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Was die alte Erde trägt
50 Jahre Geographie in Potsdam
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In die Geheimnisse \J' der „Erdkunde“ einzu- i dringen, haben sich die Wissenschaftler am Potsdamer
Uni-Institut für Geographie zum Ziel gestellt. Gearbeitet wird sowohl in ge- sellschafts- als auch naturwissenschaftlicher Richtung, auf dem Gebiet der Geoinformatik und der Didaktik. Abb.: zg.
Die Geographie hat in Potsdam Tradition. Schon Alexander von Humboldt veröffentlichte hier wesentliche Teile seines Hauptwerkes „Kosmos-Entwurf einer physikalischen Weltbeschreibung“. Heinrich Berghaus leitete die am Brauhausberg angesiedelte „Geographische Kunstschule“ und druckte berühmte Atlanten. Doch die damaligen Fragestellungen, Methoden sowie Techniken waren andere als heute. Das spiegelte sich auch in einem kürzlich an der Universität Potsdam begangenen Jubiläum wider. „50 Jahre Geographie in Potsdam - Geschichte und Zukunftsperspektiven“ lautete der Titel einer an der Hochschule ausgetragenen Festveranstaltung.
Geographie ist seit fünf Jahrzehnten Bestandteil der Ausbildungspalette an der 1991 gegründeten Uni und ihren Vorgängereinrichtungen. Das traditionelle Brückenfach, das Natur- und Geisteswissenschaften integriert, stößt mit seinen an der Alma mater verfolgten Schwerpunkten nach wie vor auf breites Interesse bei den Studienbewerbern. So haben sich allein über 200 Studienanfänger für das Wintersemester 1999/2000 an der Hochschule eingeschrieben. Das Institut platzt damit nach Einschätzung seines stellvertretenden geschäftsführenden Leiters, Prof. Dr. Wilfried Heller, mit insgesamt 200 Lehramts-, 150 Magister- und etwa 70 Diplomstudierenden fast aus den Nähten.
Neuer Studiengang geplant
Dass der akademische Nachwuchs verstärkt an die Bildungsstätte strömt, hat seinen Grund. Obwohl personell nur sehr knapp besetzt, sichern bisher die Instituts-Mitarbeiter, unterstützt von Lehrbeauftragten, eine solide, vor allem praxisbezogene Ausbildung. Dabei geht es beispielsweise in der Humangeographie um die
zwei Bereiche Raumstrukturwandel und räumliche Mobilität. Hinzu gesellt sich ein dritter, kleinerer Schwerpunkt. Der betrifft die Naturrisiken. „Wir widmen uns diesbezüglich der Frage des Umgangs von Populationen mit den sie bedrohenden Naturgefahren und möglichen Konsequenzen für die Raumplanung“, erklärt Heller. Konkreter Anlaß hierfür sei das Oder-Hochwasser 1997 gewesen.
Geplant ist die Erweiterung der Palette von Studiengängen. Man will künftig auch in den „Regionalwissenschaften“ ausbilden. Doch noch ist es nicht soweit. Bisher fehlt die nötige Genehmigung durch das brandenburgische Wissenschaftsministerium. „Das avisierte Angebot im Rahmen eines interdisziplinären Bachelor- und Masterstudienganges wäre in Deutschland einmalig“, so Heller zur Bedeutung dieses Vorhabens. Dessen Ziel seien Absolventen, die über den Tellerrand der eigenen Disziplin schauten. Ein Erfordernis, das sich aus den immer komplexer werdenden Entwicklungen des vorherrschenden Globalisierungsprozesses ergibt, erklärt der Wissenschaftler dazu.
Kooperation feste Säule
Ganz oben auf der Prioritäten
liste des Instituts steht zudem die Zusammenarbeit mit Einrichtungen im In- und Ausland.
Während die Mitarbeiter auf internationaler Ebene derzeit zum Beispiel ein EU-For- schungsprojekt zum Zusammenhang von Transformation und Migration zwischen insgesamt sechs Hochschulenverschiedener Länder koordinieren, gestaltet sich national insbesondere der Kontakt zum Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung in Erkner besonders eng. Aber auch zu weiteren vier Forschungshochburgen in unmittelbarer Nähe, darunter das GeoForschungsZentrum Potsdam oder auch das Potsdam- Institut für Klimafolgenforschung gibt es gute Beziehungen. Und nicht nur außeruniversitär klappt das Miteinander.
Dass Konkurrenz auch beflügeln kann, zeigt die Zusammenarbeit mit der Humboldt- Universität und der Freien Universität in Berlin. Beide Hochschulen bieten ebenfalls Geographie an. Profile und Schwerpunkte allerdings sind zumindest teilweise andere. Die Wissenschaftler plädieren für Ergänzung statt Überschneidung. Und das soll auch in Zukunft so bleiben.
P.G.
Publikationen für Bibliographie
Die Universitätsbibliothek der Universität Potsdam ruft dazu auf, Meldungen zur Universitätsbibliographie für die Veröffentlichungsjahre 1997 bis
1999 abzugeben. Die Angaben werden in die weltweit zugängliche Datenbank „Univer- sitätsbibliographie“ (http:/ /info.ub.uni-potsdam. de/opac auswahl.htm') aufgenommen, die zur Zeit hauptsächlich den Zeitraum 1994 bis 1996 wiedergibt. Der Band 1994 bis 1996 ist 1997 erschienen und liegt gedruckt im Internet vor. Ein gedruckter Sammelband der Jahre 1997 bis 1999 ist geplant.
Alle, auch nichtwissenschaftlichen, Publikationen der Mitglieder der Universität Potsdam sollen aufgeführt werden. Das Meldeverfahren wird auf den Seiten zur Universitätsbibliographie beschrieben
(http://info.ub.uni-potsdam. de / proiekte /Bibliographie / erhebung.htm') . Die Universitätsbibliothek hat Online - Eingabeformulare unter
(http://141.89.36.189/ unibib /buch, html eingerichtet, in die zukünftig Angaben zu Publikationen unmittelbar nach Erscheinen eingegeben werden sollen. Die Wiedergabe in der Universitätsbibliographie erfolgt dann kurzfristig.
Die Universitätsbibliothek bemüht sich, die Bibliographie anhand der vorhandenen Unterlagen um Publikationen aus den Jahren 1991 bis 1993 zu ergänzen und bittet auch um Meldungen zu Publikationen aus diesen Jahren. Die Meldungen über Veröffentlichungen der Jahre 1997 bis 1999 werden bis zum 29. Februar
2000 erbeten.
Fragen beantwortet gerne Dagmar Schobert aus der Abteilung Publikationen der Universitätsbibliothek, Tel.:0331/ 977-4458, Fax: -4625, E-Mail: schobert@info.ub. uni-potsdam. de
Michael Rieck/ Universitätsbibliothek
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