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PUTZ 3/00
Fortsetzung von Seite 10
Eine vielfach erhobene Forderung des Workshops war die nach einer besseren hochschuldidaktischen Qualität der Lehre, will heißen nach solchen Kommunikationsbedingungen, die eine aktive und kreative Teilnahme aller Beteiligten am Erwerb neuer Erkenntnisse ermöglichen und nicht zuletzt ein verändertes Rollenbewußtsein der Lehrenden wie der Studierenden verlangen. Nicht ohne Grund fiel mehrfach das Stichwort von den flachen und flexiblen Hierarchien. Wenn man so will, war der Workshop selbst ganz nebenbei auch eine Art hochschuldidaktisches Fortbildungsseminar. Gekniffen haben übrigens nicht die Studierenden; ich sah auch keine wissenschaftlichen oder Verwaltungsmitarbeiter vorzeitig verschwinden. Zufall oder Symptom? Man möge mich davon überzeugen, dass da nur der dumme Zufall gewaltet hat. Dr. Uta Sändig, Institut für Germanistik
Als ich mich morgens zum. Leitbild-Workshop begab, wußte ich noch nicht so recht, was mich erwarten würde. Zu schwammig waren die Vorstellungen der Unileitung geblieben, zu wenig war im Vorfelde diskutiert worden. Jedoch machte dies genau den Workshop sehr spannend. Ohne Vorgaben hätte sich vielleicht eine interessante Debatte über Ausrichtung‘ und Zukunft unserer Universität ergeben können. Vor dem Hintergrund des Wissenschaftsratspapiers stellte ich mich schon in freudiger ErWartung auf scharfe Kontroversen ein.
Der. real strattgefundene Workshop enttäuschte und ermutigte mich zugleich. Wieder einmal sind sich die Profs zu schade gewesen, um mit den anderen Uni-Mitgliedern offen über die Zukunft unserer Universität zu diskutieren.
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Statt dessen debattieren sie lieber in Professorien und beackern die Lobbykanäle, eine schlechte wie undemokratische Angewohnheit des gemeinen Profs. Zudem war die Aufmachung des Workshops nicht dazu angetan, inhaltlich gehaltvoll zu diskutieren. Selbstfindung und Identifikationsstiftung waren an diesem Tag angesagt. Viel gemalt und geeinigt haben wir uns, Entscheidendes wurde aber kaum angesprochen.
Verübeln kann ich das weder dem Leitbild-Mastermind Vizepräsident Dieter Wagner noch den anderen Anwesenden, ist es doch für den einen sehr schwierig aus seiner BWLCorporate-Identity-Perspektive auszubrechen und für die anderen etwas ganz Neues, gemeinsam über die Zukunft unserer Uni zu sprechen.
Auf der anderen Seite war es ein hoffnungsvoller Beginn einer zukunftsgerichteten Diskussion. Vielleicht schafft unsere Uni nicht nur den Weg zu einer aktualisierten Struktur, sondern auch den Weg zurück zur: Demokratie. Denn eins macht die Leitbilddiskussion auf jeden Fall klar:
Unsere Uni lebt vom freien Gedankenaustausch und vom Zusammenspiel aller Kräfte. Wenn an dieser Uni keiner mehr mit dem Anderen reden möchte und jeder auf seinen Vorteil bedacht ist, dann wird unser Rektor merken, dass seine Richtlinienkompetenz kein Ersatz für Demokratie ist.
Frank Richarz, Student Philosophie, Öffentliches Recht, Volkswirtschaftslehre
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Persönlich sollte der Eindruck sein, hieß es am Lelefon, so Meine WArt Erfahrungsbericht, nicht zu lang und möglichst schnell. Und weil ich nicht schnell genug „Nein“ gesagt hatte, bedankte sich meine Gesprächspartnerin aus| der Pressestelle auch gleich, sagte ein paar Artigkeiten und verabschiedete sich.
Also versuche ich es ganz persönlich: mutig war es, konstruktiv, aber irgendwie harmlos. Wer universitäre Gremien kennt und um die unterschiedlichen Vorstellungen der Fa
Debatten gab es selbstgemalte Bilder, statt Statements gab’s Bildinterpretationen. Das war unterhaltend, denn die deformation professionelle eines Philologen besteht bekanntlich darin, der Generierung aller nur möglichen Interpretationen Lust abzugewinnen. Auf andere mag das frustrierend gewirkt haben- die Teilnehmerzahl schrumpfte leicht.
Trotzdem war mein Eindruck: Der Workshop war erfolgreich, möglicherweise weil er die gewohnten Bahnen binnenuniversitärer Meinungsbildung gemieden hat. Wenn jeder einfach nur Mitglied einer Kleingruppe ist, lassen sich Unbehagen und Wünsche einfacher formulieren. Es sind dann al
kultäten und die divergierenden Interessen der Gruppen weiß, musste befürchten, dass diese auch die Arbeit in dem Workshop bestimmen würden. Deshalb war es mutig, bunt zusammengewürfelte Universitätsangehörige mit dem Auftrag zu versehen, dem Leitbild erste Kontu
lerdings nur Vorstellungen, keine Konzepte. Also irgendwie harmlose Wünsche, die gleichwohl als Leitvorstellungen funktionieren können. Sie bestanden im wesentlichen darin, dass das Gespräch der Universitätsangehörigen untereinander intensiviert werden
solle, dass es
Einführung Einzelkämpfern räume lim war noch. wörtlichen akademisch Hın zum: Team———ond| über: konventio- tragenen
nell und brachte die bekannten Gruppeninteressen zur Sprache. Dann aber wurde es anders.
Wer bis dahin noch glaubte, er wisse, was ihn erwartet, wenn zu einem universitären „workshop“ eingeladen und Statements angekündigt werden, wurde dann eines Besseren belehrt. Statt kontroverser
Sinn geben müsse, die es ermöglichen, auch über die Forschung wechselseitig mehr voneinander zu erfahren. Wenn die kommunikative und kommunizierende Universität ein Aspekt des Leitbildes ist, dann lasst uns miteinander sprechen...
Prof. Dr. Norbert Franz, Institut für Slavistik
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