Heft 
(1.1.2019) 04
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PUTZ 4/00

Wissenschaft aktuell

Neue Entwicklungen untersucht

Wirtschafts- und Finanzexperten an der Uni

Wie in anderen Bereichen auch, ist die Entwicklung in der Wirtschaft durch Globa­lisierung gekennzeichnet. Nationale Grenzen verlieren an Bedeutung, weltweite Unternehmenszusammen­schlüsse sind an der Tages­ordnung.

nehmer diskutierten beispiels­weise, wie langfristig die prak­tische Wirtschaftspolitik noch ausgerichtet ist. Thematisiert wurde die Frage, warum sich die Wirtschaftspolitik der Prak­tiker, zum Beispiel der Bun­desregierung, immer stärker an kurzfristigen Zielen orientiert,

kommens aus Kapital- bezie­hungsweise Körperschaftsbe­steuerung relativ zu anderen Steuerarten festzustellen.

Debattiert wurde des Weiteren überInnovation Market Ana­lysis. Es handelt sich dabei um einen neuen amerikani­schen Ansatz in der Wettbe­

werbspolitik. Er zielt darauf

ab, bei zu genehmigenden Fu­sionsvorhaben deren Innovati­onseffekte zu untersuchen. Je nachdem, ob Innovationsef­fekte beeinträchtigt oder ge­fördert werden, sollen Fusio­nen verboten oder genehmigt werden. Da Informationen über die Zukunft der Märkte aber fehlen, ist dieses Instru­ment, so verlockend es aus­

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sicht, untauglich, meinen die Konferenzteilnehmer.

Auch die Finanzdienstleistun gen und Finanzmärkte befin den sich im Umbruch.Hier gibt es eine Fülle, oft von Öf fentlichkeit und Wissenschaft unbemerkter Entwick lungen, so KEickhof. denke etwa an den aktueller Umfang und die Problematik des Grauen Kapitalmarktes. Sic

noch

erzeugten auf der einen Seitc Befürchtungen, signalisierter auf der anderen Seite staatli chen Handlungs- und Regulie rungsbedarf, um bei den Inno

vationen funktionsfähige Marktergebnisse erzielen können.

B.E

Man

Rund 60 Wirtschafts- und Finanzexperten trafen sich in Potsdam, um neuere Entwicklungen der Theorie der Wirtschaftspolitik zu diskutieren, hier Prof. Dr. Norbert Eickhof von der Universität Potsdam(r.) und Prof. Dr. Hartmut Berg von der Universität Dortmund(Mitte) mit Uni-Rektor

Prof. Dr. Wolfgang Loschelder.

Deshalb ist es nicht verwun­derlich, dass sich der Wirt­schaftspolitische Ausschuss des Vereins für Socialpolitik bei seiner Jahrestagung mit neue­ren Entwicklungen in der Theorie: der Wirtschaftspolitik befasste. Experten auf diesem Gebiet trafen sich kürzlich zu Tagungen des Ausschusses so­wie eines Unterausschusses, der Arbeitsgruppe Wettbe­werb, an der Universität Pots­dam.

Es ging dabei sowohl um die Darstellung der gegenwärtigen Situation als auch um wirt­schaftspolitische Beurteilun­gen, erläutert Prof. Dr. Nor­bert Eickhof, Organisator der Tagung und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Uni Potsdam. Verschiedene, insbesondere institutionelle Veränderungen im Bereich der Wirtschaftspolitik und ihre theoretische Durchdringung wurden untersucht. Die Teil­

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Foto: Fritze

was Konsequenzen für die Qualität der langfristigen Wirt­schaftspolitik hat. Was die Rolle des Staates bei der Glo­balisierung betrifft, so warnten die Ausschussmitglieder davor, dass der Nationalstaat in Zu­kunft seine Rolle in bestimm­ten Bereichen verlieren könnte. Andererseits zeige sich bei strenger wissenschaftlicher Analyse, dass vieles von dem, was in der Tagespolitik im Zu­sammenhang mit der Globali­sierung als große Gefahr bezie­hungsweise radikale Verände­rung empfunden werde, über­trieben ist. So muss das be­fürchteterace to. the bottom weder bei den Regulierungs­standards noch im Steuersy­stem befürchtet werden. Viel­mehr besteht eine positive Korrelation zwischen der Of­fenheit einer Volkswirtschaft und dem Umfang des Regie­rungshandelns. Ferner ist bis­her weder ein Rückgang der Steuerquoten noch des Auf­

Gebt den Kindern eine Chance!

Der Leiter des Entwicklungsfonds der Verein­ten Nationen(UNDP) Gustav Spert hat Mitte 1997 bei einer Konferenz in Costa Rica darauf hingewiesen, dass weltweit in 100 Ländern die wirtschaftliche Lage schlechter ist als vor 15 Jahren.® Die ILO schätzt, dass 250 Millio­nen Kinder zwischen 5 und 14 Jahren unter den Bedingungen von Leibeigenschaft, Pros­titution, Schuldknechtschaft, Zwangs- und Sklavenarbeit ihren Lebensunterhalt verdie­nen müssen. Es handelt sich ganz überwie­gend nicht um vernünftige Kinderarbeit im Sinne vonlearning bei doing, wie einige meinen.® In Madras sammeln 30.000 Kinder| Altpapier für 30 Pfennig pro Tag.® In Pakistan werden 80 Prozent aller Teppiche unter katastrophalen gesundheit-| lichen Bedingungen von Kindern geknüpft und in amerikanischen und| europäischen Handelshäusern preiswert verkauft.® Agop Kayayan, Leiter des Kinderhilfswerks UNICEF in Brasilien berichtet, in seinem Land würden rund 7,5 Millionen Jungen und Mädchen im Alter von 7 bis 17 Jahren als billigste Arbeitskräfte ausgebeutet.® Besonders schlimm sei das Los der Hausmädchen, von denen 820.000 offiziell registriert seien. Die Dunkelziffer sei jedoch viel höher. Viele von ihnen| würden missbraucht und bei Schwangerschaft hinausgeworfen und ihnen bleibe dann auf der Straße meist nur noch die Prostitution.| ® Weltweit geraten über eine Million Mädchen in die Hände von Zuhälterringen. Laut UNICEF leiden mehr als 200 Millionen Kinder| unter 5 Jahren unter Vitamin A-Mangel.® Täglich sterben etwa| 35.000 Kinder an leicht vermeidbaren Krankheiten, wie zum Beispiel| Durchfallerkrankungen. Einfache Salz-Zucker-Lösungen könnten schon| helfen. Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin A würde die Kinder­sterblichkeit um bis zu 23 Prozent senken und die Kinder vor schweren|| Behinderungen bewahren...

Man kann also sehen, dass Spenden fürBrot für die Welt sinnvoll eingesetzt werden können, und dass mit jeder Spende eine sinnvolle Postbank Köln 500 500-500

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Dr. Heiner Geißler MdB, Bundesminister a.D.

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