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Campus
Bibliothek der Zukunft=
Immer mehr Dienste online
Barbara Schneider-Eßlinger, die Direktorin der Uni-Bibliothek (UB), treibt die Entwicklung hin zu einer virtuellen Bibliothek energisch voran(siehe auch Interview S. 6).„Für Potsdam ist dies besonders wichtig, weil wir drei verschiedene Standorte haben, auf die unser Bestand verteilt ist“, sagt sie. Fast alle Bücher, Monographien und Zeitschriften der UB sind inzwischen in dem elektronischen Katalog OPAC erfaßt. Über die Homepage der Uni-Bibliothek können wissenschaftliche Mitarbeiter und Studierende viele Dienste direkt am Bildschirm abrufen, beispielsweise nach Büchern oder Zeitschriften suchen, über das Intranet in einer der 90 CD-ROM-Datenbanken stöbern oder Artikel aus einer der 1000 verfügbaren elektronischen Fachzeitschriften lesen. Vom Schreibtisch aus kann ein Wissenschaftler nachsehen, wo das gesuchte Buch zu finden ist und es mit einem Telefonanruf an den Standort seiner Wahl bestellen.
Bücher werden nicht überflüssig, aber die Suche nach dem richtigen Buch wird leichter. Foto: Tribukeit
Das Tor zur virtuellen Biblio-| beitsplatz oder von zu Hause| Doktorarbeiten im Netz?
thek ist die Internet-Adresse| aus kontrollieren, wieviele Bü-| Die Mitarbeiter der Uni-Bi- N http: //info.ub.uni-potsdam. de.| cher sie entliehen haben, wann bliothek planen zur Zeit auch| kataloge(OPAC), | Im OPAC der UB sind sämt
die Installation eines Publikationsservers, auf dem Doktorarbeiten und Habilschriften von Uni-Mitarbeitern in elektronischer Form veröffentlicht| werden sollen. Dieses Projekt könne nur in enger Zusam
die Leihfrist abläuft und gegebenenfalls eine Verlängerung beantragen, sowie Bücher reservieren.
Die klar gegliederte Homepage ist dem WWW- Team unter der Leitung des EDV-Dezernenten, Dr. Andreas Degkwitz, zu verdanken. Auf
liche Medienbestände der UB(Bücher, Zeitschriften, Mikrofiches, CD-ROMs) elektronisch erfaßt. Mit dem Titelnachweis werden Standort und Signatur angegeben.
Dokumentlieferdienste
Über Dienste wie SUBITO oder JASON können Nutzer
bei einer externen Bibliothek|ntelli gentere
| Zeitschriftenaufsätze bestel-.... Der OPAC gehört zur virtuder Homepage Jen, die ihnen unmittelbar zu- Suchmaschine menarbeit mit den Wissen- Sllen Bibhorhek der UB und werden auch gestellt werden. Diese kosten- Auch die Such-| schaftlern der Universität ent-| lien 1 fh alle Angebote pflichtigen Dienste können maschine der vir- stehen und gestaltet werden,| 1st von al’ch ınternetfähigen der Bibliothek über die virtuelle Bibliothek+yJellen Biblio- betont Barbara Schneider-| Arbeitsplatzrechnern aus erläutert(siehe der UB aufgerufen werden.| ‚peK soll dem-| Eßlinger. recherchierbar.
Einige Vorteile liegen auf der Hand: Doktorarbeiten in der von der Prüfungsordnung geforderten Mindestauflage ko-| sten den Promovenden nicht | nur einige tausend Mark, sondern verstauben auch meist in den Regalen, weil die darin versteckte Information nicht leicht zu finden ist. Ein Uni-Publika
tionsserver könnte dagegen mit 7 E einer Volltextsuche durchfor- Artikeln recherchiert werStet werden: ar| den. Von allen Arbeitsplät| zen des Campus aus können ia zZ; Artikel ausgedruckt oder auf ; Diskette geladen werden.
Kästen). nächst verbessert| werden. Während sie gegenwär-| tig stoisch auflistet, wo überall das Suchwort vorkommt, ermöglicht die neuentwickelte Suchmaschine E-Lib eine genauere Recherche und erzielt| kleinere Treffermengen. Kommt das Suchwort beispielsweise in einer Quelle mehrmals vor, wird diese zur Zeit auch mehrmals aufgezählt. Mit E-Lib würden solche Häufungen vermieden.
Zeitschriften elektronisch Etwa 1000 Titel von insgesamt 4000 Zeitschriften, die die UB abonniert hat, sind parallel zu ihrer Printversion über die virtuelle Bibliothek der UB verfügbar. In diesem Bestand kann nach Titel und Jahrgängen in Inhaltsverzeichnissen und einzelnen
Zweispurige Kommunikation in Planung
Noch ist die Kommunikation mit der Bibliothek jedoch eine Art Einbahnstraße. Vom eigenen Arbeitsplatzrechner kann der Nutzer zwar abrufen, was| die Bibliothek zu bieten hat, aber nicht die Bücher elektronisch vorbestellen oder sein Leihkonto einsehen.„Wir sind gerade dabei, ein neues Bibliothekssystem zu beantragen“,| erklärt Schneider-Eßlinger. Da-| mit könnten die Leser vom Ar-|
Datenbanken Innerhalb der virtuellen Bi
Hochschulpublikationen bliothek kann der Nutzer auf
Elektronische Publikationen
von Wissenschaftlern der Universität Potsdam können in der virtuellen Bibliothek angeklickt und ausgedruckt werden. Zur Verbesserung dieses Angebots ist die Einrichtung eines Publikationsservers vorgesehen, auf dem auch Dissertationen langfristig vorgehalten werden können. Die gespeicherten Dokumente sind volltextrecherchierfähig.
Suchmaschinen besser eingegrenzt.
Literaturrecherche am Computer— die Treffer werden durch intelligentere
Foto: Tribukeit
Bibliographien, Bibliothekskataloge, CD-ROM-Datenbanken, Fachinformationsdatenbanken, Zeitschrifteninhaltsdienste und fachliche Linksammlungen zugreifen. Auf Datenbanken kommerzieller Anbieter kann aus Lizenzgründen nur vom Universitätscampus aus zugegriffen werden.