Heft 
(1.1.2019) 05
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Wissenschaft aktuell

PUTZ 5/00

Erstmals Schülerpreis vergeben

Leibniz-Kolleg fördert Brandenburger Gymnasiasten

Erstmals wurde im Rahmen des 4. Leibniz-Kollegs ein Schülerpreis zur Förderung eines mathematisch-natur­wissenschaftlichen Projektes

verliehen. Die mit insgesamt|

2000 DM dotierte Auszeich­nung teilen sich drei Pro­jekte.

Mit einer Optimierung bei der|

Herstellung von Bandstahl be­schäftigen sich Anne Tiedke und Lydia Woiterski vom Carl­Friedrich-Gauß-Gymnasium in Frankfurt/Oder. In einem letzten Herstellungsschritt Bandstahl aufgeschmolzen, da er sonst zur Weiterverarbeitung zu hart

wird noch einmal

wäre. Die beiden Schülerinnen einen Versuchsaufbau

entwickeln, der die Tempera­

wollen

turbestimmung des Stahls im Ofen ermöglicht. Ihre Arbei­ten sollen auch zur Einsparung von Rohstoffen beitragen, da die Ofen bislang etwas wärmer als nötig gefahren werden. Das Projekt wird mit einem Preis­

geld von 500,- DM gefördert. Die Ergebnisse sollen bei der Firma EKOSITAHL in Eisen­hüttenstadt genutzt werden.

Toni Goßmann und Matthias Grießner vom Max-Steenbeck­Gymnasium in Cottbus unter­suchen die vegetative Vermeh­rung der Kartoffelpflanze in­vitro.Uns ist daran gelegen zu zeigen, dass wissenschaftli­che Arbeit auch unter einfa­chen sterilen Bedingungen zum Erfolg führen kann, schrieben die beiden dazu in ihrer Bewerbung. Sie erhalten ein Preisgeld von 1000,- DM. Mit der Konzentration von Al­uminiumionen in Lebensmit­teln, die mit aluminiumhaltiger Verpackung in Kontakt kom­men, beschäftigt sich Torsten Gehrmann vom Gymnasium Beeskow. Zwar werden im Ma­gen-Darm-System des Men­schen Aluminiumionen nur in geringem Maße resorbiert, aber sie können die Aufnahme anderer wichtiger Verbindun­

gen hemmen und dadurch möglicherweise gesundheits­schädigende Wirkungen ha­ben. Zusätzlich werden Ein­flüsse von Aluminiumverbin­dungen auf Funktionen des Gehirns vermutet.Da wir täglich mit Aluminium in Kon­

takt kommen, halte ich eine genaue Untersuchung der Konzentration von Aluminiu­mionen in Lebensmitteln... für interessant und nötig, schreibt Thorsten Gehrmann. Er erhält ein Preisgeld von 500,- DM. urs

Im Rahmen des 4. Leibniz-Kollegs erfolgte erstmals die Vergabe eines Schülerpreises. Insgesamt 2.000 DM teilen sich drei Projekte. Uni-Vizeprä­

sident Prof. Dr. Jürgen Kurths(3.v.r.) gratulierte.

Foto: Fritze

Flüssigkeiten auf die Haut geschaut

Andreas Fery erhielt Publikationspreis des Leibniz-Kollegs

Im Rahmen des diesjährigen Leibniz-Kollegs erhielt Dr. Andreas Fery den Preis für die beste mathematisch-naturwis­senschaftliche Publikation. Er

Untersuchte Topographie flüssiger | Oberflächen: Andreas Fery

Foto: 29.

wurde ausgezeichnet für eine Arbeit zur Untersuchung der Topographie flüssiger Ober­flächen. Darin ist es ihm ge­lungen, die Form von Flüssig­keitstropfen mit einer Auflö­sung von wenigen Nanome­tern, das heißt wenigen milli­onstel Millimetern, sichtbar zu machen. Das ist etwa 100 mal besser als bei bisher verwende­ten Methoden. Um diese Auf­lösung zu erzielen, entwickelte Andreas Fery die Rasterkraft­mikroskopie weiter. Diese Me­thode wurde ursprünglich zur Untersuchung fester Stoffe entwickelt. Ferys Arbeiten lie­fern Kenntnisse über die Pro­zesse, welche die Bildung von Tropfen aus einer dünnen Flüssigkeitsschicht steuern. Sie beinhalten auch den Entwurf von Modellen zum Verständnis der Grenzflächenkräfte. Die

Untersuchungen sind von grundlegender Bedeutung für die Kontrolle von Benetzungs­prozessen wie sie auch im täg­lichen Leben zum Beispiel bei schmutzabweisenden Schich­ten oder beim Kleben auftre­ten. Ferys Untersuchungen sind für verschiedene Arbeits­gebiete wichtig, besonders für die Mikrotechnologie, um winzige Flüssigkeitsvolumina oder dünnste Leiterbahnen zu beherrschen sowie für die Bio­technologie, wo kleinste Flüs­sigkeitsmengen manipuliert

und biologische Zellen auf

Oberflächen genutzt werden.

Andreas Fery studierte Physik an der Universität Konstanz. Seine Promotion schloss er im Januar 2000 in Potsdam ab. Die Arbeiten dazu wurden am Max-Planck-Institut für Kol­

loid- und Grenzflächenfor­

schung durchgeführt. Zur Zeit absolviert Andreas Fery einen Forschungsaufenthalt am In­stitut Curie in Paris. Der Preis des Leibniz-Kollegs ist mit 5.000,- DM dotiert und wird in diesem Jahr von den Profes­soren Sir Michäl Berridge und David Gubbins beide Refe­renten früherer Leibniz-Kol­legs gestiftet. Er soll zur Un­terstützung eines Auslandsauf­enthaltes des Nachwuchswis­senschaftlers dienen.

urs

Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine weg­zutragen.(China)

Brot für die Welt Postbank Köln 500 500-500

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