Heft 
(1.1.2019) 06
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Absolventen

Erfahrungen austauschen

Der Informations- und Erfah­rungsaustausch zwischen Selb­ständigen und Existenzgrün­dern sowie einschlägigen Insti­tutionen ist ein wesentlicher Baustein für ein erfolgreiches Umsetzen unternehmerischen Denkens und Handelns. Im Usenet(Teil des Internets) wird dem durch die News­group de:etc.beruf. selbstaendig

Rechnung getragen. In diesem|

Forum geht es um den regel­mäßigen Erfahrungsaustausch. Damit sich Newsgroup- Teil­nehmer persönlich kennenler­nen können, findet am 14. Au­gust 1999 in Beckum auf dem Phönix-Gelände ein Meeting statt. Während der Veranstal­tung besteht die Möglichkeit fürzwanglose Gespräche mit erfahrenen Unternehmensbe­ratern, Rechtsanwälten und Steuerkundigen. Die Teilnah­me ist kostenlos, lediglich die Kosten für Anreise, Verpfle­gung und Übernachtung müs­sen selbst übernommen wer­den. Informationen zum Mee­ting sind unter http://www. toka-beratung.de /debs /debsfra. htm abrufbar. Für weitere In­formationen steht auch Tobias Kafurke, Tel. 05086/955031, zur Verfügung. PUTZ

Funkausstellung

Vom 28. August bis zum 5. Sep­tember 1999 findet die diesjäh­rige Internationale Funkausstel­lung(IFA) in Berlin statt. Erst­mals bietet die IFA Anregun­gen für Berufseinsteiger. Auf einem von derComputer­woche ins Leben gerufenen Recruitment-Forum der IT­BrancheJobs& Karriere stel­len sich prominente Firmen als potentielle Arbeitgeber vor und ermöglichen Interessenten aus den Bereichen Kommunika­tionswissenschaften, Multime­dia und Unterhaltungselektro­nik einen Überblick über ihr Unternehmen und den aktuel­len Arbeitskräftebedarf. Abge­rundet wird die Veranstaltung durch Referate, Diskussionen und Workshops. Weitere Infor­mationen sind unter www.ifa­berlin.de abrufbar. PUTZ

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PUTZ 6/99

Auf einstmals vertrauten Wegen

_ Von 1975 bis 1978 war Dr.

Volkhardt Germer, der heu­tige Oberbürgermeister(OB) der Stadt Weimar, Sonder­aspirant an der Vorgänge­reinrichtung der Universität Potsdam. Nach seinem Ab­itur 1963 absolvierte Germer

zunächst eine zweijährige

Facharbeiterlehre, bevor er an der Pädagogischen Hoch­schule Zwickau studierte. 1978 erfolgte die Promotion in Potsdam mit einer litera­

turwissenschaftlichen Arbeit|

über Johann Wolfgang von GoethesUrgötz und Götz von Berlichingen. Er war viele Jahre leitend in der Weimarer Schulverwaltung tätig, bis er 1987 stellvertre­tender Oberbürgermeister der Stadt wurde. Dr. Germer war 1989/90 amtierender OB, von 1990 bis 1994 Stadtverordneter. Seine Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt Weimar erfolgte 1994. Mit dem Weimarer Stadt­oberhaupt und Ehemaligen sprach Dr. Thomas Freitag für die PUTZ.

PUTZ: Herr Oberbürgermei­ster, Ihre Promotionszeit liegt schon eine Weile zurück. Woran

| erinnern Sie sich noch heute?

Dr. Germer: Die drei Jahre in Potsdam waren für mich eine wunderschöne Zeit. Ich konn­te unglaublich viel kennenler­nen und hatte die Möglichkeit, in der älteren Literatur zu ar­beiten. Die ältere Literatur war mein Faible, ich konnte persön­liche Intentionen mit damals beruflichen Vorstellungen ver­binden. Und wenn man aus Weimar kommt wie ich, dann ist es natürlich naheliegend, sich mit Johann Wolfgang von Goethe zu beschäftigten.

