Heft 
(1.1.2019) 04
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Wissenschaft aktuell

PUTZ 4/00

Generalsekretär

Die Hochschulrektorenkonfe­renz bekommt einen neuen Generalsekretär. Es handelt sich dabei um Dr. Jürgen Heß, den derzeitigen Kanzler der Universität Freiburg. Sein Amtsantritt erfolgt voraus­sichtlich im Spätsommer dieses Jahres. Der 55jährige Jurist wird da­mit Nachfolger des im Januar zum Staatssekretär beim Berli­1er Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur ernann­ten Dr. Josef Lange.

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Präsident

Am 5. April dieses Jahres war es so weit: Prof. Ernst Sig­mund erhielt aus den Händen on Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Hackel in Potsdam Ernennungsurkunde zum Präsidenten der Branden­burgischen Technischen Uni­versität Cottbus.

Nachdem ‚er am 10. Februar

seine

2000 vom Senat der Hoch­schule auf Vorschlag des Bran­

denburgischen

Landeshoch­schulrates gewählt wurde, am­tiert er nun für sechs Jahre. Sigmund leitete bereits vom

| Februar 1996 bis 2000 als | Rektor die Cottbuser Univer­

sität. PUTZ

Vizepräsidenten

| Seit kurzem stehen nun auch

die Vizepräsidenten der Bran­denburgischen Technischen Universität Cottbus fest. Der Senat der Einrichtung wählte

| im April Prof. Dr. Inken Baller,

| Prof. Dr. Gerhard Lappus und

Prof. Dr. Michael Schmidt in ihre Funktionen. Baller ist Vi­zepräsidentin für Lehre und Studium, Lappus widmet sich dem Forschungsbereich und Schmidt dem Bereich Interna­tionale Beziehungen, insbe­sondere Mittel- und Osteu­ropa. Die Amtszeit aller drei Wissenschaftler dauert drei Jahre.

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Außergewöhnlich

Pavel Florenskij und seine Ideen

Er sei zur Unzeit geboren worden, schrieb Pavel Flo­renskij(1882 bis 1937) in einem seiner letzten Briefe aus dem Lager auf den Solo­vki-Inseln im Weißen Meer. In 150 Jahren hätten seine Möglichkeiten wohl besser genutzt werden können. Mit ungläubigem Staunen werde man einst feststellen, dass da einer gelebt habe, der in sei­neraltmodischen Sprache schon dasselbe gesagt habe, was man eben erst als aller­neuestes Ergebnis erkannt zu haben glaubte...

Unter dem programmatischen TitelPavel Florenskij Tradi­tion und Moderne fand im April dieses Jahres an der Uni­versität Potsdam ein interna­tionales Symposium statt, das dem Leben und Wirken des russischen Religionsphiloso­phen gewidmet war. Florens­kij, der die Tradition als mate­rielles System der Sprache und nicht als ideelles System der Inhalte verteidigte, der quasi mit avantgardistischen Argu­menten für die Tradition kämpfte, erwies sich als span­nender und aktueller For­schungsgegenstand.

Schnell zeigte sich, dass die Wissenschaft seit dem Florens­kij-Symposium im italieni­schen Bergamo 1988 einen be­achtlichen Zuwachs an gesi­cherten Kenntnissen verzeich­nen kann. Florenskijs theologi­sche Texte, seine Überlegun­gen zu Rationalität und Meta­physik sowie die Beiträge zu Sprachphilosophie, Ästhetik und Symboltheorie boten An­lass zu reger, teilweise recht kontroverser Diskussion. Spie­gelten seine Ideen doch in ih­rer thematischen Spannbreite und Extravaganz ganzeBlü­tenstände von Fragen wider, die wohl jede Zeit neu beant­worten muss.

Die Biographie des Naturwis­senschaftlers, Schriftstellers und Geistlichen Florenskij, der unter Stalin verhaftet und 1937 hingerichtet wurde, ist glei­chermaßen typisch wie außer­gewöhnlich. Diese schillernde, in sich kontroverse Persönlich­

keit, in der sich prismatisch In­dividualität und Epoche so ei­gentümlich brechen, faszinierte die Zuhörer, blieb jedoch auch rätselhaft und sperrte sich ge­gen vordergründige Deutungs­versuche. Das betrifft etwa die Relation zwischeneifersüchti­ger Freundschaft und Ho­mosexualität, Florenskijs Hal­tung zum Judentum oder zur Diktatur Stalins.

Naturwissenschaftler, Schriftsteller und Geistlicher: Pavel Florenskij Foto: zg.

Der Reiz der Auseinanderset­zung mit Florenskij und sei­nem Werk heute liegt in jener Verzettelung(die seine Zeit­genossen ihm immer wieder vorwarfen:| Florenskiji ent: wickelte kein in sich geschlos­senes System, keine authenti­sche Ganzheitlichkeit. Sein ge­dankliches Gewebe hat die Struktur eines Netzes mit vie­len einzelnen Gedankenkno­ten, das auch für seinen Ur; heber unverhofft neue Wege und Verknüpfungen eröffnet. Möglicherweise ist Florenskij früher angekommen, als er es selber vorausahnen konnte... Dr. Angela Huber/ Institut für Slavistik

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Übergreifender Dialog

Die Zeitschrift für Religions­und Geistesgeschichte (ZRGG) wurde 1948 gegrün­det. Sitz der Redaktion ist heute die Universität Potsdam. Die wissenschaftliche Viertel­jahreszeitschrift versteht sich als ein Ort für den fächerüber­greifenden Dialog in Religi­ons-, Geistes- und Kulturwis­senschaft. ag Anlegen kistädes; Brücken zwischen unterschied­lichen Ansätzen und Metho­den, Fach- und Wissensgebie­ten zu schlagen. Das Heft des Jahrganges 2000 ist gerade erschienen. Es enthält unter anderem Beiträge über New Age und Esoterik, die Haltung von ka­tholischer Bevölkerung und Kirche zur|Reichspogrom: nacht oder die Transzendenz religiöser Grenzen. Ein ande­rer Beitrag befasst sich mit dem letzten flavischen Kaiser Domitian und dessen Rolle bei der Christenverfolgung. Re­zensionen vervollständigen das aktuelle Heft der ZRFF. Neuerdings besteht auch die Möglichkeit, die Hefte im In­ternet unter http://www.uni­potsdam.de/u/mmz/ZRGG. htm abzurufen.

PUTZ

Zeitschrift für Religions­und Geistesgeschichte, Hrsg.: Joachim H. Knoll, Julius H. Schoeps und Chri­stoph Schulte.

Das aktuelle Heft ist im Buchhandel oder direkt über den Verlag Brill, P.O. Box 9000, 2300 PA Leiden, The Netherlands erhältlich. Das Einzelheft kostet 35,00 Euro.

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