PUTZ 3/00
„Gegen Verdummung”
Studis gegen Kürzungen
| Die Potsdamer Gymnasiastin Elisa Naumann war Prakti| kantin im Referat für Presse|, Öffentlichkeits- und Kul7 turarbeit. Sie nahm am 27. Januar dieses Jahres an der Demonstration gegen Kürzungen im Bildungs- und | Wissenschaftsbereich in _ Potsdam teil. Im Folgenden ; veröffentlichen wir ihren Er
8 lebnisbericht über diese i Demo. Schon von weitem konnte man schen,‘ dass etwas nicht
8 stimmte. In der Innenstadt A steckten Straßenbahnen und zusse in einem Verkehrschaos st. Tausende Menschen hat8 ten sich am 27. Januar am Al| ten Markt getroffen und zogen a nun zum Landtag, um dort | gegen die Kürzungen im Bil| dungs- und Wissenschaftsbereich zu demonstrieren. Zum | größten Teil waren es Eltern 8 mit ihren Kindern und Hortnerinnen, die gegen das Kita] Gesetz protestieren wollten. Aber auch etwa 1000 StudieBE rende hatten sich angeschlos. sen, da sie ebenfalls von den | Einsparmaßnahmen der LanA desregierung betroffen sind. Aufgerufen zu der Demonstra] tion hatten die Gewerkschaften ÖTV und GEW, sowie der EB AStA der Uni Potsdam. Und Jihr Ruf wurde erhört- ungefähr 20.000 Menschen kamen zum Landtag. Frank Richarz
vom AStA erinnerte in seiner Rede an das„Maßnahmenpaket“, dass am 3. Dezember 1999 von der Landesregierung „gepackt“ wurde. Dieses beinhaltet die Semesterrückmeldegebühr von voraussichtlich 100,00 DM,_Personaleinsparungen an Kitas, Schulen und Universitäten sowie Einsparungen im Hochschulbau. Er erklärte, was dies für die Universität Potsdam bedeuten würde: Zu den angekündigten 90 wegfallenden Stellen würden noch 150 dazukommen, Studierende müssten pro Semester eine Gebühr von 160,00 DM bezahlen und die zwei Philosophischen Fakultäten würden zusammengelegt werden. Außerdem ginge durch die Semesterrückmelde
S
ORD
gebühr der Universität Potsdam ein erheblicher Wettbewerbsvorteil gegenüber den Berliner Universitäten verloren, und der Personalabbau verschlechtere die ohnehin schon schwierige personelle Lage: Die Prioritäten seien falsch gesetzt, so Richarz, zumal die Gebühren nicht einmal den Hochschulen zugute kämen, sondern in Projekte wie den Bau eines Großflughafens oder den Lausitzring fließen würden. Dagegen setzten sich Studierende mit dieser? Demonstration zur Wehr. Auch im neuen Semester wird es weitere Aktivitäten der Studierenden geben, die sich gegen die Kürzungen im Bildungsund Wissenschaftsbereich richten.
ED
Studierende der Universität Potsdam gingen auf die Straße, um gegen falsche Prioritätensetzung im Landeshaushalt zu demonstrieren.
Foto: Tribukeit
Leserbrief: Diplomstudiengang
gemeint
In der Februar-Ausgabe der „PUTZ“ ist Ihnen ein Fehler unterlaufen, der die betroffenen Studierenden in Panik versetzte und erhöhten Kommunikationsbedarf schuf. Sie berichten dort Hauf FSeiteäscechs; dass der Wissenschaftsrat empfohlen habe, den Studiengang Soziologie an der Wirtschaftsund Sozialwissenschaftlichen Fakultät einzustellen. Richtig ist, dass der Wissenschaftsrat empfohlen hat, den Diplomstudiengang Soziologie einzustellen. Bislang gibt es noch— wie in der Politikwissenschaft auch— neben diesem Diplomstudiengang einen Magisterstudiengang.
Da man nicht! unterstellen sollte, dass der Wissenschaftsrat seine Empfehlungen ohne Sorgfalt ausfertigt, muss man annehmen, dass er die Beendigung des Magisterstudienganges Soziologie eben nicht empfohlen hat. Es ist noch offen, auf welchem Wege die notwendige Profilbildung der Fakultät vorangetrieben und die Attraktivität der Universität Potsdam gesteigert wird— ob durch die Auflösung, die Halbierung oder durch die produktive Entfaltung des Lehrfachs Soziologie.
Prof. Dr. Erhard Stölting/Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Ostangleichung bis 2004?
| In den derzeit laufenden Tarif| verhandlungen für den öffent|lichen Dienst ist eine Hauptx forderung die Beseitigung der | Diskriminierung der Beschäf|ügten im Tarifgebiet Ost. Im | Folgenden äußert dazu Dr. | Fred Albrecht, GEW-Kreisvorj Sıtzender der Universität Potsdam, seine Meinung.
1 Fast zehn Jahre nach dem VollZug der deutschen Vereini\ Sung ist die schlechtere Bezah|!ung eines Teils der Bediensteten im Osten nicht mehr mit dem Grundgesetz vereinbar.
Es fordert Gleichbehandlung aller Bürger und die Schaffung gleicher Lebensverhältnisse in ganz Deutschland. Da bei den Preisen gleiche Verhältnisse in Deutschland erreicht sind, gibt es keinen vertretbaren Grund für eine Ungleichbehandlung. Die Beschäftigten nach Osttarif haben lange genug Solidarität mit den öffentlichen Kassen geübt.
Dies war auch den Delegierten des Sonderparteitages der SPD im Land Brandenburg bewusst, als sie Mitte März den
Landesvorstand korrigierten. Noch einmal zehn Jahre unterschiedliche Vergütung im Land Brandenburg nach durch nichts zu begründenden Kriterien folgt ausschließlich dem Wunsch, den Beschäftigten Lohn zu rauben, um die Kassen zu sanieren, die durch grobe Fehlentscheidungen der Landesregierung geleert wurden. Die vergeudete Milliarde für den Großflughafen hätte lange gereicht, die genannten Forderungen des Grundgesetzes zu erfüllen.
Übrigens, wenn die LandesSPD die Angleichung auf 2004 verschieben will, warum fordert sie dann nicht konsequenterweise die Vergütung aller Beschäftigten im Lande nach dem gleichen Tarif, denn die leeren Kassen gelten für alle. Dr. Fred Albrecht/GEWKreisvorsitzender VUniversität Potsdam
Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine weg
zutragen.(China) Brot für die Welt Posthank Köln 500 500-500
23