf Straßen die­ser Größenordnung Tausalze eingesetzt werden, welche dann unvermeidlich ins Grundwasser sickern. Dazu kommen Wasser­belastungen durch Öle, Brems­flüssigkeiten und Unfälle von Gefahrguttransporten.

zerschnitten.

zu hören ist, kann man sich nicht mehr richtig erholen, meint Felix Schneider, Geoökologie­

Aus gutem Grund wurde die Autobahn A10 damals weitläu­fig um Potsdam herumgeführt.

student und Mitbegründer der Initiative. Die Folge: Noch mehr Verkehr, weil die Erholungssu­

den.| chenden weiter raus fahren. So blieb die berühmte Kultur­statt Fahrtand(3(74 Netzver- Co 5 A f kmüpfun| lienicke erlin- CD{| 31, 52, B278- EN|

Nedlitz

Autobahnen, Bornim.

Nuthestraße|

Bundesstraßen, Hauptstraßen

den NZ Verknüpfung;| B1, 82, B273| RE Stahris:|

Südbogen dorf

- Straßenausbau

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Nur wenige Oasen bieten sich den Studierenden in Golm. Vielleicht finden einige von ihnen in Zukunft wieder häufiger den Weg in dieBohne.

Foto: Fritze

Idealisten verschaffen möchte, kann dies montags bis donners­tags ab 21.00 Uhr tun. Gegen 02.00 beziehungsweise 03.00 Uhr, je nach Betrieb, wird die Bohne geschlossen. P.G.

landschaft Potsdams erhalten. Die geplante Straße zieht dage­gen einen engen Halbbogen um Potsdam und macht so dem ursprünglichen Schutzgedan­ken einen Strich. durch die Rechnung. Die Verkehrsplaner vom Stadtplanungsamt haben sich dadurch eine Entlastung der Innenstadt von maximal sechs Prozent ausgerechnet. Ob dies realistisch ist, sei dahin­gestellt. Wie die Erfahrung zeigt, wächst der Verkehr mit jeder weiteren Straße an.Es ist kurzsichtig, für so eine geringe Entlastung soviel Geld zu inve­stieren, findet Felix Schneider. Denn dauerhafte Arbeitsplätze entstehen nicht im Straßenbau als vielmehr im öffentlichen Nahverkehr. Manchmal kann Geld eben auch ein Fluch sein: 300 Millionen Mark stehen zur Verfügung, und zwar nur für den Bau dieser Straße. ar

Wer mehr wissen will, kann sich an STT@rz.uni-potsdam. de wenden. Außerdem enga­gieren sich Mitglieder des Bunds für Umwelt und Na­turschutz(BUND) und von Bündnis 90/Die Grünen ge­gen die geplante Verbindungs­straße. Am 3. Juli findet eine große Fahrradfahrt statt, Treffpunkt vor der Nikolai­kirche, 10.00 Uhr.