PUTZ 4/00
Campus
Aktiv gegen Studiengebühren
Mit Beginn des Wintersemesters 2000/2001 sollen nach dem Willen der Brandenburgischen Landespolitiker auch die Potsdamer Studis eine sogenannte Verwaltungsgebühr in Höhe von 100,00 DM zahlen. AStA-Referent Daniel Taprogge äußert im
Folgenden seine Meinung dazu. Brandenburgs Landesregie
rung, allen voran die SPD-Finanzministerin, will den Studis stärker in die Tasche greifen. Zunächst hatte die Landesregierung dies damit begründet, dass der Landeshaushalt konsolidiert werden muss. Mittlerweile kann man dieser Begründung nicht mehr so recht glauben: Die Gebühren kommen in einen Sonderetat des Wissenschaftsministers,‘aus dem dieser ihm genehme Forschungsprojekte finanzieren kann. Daneben entfallen den Hochschulen die Erstattung
Die bevorstehenden Gebühren von 100,00 DM werden in manche PorteFoto: Tribukeit
monnates„Löcher“ reißen.
für die tatsächlichen Rückmeldekosten- bei weiteren Kürzungen der Landeszuschüsse. Die Konzeptionslosigkeit der Landesregierung kommt den
Potsdamer Studis nun teuer zu.
stehen. Doch regt sich hier Widerstand, so ganz protestlos soll eine solche Ungerechtigkeit nicht hingenommen werden. Schon im letzten Semester gab es zahlreiche Aktionen
und eine Vollversammlung mit anschließender Protestkundgebung vor dem Landtag.
In diesem Semester wollen wir auch wieder Landtag marschieren, und zwar dann, wenn der Wissenschaftsausschuss den Haushalt berät. Außerdem gibt es noch bis Mitte Mai eine Unterschrif tensammlung und demnächst Protestpostkarten, die man an die Abgeordneten schicken kann. Und dann wird der AStA natürlich den rechtlichen Weg beschreiten und gegen diese Gebühr klagen- mit Aussicht
zum
über
auf Erfolg.
Noch ein kleiner Tipp: Wenn bei Euch die Rückmeldeunter lagen eintrudeln, schreibt doch auf die Überweisung der 100,00 Mark Gebühren immer „unter Vorbehalt einer gericht lichen Entscheidung“. Dies sichert Euch zu, dass Ihr das Geld wiederbekommt, sobald wir mit unseren Klagen erfolgreich waren.
Weitere aktuelle Infos sind im Internet unter: http://www.
asta.uni-potsdam.de abrufbar.
Chipkarte aufs Eis gelegt
Projekt scheitert an der Finanzierung
Viele Verwaltungsvorgänge im universitären Betrieb könnten unbürokratischer und schneller ablaufen, wenn die Rückmeldungen, die Seminaranmeldungen, das Kopieren oder der Bibliotheksbesuch über den elektronischen Studierendenausweis abgewickelt werden könnten.
Deshalb sollte auch an der Universität Potsdam eine Chipkarte als Studierendenausweis eingeführt werden. Bereits zum Sommersemester 2000 sollten in einer ersten Stufe alle Studienanfänger die Chipkarte erhalten. Nach Prüfung der technischen Möglichkeiten und der damit zusammenhängenden Kosten für die Einführung des Systems hat sich die Universitätsleitung kürzlich allerdings dafür entschieden, das Chipkartenprojekt zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf Eis zu legen. Ange
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sichts der angespannten Haushaltssituation muss die Einführung der Chipkarte zurückgestellt werden.
Hintergrund für diese Entscheidung ist die angespannte Haushaltssituation der Hochschule, die die Finanzierung der Chipkarte nur mit Hilfe von Sponsoring möglich gemacht hätte. Ohne Sponsoring ist die von der Uni ins Auge gefasste technologisch modernste und sicherste Lösung nicht zu finanzieren. Vorgesehen war die sogenannte TwinKarte, eine Kombination eines Prozessors für hohe Datensicherheit mit einem Chip für kontaktloses Arbeiten. Andere und im Einsatz billigere Lösungen sind beispielsweise nicht für die Prüfungsanmeldung oder für den Zugang ins Studenteninformationssystem via Internet geeignet. Darüber hinaus könnte die Uni mit herkömmlichen und damit zurzeit
billigeren Kartenmodellen nur schwer auf technische Erweiterungen und Neuerungen reagieren.
Bei ihrer Entscheidung, das Chipkartenprojekt zeitlich für etwa drei Jahre zu verschieben, ging die Hochschulleitung davon aus, dass sich in nächster Zeit auch die Banken mit einer neuen KGeldkartengeneration auseinandersetzen. Auf den Markt strebt die sogenannte
Dual-Interface-Karte, mit der unter anderem eine digitale Signatur als rechtsverbindliche Unterschrift unter elektroni schen Dokumenten möglich wird. Insgesamt erhofft sich die Unileitung, dass die derzeit aufzubringenden Kosten in Höhe von 27,00 DM pro Chipkarte erheblich geringer werden. Bis also eine bezahlbarere Lösung für die Umsetzung des Chipkartenprojekts in Sicht ist, wird der Markt weiter beobachtet und gehen die Vorbereitungen zur Einführung des Projekts weiter voran.
PUTZ
Karlanı
Tatjana Muste Nr. 123460
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