PUTZ: Halten Sie mit anderen Ehemaligen Kontakt?

Dr. Germer: Ich habe die Ver­bindung zu Fritz Granzow, er ist Schulleiter in Schwerin, wir arbeiteten zusammen in der Literaturforschung. Dann habe

Dr. Volkhardt Germer erinnert sich

ich Kontakt zu Dr. Uhlig nach Krakau, es gibt dort eine Aus­bildung für Deutschstudenten. Nach Jahren des Aus-den-Au­gen-Verlierens wird er mit Stu­denten in Weimar sein. Außer­dem gibt es sporadische Begeg­nungen zu Leuten unserer ein­stigen Aspirantengruppe. Ganz herzliche und auch familiäre Verbindungen pflege ich mit dem Potsdamer Germanisten Prof. Dr. Knut Kiesant, es fin­den Besuche zwischen Weimar und Potsdam und umgekehrt statt. Auf diese Weise erfahre ich auch etwas über das Ge­schehen an der Universität Potsdam.

PUTZ: Sie waren in der Schul­verwaltung, auch viele Jahre als Stadtschulrat, tätig. Wie verlief Ihr Weg zum jetzigen Amt als Oberbürgermeister der Stadt Weimar?

Dr. Germer: Sonderaspiranten der Pädagogischen Hochschu­le waren eigentlich für einen Auslandsaufenthalt vorgesehen. Da mein Vater in jener Zeit von der Staatssicherheit verhaftet worden war, galt ich als unsi­cherer Kandidat und konnte nicht fahren. Ab 1979 konnte ich in der Weimarer Schulver­waltung arbeiten, war dann amtierender Oberbürgermei­ster und erhielt von den neuen demokratischen Kräften in den Jahren 1989/90 den Auftrag, Reformbestrebungen in der Kommunalpolitik bis zur ersten demokratischen Wahl zu unter­stützen. Zur ersten Wahl, in der nur über Parteien gewählt wer­den konnte, war ich, weil ich keiner Partei angehöre, nicht wählbar. Mit der geänderten Gesetzgebung war dann 1994 die Direktwahl möglich.

PUTZ: Sie haben viel für Wei­mar getan, nicht zuletzt ist es Weimar gelungen, Kultur­hauptstadt Europas 1999 zu werden. Kann Weimar eigent­lich noch Besseres passieren?

Dr. Germer: Besseres eigent­

lich nicht. Diese Auszeichnung,|

Der Oberbürgermeister der Stadt Weimar hat noch heute Kontakte

zur Uni. Foto: Ludwig die eine Stadt nur ein einziges Mal erhalten kann, ist eine hochkarätige Reputation für uns alle. Es ist ungefähr ver­

_ gleichbar mit dem Zuschlag für

eine Stadt Olympische Spiele ausrichten zu können. Alle Er­wartungen sind übertroffen worden. Ich darf auch sagen, daß über fünf Jahre hin eine außerordentlich harte Arbeit geleistet worden ist, weil wir als erste Stadt aus dem ehemaligen Osten und bislang kleinste Stadt, diese Anerkennung er­hielten.

PUTZ: Was empfehlen ‚Sie heute Studierenden in Sachen kulturellen Engagements?

Dr. Germer: Studenten sind, glaube ich, gut beraten, wenn sie sich auch für die Belange ihres Studienortes einsetzen. Wir sind glücklich darüber, daß das hier so passiert, was sicher auch mit dem Charakter unse­rer beiden Unis zu tun hat. Die Studenten bekommen mittler­weile regelrecht Aufträge von ihren Professoren, in der Stadt das eine oder andere Projekt zu übernehmen. Hier entstehen exzellente Ergebnisse. Wenn ich in Potsdam bin, dann stelle ich mit großer Freude fest, was sich gerade an den historischen Gebäuden der Universität ver­ändert hat. So ist mir Potsdam gut im Sinn.

PUTZ: Vielen Dank für: das Gespräch.