PUTZ 5/00
Wissenschaft aktuell!
Die einfachste Maschine der Welt
Hermann Gaub referierte beim 4. Leibniz-Kolleg
Staunen war angesagt beim 4. Leibniz-Kolleg Potsdam, das sich am 9. und 11. Juni mit molekularen Maschinen an der Schnittstelle zwischen Biologie und Physik beschäftigte. Hermann Gaub, Physikprofessor an der LudwigMaximilians-Universität München, reiste mit seinen
rund 350 Zuhörern im Audimax in das Reich der Biomoleküle. Dabei zeigte er nicht nur, dass auch trockene Naturwissenschaften auf unterhaltsame Art vermittelt werden können. Er ließ auch ein Stück der Begeisterung deutlich werden, die Forschung bereiten kann.
Computersimulationen zur Messung von Bindungskräften zwischen verFoto: zg.
schiedenen Zellen
Der Fortschritt zu noch kleineren Bauteilen könnte den „Rückschritt“ zur Mechanik bedeuten. Das war eine der Botschaften,. die Hermann Gaub seinen Zuhörern überbrachte. Dabei war es gerade der Schritt von der Mechanik Zur. Elektronik. und zur Halbleitertechnologie, der eine ungeheure Miniaturisierung in vielen Bereichen ermöglichte. Diese Technologie ist heute nahe an ihre physikalische Grenze gekommen. Wenn die entscheidenden Strukturen der Halbleiterbauelemente in etwa die Größe der Wellenlänge der Elektronen erreicht
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haben, dann verlieren die Bauelemente ihre Funktionsfähigkeit.„Dann könnte es die Mechanik sein, mit der sich neue, kleinere Strukturen realisieren Jassen“; erklärte Hermann Gaub. Die Ideen dazu liefert wie so oft- die Natur. Gaub präsentierte seinen Zuhörern die einfachste und vermutlich kleinste Maschine der Welt. Sie hört auf den unanschaulichen Namen ATP-Syntase und bildet aus Adenosindiphosphat (ADP) und Phosphor Adenosintriphosphat(ATP). Dieses trägt zur Energieversorgung bei Pflanzen, Mensch und Tieren bei.
Aufgebaut ist die Maschine aus einzelnen Molekülen. Sie besteht im wesentlichen aus einer Verankerung in der Zellmembran und einem„Kopf“, der ähnlich wie eine Turbine aussieht und sich drehen kann. Angetrieben wird die Turbine durch einen Protonengradienten, der zum Beispiel in Pflanzen dann aufgebaut wird, wenn Licht in chemische Energie umgewandelt wird und auf diese Weise Protonenüberschüsse erzeugt werden. Diese chemische Energie treibt die Turbine an. In einer bestimmten Stellung der molekularen Turbine ist ihre Form gerade so, dass sich ein ADP-Molekül anlagern kann. Dreht sich die Turbine ein Stück weiter, passt die Bindung nicht mehr genau. Dann ist es günstiger, wenn die Bindung wieder aufgelöst wird und das ADP sich mit einem Phosphoratom verbindet. Aufgrund der mechanischen Drehung der Turbine werden Schritt für Schritt ADP-Moleküle und Phosphoratome zusammengefügt. Es entsteht ein neues Molekül, das ATP.
Zum Verständnis dieser kleinsten aller Maschinen haben die Methoden der Nanophysik beigetragen. Aufnahmen mit dem Rasterkraftmikroskop konnten erstmals ein direktes Bild der ATP-Syntase zeigen. Das Rasterkraftmikroskop tastet‘ mit nur wenige Atome dicken Spitze ein Objekt ab. Aus den dabei wirkenden Kräften kann die Topographie der Oberfläche bestimmt werden. Doch das Mikroskop kann nicht nur winzige Strukturen, wie die Turbinen der ATP-Syntase, sichtbar machen. Es liefert zum Beispiel auch die Möglichkeit, Abschnitte der DNA, der Trägerin des Erbgutes, zu berühren, zu zerteilen und zu manipulieren. Mit dem Rasterkraftmikroskop gelingt es, Gene an- und auszuschalten oder Aminosäuren zu greifen, zu entfalten und aus ihrer Verankerung in der Zellmembran zu reißen.
Die Methoden der Nanotech
einer
nologie liefern damit erstmal die Möglichkeit, einzelne Indi viduen zu untersuchen unc nicht nur Mittelwerte zu mes sen. Die historischen Konzept« der Thermodynamik könneı neu überdacht und überprüf werden. Mit der Erforschung von Funktion und Aufbau deı
Aminosäuren entfalter
und aus ihrer Verankerung reißen
greifen,
Hermann Gaub zeigt’s mit den Projektor-Kabel. Foto: Fritzı
molekularen Maschinen eröffnen sich neue Wege, an deren Ende auch eine Kombinatior von biologischen Funktions einheiten und nanoskopischeı
Halbleiterstrukturen steheı könnten. Hermann Gaub jedenfalls
empfahl seinen Zuhörern am Ende des 4. Leibniz-Kollegs in Potsdam„Think small“. urs
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WEN (na)
BBC ounter‘
liegt doch...
z. B.im Juni ab Berlin-Tegel Jugendliche bis 25/ Studenten(1SIC-Card) bis 30 nach n
New York
zzgl. Steuern/Gebühren z. Z. 133,- DM|
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Aufenthalt: min bis Sonntag/ max 1 Jahr|
° „Wohin Ihr wollt! 14482 Potsdam-Babelsberg Großbeerenstraße 97
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