Heft 
(1.1.2019) 06
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PUTZ 6/00

Campus

Wirtschaft wird

profitieren

Eine Antwort auf Wilma Simon

Es stellt sich nach der Lektüre des Interviews mit der Finanz­ministerin Wilma Simon in der letzten PUTZ-Ausgabe die rhetorische Frage, ob man be­dauern soll, dass Wilma Simon nicht über die Informationen aus der ersten Legislaturperi­ode des Landes Brandenburg verfügt, oder ob man sich freuen soll, dass sie damals noch nicht dabei war. Die von ihr bemängelte fehlende Ko­operation mit Berlin hat natür­lich stattgefunden. Branden­burg hat dank dieser Koopera­tion auf eine ganze Reihe kost­spieliger Hochschuleinrichtun­gen verzichten können, die an sich zu der normalen Hoch­schulausstattung eines Landes gehören, weil sie in Berlin aus

Foto: Archiv

Hinrich Enderlein

reichend vorgehalten werden: Medizinische Fakultät mit Uni-Klinikum, Zahnmedizin, Veterinärmedizin, Pharmazie, Agrarwissenschaften und viele andere teure_naturwissen­schaftliche und technische Spe­zialwissenschaften. Berlin hat zudem seine Studentenzahlen in Größenordnungen herun­tergefahren, die Brandenburg gar nicht ausgleichen kann, auch nicht mit 12.000 Potsda­mer Studierenden.

Weil Brandenburg mit Hoch­schulen unterversorgt war (keine Universität), hatten wir die Chance, eine extrem ko­stengünstige Hochschulland­schaft aufzubauen, die den Be­

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dürfnissen des Landes ent­spricht. Kleine Hochschulen, fünf auf die Wirtschaft bezo­gene Fachhochschulen(feh­lende Kapazitäten in Berlin), die Viadrina(Polen Osteu­ropabezug), BTU Cottbus (Umwelttechnologie) und so weiter. Potsdam war ein Muss, schon wegen der außeruniversitären Institute und der Lehrerbildung. Ohne die Uni Potsdam gäbe es die Institute auf dem Telegrafen­berg nicht, es gäbe keine Max­Planck-, Fraunhofer- und Blaue-Liste-Institute in Golm und anderswo. Aber zum Null­tarif gibt es das natürlich nicht. Brandenburg hat zehn Jahre lang weit weniger Mittel für seine Hochschulen ausgege­ben als jedes andere Bundes­land. Wenn unsere Verschul­dung von zu hohen Ausgaben für die Hochschulen herrührte, müssten Länder wie Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thürin­gen längst bankrott sein. Und die sind nicht einmal ein Maß­stab bei der notwendigen Prio­ritätensetzung für die Wissen­schaftsausgaben. Im übrigen wird Brandenburg auch bei ei­nem vollen Ausbau seiner Hochschullandschaft dafür we­niger Mittel aufwenden müs­sen als andere Bundesländer. Aber der Wirtschaftsstandort wird davon profitieren. Drei brandenburgische Wirtschafts­minister aus drei verschiedenen Parteien haben immer als er­sten Standortvorteil für Bran­denburg die Wissenschafts­landschaft genannt. Wenn die Finanzierung dafür nicht auf­gebracht wird dabei sollten wir wenigstens in die Nähe der Ausgaben anderer ostdeut­scher Länder kommen wird Wilma Simon auch in weiteren zehn Jahren den Haushalt des Landes nur zu 50 Prozent aus eigenen Einnahmen finanzie­ren können. Oder anders: Hoffentlich dann nicht mehr Wilma Simon.

Hinrich Enderlein/

Aufbauminister a.D.

Workshop an Uni

Transformationsprozesse in Mittel- und Osteuropa in den vergangenen Jah­ren beschäftigten kürzlich Sozial-, Politik- und Wirtschaftswissenschaftler

aus Russland, Polen und Deutschland. Sie trafen sich zu einem zweitägigen

internationalen Workshop an der Universität Potsdam. Zum ThemaSo­

zioökonomischer Wandel in Transformationsländern Reformen auf dem Prüfstand Inden die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Potsdam und die Friedrich-Ebert-Stiftung zu ihrer Tagung ei

PUTZ/Foto: Tribukeit

Länderfusion

Gemeinsam Einsam: Die Re­gion Berlin-Brandenburg lau­tet der Titel einer am 15. Juli 2000 im Uni-Komplex Grieb­nitzsee(Raum 2.32) ab 10.00 Uhr stattfindenden Veranstal­tung der Heinrich-Böll-Stif­tung-Brandenburg, des Berei­chesPolitische Theorie, der Wirtschafts- und Sozialwissen­schaftlichen Fakultät der Uni Potsdam sowie der studenti­schen ProjektgruppeFu­sion. In dem Workshop soll aus verschiedenen Blickwin­keln der Frage nach einem ge­meinsamen Bundesland nach­gegangen werden. Im zweiten Teil des Workshops wird man sich mit den konkreten Rah­menbedingungen in Branden­burg beschäftigen. Des Weite­ren erfolgt ein Rückblick auf die Ursachen des Scheiterns der Abstimmung zur Länder­fusion 1996.

PUTZ

Existenzgründung

Im Wintersemester 2000/0 bietet die Universität Potsdai mit d

in Zusammenarbeit Fachhochschule Potsdam

Lehrprogramm für Existenz­

gründer an. Dieses Program! startet mit einem Assessemen?­Center, das sich mit. derper­sönlichen Eignung als Ex stenzgründer beschäftigt.} folgt ein 2-tägiger Workshop,

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der den Teilnehmern einen er­sten Überblick verschafft. Die­ser wird in einem semesterbe­gleitenden Basic-Kurs vertieft. Weiterer Bestandteil des Pro­grammes ist ein von Dieter Wagner, Professor für Be­triebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Organisation und Personalwesen an der Uni, entwickeltes Planspiel. Weitere Informationen bei: Alexander Böhne in der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fa­kultät unter Tel.: 0331/977 3517. PUTZ

Veranstaltungskalender der Universität Potsdam online unter: http:/www.uni-potsdam.de/u/kalender.htm