Heft 
(1.1.2019) 03
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PUTZ 3/00

Gegen Verdummung

Studis gegen Kürzungen

| Die Potsdamer Gymnasiastin Elisa Naumann war Prakti­| kantin im Referat für Presse­|, Öffentlichkeits- und Kul­7 turarbeit. Sie nahm am 27. Januar dieses Jahres an der Demonstration gegen Kür­zungen im Bildungs- und | Wissenschaftsbereich in _ Potsdam teil. Im Folgenden ; veröffentlichen wir ihren Er­

8 lebnisbericht über diese i Demo. Schon von weitem konnte man schen, dass etwas nicht

8 stimmte. In der Innenstadt A steckten Straßenbahnen und zusse in einem Verkehrschaos st. Tausende Menschen hat­8 ten sich am 27. Januar am Al­| ten Markt getroffen und zogen a nun zum Landtag, um dort | gegen die Kürzungen im Bil­| dungs- und Wissenschaftsbe­reich zu demonstrieren. Zum | größten Teil waren es Eltern 8 mit ihren Kindern und Hort­nerinnen, die gegen das Kita­] Gesetz protestieren wollten. Aber auch etwa 1000 Studie­BE rende hatten sich angeschlos­. sen, da sie ebenfalls von den | Einsparmaßnahmen der Lan­A desregierung betroffen sind. Aufgerufen zu der Demonstra­] tion hatten die Gewerkschaf­ten ÖTV und GEW, sowie der EB AStA der Uni Potsdam. Und Jihr Ruf wurde erhört- unge­fähr 20.000 Menschen kamen zum Landtag. Frank Richarz

vom AStA erinnerte in seiner Rede an dasMaßnahmenpa­ket, dass am 3. Dezember 1999 von der Landesregierung gepackt wurde. Dieses bein­haltet die Semesterrückmelde­gebühr von voraussichtlich 100,00 DM,_Personaleins­parungen an Kitas, Schulen und Universitäten sowie Eins­parungen im Hochschulbau. Er erklärte, was dies für die Universität Potsdam bedeuten würde: Zu den angekündigten 90 wegfallenden Stellen wür­den noch 150 dazukommen, Studierende müssten pro Se­mester eine Gebühr von 160,00 DM bezahlen und die zwei Philosophischen Fakultä­ten würden zusammengelegt werden. Außerdem ginge durch die Semesterrückmelde­

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gebühr der Universität Pots­dam ein erheblicher Wettbe­werbsvorteil gegenüber den Berliner Universitäten verlo­ren, und der Personalabbau verschlechtere die ohnehin schon schwierige personelle Lage: Die Prioritäten seien falsch gesetzt, so Richarz, zu­mal die Gebühren nicht einmal den Hochschulen zugute kä­men, sondern in Projekte wie den Bau eines Großflughafens oder den Lausitzring fließen würden. Dagegen setzten sich Studierende mit dieser? De­monstration zur Wehr. Auch im neuen Semester wird es weitere Aktivitäten der Studie­renden geben, die sich gegen die Kürzungen im Bildungs­und Wissenschaftsbereich rich­ten.

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Studierende der Universität Potsdam gingen auf die Straße, um gegen falsche Prioritätensetzung im Landeshaushalt zu demonstrieren.

Foto: Tribukeit

Leserbrief: Diplomstudiengang

gemeint

In der Februar-Ausgabe der PUTZ ist Ihnen ein Fehler unterlaufen, der die betroffe­nen Studierenden in Panik ver­setzte und erhöhten Kommu­nikationsbedarf schuf. Sie be­richten dort Hauf FSeiteäscechs; dass der Wissenschaftsrat emp­fohlen habe, den Studiengang Soziologie an der Wirtschafts­und Sozialwissenschaftlichen Fakultät einzustellen. Richtig ist, dass der Wissenschaftsrat empfohlen hat, den Diplom­studiengang Soziologie einzu­stellen. Bislang gibt es noch wie in der Politikwissenschaft auch neben diesem Diplom­studiengang einen Magister­studiengang.

Da man nicht! unterstellen sollte, dass der Wissenschafts­rat seine Empfehlungen ohne Sorgfalt ausfertigt, muss man annehmen, dass er die Beendi­gung des Magisterstudiengan­ges Soziologie eben nicht empfohlen hat. Es ist noch of­fen, auf welchem Wege die notwendige Profilbildung der Fakultät vorangetrieben und die Attraktivität der Universität Potsdam gesteigert wird ob durch die Auflösung, die Hal­bierung oder durch die pro­duktive Entfaltung des Lehr­fachs Soziologie.

Prof. Dr. Erhard Stöl­ting/Wirtschafts- und So­zialwissenschaftliche Fakul­tät

Ostangleichung bis 2004?

| In den derzeit laufenden Tarif­| verhandlungen für den öffent­|lichen Dienst ist eine Haupt­x forderung die Beseitigung der | Diskriminierung der Beschäf­|ügten im Tarifgebiet Ost. Im | Folgenden äußert dazu Dr. | Fred Albrecht, GEW-Kreisvor­j Sıtzender der Universität Pots­dam, seine Meinung.

1 Fast zehn Jahre nach dem Voll­Zug der deutschen Vereini­\ Sung ist die schlechtere Bezah­|!ung eines Teils der Bedienste­ten im Osten nicht mehr mit dem Grundgesetz vereinbar.

Es fordert Gleichbehandlung aller Bürger und die Schaffung gleicher Lebensverhältnisse in ganz Deutschland. Da bei den Preisen gleiche Verhältnisse in Deutschland erreicht sind, gibt es keinen vertretbaren Grund für eine Ungleichbehandlung. Die Beschäftigten nach Ostta­rif haben lange genug Solida­rität mit den öffentlichen Kas­sen geübt.

Dies war auch den Delegierten des Sonderparteitages der SPD im Land Brandenburg be­wusst, als sie Mitte März den

Landesvorstand korrigierten. Noch einmal zehn Jahre unter­schiedliche Vergütung im Land Brandenburg nach durch nichts zu begründenden Krite­rien folgt ausschließlich dem Wunsch, den Beschäftigten Lohn zu rauben, um die Kas­sen zu sanieren, die durch grobe Fehlentscheidungen der Landesregierung geleert wur­den. Die vergeudete Milliarde für den Großflughafen hätte lange gereicht, die genannten Forderungen des Grundgeset­zes zu erfüllen.

Übrigens, wenn die Landes­SPD die Angleichung auf 2004 verschieben will, warum for­dert sie dann nicht konsequen­terweise die Vergütung aller Beschäftigten im Lande nach dem gleichen Tarif, denn die leeren Kassen gelten für alle. Dr. Fred Albrecht/GEW­Kreisvorsitzender VUniver­sität Potsdam

Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine weg­

zutragen.(China) Brot für die Welt Posthank Köln 500 500-500

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