Heft 
(1.1.2019) 03
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studiosi

PUTZ 3/00

BAföG-Reform

Soziale Gerechtigkeit herzu­stellen und mehr jungen | Menschen ein Studium zu | ermöglichen, ist der erklärte | wille der Bundesministeri­ums für Bildung und For­| schung. Deshalb legte Mini­;terin Edelgard Bulmahn kürzlich Eckpunkte für eine grundlegende Änderung des | BAföGs vor. | Diese Reform will die Bundes­| regierung noch in diesem Jahr | auf den Weg bringen. Dafür stellt sie jährlich zusätzlich 500 | Millionen Mark an Zuschüssen zum BAföG zur Verfügung. Mit der Nichtanrechnung des Kindergeldes beim BAföG, der | Anhebung der Freibeträge und der Erhöhung der Bedarfssätze {sollen zukünftig mehr junge Leute finanziell gefördert wer­den. E Die. Leistungen der Ausbil­; dungsförderung sollen durch die Anpassung des BAföG an die tiegenen| Lebenshal­tungskosten spürbar verbessert | werden. Nach Aussagen von Bulmahn steigt ‚der BAföG­| Höchstsatz von 1030,00 DM auf 1100,00 DM. Weitere Eckpunkte der Reform betreffen die. Gleichstellung der Studierenden aus Ost und a West bei der Förderung, die Internationalisierung der Aus­bildungsförderung sowie die Vereinfachung der Antrags­und Verwaltungsverfahren. Ministerin Bulmahn kündigte an, dass sie darüber hinaus Möglichkeiten und Konditio­nen zur Einführung eines zeit­lich befristeten Bildungskredits für Studierende in besonderen Studiensituationen prüfen werde. Die Hochschulrektorenkonfe­renz sieht in der von der Bun­desregierung vorgestellten No­vellenoch keinen adäquaten Ersatz für die zugesagte struk­turelle Reform der Ausbil­dungsförderung. Das Gre­mium setzt sich insbesondere für eine elternunabhängige Förderung, für Bildungskre­dite für nicht geförderte Stu­dierende ein und kritisiert den abschreckenden Effekt einer hohen Darlehensbelastung.

B.E.

Zwei Rechtschreibungen

Ein albanischer Doktorand in Potsdam

Es war Oktober 1996, als ich zum ersten Mal als Stipendiat nach Potsdam kam. Viele Fra­gen gingen mir damals durch den Kopf: Wird die Uni dort gut sein? Welche Sehenswür­digkeiten hat Potsdam zu bie­ten? Sind die Potsdamer eher kommunikativ oder zurückhal­tend?

Das erste Treffen mit den Ver­tretern des Akademischen Aus­landsamtes der Universität hat mich sehr erleichtert. Alles war sehr gut organisiert, von der Ankunft in Potsdam bis zur Unterbringung. Auf jede Frage erhielt ich eine Antwort, bei je­dem Problem bekam ich Hilfe, um es zu lösen.

Kleine Seminargruppen, rei­ches wissenschaftliches Leben, große Bibliothek, all diese Vor­teile würden jedem auffallen, der zum ersten Mal an die Uni Potsdam kommt.

Das Wintersemester 96/97 er­lebte ich hier als Student, da­nach ging ich nach Albanien zurück, um dort mein ange­fangenes Germanistikstudium zu beenden. Trotzdem vergaß ich die gute Erfahrung von Potsdam nicht.

Drei Jahre gingen schnell vor­bei. Während dieser Zeit schloss ich mein Germani­stikstudium ab. Anschließend

bekam ich eine Assistenten­stelle in der Germanistikabtei­lung der Uni Tirana. Vor einem Jahr erhielt ich die Möglich­keit, wieder nach Deutschland als Stipendiat zu kommen, diesmal aber als Doktorand. Mein Wunsch war es, die wis­senschaftlichen Kontakte zur

Doktorand Ergys Prifti. Foto: Tribukeit

Uni Potsdam weiterzuführen.

Die ersten Vorbereitungen meiner Promotionsarbeit hatte ich bereits in Albanien getrof­fen. Die deutsche und albani­sche Rechtschreibung steht im Mittelpunkt meiner Arbeit. Das ist das erste Mal, dass diese beiden Rechtschreibungen vergleichend betrachtet wer­

den. Ich möchte aber nicht nur auf der theoretischen| Ebene bleiben, sondern das Problem auch didaktisch betrachten. Durch Weinen Aitheoretischen Vergleich beider Rechtschrei­bungen bemühe ich mich, her­auszufinden, welche Gemein­samkeiten und Unterschiede es gibt, um daraus entsprechende didaktische Schlussfolgerun­gen zu ziehen Sdiefürgden Rechtschreiberwerb beider Sprachen wichtig sind. Diese theoretischen Betrachtungen werden mit den didaktischen Punkten verknüpft. Deutsche und albanische Schüler der sechsten, achten und zwölften Klassen werden hinsichtlich ih­rer Rechtschreibschwächen in den entsprechenden Sprachen untersucht. Ich glaube, die Er­gebnisse werden sehr interes­sant sein. Das Albanische hat gegenüber dem Deutschen den Vorteil, eine Sprache mit Laut-Buchstaben-Zuordnun­gen 1:1 zu haben, was sich aber andererseits auch Jals Nachteil darstellt. Mit dieser Arbeit möchte ich einen Stein mehr im Bereich der Sprach­vergleiche legen und dadurch besonders den albanischen Deutschlehrern helfen.

Ergys Prifti, Institut für Germanistik

WeltTrends

Kann wirtschaftliche Entwick­lung gefördert werden, indem man Kompetenzen vom Zen­trum auf untergeordnete Ebe­nen überträgt? Dieser Frage widmet sich das neue Heft von Welt Trends mit dem Schwer­punktthemaDezentralisie­rung und Entwicklung. Ver­schiedene Autoren erörtern, welche Gelegenheiten Dezen­tralisierung eröffnet, welche Handlungszwänge sie schafft, wie: sie als Instrument der Herrschaftssicherung benutzt wird und welchen Einfluss Entwicklungshilfe auf Dezen­tralisierungsvorhaben nimmt.

Neben dem Schwerpunkt gibt es auch einen Beitrag Zum Streit zwischen der DDR und

der VR Polen um die Grenze in der Oderbucht und eine De­batte zur Außenpolitik der deutschen Eliten.

Adriane Wipperling, Wirt­

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