Heft 
(1.1.2019) 09
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Campus

Künftig mit neuem Profil

Die ZEIK nach der Evaluierung

Im Jahre 1991 wurde die Zentrale Einrichtung für In­formationsverarbeitung und Kommunikation(ZEIK) an der Universität Potsdam ge­gründet. Damals wurden der Einrichtung drei Aufgaben­schwerpunkte aufgetragen: Die Sicherung der datenver­arbeitungstechnischen Ver­sorgung der Universität, die Schaffung einer modernen Kommunikationsinfrastruk­tur, und sie sollte neben ei­ner I&K-Grundausbildung auch die fachnahe I&K-Aus­bildung abdecken.

Wie auch die anderen zentra­len Einrichtungen der Univer­sität Potsdam ist die ZEIK 1998 im Auftrag des Rektorats evaluiert worden. Überprüft wurde durch eine| Eva­luierungskommission, ob die damalige Konzeption heutigen Erfordernissen im Bereich von

I&K Stand hält. Aufgrund der schnelllebigen Entwicklung gerade in diesem Bereich war es nur zwangsläufig, dass die Kommission am Ende einen Sachstandsbericht vorlegte, der auch neue Aufgabenfelder für die ZEIK definierte.

Zukünftig soll die ZEIK vier Schwerpunktaufgaben erfül­len: Dazu zählt die Bereitstel­lung von technischem Sup­port, die Grundausbildung im Bereich I&K, die Softwarebe­schaffung sowie die Betreuung von Informationssystemen. Insgesamt heißt das, dass sich die Arbeit der ZEIK künftig vornehmlich auf technische Grunddienste und System­dienste konzentrieren wird. Dabei steht die Betreuung des Uni-Netzes, der Zugang zum Internet mit allen Diensten, wie E-Mail, WWW, news­groups, und die externen Ein­

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wahlmöglichkeiten im Vorder­grund. Darüber hinaus soll stärker dem aktuellen Trend Rechnung getragen werden, dass zunehmend mehr Studie­rende und Mitarbeiter von ihrem eigenen PC aus auf die Ressourcen der Uni zurück­greifen können.

Lehre und fachnahe DV-Kurse gehören in die Verantwortung der Fakultäten. Die ZEIK ist dann nur noch für dieGrund­ausbildung zuständig, das heißt, sie bildet aus in den Be­reichen Rechnernutzung, Be­triebssysteme, Standard-Soft­ware sowie Nutzung des Inter­nets. Die I&K-Grundausbil­dung wird auch weiterhin, aber in neuer Form an allen drei Uni-Standorten angebo­ten.

Ein weiteres Aufgabengebiet der ZEIK wird auch weiterhin die Übertragung multimedia­ler Informationen über das Uni-Netz, die Betreuung des Video-Servers der Universität und die Bereitstellung damit in

leistungen sein. Weitere grundsätzliche Entscheidun­gen zur Nutzung multimedia­ler Techniken und Dienste wird die Uni-Leitung Anfang 2000 treffen.

Damit(die ZEIK(den üncuen Anforderungen gerecht wer­den kann, ergaben sich für die Universitätsleitung Konse­quenzen auch in der struktu­rellen Zusammensetzung der ZEIK. Zwei Mitarbeiter der ZEIK, die auch früher schon vornehmlich fachnahe Ausbil­dung für die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakul­tät durchgeführt haben, wer­den nunmehr diese Dienste in der Fakultät leisten. Mitarbei­ter aus dem Dezernat Planung, Organisation, Forschungsför­derung, die hier bislang für die Datenverarbeitung in der Ver­waltung zuständig waren, sol­len künftig der ZEIK zugeord­net werden.

Bis zum Ende des Winterse­mesters 1999/2000 soll die Neustrukturierungsphase der ZEIK abgeschlossen sein.

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elektronisch erfasst. Denn un­ser Vorgänger, dieBibliothek der Akademie für Staat und Recht der DDR, katalogi; sierte bereits 1972 alles elek­tronisch.

Degkwitz: Dazu kommt jetzt der riesige Bestand Berlins. Die Stadt hat bis zu 40 Millionen Bücher etwa so viele wie Nordrhein-Westfalen. Anein­andergereiht bilden die Bände einen Bücherwurm von Berlin bis Paris. Allerdings sind nur bis zu 30 Prozent elektronisch erfasst.

Schneider-Eßlinger: Auch wurde zur Zeit der Mauer viel Geld in die FU und TU hin­eingepumpt. Dabei wurden fantastische Bestände aufge­baut. Die FU hatte einen Jah­resetat von 15 Millionen DM. Eine vergleichbare Universität wie Münster hatte höchstens sieben Millionen. Zum Ver­gleich: Die Uni Potsdam ver­fügt bis 2002 über jährlich vier Millionen Mark aus dem Auf­bauprogramm des Bundes für die neuen Bundesländer. Das

läuft dann aus und wir müssen mit bis zu zwei Millionen Mark auskommen. Allein un­sere Zeitschriftenabonnements kosten aber 1,5 Millionen Mark dann bleibt nicht mehr viel für Neuanschaffungen. PUTZ: Nun kann man sich zwar in allen Bibliotheken ein Buch ausleihen. Aber man muss immer noch zu jeder ein­zelnen Bibliothek hin und im­mer einen neuen Benutzeraus­weis ausstellen lassen. Degkwitz: Die Direktbestell­möglichkeit ist im Aufbau. Sie können sich die Bücher mit der Post senden lassen. Wir möch­ten auch einen gemeinsamen Nutzerausweis aufbauen, aber das dauert noch. Das ist ein or­ganisatorisches Problem- kein technisches. Denn wenn ein Nutzer aus der TU bei uns 100 wertvolle Kunstbände auslei­hen will, dann muss man sich auch einigen, wer den Schaden trägt, wenn die Bücher nicht zurückkommen.

PUTZ: Noch einmal zurück zu dem Neubau. Warum inve­stieren sie hier eigentlich noch in Steine und setzen nicht

Verbindung stehender Service- B.E./gl 163.000 BOCHEr IM LS Neuen Palais m Bücher in Golm ME Bücher in 417.000 Babelsberg

Fast eine Million Bände fassen die Bibliotheken der Uni Potsdam.

gleich auf die neuen, elektroni­schen Medien? Schneider-Eßlinger: Die digi­tale Bibliothek wird die tradi­tionelle nicht ablösen, sondern nur ergänzen. Wir abonnieren schon heute über 1500 elek­tronische Fachzeitschriften. Parallel haben wir einen eige­nen Server für die Publikatio­nen wie Doktorarbeiten an der Uni Potsdam aufgebaut. Aber der Gesamtanteil der elektroni­schen Publikationen liegt bei 10 bis 20 Prozent.

Das liegt nicht an densenti­mentalen Bibliothekaren, die sich lieber Buchrücken anse­hen und die elektronischen Medien abblocken. Die Ver­lage zögern: Sie müssen viel

Abb.: PUTZ/Bibliothek

Geld in diesen Zweig investie­ren und wissen noch nicht ge­nau, wie sie(das Geld wieder verdienen können.

Aber in der Zukunft wird die Zahl der Regalmeter zugun­sten der Rechnerarbeitsplätze zurückgehen.

PUTZ: Frau Schneider-Eßlin­ger, Herr Dregkwitz, wir dan­ken für dieses Gespräch.

Recherche und Bücher

im Internet:

Kooperativer Bibliotheksver­bund Berlin-Brandenburg: http://www.kobv.de

Uni Potsdam:

http: //info.ub.uni-potsdam.de http: //pub.ub.uni-potsdam.de