Studiosi
PUTZ 5/99
Ein Ort nicht nur für Hardliner
„Bohne” will weg vom Schmuddelimage
seiten der Uni. Eines aber kann auch die vermutlich nicht: die muffige Luft im Kellergang des
„Wir wollen bei der Stange bleiben“, versichert Isolde Pfaff. Die Studentin der Germanistik und Romanistik hat sich dafür entschieden, nicht| aufzugeben. Und das, obwohl die Golmer„Bohne“ gegen-| wärtig mit Schwierigkeiten zu| kämpfen hat.
Hauses sieben ganz beseitigen.| Das Dilemma zeigt Wirkung.| Immer mehr Stühle bleiben| abends frei.„Früher war die| ‘Bohne’ besser besucht“, resü-| miert Pfaff.„, Es habe Mühe| gekostet, einen Sitzplatz zu be-. A kommen. Sie und ihre insgesamt fünf Mitstreiter wollen jetzt zumindest versuchen, jenen Zulauf wieder zu erlangen. Geplante Skat- und Billiard
Hauptproblem sind die fehlenden sanitären Anlagen.„Eine
Modernisierung wäre dringend oder Biertagen, dürften zudem nötig“, konstatiert Pfaff. Derzeit allerdings gäbe es keine konkreten Pläne, die Situation zu ändern. Man hoffe jedoch weiter auf Unterstützung von
Studierende gegen Tangente Straße mitten durch Erholungsgebiete
ansprechen.„Alles ist sehr billig“, schwört die Studentin. Ein Bier koste immerhin lediglich 1,50 DM. Wer sich selbst ein Bild von der Arbeit der sechs
..>| turniere sollen dabei helfen.| Die Preise für kleine Snacks|
1 und Getränke, zumal an Wein-|
Das Golmer Luch ist gegenwärtig nicht nur ein Landschafts| schutzgebiet, sondern | Trinkwassereservoir. Im Winter
„Was, hier soll eine vierspu-| Die neue Straße führt durch den rige Straße gebaut werden?“, fragt ein Student schockiert. Auf der Informationsveranstaltung der Studentischen Initiative ge-| gen die Tangente(SIT) im Mai dieses Jahres haben vie-| le Anwohner zum ersten Mal von den Straßenbauplänen des Landes Brandenburg erfahren: Parallel| zur A10 soll eine vierspurige Straße die Bundesstraßen Bl, B2 und B273 verbin
Schlangenbruch und das Golmer Luch, dröhnt am Campus Golm
auch vorbei und weiter durch den Wildpark und das Moosfenn. Die idyllische und einzigartige Kulturlandschaft von Potsdam wird dadurch „Wenn überall eine große Straße
müssen jedoch auf Straßen dieser Größenordnung Tausalze eingesetzt werden, welche dann unvermeidlich ins Grundwasser sickern. Dazu kommen Wasserbelastungen durch Öle, Bremsflüssigkeiten und Unfälle von Gefahrguttransporten.
zerschnitten.
zu hören ist, kann man sich nicht mehr richtig erholen“, meint Felix Schneider, Geoökologie
Aus gutem Grund wurde die Autobahn A10 damals weitläufig um Potsdam herumgeführt.
student und Mitbegründer der Initiative. Die Folge: Noch mehr Verkehr, weil die Erholungssu
den.| chenden weiter raus fahren. So blieb die berühmte Kulturstatt Fahrtand(3(74 Netzver- Co 5 A f kmüpfun| lienicke erlin- CD{| 31, 52, B278- EN|
Nedlitz
— Autobahnen, Bornim.
Nuthestraße|
Bundesstraßen, Hauptstraßen
den NZ Verknüpfung;| B1, 82, B273| RE Stahris:|
—— Südbogen dorf
-—— Straßenausbau
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Nur wenige Oasen bieten sich den Studierenden in Golm. Vielleicht finden einige von ihnen in Zukunft wieder häufiger den Weg in die„Bohne“.
Foto: Fritze
Idealisten verschaffen möchte, kann dies montags bis donnerstags ab 21.00 Uhr tun. Gegen 02.00 beziehungsweise 03.00 Uhr, je nach Betrieb, wird die „Bohne“ geschlossen. P.G.
landschaft Potsdams erhalten. Die geplante Straße zieht dagegen einen engen Halbbogen um Potsdam und macht so dem ursprünglichen Schutzgedanken einen‘ Strich. durch die Rechnung. Die Verkehrsplaner vom Stadtplanungsamt haben sich dadurch eine Entlastung der Innenstadt von maximal sechs Prozent ausgerechnet. Ob dies realistisch ist, sei dahingestellt. Wie die Erfahrung zeigt, wächst der Verkehr mit jeder weiteren Straße an.„Es ist kurzsichtig, für so eine geringe Entlastung soviel Geld zu investieren“, findet Felix Schneider. Denn dauerhafte Arbeitsplätze entstehen nicht im Straßenbau als vielmehr im öffentlichen Nahverkehr. Manchmal kann Geld eben auch ein Fluch sein: 300 Millionen Mark stehen zur Verfügung, und zwar nur für den Bau dieser Straße. ar
Wer mehr wissen will, kann sich an STT@rz.uni-potsdam. de wenden. Außerdem engagieren sich Mitglieder des Bunds für Umwelt und Naturschutz(BUND) und von Bündnis 90/Die Grünen gegen die geplante Verbindungsstraße. Am 3. Juli findet eine große Fahrradfahrt statt, Treffpunkt vor der Nikolaikirche, 10.00 Uhr.