PUTZ 4/00
Wissenschaft aktuell
„Arbeitsgerät Sitz”
Untersuchungen in Lehr- und Unterrichtsräumen
Der Mensch ist am Arbeitsplatz einer Vielzahl von Einflüssen ausgesetzt, die mehr oder minder starke Auswirkungen auf sein Befinden haben. Dazu zählen Lichtverhältnisse, Geräuschpegel, Raumklima, Arbeitssitze und-tische. Häufigste Beschwerden sind Kopfschmerzen, Beschwerden im Rücken-, Nacken- und Schulterbereich, Handgelenkentzündungen. Um solchen Zivilisationskrankheiten entgegenzusteuern, muss dem„Arbeitsgerät Sitz“ noch mehr Aufmerksamkeit seitens der Konstrukteure, aber auch derer, die das Produkt benutzen, geschenkt werden. Schon in den vergangenen Jahren wurden Untersuchungen zur ergonomischen(Arbeitsplatz-) Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen für Mitarbeiter an der Universität angeboten. Im vergangenen Semester wurden die Lehr- und Seminarräume begutachtet und die Stühle gemessen, um einen Überblick über den Zustand zu erhalten. Sportstudenten widmeten sich in einem Projektseminar zur Gesundheitsförderung dieser Problematik. Zu den Aufgaben der Studenten gehörte die Organisation und Planung des Vorhabens. Dann ging es an das Messen der Stühle und an das Begutachten der Räume in den einzelnen Universitätsstandorten. Für die einzelnen Räume wurden ausführliche Beurteilungen der ergonomischen Situation durchgeführt. Im Zusammenhang damit stand eine Studie, die die Körpermaße der Studenten ermittelte(siehe dazu Beitrag auf dieser Seite). Anhand der Größenverhältnisse der Studenten und den Ergebnissen der Messungen konnten Schlussfolgerungen über die künftige Beschaffung und Ausstattung von Lehr- und Seminarräumen getroffen werden. Janet Höhne/Studentin der Sportwissenschaft
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Noch gibt es an der Universität Potsdam nicht für jeden den seinen Körpermaßen angepassten Stuhl. Deshalb wurden jetzt in einer Studie die Körpermaße mit den Stuhlmaßen ver
lichen. Abb.: zg.
Jedem seinen Stuhl?
Bequemlichkeit ist eine sehr subjektive Angelegenheit und auch nicht unbedingt ein Muss für den Besuch einer Lehrveranstaltung. Um eine objektive Bewertung zu ermöglichen, wurden einerseits die vorhandenen Stühle gemessen, andererseits Körpermaße ermittelt, die für richtiges Sitzen relevant sind.
Die aktuellen Stuhlmaße wurden dann mit den aktuellen Körpermaßen verglichen. Das Ergebnis zeigt, dass von den 40 vorhandenen Stuhltypen an der Universität Potsdam nur wenige optimal sind. Es gibt fünf Stuhltypen, auf denen fast 90 Prozent der Studierenden gut sitzen können. Mehr als die Hälfte der Stühle ist für die Mehrheit unserer Studierenden zu hoch. So können in einem Fall nur fünf Prozent der Studierenden im Sitzen mit der Fußsohle den Fußboden erreichen. In einem anderen
Hörsaal reicht der Platz nur für vier Prozent der untersuchten Studierenden von der Rückenlehne bis zum Knie. Alle anderen müssen ihre langen Beine während der Vorlesung zwischen den Stuhlreihen phantasievoll unterbringen. Allerdings können auch 20 Prozent der Studierenden auf immerhin 32 Prozent der Stühle gut sitzen.
Um für jeden den optimalen Stuhl zu haben, gibt es sicherlich nur unpraktikable Lösungen: Jeder bringt seinen Stuhl mit, oder es gibt verstellbare Stühle in allen Lehrräumen. Bei der Neubeschaffung von Stühlen für Lehrräume könnte man aber zumindest mit den vorhandenen anthropometrischen Daten gravierende Fehler vermeiden.
Dr. Christiane Scheffler/Institut für Zoophysiologie und Zellbiologie
Dissertationspreis
Der Ausschuss für Wirt-| schaftliche Fertigung e.V.| (AWFE), begleitet seit über 80 Jahren die Produktionsprozesse von Wirtschaftsun-| ternehmen. Zur Ausgestaltung des Produktionsstandortes Deutschland vergibt der AWF jährlich den Deutschen Dissertationspreis Produktion. Junge Wissenschaftler mit einer Altersgrenze von 35 Jahren erhalten damit einen Anreiz, sich praxisnahen Aufgaben zu stellen, anwendungsorientierte Forschung zu betreiben und deren Umsetzung zu begleiten. Der Preis ist mit insgesamt 15.000 DM dotiert.
Bewerbungen sind bis zum 27. Mai 2000 zu richten an: AWF e.V., Susanne Rostock, Voltastr. 5, 13355 Berlin, Tel.: 030/4645079, Fax: 030/46456901, E-Mail: awfev@awf.de PUTZ
Bewerbung
Jürgen Hesse und Hans Christian Schrader, Marktführer im Bereich der Bewerbungsliteratur, stellen jetzt das komplette Wissen| zum Thema Bewerbung in einem umfangreichen Band „Das Hesse/Schrader Bewerbungshandbuch“ vor. Die Publikation gibt detaillierte Erläuterungen zu allen| Bereichen und Phasen der Jobsuche und zu Problemen wie Arbeitszeugnis oder Ge-| haltsverhandlung. Ergänzt mit zahlreichen| Fallbeispielen und Musterbewerbungen aus der Praxis,| ist dieser Ratgeber als Nachschlagewerk für das gesamte| Berufsleben ebenso geeignet wie als Arbeitsbuch zur Vor-| bereitung auf die erste Jobsuche. PUTZ
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