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(1.1.2019) 01
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Was die alte Erde trägt

50 Jahre Geographie in Potsdam

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In die Geheimnisse \J' derErdkunde einzu- i dringen, haben sich die Wissenschaftler am Potsdamer

Uni-Institut für Geographie zum Ziel gestellt. Gearbeitet wird sowohl in ge- sellschafts- als auch naturwissenschaftlicher Richtung, auf dem Gebiet der Geoinformatik und der Didaktik. Abb.: zg.

Die Geographie hat in Pots­dam Tradition. Schon Alex­ander von Humboldt veröf­fentlichte hier wesentliche Teile seines Hauptwerkes Kosmos-Entwurf einer physikalischen Weltbeschrei­bung. Heinrich Berghaus leitete die am Brauhausberg angesiedelteGeographische Kunstschule und druckte berühmte Atlanten. Doch die damaligen Fragestellun­gen, Methoden sowie Tech­niken waren andere als heute. Das spiegelte sich auch in einem kürzlich an der Universität Potsdam be­gangenen Jubiläum wider. 50 Jahre Geographie in Potsdam - Geschichte und Zukunftsperspektiven lau­tete der Titel einer an der Hochschule ausgetragenen Festveranstaltung.

Geographie ist seit fünf Jahr­zehnten Bestandteil der Aus­bildungspalette an der 1991 gegründeten Uni und ihren Vorgängereinrichtungen. Das traditionelle Brückenfach, das Natur- und Geisteswissen­schaften integriert, stößt mit seinen an der Alma mater ver­folgten Schwerpunkten nach wie vor auf breites Interesse bei den Studienbewerbern. So haben sich allein über 200 Stu­dienanfänger für das Winterse­mester 1999/2000 an der Hochschule eingeschrieben. Das Institut platzt damit nach Einschätzung seines stellver­tretenden geschäftsführenden Leiters, Prof. Dr. Wilfried Hel­ler, mit insgesamt 200 Lehr­amts-, 150 Magister- und etwa 70 Diplomstudierenden fast aus den Nähten.

Neuer Studiengang geplant

Dass der akademische Nach­wuchs verstärkt an die Bil­dungsstätte strömt, hat seinen Grund. Obwohl personell nur sehr knapp besetzt, sichern bis­her die Instituts-Mitarbeiter, unterstützt von Lehrbeauftrag­ten, eine solide, vor allem pra­xisbezogene Ausbildung. Da­bei geht es beispielsweise in der Humangeographie um die

zwei Bereiche Raumstruktur­wandel und räumliche Mobi­lität. Hinzu gesellt sich ein dritter, kleinerer Schwerpunkt. Der betrifft die Naturrisiken. Wir widmen uns diesbezüg­lich der Frage des Umgangs von Populationen mit den sie bedrohenden Naturgefahren und möglichen Konsequenzen für die Raumplanung, erklärt Heller. Konkreter Anlaß hier­für sei das Oder-Hochwasser 1997 gewesen.

Geplant ist die Erweiterung der Palette von Studiengän­gen. Man will künftig auch in denRegionalwissenschaften ausbilden. Doch noch ist es nicht soweit. Bisher fehlt die nötige Genehmigung durch das brandenburgische Wissen­schaftsministerium.Das avi­sierte Angebot im Rahmen ei­nes interdisziplinären Bache­lor- und Masterstudienganges wäre in Deutschland einma­lig, so Heller zur Bedeutung dieses Vorhabens. Dessen Ziel seien Absolventen, die über den Tellerrand der eigenen Disziplin schauten. Ein Erfor­dernis, das sich aus den immer komplexer werdenden Ent­wicklungen des vorherrschen­den Globalisierungsprozesses ergibt, erklärt der Wissen­schaftler dazu.

Kooperation feste Säule

Ganz oben auf der Prioritäten­

liste des Instituts steht zudem die Zusammenarbeit mit Ein­richtungen im In- und Aus­land.

Während die Mitarbeiter auf internationaler Ebene derzeit zum Beispiel ein EU-For- schungsprojekt zum Zusam­menhang von Transformation und Migration zwischen insge­samt sechs Hochschulenver­schiedener Länder koordinie­ren, gestaltet sich national ins­besondere der Kontakt zum Institut für Regionalentwick­lung und Strukturplanung in Erkner besonders eng. Aber auch zu weiteren vier For­schungshochburgen in unmit­telbarer Nähe, darunter das GeoForschungsZentrum Pots­dam oder auch das Potsdam- Institut für Klimafolgenfor­schung gibt es gute Beziehun­gen. Und nicht nur außeruni­versitär klappt das Miteinan­der.

Dass Konkurrenz auch beflü­geln kann, zeigt die Zusam­menarbeit mit der Humboldt- Universität und der Freien Universität in Berlin. Beide Hochschulen bieten ebenfalls Geographie an. Profile und Schwerpunkte allerdings sind zumindest teilweise andere. Die Wissenschaftler plädieren für Ergänzung statt Über­schneidung. Und das soll auch in Zukunft so bleiben.

P.G.

Publikationen für Bibliographie

Die Universitätsbibliothek der Universität Potsdam ruft dazu auf, Meldungen zur Univer­sitätsbibliographie für die Ver­öffentlichungsjahre 1997 bis

1999 abzugeben. Die Anga­ben werden in die weltweit zu­gängliche DatenbankUniver- sitätsbibliographie (http:/ /info.ub.uni-potsdam. de/opac auswahl.htm') aufge­nommen, die zur Zeit hauptsächlich den Zeitraum 1994 bis 1996 wiedergibt. Der Band 1994 bis 1996 ist 1997 erschienen und liegt gedruckt im Internet vor. Ein gedruck­ter Sammelband der Jahre 1997 bis 1999 ist geplant.

Alle, auch nichtwissenschaftli­chen, Publikationen der Mit­glieder der Universität Pots­dam sollen aufgeführt werden. Das Meldeverfahren wird auf den Seiten zur Universitätsbi­bliographie beschrieben

(http://info.ub.uni-potsdam. de / proiekte /Bibliographie / erhebung.htm') . Die Univer­sitätsbibliothek hat Online - Eingabeformulare unter

(http://141.89.36.189/ unibib /buch, html eingerich­tet, in die zukünftig Angaben zu Publikationen unmittelbar nach Erscheinen eingegeben werden sollen. Die Wieder­gabe in der Universitätsbiblio­graphie erfolgt dann kurzfri­stig.

Die Universitätsbibliothek bemüht sich, die Bibliographie anhand der vorhandenen Un­terlagen um Publikationen aus den Jahren 1991 bis 1993 zu ergänzen und bittet auch um Meldungen zu Publikationen aus diesen Jahren. Die Mel­dungen über Veröffentlichun­gen der Jahre 1997 bis 1999 werden bis zum 29. Februar

2000 erbeten.

Fragen beantwortet gerne Dagmar Schobert aus der Ab­teilung Publikationen der Uni­versitätsbibliothek, Tel.:0331/ 977-4458, Fax: -4625, E-Mail: schobert@info.ub. uni-pots­dam. de

Michael Rieck/ Universitätsbibliothek

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