Heft 
(1.1.2019) 03
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PUTZ 3/00

Absolventen

Heiß diskutiert: LER

Überlegungen zu einem Schulfach

Ab diesem Sommersemester kann an der Universität Potsdam das Fach Lebensge­staltung-Ethik-Religions­kunde(LER) im Erweite­rungsstudiengang studiert werden. Das weit über die Grenzen Brandenburgs hin­aus heftig umstrittene Schul­fach ist auch an der Univer­sität schon länger in der Dis­kussion.

Dies dokumentiert der Ta­gungsbandReligion in der schulischen Bildung und Er­ziehung, der Beiträge einer Tagung vom. Februar 1998 zum ThemaLER und die Re­ligionen an der Universität Potsdam und einige andere an der Uni gehaltene Vorträge dazu zusammenfasst. Das Spektrum der Themen ist breit gestreut vom Judentum über die römische Religion bis hin zu neuen religiösen Bewegun­gen und Überlegungen zum Verhältnis von Religion und Ethik.

Bei den Diskussionen um LER standen zwei Probleme im Zentrum. Einmal die sehr grundlegende Frage nach der Stellung und Begründung ei­nes Faches im Wertebereich. Zum anderen wurde heftig über Religion als Gegenstand von Unterricht gestritten. LER soll, darin besteht Einigkeit bei allen Autoren, nicht als neues Sinnstiftungsunternehmen ver­standen werden, sondern rea­giert auf die Situation von Plu­

ralismus und persönlicher Überforderung bei der Viel­zahl möglicher Lebensent­

scheidungen. Es liegt mit die­ser personenbezogenen Per­spektive gewissermaßen quer zum schulischen Fächerkanon. So sehr sich die Blickrichtung von E und R in LER auch un­terscheiden mag, so ist doch der Tenor des Bandes die Vor­stellung von einem erfahrungs­bezogenen philosophisch und religionswissenschaftlich ange­leiteten Unterricht. Dies ist auch der Weg, den die Uni Potsdam mit ihrer Studienord­nung LER eingeschlagen hat. Über diese Überlegungen zu einem neuen Schulfach LER

hinaus ist jedoch das zentrale Anliegen des Bandes die Frage nach Vermittlung und Refle­xion religiöser Themen in ei­nem allgemeinbildenden, nicht mehr konfessionell gebunde­nen Unterricht. Wie kann man über Religion in einer schon weitgehend säkularisierten Ge­sellschaft sprechen, über reli­giöse Grundlagen unserer Ge­sellschaft und Kultur nachden­ken? Wie mit Vertretern von Religionen im Unterricht um­gehen, ohne sie wieTiere im Zoo zu bestaunen, ein Vor: wurf, der LER immer wieder von Seiten der Kirchen dge­macht wurde. Kann oder sollte man Religion(en) im Unter­richt simulieren, um sie den Schülern näher zu bringen? Dass andere Religionen uns oft fremd sind, muss nicht not­wendigerweise zu Unverständ­nis oder gar Intoleranz führen, nein: Fremdheitserfahrung, so die These eines Aufsatzes; kann auch dazu führen, die ei­genen Traditionen gewisser­maßen aus der Distanz in den Blick zu nehmen.

Die Religionswissenschaft tritt in diesem Band selbstbewusst auf, will sie doch zumindest eine der beiden Leitwissen­schaften von LER sein. Sie produziert keinen voyeuri­stischen Blick auf Religion, der Gleichgültigkeit oder Zynis­mus bei den Schülern hervor­ruft. Die Autoren versuchen zu zeigen, dass gerade eine Aus­einandersetzung mit Religion auf religionswissenschaftlicher Basis zu einem tieferen Ver; ständnis unserer Tradition, aber auch zu einer Auseinan­dersetzung mit neuen religiö­sen Formen und mit anderen Religionen führen kann. Eva-Maria Kenngott/Insti­tut für Philosophie

Karl E. Grözinger/Burk­hard Gladigow/Hartmut Zinser(Hrsg.), Religion in der schulischen Bildung und Erziehung. LER- Ethik ­Werte und Normen in einer pluralistischen Gesellschaft, Berlin Verlag, 1999, ISBN 3-8305-0038-6, 44,00 DM

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werden 80 Prozent aller Teppiche unter katastrophalen gesundheit­lichen Bedingungen von Kindern geknüpft und in amerikanischen und europäischen Handelshäusern preiswert verkauft.® Agop Kayayan, Leiter des Kinderhilfswerks UNICEF in Brasilien berichtet, in seinem Land würden rund 7,5 Millionen Jungen und Mädchen im Alter von 7 bis 17 Jahren als billigste Arbeitskräfte ausgebeutet.® Besonders schlimm sei das Los der Hausmädchen, von denen 820.000 offiziell registriert seien. Die Dunkelziffer sei jedoch viel höher. Viele von ihnen würden missbraucht und bei Schwangerschaft hinausgeworfen und ihnen bleibe dann auf der Straße meist nur noch die Prostitution. ® Weltweit geraten über eine Million Mädchen in die Hände von Zuhälterringen. Laut UNICEF leiden mehr als 200 Millionen Kinder unter 5 Jahren unter Vitamin A-Mangel.® Täglich sterben etwa 35.000 Kinder an leicht vermeidbaren Krankheiten, wie zum Beispiel Durchfallerkrankungen. Einfache Salz-Zucker-Lösungen könnten schon helfen. Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin A würde die Kinder­sterblichkeit um bis zu 23 Prozent senken und die Kinder vor schweren Behinderungen bewahren...

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