PUTZ 4/00
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Schwere Belastung für die Uni
| Entwurf des Doppelhaushalts für 2000 und 2001
| Nach dem Entwurf des — Haushaltsplanes für die Haushaltsjahre 2000 und 2001 des Landes Brandenburg soll die Universität Potsdam im Jahr 2000 insgesamt einen Etat von 148,3 Millionen DM und im Jahr 2001 von 145,8 Millionen DM erhalten. Gegenüber 1999 erhöht sich der Etat damit im Jahr 2000 um etwa 2,6 Millionen DM, womit, nach Einschätzung von Uni-Kanzler, Alfred Klein, die Uni noch beherrschbar bewirtschaftet werden kann. Doch | ein großes Problem wird der | Haushalt 2001. Mit seiner Ab| senkung auf 145,8 Millionen | DM wird die Uni den Hauhalt | nicht mehr ohne Substanz| schäden bewältigen können. | Das Rektorat hat daher die ver| antwortlichen Politiker dazu | aufgefordert, Nachbesserungen im weiteren Beratungsver| fahren vorzunehmen.
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Globalisierung so nicht möglich
] Die Universität Potsdam | nimmt neben der Hochschule für Film und Fernsehen und den Fachhochschulen Wildau
Jahres 2000 an dem Brandenburger Modellversuch Haushaltsglobalisierung im Hochschulbereich teil. Im Vorfeld hatten sich die Hochschulen und die Ministerien für Wissenschaft, Forschung und Kultur(MWFK) und Finanzen (MdF) ein Regelwerk für das Projekt erarbeitet. Die Zustimmung der Hochschulen erfolgte dabei ausdrücklich unter / der Bedingung einer auskömmlichen Finanzierung des Personalbudgets. Vereinbart wurde, dass das Budget der Personalhaushalte auf der Grundlage der vorjährigen Personal-Ist-Kosten zuzüglich eines Regelansatzes für die Nicht besetzten Stellen (100.000,- DM für eine Stelle) ausfinanziert wird. Nach den Berechnungen des FinanzmiNisterium für die vorläufige Haushaltswirtschaft hätte der
und Lausitz seit Anfang des‘
auskömmlich finanzierte Personalhaushalt der Uni Potsdam damit rund 134 Millionen DM betragen. Entgegen dieser Festlegung wurden nun aber die freien Stellen nur mit einem Regelsatz von 40.000,DM berechnet; sodass der Personalhaushalt nun nur etwa 131,7 Millionen DM beträgt. Im Jahr 2001 soll die Uni
Den
rund 15,9 Millionen DM gegenüberä 1999 Meine geringe Steigerung von 398.000,- DM aus. Diese Steigerung deckt aber nicht einmal die jährlichen Mehrkosten von mehr als einer Millionen DM, die die Universität allein für den Betrieb des neuen Gebäudes in Golm benötigt.
Berücksichtigt man dagegen
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ART
Die für die Hochschulen mit der Beteiligung an der Globalisierung verbundenen Hoffnungen auf Planungssicherheit scheinen offensichtlich nicht erfüllbar zu sein. Der Modellversuch ist damit in den Startblöcken des Doppelhaushalts hängen geblieben.
Einschreibegebühren von 100 Mark
Mit dem Haushaltsstrukturgesetz vom a Dezember 1999 hatte die Brandenburgische Landesregierung beschlossen, dass künftig alle Studierenden
Gravierende Einschnitte aufgrund des Haushalts in den Jahren 2000 und 2001 sind auch für die Ausbildung der
Studierenden zu befürchten.
Potsdam zur Bezahlung des Personals dann nur noch 129,1 Millionen DM erhalten. Unter Berücksichtigung der 2001 noch umzulegenden pauschalen Ressortminderausgabe von etwa 3,8 Millionen DM sowie einer im Ressort Wissenschaft noch zu verteilenden Minderausgabe in Höhe von etwa 1,7 Millionen DM ist dann selbst die Finanzierung der Personalkosten völlig fraglich.
Die Investitionsmittel betragen für die gesamte Universität Potsdam in beiden Haushaltsjahren je 750 Tausend DM. Damit läßt sich gerade eine einzige Professur in den Naturwissenschaften wiederbesetzen. Der jährliche Erneuerungsbedarf bei den Professuren beläuft sich aber auf einen Mindestbetrag von 2,4 Millionen DM.
Die Sachkosten weisen mit
die tatsächlichen Ausgaben im Sachmittelbereich der Universität im Jahr 1999, so crgibt sich insgesamt ein Defizit im Sachmittelhaushalt von rund 3,7 Millionen DM.
Die Grundbedingung für die Beteiligung der Uni Potsdam am Modellversuch Globalhaushalt, nämlich die Ausfinanzierung des Personalbudgets ist mit dem Entwurf des Doppelhaushalts für das Jahr 2000 nicht hinreichend und
| für das Jahr 2001 überhaupt
nicht erfüllt. Die mit der Globalisierung angestrebten Ziele, die Steuerungs- und Planungsfähigkeit der Hochschulen zu verbessern, wurden weit verfehlt. Denn gedacht war die katastrophale Situation im Investitions- und im Sachmittelhaushalt durch eine befristete Einstellungssperre auszugleichen.
halbwegs
Foto: Fritze
pro Semester 100,- DM Rückmeldegebühr zu zahlen haben. Entgegen der Zusage der Politiker, in diesem Fall die Gebühren den Hochschulen Brandenburgs als Einnahme zu belassen, werden die geplanten Einnahmen(2000= 2 Millionen DM und 2001= 4,5 Millionen DM) nun nicht in den Hochschulhaushalten schlagt. Die Uni Potsdam, die bereits jetzt Einschreibegebühren in Höhe von! 10,- DM zur Deckung der realen Verwaltungskosten erhebt, wird nunmehr zusätzlich um die Finanzierung dieser Kosten betrogen. Immerhin macht das insgesamt eine Summe von 240.000,- DM aus, die der Hochschule zu ihrer Bewirtschaftung nun nicht mehr zur Verfügung steht.
Janny Glaesmer
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veran