PUTZ 6/99
Mit der Bibliotheksdirek
torin Barbara SchneiderEßlinger sprach PUTZRedakteurin Dr. Antonia Rötger.
PUTZ: Ist die virtuelle Bibliothek ein völlig neues Konzept einer Bibliothek oder eher eine Ergänzung?
Schneider-Eßlinger: In jedem Fall eine Ergänzung, jedoch eine, deren Bedeutung stetig steigen wird.
PUTZ: Wird es in zehn Jahren überflüssig, zum Stöbern eine Bibliothek aufzusuchen?
Schneider-Eßlinger: Nein, es wird nicht überflüssig sein, aber der Benutzer wird den Besuch gezielter vorbereiten können.
PUTZ: Werden Zeitschriften aus Papier möglicherweise aus Kostengründen verschwinden?
Schneider-Eßlinger: Bei Fachzeitschriften kann ich mir am ehesten die papierlose Zukunftsvariante vorstellen, die Entwicklung auf diesem Sektor ist ja außerordentlich dynamisch.
PUTZ: Welche Probleme mit der Archivierung könnten durch die neuen elektronischen Speichermedien entstehen?
Schneider-Eßlinger: Die Archivierung ist tatsächlich der Schwachpunkt dieser Entwicklung. Verläßliche Aussagen zur Haltbarkeit yon Papier gibt es, bei der CD-Rom wird es schon schwieriger und für reine Netzpublikationen sind diese Fragen noch ungelöst.
PUTZ: Was lesen Sie gerade selbst?
Schneider-Eßlinger: Ich lese gerade von Alain de Bottom das Buch:„Wie Proust ihr Leben verändern kann— Eine Anleitung“. Das mit der Anleitung finde ich sehr witzig. Darauf gekommen bin ich durch eine Buchrezension.
PUTZ: Vielen Dank für das Gespräch.
Der Wissenschaftspark Golm ist für den Wissenschafts- und Forschungs
standort Brandenburg die Chance auf neue Arbeitsplätze in Zukunfts
bereichen.
Foto: Fritze
Max-Planck zieht ein
Einweihung der Institute in Golm
Brandenburgs Denkfabrik der Zukunft, der Wissenschaftspark Golm, tritt in die Phase der Vollendung. Am 17. Juni 1999 feierte die Max-Planck-Gesellschaft Einweihung für den Neubau seiner drei Institute in Golm. Das Institut für Gravitationsphysik(Albert-EinsteinInstitut), das Max-PlanckInstitut für Kolloid- und Grenzflächenforschung und das Max-Planck-Institut für Pflanzenphysiologie ziehen aus ihren bisherigen Institutsgebäuden in Potsdam, Teltow und Golm in die insgesamt 142 Millionen Mark teuren Neubauten ein.
Der Bau bietet Forschungslabore Büroflächen, Gewächshäusern, Werkstätten, ein Gästehaus und ein Verwaltungsgebäude mit Hörsaal und Kantine. Etwa 500 Mitarbeiter werden auf dem Campus der MaxPlanck-Gesellschaft tätig sein. Baubeginn war im September 1996. Mit der Zusammenführung verschiedener wissenschaftlicher Institute wird das Ziel verfolgt,„die Wege von der Forschung in die Umsetzung neuer Produkte und Verfahrensweisen zu verkürzen. Im Umfeld des Wissenschaftsparks können so nach Erfahrungswerten etwa 3000 neue Arbeitsplätze entstehen. Der Wissenschaftspark allein wird künftig über
rund 1100 hochwertige Arbeitsplätze verfügen. Davon 500 bei den Max-Planck-Instituten, 100 am Fraunhofer-Institut und etwa 500 an der Universität“, so Wissenschaftsminister Steffen Reiche bei der offiziellen Eröffnung der Institute. In unmittelbarer Nachbarschaft wachsen das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung und auf dem Gelände der Universität Potsdam der Neubau der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät in die Höhe, die den Wissenschaftspark Golm abrunden. Insgesamt werden in den Aufbau des Wissenschaftsstandorts Golm Investitionen von rund 300 Millionen Mark fließen (142 Millionen Mark für die drei Max-Planck-Institute, 62 Millionen Mark für das Fraunhofer-Institut und 84 Millionen Mark für die Universität Potsdam). Verzahnung von Universitätslehre und Forschung, sichere Arbeitsplätze durch Zukunftstechnologien und herausragende Forschung durch Spitzeninstitute— unter diesen Prämissen steht der Bau des modernsten Wissenschaftsparks Brandenburgs. Minister Reiche gab auf dieser Veranstaltung auch grünes Licht für den Tunnelbau unter der Bahnlinie in Golm, um die verkehrstechnische Anbindung der Institute zu gewährleisten. PUTZ
Campus
Laborgebäude eingeweiht
Nach nur 16 Monaten Bauzeit wurde jetzt ein neues Laborgebäude des Deutsches Institutes für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke(DIfE) in Betrieb genommen. Es hat 981 Quadratmeter Hauptnutzfläche für Labor- und Technikräume, wie Meß-, Wäge- und Mikroskopierräume, sowie Schreibund Aufenthaltsräume. Nun können die Abteilungen„Ernährungstoxikologie“ und„Vitamine und Atherosklerose“ Laborräume beziehen, die die fachlichen und sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllen. 50 Prozent der Bausumme von insgesamt 9,7 Millionen Mark kommen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Der Bund und das Land tragen jeweils 25 Prozent. Für weitere Aus- und Umbauten erhält das DIfE noch 50 Millionen Mark. PUTZ
Nur für Frauen
Viele Frauen haben den richtigen Zugang zum Internet noch nicht gefunden, vielleicht auch, weil ihnen der Technikfimmel nicht behagt, der als Kennzeichen vieler Computerfans gilt. Nur für Frauen bietet deshalb jetzt Julia Nücker von der Zentralen Einrichtung für Informationsverarbeitung der Universität Potsdam(ZEIK) Einführungskurse zum Thema Internet und WWW an. Die Teilnehmerinnen lernen effizientes Surfen genauso wie die Erstellung eigener WWW-Seiten. Und wer es schon kann, sollte unbedingt mal auf die Homepage des Frauentutoriums der ZEIK schauen. Unter http://www. uni-potsdam.de /u/frauentutorium finden sich unter den links auch Emanzenseiten mit Män
nerwitzen. ar