studiosi
PUTZ 3/00
BAföG-Reform
Soziale Gerechtigkeit herzustellen und mehr jungen | Menschen ein Studium zu | ermöglichen, ist der erklärte | wille der Bundesministeriums für Bildung und For| schung. Deshalb legte Mini;terin Edelgard Bulmahn kürzlich Eckpunkte für eine grundlegende Änderung des | BAföGs vor. | Diese Reform will die Bundes| regierung noch in diesem Jahr | auf den Weg bringen. Dafür stellt sie jährlich zusätzlich 500 | Millionen Mark an Zuschüssen zum BAföG zur Verfügung. Mit der Nichtanrechnung des Kindergeldes beim BAföG, der | Anhebung der Freibeträge und der Erhöhung der Bedarfssätze {sollen zukünftig mehr junge Leute finanziell gefördert werden. E Die. Leistungen der Ausbil; dungsförderung sollen durch die Anpassung des BAföG an die tiegenen‘| Lebenshaltungskosten spürbar verbessert | werden. Nach Aussagen von Bulmahn steigt ‚der BAföG| Höchstsatz von 1030,00 DM auf 1100,00 DM. Weitere Eckpunkte der Reform betreffen die. Gleichstellung der Studierenden aus Ost und a West bei der Förderung, die Internationalisierung der Ausbildungsförderung sowie die Vereinfachung der Antragsund Verwaltungsverfahren. Ministerin Bulmahn kündigte an, dass sie darüber hinaus Möglichkeiten und Konditionen zur Einführung eines zeitlich befristeten Bildungskredits für Studierende in besonderen Studiensituationen prüfen werde. Die Hochschulrektorenkonferenz sieht in der von der Bundesregierung vorgestellten Novelle„noch keinen adäquaten Ersatz für die zugesagte strukturelle Reform der Ausbildungsförderung“. Das Gremium setzt sich insbesondere für eine elternunabhängige Förderung, für Bildungskredite für nicht geförderte Studierende ein und kritisiert den abschreckenden Effekt einer hohen Darlehensbelastung.
B.E.
Zwei Rechtschreibungen
Ein albanischer Doktorand in Potsdam
Es war Oktober 1996, als ich zum ersten Mal als Stipendiat nach Potsdam kam. Viele Fragen gingen mir damals durch den Kopf: Wird die Uni dort gut sein? Welche Sehenswürdigkeiten hat Potsdam zu bieten? Sind die Potsdamer eher kommunikativ oder zurückhaltend?
Das erste Treffen mit den Vertretern des Akademischen Auslandsamtes der Universität hat mich sehr erleichtert. Alles war sehr gut organisiert, von der Ankunft in Potsdam bis zur Unterbringung. Auf jede Frage erhielt ich eine Antwort, bei jedem Problem bekam ich Hilfe, um es zu lösen.
Kleine Seminargruppen, reiches wissenschaftliches Leben, große Bibliothek, all diese Vorteile würden jedem auffallen, der zum ersten Mal an die Uni Potsdam kommt.
Das Wintersemester 96/97 erlebte ich hier als Student, danach ging ich nach Albanien zurück, um dort mein angefangenes Germanistikstudium zu beenden. Trotzdem vergaß ich die gute Erfahrung von Potsdam nicht.
Drei Jahre gingen schnell vorbei. Während dieser Zeit schloss ich mein Germanistikstudium ab. Anschließend
bekam ich eine Assistentenstelle in der Germanistikabteilung der Uni Tirana. Vor einem Jahr erhielt ich die Möglichkeit, wieder nach Deutschland als Stipendiat zu kommen, diesmal aber als Doktorand. Mein Wunsch war es, die wissenschaftlichen Kontakte zur
Doktorand Ergys Prifti. Foto: Tribukeit
Uni Potsdam weiterzuführen.
Die ersten Vorbereitungen meiner Promotionsarbeit hatte ich bereits in Albanien getroffen. Die deutsche und albanische Rechtschreibung steht im Mittelpunkt meiner Arbeit. Das ist das erste Mal, dass diese beiden Rechtschreibungen vergleichend betrachtet wer
den. Ich möchte aber nicht nur auf der theoretischen| Ebene bleiben, sondern das Problem auch didaktisch betrachten. Durch Weinen Aitheoretischen Vergleich beider Rechtschreibungen bemühe ich mich, herauszufinden, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es gibt, um daraus entsprechende didaktische Schlussfolgerungen zu ziehen Sdiefürgden Rechtschreiberwerb beider Sprachen wichtig sind. Diese theoretischen Betrachtungen werden mit den didaktischen Punkten verknüpft. Deutsche und albanische Schüler der sechsten, achten und zwölften Klassen werden hinsichtlich ihrer Rechtschreibschwächen in den entsprechenden Sprachen untersucht. Ich glaube, die Ergebnisse werden sehr interessant sein. Das Albanische hat gegenüber dem Deutschen den Vorteil, eine Sprache mit Laut-Buchstaben-Zuordnungen 1:1 zu haben, was sich aber andererseits‘ auch Jals Nachteil darstellt. Mit dieser Arbeit möchte ich einen Stein mehr im Bereich der Sprachvergleiche legen und dadurch besonders den albanischen Deutschlehrern helfen.
Ergys Prifti, Institut für Germanistik
WeltTrends
Kann wirtschaftliche Entwicklung gefördert werden, indem man Kompetenzen vom Zentrum auf untergeordnete Ebenen überträgt? Dieser Frage widmet sich das neue Heft von Welt Trends mit dem Schwerpunktthema„Dezentralisierung und Entwicklung“. Verschiedene Autoren erörtern, welche Gelegenheiten Dezentralisierung eröffnet, welche Handlungszwänge sie schafft, wie: sie als Instrument der Herrschaftssicherung benutzt wird und welchen Einfluss Entwicklungshilfe auf Dezentralisierungsvorhaben nimmt.
Neben dem Schwerpunkt gibt es auch einen Beitrag Zum Streit zwischen der DDR und
der VR Polen um die Grenze in der Oderbucht und eine Debatte zur Außenpolitik der deutschen Eliten.
Adriane Wipperling, Wirt
schafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät Bestellungen von WeltTAnzeige
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