Campus
PUTZ 1-2/00
Europäischer Bankenmarkt
Vortragsreihe bei Wirtschaftswissenschaftlern
Seit längerem gibt es in der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, Professur für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Finanzierung und Banken, eine fachöffentliche Vortragsreihe, in der Vertreter von Banken referieren. Kürzlich nun sprach Dr. Manfred Weber, Hauptgeschäftsführer und Mitglied des Vorstandes Bundesverband deutscher Banken. Er widmete sich „Wettbewerbspolitischen Konsequenzen des europäischen Bankenmarktes“.
Nach Auffassung des Referenten führe die gegenseitige Anerkennung der Aufsichtsnormen in der Europäische Union zu einer Absenkung der Markteintrittsbarrieren. Der Markteintritt ausländischer Banken in Deutschland hätte mehr Wettbewerb und damit die Stärkung des Finanzsektors in Deutschland und Europa zur Folge.
Kundenbedürfnisse
Der Wandel im Bankgeschäft werde an vielen Stellen deutlich, so bei den Kundenbedürfnissen. Es zeige sich beispielsweise die Zunahme des Interesses für Wertpapiere. Aber auch technologische Entwicklungen, wie das Telefon- und Onlinebanking, übten einen Zwang zur Umstrukturierung der Kreditinstitute aus. Im Geschäft mit Firmenkunden läge ein weiterer Trend in der Desintermediation, also der direkten Finanzierungsbeziehung zwischen Anlegern und Unternehmen, der anhand der zunehmenden Ver- briefüng und des wachsenden Anteils der Unternehmensanleihen am Gesamtanleihevolumen deutlich werde. Für Banken bedeute dies ein Qualitätsverlust, da gerade das Geschäft mit guten Kunden verloren ginge.
Neuausrichtung
Die Reaktion der Banken auf den Wandel liege in einer stra
tegischen Neuausrichtung. Die Geschäftsfelder müssten, so Weber, neudefiniert werden, zudem seien Reorganisationen, Outsourcing und Kostensenkungsmaßnahmen unab
wendbar für sie. In den letzten Jahren sei beispielsweise eine Tendenz zum Zweigstellenabbau erkennbar gewesen. Für die Banken bestehe eine Chance darin, verstärkt nötige Investitionen in Technik und neue Vertriebswege vorzunehmen. Investitionen in die Mitarbeiterqualifikationen ermöglichten es, in Zukunft mehr Gewicht auf die Beratung bei der Betreuung von Bankkunden zu legen. In Deutschland hätten die fünf größten Banken einen Marktanteil von 17 Prozent, was im internationalen Vergleich sehr niedrig sei und auf eine geringe Konzentration hindeute.
Gleiche Bedingungen
Dr. Weber resümierte, dass er zwar nicht unbedingt für eine Privatisierung der Sparkassen und Landesbanken sei, aber nach seiner Ansicht unbedingt
gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer gewahrt sein müssten. Nötig sei eine Trennung von überkommenen, alten Strukturen und insbesondere die Beendi
gung der Subventionierung der öffentlichen Banken durch Gewährträgerhaftung und Anstaltslast und durch die Überlassung von Eigenkapital zu Konditionen weit unterhalb der Marktbedingungen. Eine Förderung der öffentlichen Banken sei allein schon deshalb fragwürdig, weil sie keine Dienstleistung erstellten würden, die nicht auch andere Banken zu den gleichen Konditionen erstellen könnten und zudem in der Vergangenheit selten innovativ waren. In der heutigen modernen Zeit sei der Förderauftrag der öffentlichen Banken aus alten Tagen überkommen, nicht mehr zeitgemäß und ein Relikt aus dem vorigen Jahrhundert.
Philip Steden/ Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Von „Aachen" bis „Zyste"
Duden-Wörterbuch fertig
Auf nunmehr zehn Bände ist das jetzige Duden-Wörterbuch in seiner dritten Fassung angewachsen. Die Quantität beeindruckt zuerst bei diesem modernen Nachschlagewerk, das die umfassendste und aktuellste Dokumentation der deutschen Gegenwartssprache bereithält. Es ist dann aber die Beschreibung lebendiger Sprache in vielfältigsten Sprach- und Stilschichten selbst, über die sich die Qualität des Kompendiums definiert. Regionale Varianten der Sprache, Jugend- und Umgangssprache, Termini der Medien und Informationstechnik, der Film-, Fernseh- und Popkultur, Sprachzugänge zur Politik, Wirtschaft und Kultur, Fach- und Sondersprachen und die Literatursprache der deutschen Klassik - keinen Bereich haben die immerhin 17 Autoren aus- geklammert, um das changierende Medium der Sprache in gebrauchsspezifischen Zusammenhängen auszuloten. Die Problematik eines gleichermaßen anspruchsvollen wie ehrgeizigen großen Wörterbuches der deutschen Sprache scheint bewältigt. Bei der Erstellung der einzelnen Bände ging es darum zu unterscheiden, was neu, verantwortungsbewußt, das heißt eben spra- cherprobt in den offiziellen Wortfündes der deutschen Sprache aufgenommen werden kann oder nicht.
Neu verzeichnet das große Wörterbuch der deutschen Sprache zum Beispiel Begriffe wie Backslash, Blockbuster, Boygroup, chatten, Crossover, Designerfood, endgeil, Fanzine, grottendoof, Hotline, hundertpro, Indie, LFR, Mil- leniumsfeier, Ostalgie oder Anderes.
PUTZ
Duden. Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 3. Auflage. Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG. Mannheim, 1999. 4800 S. 990,-DM. ISBN Gesamtwerk 3-411-04 733- X.
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Marktanteile in Deutschland
10 %
38%
GeNo=Genossenschaftsbanken
Abb.: Z0.
Bpriv. Banken ■ Sparkassen
□ GeNo
□ andere
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