Heft 
(1.1.2019) 04
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PUTZ 4/00

Wissenschaft aktuell

Arbeitsgerät Sitz

Untersuchungen in Lehr- und Unterrichtsräumen

Der Mensch ist am Arbeits­platz einer Vielzahl von Ein­flüssen ausgesetzt, die mehr oder minder starke Auswir­kungen auf sein Befinden ha­ben. Dazu zählen Lichtver­hältnisse, Geräuschpegel, Raumklima, Arbeitssitze und-tische. Häufigste Beschwerden sind Kopfschmerzen, Beschwerden im Rücken-, Nacken- und Schulterbereich, Handgelen­kentzündungen. Um solchen Zivilisationskrankheiten entge­genzusteuern, muss demAr­beitsgerät Sitz noch mehr Aufmerksamkeit seitens der Konstrukteure, aber auch de­rer, die das Produkt benutzen, geschenkt werden. Schon in den vergangenen Jah­ren wurden Untersuchungen zur ergonomischen(Arbeits­platz-) Gestaltung von Bild­schirmarbeitsplätzen für Mitar­beiter an der Universität ange­boten. Im vergangenen Semester wur­den die Lehr- und Semi­narräume begutachtet und die Stühle gemessen, um einen Überblick über den Zustand zu erhalten. Sportstudenten widmeten sich in einem Pro­jektseminar zur Gesundheits­förderung dieser Problematik. Zu den Aufgaben der Studen­ten gehörte die Organisation und Planung des Vorhabens. Dann ging es an das Messen der Stühle und an das Begut­achten der Räume in den ein­zelnen Universitätsstandorten. Für die einzelnen Räume wur­den ausführliche Beurteilun­gen der ergonomischen Situa­tion durchgeführt. Im Zusammenhang damit stand eine Studie, die die Kör­permaße der Studenten ermit­telte(siehe dazu Beitrag auf dieser Seite). Anhand der Größenverhältnisse der Stu­denten und den Ergebnissen der Messungen konnten Schlussfolgerungen über die künftige Beschaffung und Aus­stattung von Lehr- und Semi­narräumen getroffen werden. Janet Höhne/Studentin der Sportwissenschaft

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Noch gibt es an der Uni­versität Potsdam nicht für jeden den seinen Körper­maßen angepassten Stuhl. Deshalb wurden jetzt in ei­ner Studie die Körpermaße mit den Stuhlmaßen ver­

lichen. Abb.: zg.

Jedem seinen Stuhl?

Bequemlichkeit ist eine sehr subjektive Angelegenheit und auch nicht unbedingt ein Muss für den Besuch ei­ner Lehrveranstaltung. Um eine objektive Bewertung zu ermöglichen, wurden einer­seits die vorhandenen Stühle gemessen, andererseits Kör­permaße ermittelt, die für richtiges Sitzen relevant sind.

Die aktuellen Stuhlmaße wur­den dann mit den aktuellen Körpermaßen verglichen. Das Ergebnis zeigt, dass von den 40 vorhandenen Stuhltypen an der Universität Potsdam nur wenige optimal sind. Es gibt fünf Stuhltypen, auf denen fast 90 Prozent der Studierenden gut sitzen können. Mehr als die Hälfte der Stühle ist für die Mehrheit unserer Studieren­den zu hoch. So können in ei­nem Fall nur fünf Prozent der Studierenden im Sitzen mit der Fußsohle den Fußboden erreichen. In einem anderen

Hörsaal reicht der Platz nur für vier Prozent der untersuchten Studierenden von der Rücken­lehne bis zum Knie. Alle ande­ren müssen ihre langen Beine während der Vorlesung zwi­schen den Stuhlreihen phanta­sievoll unterbringen. Aller­dings können auch 20 Prozent der Studierenden auf immer­hin 32 Prozent der Stühle gut sitzen.

Um für jeden den optimalen Stuhl zu haben, gibt es sicher­lich nur unpraktikable Lösun­gen: Jeder bringt seinen Stuhl mit, oder es gibt verstellbare Stühle in allen Lehrräumen. Bei der Neubeschaffung von Stühlen für Lehrräume könnte man aber zumindest mit den vorhandenen anthropometri­schen Daten gravierende Feh­ler vermeiden.

Dr. Christiane Scheffler/In­stitut für Zoophysiologie und Zellbiologie

Dissertationspreis

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Bewerbungen sind bis zum 27. Mai 2000 zu richten an: AWF e.V., Susanne Rostock, Voltastr. 5, 13355 Berlin, Tel.: 030/4645079, Fax: 030/46456901, E-Mail: awfev@awf.de PUTZ

Bewerbung

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