Absolventen
PUTZ 5/00
Exzellentes Lehrangebot
Mit einem„Ehemaligen“ im Gespräch
Der Student der Verwalrungswissenschaft Harald Geywitz kam 1992 von Konstanz nach Potsdam, um ein Praktikum in der Staatskanzlei zu absolvieren. Das Lehrangebot der Universität Potsdam und die Stadt begeisterten ihn so, dass er blieb und sein Studium hier ortsetzte. Seit 1997 ist er Mitarbeiter des Europaabgeordneten Norbert Glante in Brüssel und Straßburg. Dort beschäftigt er sich insbesondere mit Fragen der Telekommunikation, der Informationsgesellschaft, der Energiepolitik und der Erweiterung der Europäischen Union. Mit dem Absolventen unterhielt sich PUTZRedakteurin Dr. Barbara Eckardt.
Als Student der Universität
Konstanz bewarben Sie sich|
erfolgreich um ein Praktikum in der Staatskanzlei des Landes Brandenburg. Warum wollten Sie gerade hier praktische Erfahrungen sammeln?
Harald Geywitz: Im Jahr 1992 gab es doch kaum einen interessanteren Ort als Potsdam für mein Praxissemester: eine oberste Landesverwaltung im Aufbau, eine ungewöhnliche Ampel-Koalition und in
teressante politische Köpfe. Die Diskussion um die brandenburgische Landesverfas
sung ab 1991 hatte republikweit hohe Wellen geschlagen. Im Land Brandenburg bewegte sich etwas in neuen Bahnen, das war mein Blick von außen, und das hat mich angezogen. Zugegeben, die Frei
zeitmöglichkeiten Potsdams und Berlins waren auch verlockend.
Hat es Ihnen in Potsdam so gut gefallen, dass Sie nach dem Praktikum nicht in Konstanz, sondern an der Universität Potsdam Ihr Studium fortsetzen wollten? Harald Geywitz: Potsdam hat mir von Anfang an gut gefallen, und ich hatte mich sofort
heimisch gefühlt. Außerdem gab es im Bereich Politik- und Verwaltungswissenschaft unter anderem bei Prof. Dr. Heinz Kleger und Prof. Dr. Werner Jann ein exzellentes Lehrangebot, zumindest was meine Interessen anging. Im Rückblick war die Entscheidung in Potsdam zu bleiben, cine schr glückliche.
Aufgrund Ihrer jetzigen Tätigkeit in Brüssel und Straßburg haben Sie die Möglichkeit, über den nationalen Tellerrand zu schauen. Welche Erfahrungen sammeln Sie persönlich mit der Erweiterung der KEuropäischen Union?
Geboren in Stuttgart, Studium in Konstanz und Potsdam und nun in Brüssel: Harald Geywitz.
Foto: privat
Harald Geywitz: Im alltäglichen Leben erfährt man, dass Vorurteile häufig auf wirklichen nationalen Eigenheiten beruhen. Und man lernt, damit gelassener umzugehen, denn je länger ich hier bin, desto mehr deutsche Seiten entdecke ich auch an mir. Die Erweiterung der EU spielt bei fast allen Themen, die im Europäischen Parlament bearbeitet werden, eine wichtige Rolle. Wie steht es mit der Freizügigkeit von Arbeitnehmern, welche Umweltstandards können wie schnell erreicht werden, und welche Art der Energieerzeugung herrscht in den Beitrittsländern vor? Die Frage ist eben nicht mehr,
ob die Erweiterung der EU kommt, sondern wie das geschieht. Dabei geht es um Details, um Fachpolitik. Die entsprechenden Vorbereitungen sollten auch im Land Brandenburg vorangehen, denn im Grunde geht es nur noch um ein paar Jahre, bis unser Nachbar Polen zur EU gehört. Viele Studierende beklagen das Fehlen praxisrelevanter Aspekte im Studium. Welche Aktivitäten sollten die Studierenden unternehmen, um sich solche Kenntnisse und Erfahrungen während der Ausbildung anzueignen? Harald Geywitz: Sie sollten einfach überhaupt Aktivitäten unternehmen. Letzten Endes muss man den Mut haben, auch mal ein Semester länger zu studieren. Manche praktische Erfahrung, das kann auch die Mitarbeit im AStA oder Studentenparlament sein, ist später wertvoller als ein Abschluss in Rekordzeit.. Für meine Fachrichtung liegen zahllose Möglichkeiten mit der Bundeshauptstadt vor der Haustür. Aber auch internationale Erfahrungen sind wichtig, ob nun in Form des(EU-geförderten) Erasmus-Auslandsstudiums oder als Praktikant in einer europäischen Institution in Brüssel.
Vielen Dank für spräch.
das Ge
Harald Geywitz ist erreichbar über:
Büro Norbert Glante, Mitglied des Europäischen Parlaments, E-Mail: nglante@
europarl.eu.int
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Studienkolleg
Insgesamt 171 ausländische Studienbewerber besuchten im Wintersemester 11999/2000
das Studienkolleg an der Universität Potsdam. Sie haben sich hier auf ein Hochschulstudium in Deutschland vorbereitet. Besonders begehrt waren die Deutschkurse. Allein 50 der Studienkollegiaten nahmen ausschließlich an ihnen teil.
Die Studienbewerber kamen aus 44 verschiedenen Ländern. Jeder zweite von ihnen
stammte aus Asien. PUTZ
Ausstellung
Die Ausstellung„500 Jahre Astronomie in Brandenburg und Preußen“ wird noch bis zum 30. Juni 2000 in den Bahnhofspassagen des Potsdamer Hauptbahnhofes gezeigt. Veranstalter ist die Galerie des Universums. Geöffnet ist die Schau montags bis sonnabends von 10.00 bis 20.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
PUTZ
Habilitationen
Im Jahre 1999 habilitierten sich an den drei brandenburgischen Universitäten 20 Wissenschaftler, darunter, fünf Frauen, so viele wie nie zuvor.
Allein an der Universität Potsdam wurden 13 Habilitationen abgeschlossen. Das Durchschnittsalter der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller drei Einrichtungen lag zum Zeitpunkt der Habilitation bei 40,6 Jahren.
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