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(1.1.2019) 07
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Einkünfte nach Leistung

Die von der Bundesbildungs­ministerin Edelgard Bulmahn geleitete ExpertenrundeRe­form des Hochschuldienst­rechts hat einen Vorschlags­katalog zu Veränderungen des Dienstrechts und der Be­soldung von Professoren vor­gelegt, nachdem der Deut­sche Hochschulverband die Sommerdebatte mit eigenen Positionen angeregt hatte.

Nach Aussage der Bildungsmi­nisterin müßten Professoren künftig nach Leistung bezahlt

werden. Vom Jahr 2001 an sol­len neben einem Grundgehalt 20 Prozent der Einkünfte an Leistungskriterien gebunden sein. Im Widerspruch dazu will der Hochschulverbandkeine planwirtschaftliche Zuweisung durch die Präsidenten oder Rektoren. Das Positionspa­pier ‚des Deutschen Hoch­schulverbandes fordert, ein ei­genständiges Wissenschaftler­und Hochschullehrerdienst­recht zu schaffen. Das Grund­gesetz hat mit dem Grund­recht der Freiheit von For­

Infothek

schung und Lehre eine Norm geschaffen, die die persönliche und sachliche Unabhängigkeit der Hochschullehrer gewähr­leistet und damit die gesamte Ausgestaltung des Hochschul­lehrerdienstverhältnisses be­stimmt.

Hauptgedanke der Novellie­rung ist die Neuregelung des Besoldungssystems für neu be­rufene Professoren, womit letztlich die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit an den deutschen Universitäten ange­strebt wird. Da die gesamte Reformkostenneutral durchgeführt werden soll, sind Mehrausgaben für Leistungs­

zuschläge vor allem durch die Streichung von Alterszulagen und die Befristung von Zula­gen bei Berufungsverhandlun­gen auszugleichen. Vorgese­hen ist eine Neugestaltung der Qualifikationsmodalitäten des wissenschaftlichen Nachwuch­ses, wobei der Weg zur Profes­sur erheblich kürzer als bisher ausfallen soll. Die Habilitation als Voraussetzung für eine Be­rufung müsse überdacht wer­den. Inzwischen hat sich auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft(GEW) für eine leistungsgerechte Bezah­lung der Hochschullehrer aus­gesprochen. PUTZ

Begegnungszentrum

Mit dem im Oktober 1999 übergebenen Internationalen Begegnungszentrum Potsdam wird die Zusammenarbeit der Potsdamer Wissenschafts- und Kultureinrichtungen im inter­nationalen Bereich einen neu­en Kristallisationspunkt be­kommen. Ziel ist es, Wissen­schaftlerinnen und Wissen­schaftlern verschiedener Natio­nen und Disziplinen Gelegen­heit zum Austausch zu geben. Das Gebäude besteht aus 14 Wohnungen, zwei Seminarräu­

men und einem Foyer für größere Veranstaltungen. Das Begegnungszentrum, das von der Alexander von Humboldt­Stiftung mit Mitteln des Lan­des und des Bundes gebaut wurde, ist im August dieses Jahres dem Verein Internatio­nales Begegnungszentrum übergeben worden. Träger des Vereins sind die drei Potsda­mer Hochschulen, außeruni­versitäre Forschungseinrich­tungen und Kulturinstitutio­nen Potsdams. PUTZ

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Ein Haus für Wissenschaftler und ihre Familien und für die Öffentlichkeit:

das Internationale Begegnungszentrum in der Potsdamer Pappelallee.

Foto: Tribukeit

Pyramidenausstellung

Die AusstellungVon Ägypten nach Preußen ist nun in Bran­denburg, Kirchhofstr. 3-7 zu se­hen. Die von der Universität Potsdam und der Berlin-Bran­denburgischen Auslandsgesell­schaft e. V. initiierte Schau ist bis zum 05. Dezember dienstags bis sonntags von 10.00 bis 18.00 Uhr zu betrachten. Der Eintritt kostet 4, DM, ermäßigt 2,- DM.

Geboten wird auch ein Begleit­programm, das jeweils donners­tags ab 18.15 Uhr Vorträge über Ägypten, seine Pyramiden und die Rezeption in Deutsch­land vorsicht. Zudem gibt es immer donnerstags um 15.00 Uhr eine Führung durch die Ausstellung mit anschließender Diskussion.

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Kehrtwende gefordert Eine Kehrtwende in der fi­nanzpolitischen Prioritätenset­zung von Ländern und Bund fordertei» der. Präsident. der Hochschulrektorenkonferenz (HRK); Prof. Dr. Klaus: Land­fried.\Er:*zeigte: sich besorgt darüber, daß nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1997 die Ausgaben für die Universitäten ohne Medizin um 0,5 Prozent zurückgegan­gen seien. Wer Hochschulen als Zukunftswerkstätten be­trachte und ihnen eine bedeu­

tende Rolle im technologi­schen und wirtschaftlichen Strukturwandel zuweise, der müsse auch für entsprechende Finanzierungen sorgen, so Landfried. Er appellierte des­halb an die Regierungen und Parlamente des Bundes und der Länder, in den Haushalts­beratungen für die kommen­den Jahre eine wirkliche Kehrt­wende vorzunehmen.Wir brauchen strukturelle Refor­men, aber endlich auch eine international konkurrenzfähige Finanzierung. PUTZ

Neue Verwendungs­richtlinien

Die DFG hat ihreVerwen­dungsrichtlinien für Sachbei­hilfen überarbeitet. Aufge­nommen wurden jetzt die Neuregelungen bezüglich der Übernahme von Kosten für ausländische wissenschaftliche Bewerber /Mitarbeiter und die

Regeln guter wissenschaftli­cher Praxis. Die gesamte Neu­fassung derVerwendungs­richtlinien für Sachbeihilfen findet sich im Internet unter: http: //www.dfg.de /foerder­/formulare/2_01.htm(Sach­beihilfen) beziehungsweise und-2_02.htm(Sachbeihil­fen-Drittmittel). PUTZ