Kultur
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Misstraue der 'dylle
Im Rahmen des Fakultätsta„es der Philosophischen Fakultät II am 23. Juni 2000 vird unter dem Titel„Mistraue der Idylle— Versuche ınd Entwürfe für eine Erinnerung an die Mauer in Potsdam“ eine Ausstellung eröffnet. In Form von Skizzen und Entwürfen illustrieren Studierende des Studienganges Kunst, wie sich Installationen im Parkraum bewegen, wie sie stehen oder langsam versinken würden. Ziel ler Arbeiten ist es, einen Öfentlichen Diskurs über neue Formen des geschichtlichen Jachdenkens um die Mauergeschichte in Potsdam anzuegen.
Die Ausstellung wird am 23. Juni 2000 um 17.00 Uhr im Uni-Komplex Am Neuen Palais, Haus 8, Foyerräume eröffnet. Die Schau ist bis zum 28. Juni zu sehen. Besichtigungswünsche nach dem Eröffnungstermin sind bitte bei Elfriede Rahn telefonisch. unter. 0331/9772355 anzumelden.
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Grössel stellt aus
Mit Computergrafik beschäftigt sich Wilfrid Grössel seit mehreren Jahren. Jetzt stellt der Leiter der Hauptklasse Grafik im Fach Kunst an der Uni Potsdam in der Exposition„montage— frottage— digital“ 21 Bilder aus. Damit wird zugleich das aus einer Scheune hervorgegangene Kunst-Land-Haus in Gottsdorf bei Luckenwalde, Zühlichendorfer Str. 1, Seiner neuen Bestimmung übergeben. Die Ausstellung dauert noch bis zum 31. Juli 2000 an. Der Eintritt ist frei. Fragen beantwortet Dr. Wilfrid Grössel von der Universität Potsdam, Tel.: 0331/9772478, E-Mail: w.groessel@tOnline.de oder david@plibbrandenburg.de.
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Wort- und Sinnjongleure
Zehn Jahre Literaturbühne‘90
Angefangen haben sie vor zehn Jahren, eine Handvoll Liebhaber und Enthusiasten des geschriebenen, mehr noch des gesprochenen Wortes. Tatsächlich reichen die Anfänge der Literaturbühne bis ins Jahr 1956 zurück, als nach dem Tod von Bertolt Brecht eine in seiner Denkart agierende Bühne an der
Die Literaturbühne‘90 bei einer Aufführung 1998. Vorgestellt wurde das Brecht-Programm.
Ein literarischer Salon wollten sie nicht werden. Immer waren es wenige Studierende, die der Gründer der Literaturbühne ‘90 und langjährige Leiter des ehemaligen Bereichs für Kultur an der Universität Potsdam zu versammeln wusste. Die, die er aber für die tiefgründige, das heißt spielerische Beschäftigung mit Texten gewinnen konnte, sind oft über lange Jahre hin der Literatur und ihrem Mentor treu geblieben. Kultur an der Hochschule ist auf diese Weise und über mehrere Studentengenerationen wirksam geworden: cher unauffällig, kaum spektakulär, immer aber gut gearbeitet und durch die Vergnügungen des Denkens lebendig gehalten. Nicht wenige„Ehemalige“ der Universität und ihren Vorgängereinrichtungen erzählen noch heute gern von kulturellkünstlerischen Interessen, die
früheren Pädagogischen Hochschule wirksam wurde. Bis heute ist die im Sinne von„work in progress“ und an der Theorie des„offenen Kunstwerks“ orientierte Literaturwerkstatt der Universität Potsdam unter der Leitung von Alfred Bergstedt tätig.
hier einst geweckt wurden oder die sie unter fachkundiger Anleitung vervollkommnen konnten.
Texte als Angebote
Wenn die Literaturbühne‘90 einmal wöchentlich zur Probe zusammenkommt, dann wird wie in einer Werkstatt gemeinschaftlich gearbeitet. Texte werden stets als„Angebote“ verstanden. Nicht dass in die Semantik der Texte eingegriffen würde, aber variierendes Sprechen, gestisch-szenisches Lesen und wortspielerisches Ausloten von Bedeutungen lassen eine Ebene entstehen, die über das geschriebene Wort hinausreicht und die Produktion der Gruppe ausmacht. „Ein wenig sind wir ein kleines Häufchen von Wort-, Stimmund Sinnjongleuren“, meint der Student Karl Hildebrandt, der schon seit 1995 der Litera
Universität Potsdam online unter:
turbühne angehört und viele Programme mitgestaltet hat.
Mit Musik
Ein bis zwei Lesungen pro Jahr werden angeboten, wobei der öffentliche Auftritt nicht von vornherein das Ziel des Arbeitens ist. Oft wird ganz zur eigenen Freude die Literaturbühne geöffnet. In den öffent
Foto: Tribukeit
lich dargebotenen Lesungen an der, Universität und in MatschkesGalerieCafe waren Programme zu. erleben wie beispielsweise: Franz Kafka „Der Aufbruch“..(1996); Heinrich Heine„Das Glück ist eine leichte-Dirne“(1997); „B.B. Rein. Sachlich. Böse“—Brecht-Texte 1913 bis 1929, die Christian MorgensternProduktion„Jedes meiner Haarc. bleibt sich im Wesen gleich“(1999) oder die Goethe-Kafka-Collage(1999). Aktuell arbeitet die Literaturbühne am_Ringelnatz-Programm„Überall ist Wunderland“ und erprobt expressionistische Lyrik. Bei allen Programmen werden die Spielund Sprecheffekte, die aus den
Texten gewonnen werden, partiell musikalisch unterstützt.
Thomas Freitag/PÖK
Veranstaltungskalender der
http:/www.uni-potsdam.de/u/kalender.htm
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