PUTZ 7/99
Einkünfte nach Leistung
Die von der Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn geleitete Expertenrunde„Reform des Hochschuldienstrechts“ hat einen Vorschlagskatalog zu Veränderungen des Dienstrechts und der Besoldung von Professoren vorgelegt, nachdem der Deutsche Hochschulverband die Sommerdebatte mit eigenen Positionen angeregt hatte.
Nach Aussage der Bildungsministerin müßten Professoren künftig nach Leistung bezahlt
werden. Vom Jahr 2001 an sollen neben einem Grundgehalt 20 Prozent der Einkünfte an Leistungskriterien gebunden sein. Im Widerspruch dazu will der Hochschulverband„keine planwirtschaftliche Zuweisung durch die Präsidenten oder Rektoren“. Das Positionspapier ‚des Deutschen Hochschulverbandes fordert, ein eigenständiges Wissenschaftlerund Hochschullehrerdienstrecht zu schaffen. Das Grundgesetz hat mit dem Grundrecht der Freiheit von For
Infothek
schung und Lehre eine Norm geschaffen, die die persönliche und sachliche Unabhängigkeit der Hochschullehrer gewährleistet und damit die gesamte Ausgestaltung des Hochschullehrerdienstverhältnisses bestimmt.
Hauptgedanke der Novellierung ist die Neuregelung des Besoldungssystems für neu berufene Professoren, womit letztlich die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit an den deutschen Universitäten angestrebt wird. Da die gesamte Reform„kostenneutral“ durchgeführt werden soll, sind Mehrausgaben für Leistungs
zuschläge vor allem durch die Streichung von Alterszulagen und die Befristung von Zulagen bei Berufungsverhandlungen auszugleichen. Vorgesehen ist eine Neugestaltung der Qualifikationsmodalitäten des wissenschaftlichen Nachwuchses, wobei der Weg zur Professur erheblich kürzer als bisher ausfallen soll. Die Habilitation als Voraussetzung für eine Berufung müsse überdacht werden. Inzwischen hat sich auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft(GEW) für eine leistungsgerechte Bezahlung der Hochschullehrer ausgesprochen. PUTZ
Begegnungszentrum
Mit dem im Oktober 1999 übergebenen Internationalen Begegnungszentrum Potsdam wird die Zusammenarbeit der Potsdamer Wissenschafts- und Kultureinrichtungen im internationalen Bereich einen neuen Kristallisationspunkt bekommen. Ziel ist es, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Nationen und Disziplinen Gelegenheit zum Austausch zu geben. Das Gebäude besteht aus 14 Wohnungen, zwei Seminarräu
men und einem Foyer für größere Veranstaltungen. Das Begegnungszentrum, das von der Alexander von HumboldtStiftung mit Mitteln des Landes und des Bundes gebaut wurde, ist im August dieses Jahres dem Verein Internationales Begegnungszentrum übergeben worden. Träger des Vereins sind die drei Potsdamer Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Kulturinstitutionen Potsdams. PUTZ
RE
Ein Haus für Wissenschaftler und ihre Familien und für die Öffentlichkeit:
das Internationale Begegnungszentrum in der Potsdamer Pappelallee.
Foto: Tribukeit
Pyramidenausstellung
Die Ausstellung„Von Ägypten nach Preußen“ ist nun in Brandenburg, Kirchhofstr. 3-7 zu sehen. Die von der Universität Potsdam und der Berlin-Brandenburgischen Auslandsgesellschaft e. V. initiierte Schau ist bis zum 05. Dezember dienstags bis sonntags von 10.00 bis 18.00 Uhr zu betrachten. Der Eintritt kostet 4,— DM, ermäßigt 2,- DM.
Geboten wird auch ein Begleitprogramm, das jeweils donnerstags ab 18.15 Uhr Vorträge über Ägypten, seine Pyramiden und die Rezeption in Deutschland vorsicht. Zudem gibt es immer donnerstags um 15.00 Uhr eine Führung durch die Ausstellung mit anschließender Diskussion.
PUTZ
34
Kehrtwende gefordert Eine Kehrtwende in der finanzpolitischen Prioritätensetzung von Ländern und Bund fordertei» der. Präsident. der Hochschulrektorenkonferenz (HRK); Prof. Dr. Klaus: Landfried.\“Er:*zeigte: sich‘ besorgt darüber, daß nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1997 die Ausgaben für die Universitäten ohne Medizin um 0,5 Prozent zurückgegangen seien. Wer Hochschulen als Zukunftswerkstätten betrachte und ihnen eine bedeu
tende Rolle im technologischen und wirtschaftlichen Strukturwandel zuweise, der müsse auch für entsprechende Finanzierungen sorgen, so Landfried. Er appellierte deshalb an die Regierungen und Parlamente des Bundes und der Länder, in den Haushaltsberatungen für die kommenden Jahre eine wirkliche Kehrtwende vorzunehmen.„Wir brauchen strukturelle Reformen, aber endlich auch eine international konkurrenzfähige Finanzierung“. PUTZ
Neue Verwendungsrichtlinien
Die DFG hat ihre„Verwendungsrichtlinien für Sachbeihilfen“ überarbeitet. Aufgenommen wurden jetzt die Neuregelungen bezüglich der Übernahme von Kosten für ausländische wissenschaftliche Bewerber /Mitarbeiter und die
„Regeln guter wissenschaftlicher Praxis“. Die gesamte Neufassung der„Verwendungsrichtlinien für Sachbeihilfen“ findet sich im Internet unter: http: //www.dfg.de /foerder/formulare/2_01.htm(Sachbeihilfen) beziehungsweise und-2_02.htm(Sachbeihilfen-Drittmittel). PUTZ