PUTZ 4/00
Wissenschaft aktuell
Neue Entwicklungen untersucht
Wirtschafts- und Finanzexperten an der Uni
Wie in anderen Bereichen auch, ist die Entwicklung in der Wirtschaft durch Globalisierung gekennzeichnet. Nationale Grenzen verlieren an Bedeutung, weltweite Unternehmenszusammenschlüsse sind an der Tagesordnung.
nehmer diskutierten beispielsweise, wie langfristig die praktische Wirtschaftspolitik noch ausgerichtet ist. Thematisiert wurde die Frage, warum sich die Wirtschaftspolitik der Praktiker, zum Beispiel der Bundesregierung, immer stärker an kurzfristigen Zielen orientiert,
kommens aus Kapital- beziehungsweise Körperschaftsbesteuerung relativ zu anderen Steuerarten festzustellen.
Debattiert wurde des Weiteren über„Innovation Market Analysis“. Es handelt sich dabei um einen neuen amerikanischen Ansatz in der Wettbe
werbspolitik. Er zielt darauf
ab, bei zu genehmigenden Fusionsvorhaben deren Innovationseffekte zu untersuchen. Je nachdem, ob Innovationseffekte beeinträchtigt oder gefördert werden, sollen Fusionen verboten oder genehmigt werden. Da Informationen über die Zukunft der Märkte aber fehlen, ist dieses Instrument, so verlockend es aus
Anzeige
sicht, untauglich, meinen die Konferenzteilnehmer.
Auch die Finanzdienstleistun gen und Finanzmärkte befin den sich im Umbruch.„Hier gibt es eine Fülle, oft von Öf fentlichkeit und Wissenschaft unbemerkter Entwick lungen“, so KEickhof. denke etwa an den aktueller Umfang und die Problematik des Grauen Kapitalmarktes. Sic
noch
erzeugten auf der einen Seitc Befürchtungen, signalisierter auf der anderen Seite staatli chen Handlungs- und Regulie rungsbedarf, um bei den Inno
vationen funktionsfähige Marktergebnisse erzielen zı können.
B.E
Man
Rund 60 Wirtschafts- und Finanzexperten trafen sich in Potsdam, um neuere Entwicklungen der Theorie der Wirtschaftspolitik zu diskutieren, hier Prof. Dr. Norbert Eickhof von der Universität Potsdam(r.) und Prof. Dr. Hartmut Berg von der Universität Dortmund(Mitte) mit Uni-Rektor
Prof. Dr. Wolfgang Loschelder.
Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich der Wirtschaftspolitische Ausschuss des Vereins für Socialpolitik bei seiner Jahrestagung mit neueren Entwicklungen in der Theorie: der Wirtschaftspolitik befasste. Experten auf diesem Gebiet trafen sich kürzlich zu Tagungen des Ausschusses sowie eines Unterausschusses, der Arbeitsgruppe Wettbewerb, an der Universität Potsdam.
Es ging dabei sowohl um die Darstellung der gegenwärtigen Situation als auch um wirtschaftspolitische Beurteilungen, erläutert Prof. Dr. Norbert Eickhof, Organisator der Tagung und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Uni Potsdam. Verschiedene, insbesondere institutionelle Veränderungen im Bereich der Wirtschaftspolitik und ihre theoretische Durchdringung wurden untersucht. Die Teil
16
Foto: Fritze
was Konsequenzen für die Qualität der langfristigen Wirtschaftspolitik hat. Was die Rolle des Staates bei der Globalisierung betrifft, so warnten die Ausschussmitglieder davor, dass der Nationalstaat in Zukunft seine Rolle in bestimmten Bereichen verlieren könnte. Andererseits zeige sich bei strenger wissenschaftlicher Analyse, dass vieles von dem, was in der Tagespolitik im Zusammenhang mit der Globalisierung als große Gefahr beziehungsweise radikale Veränderung empfunden werde, übertrieben ist. So muss das befürchtete„race to. the bottom“ weder bei den Regulierungsstandards noch im Steuersystem befürchtet werden. Vielmehr besteht eine positive Korrelation zwischen der Offenheit einer Volkswirtschaft und dem Umfang des Regierungshandelns. Ferner ist bisher weder ein Rückgang der Steuerquoten noch des Auf
Gebt den Kindern eine Chance!
Der Leiter des Entwicklungsfonds der Vereinten Nationen(UNDP) Gustav Spert hat Mitte 1997 bei einer Konferenz in Costa Rica darauf hingewiesen, dass weltweit in 100 Ländern die wirtschaftliche Lage schlechter ist als vor 15 Jahren.® Die ILO schätzt, dass 250 Millionen Kinder zwischen 5 und 14 Jahren unter den Bedingungen von Leibeigenschaft, Prostitution, Schuldknechtschaft, Zwangs- und Sklavenarbeit ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Es handelt sich ganz überwiegend nicht um vernünftige Kinderarbeit im Sinne von„learning bei doing“, wie einige meinen.® In Madras sammeln 30.000 Kinder| Altpapier für 30 Pfennig pro Tag.® In Pakistan werden 80 Prozent aller Teppiche unter katastrophalen gesundheit-| lichen Bedingungen von Kindern geknüpft und in amerikanischen und| europäischen Handelshäusern preiswert verkauft.® Agop Kayayan, Leiter des Kinderhilfswerks UNICEF in Brasilien berichtet, in seinem Land würden rund 7,5 Millionen Jungen und Mädchen im Alter von 7 bis 17 Jahren als billigste Arbeitskräfte ausgebeutet.® Besonders schlimm sei das Los der Hausmädchen, von denen 820.000 offiziell registriert seien. Die Dunkelziffer sei jedoch viel höher. Viele von ihnen| würden missbraucht und bei Schwangerschaft hinausgeworfen und ihnen bleibe dann auf der Straße meist nur noch die Prostitution.| ® Weltweit geraten über eine Million Mädchen in die Hände von Zuhälterringen. Laut UNICEF leiden mehr als 200 Millionen Kinder| unter 5 Jahren unter Vitamin A-Mangel.® Täglich sterben etwa| 35.000 Kinder an leicht vermeidbaren Krankheiten, wie zum Beispiel| Durchfallerkrankungen. Einfache Salz-Zucker-Lösungen könnten schon| helfen. Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin A würde die Kindersterblichkeit um bis zu 23 Prozent senken und die Kinder vor schweren|| Behinderungen bewahren...
Man kann also sehen, dass Spenden für„Brot für die Welt” sinnvoll eingesetzt werden können, und dass mit jeder Spende eine sinnvolle Postbank Köln 500 500-500
Hilfe geleistet werden kann.
ot BLZ 370 100 50 Vs http.://www.brot-fuer-die-welt.de für
Dr. Heiner Geißler MdB, Bundesminister a.D.
| | | |