Heft 
(1.1.2019) 06
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PUTZ 6/99

Mit der Bibliotheksdirek­

torin Barbara Schneider­Eßlinger sprach PUTZ­Redakteurin Dr. Antonia Rötger.

PUTZ: Ist die virtuelle Bi­bliothek ein völlig neues Konzept einer Bibliothek oder eher eine Ergänzung?

Schneider-Eßlinger: In je­dem Fall eine Ergänzung, jedoch eine, deren Bedeu­tung stetig steigen wird.

PUTZ: Wird es in zehn Jah­ren überflüssig, zum Stöbern eine Bibliothek aufzusuchen?

Schneider-Eßlinger: Nein, es wird nicht überflüssig sein, aber der Benutzer wird den Besuch gezielter vorbe­reiten können.

PUTZ: Werden Zeitschrif­ten aus Papier möglicher­weise aus Kostengründen verschwinden?

Schneider-Eßlinger: Bei Fachzeitschriften kann ich mir am ehesten die papier­lose Zukunftsvariante vor­stellen, die Entwicklung auf diesem Sektor ist ja außeror­dentlich dynamisch.

PUTZ: Welche Probleme mit der Archivierung könn­ten durch die neuen elektro­nischen Speichermedien ent­stehen?

Schneider-Eßlinger: Die Archivierung ist tatsächlich der Schwachpunkt dieser Entwicklung. Verläßliche Aussagen zur Haltbarkeit yon Papier gibt es, bei der CD-Rom wird es schon schwieriger und für reine Netzpublikationen sind die­se Fragen noch ungelöst.

PUTZ: Was lesen Sie gera­de selbst?

Schneider-Eßlinger: Ich lese gerade von Alain de Bottom das Buch:Wie Proust ihr Leben verändern kann Eine Anleitung. Das mit der Anleitung finde ich sehr witzig. Darauf gekom­men bin ich durch eine Buchrezension.

PUTZ: Vielen Dank für das Gespräch.

Der Wissenschaftspark Golm ist für den Wissenschafts- und Forschungs­

standort Brandenburg die Chance auf neue Arbeitsplätze in Zukunfts­

bereichen.

Foto: Fritze

Max-Planck zieht ein

Einweihung der Institute in Golm

Brandenburgs Denkfabrik der Zukunft, der Wissen­schaftspark Golm, tritt in die Phase der Vollendung. Am 17. Juni 1999 feierte die Max-Planck-Gesellschaft Einweihung für den Neubau seiner drei Institute in Golm. Das Institut für Gravita­tionsphysik(Albert-Einstein­Institut), das Max-Planck­Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung und das Max-Planck-Institut für Pflanzenphysiologie ziehen aus ihren bisherigen Insti­tutsgebäuden in Potsdam, Teltow und Golm in die ins­gesamt 142 Millionen Mark teuren Neubauten ein.

Der Bau bietet Forschungs­labore Büroflächen, Gewächs­häusern, Werkstätten, ein Gäste­haus und ein Verwaltungsge­bäude mit Hörsaal und Kantine. Etwa 500 Mitarbeiter werden auf dem Campus der Max­Planck-Gesellschaft tätig sein. Baubeginn war im September 1996. Mit der Zusammenfüh­rung verschiedener wissen­schaftlicher Institute wird das Ziel verfolgt,die Wege von der Forschung in die Umsetzung neuer Produkte und Verfahrens­weisen zu verkürzen. Im Um­feld des Wissenschaftsparks kön­nen so nach Erfahrungswerten etwa 3000 neue Arbeitsplätze entstehen. Der Wissenschafts­park allein wird künftig über

rund 1100 hochwertige Ar­beitsplätze verfügen. Davon 500 bei den Max-Planck-Insti­tuten, 100 am Fraunhofer-Insti­tut und etwa 500 an der Univer­sität, so Wissenschaftsminister Steffen Reiche bei der offiziellen Eröffnung der Institute. In unmittelbarer Nachbarschaft wachsen das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymer­forschung und auf dem Gelän­de der Universität Potsdam der Neubau der Mathematisch-Na­turwissenschaftlichen Fakultät in die Höhe, die den Wis­senschaftspark Golm abrunden. Insgesamt werden in den Auf­bau des Wissenschaftsstandorts Golm Investitionen von rund 300 Millionen Mark fließen (142 Millionen Mark für die drei Max-Planck-Institute, 62 Millionen Mark für das Fraun­hofer-Institut und 84 Millionen Mark für die Universität Pots­dam). Verzahnung von Uni­versitätslehre und Forschung, sichere Arbeitsplätze durch Zu­kunftstechnologien und heraus­ragende Forschung durch Spit­zeninstitute unter diesen Prä­missen steht der Bau des mo­dernsten Wissenschaftsparks Brandenburgs. Minister Reiche gab auf dieser Veranstaltung auch grünes Licht für den Tunnelbau unter der Bahnlinie in Golm, um die verkehrstechnische Anbindung der Institute zu gewährleisten. PUTZ

Campus

Laborgebäude eingeweiht

Nach nur 16 Monaten Bauzeit wurde jetzt ein neues Labor­gebäude des Deutsches Institu­tes für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke(DIfE) in Betrieb genommen. Es hat 981 Quadratmeter Hauptnutzfläche für Labor- und Technikräume, wie Meß-, Wäge- und Mikros­kopierräume, sowie Schreib­und Aufenthaltsräume. Nun können die AbteilungenEr­nährungstoxikologie undVit­amine und Atherosklerose Laborräume beziehen, die die fachlichen und sicherheitstech­nischen Anforderungen erfül­len. 50 Prozent der Bausumme von insgesamt 9,7 Millionen Mark kommen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regio­nale Entwicklung. Der Bund und das Land tragen jeweils 25 Prozent. Für weitere Aus- und Umbauten erhält das DIfE noch 50 Millionen Mark. PUTZ

Nur für Frauen

Viele Frauen haben den richti­gen Zugang zum Internet noch nicht gefunden, vielleicht auch, weil ihnen der Technikfimmel nicht behagt, der als Kennzei­chen vieler Computerfans gilt. Nur für Frauen bietet deshalb jetzt Julia Nücker von der Zen­tralen Einrichtung für Informa­tionsverarbeitung der Universi­tät Potsdam(ZEIK) Einfüh­rungskurse zum Thema Inter­net und WWW an. Die Teilneh­merinnen lernen effizientes Sur­fen genauso wie die Erstellung eigener WWW-Seiten. Und wer es schon kann, sollte unbedingt mal auf die Homepage des Frauentutoriums der ZEIK schauen. Unter http://www. uni-potsdam.de /u/frauentuto­rium finden sich unter den links auch Emanzenseiten mit Män­

nerwitzen. ar