Heft 
(1.1.2019) 05
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Kultur

PUTZ 5/00

Misstraue der 'dylle

Im Rahmen des Fakultätsta­es der Philosophischen Fa­kultät II am 23. Juni 2000 vird unter dem TitelMis­traue der Idylle Versuche ınd Entwürfe für eine Erin­nerung an die Mauer in Pots­dam eine Ausstellung eröff­net. In Form von Skizzen und Entwürfen illustrieren Studierende des Studiengan­ges Kunst, wie sich Installa­tionen im Parkraum bewe­gen, wie sie stehen oder lang­sam versinken würden. Ziel ler Arbeiten ist es, einen Öf­entlichen Diskurs über neue Formen des geschichtlichen Jachdenkens um die Mauer­geschichte in Potsdam anzu­egen.

Die Ausstellung wird am 23. Juni 2000 um 17.00 Uhr im Uni-Komplex Am Neuen Pa­lais, Haus 8, Foyerräume eröffnet. Die Schau ist bis zum 28. Juni zu sehen. Be­sichtigungswünsche nach dem Eröffnungstermin sind bitte bei Elfriede Rahn tele­fonisch. unter. 0331/977­2355 anzumelden.

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Grössel stellt aus

Mit Computergrafik beschäf­tigt sich Wilfrid Grössel seit mehreren Jahren. Jetzt stellt der Leiter der Hauptklasse Grafik im Fach Kunst an der Uni Potsdam in der Exposi­tionmontage frottage digital 21 Bilder aus. Damit wird zugleich das aus einer Scheune hervorgegangene Kunst-Land-Haus in Gotts­dorf bei Luckenwalde, Zühli­chendorfer Str. 1, Seiner neuen Bestimmung überge­ben. Die Ausstellung dauert noch bis zum 31. Juli 2000 an. Der Eintritt ist frei. Fra­gen beantwortet Dr. Wilfrid Grössel von der Universität Potsdam, Tel.: 0331/977­2478, E-Mail: w.groessel@Online.de oder david@plib­brandenburg.de.

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Wort- und Sinnjongleure

Zehn Jahre Literaturbühne90

Angefangen haben sie vor zehn Jahren, eine Handvoll Liebhaber und Enthusiasten des geschriebenen, mehr noch des gesprochenen Wor­tes. Tatsächlich reichen die Anfänge der Literaturbühne bis ins Jahr 1956 zurück, als nach dem Tod von Bertolt Brecht eine in seiner Denkart agierende Bühne an der

Die Literaturbühne90 bei einer Aufführung 1998. Vorgestellt wurde das Brecht-Programm.

Ein literarischer Salon wollten sie nicht werden. Immer waren es wenige Studierende, die der Gründer der Literaturbühne 90 und langjährige Leiter des ehemaligen Bereichs für Kultur an der Universität Potsdam zu versammeln wusste. Die, die er aber für die tiefgründige, das heißt spielerische Beschäfti­gung mit Texten gewinnen konnte, sind oft über lange Jahre hin der Literatur und ihrem Mentor treu geblieben. Kultur an der Hochschule ist auf diese Weise und über meh­rere Studentengenerationen wirksam geworden: cher un­auffällig, kaum spektakulär, immer aber gut gearbeitet und durch die Vergnügungen des Denkens lebendig gehalten. Nicht wenigeEhemalige der Universität und ihren Vorgän­gereinrichtungen erzählen noch heute gern von kulturell­künstlerischen Interessen, die

früheren Pädagogischen Hochschule wirksam wurde. Bis heute ist die im Sinne vonwork in progress und an der Theorie desoffenen Kunstwerks orientierte Li­teraturwerkstatt der Univer­sität Potsdam unter der Lei­tung von Alfred Bergstedt tätig.

hier einst geweckt wurden oder die sie unter fachkundiger Anleitung vervollkommnen konnten.

Texte als Angebote

Wenn die Literaturbühne90 einmal wöchentlich zur Probe zusammenkommt, dann wird wie in einer Werkstatt gemein­schaftlich gearbeitet. Texte werden stets alsAngebote verstanden. Nicht dass in die Semantik der Texte eingegrif­fen würde, aber variierendes Sprechen, gestisch-szenisches Lesen und wortspielerisches Ausloten von Bedeutungen lassen eine Ebene entstehen, die über das geschriebene Wort hinausreicht und die Pro­duktion der Gruppe ausmacht. Ein wenig sind wir ein kleines Häufchen von Wort-, Stimm­und Sinnjongleuren, meint der Student Karl Hildebrandt, der schon seit 1995 der Litera­

Universität Potsdam online unter:

turbühne angehört und viele Programme mitgestaltet hat.

Mit Musik

Ein bis zwei Lesungen pro Jahr werden angeboten, wobei der öffentliche Auftritt nicht von vornherein das Ziel des Arbei­tens ist. Oft wird ganz zur ei­genen Freude die Literatur­bühne geöffnet. In den öffent­

Foto: Tribukeit

lich dargebotenen Lesungen an der, Universität und in MatschkesGalerieCafe waren Programme zu. erleben wie beispielsweise: Franz Kafka Der Aufbruch..(1996); Heinrich HeineDas Glück ist eine leichte-Dirne(1997); B.B. Rein. Sachlich. Böse­Brecht-Texte 1913 bis 1929, die Christian Morgenstern­ProduktionJedes meiner Haarc. bleibt sich im Wesen gleich(1999) oder die Goethe-Kafka-Collage(1999). Aktuell arbeitet die Literatur­bühne am_Ringelnatz-Pro­grammÜberall ist Wunder­land und erprobt expressioni­stische Lyrik. Bei allen Pro­grammen werden die Spiel­und Sprecheffekte, die aus den

Texten gewonnen werden, partiell musikalisch unter­stützt.

Thomas Freitag/PÖK

Veranstaltungskalender der

http:/www.uni-potsdam.de/u/kalender.htm

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