Heft 
(1.1.2019) 07
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| UNI aktuell

Eintönigkeit der Geschlechter

Wahlergebnisse unter die Lupe genommen

Der Blick schweift über die Tische- mein Gott, so viele bunte Zettel- ob dahinter wohl Systematik liegt? Neugierig geworden sehe ich mir das bunte Papier genauer an. Das Konzept wird schnell klar: Senat im Allgemeinen weiß, Mitglieder des Senates aus den Fakultäten in kräf­tigem Rot oder Pink. Die ver­schiedenen Statusgruppen der Fakultäten haben eine von vier Farben. Na gut, das ist wohl zur Unterscheidung wichtig.

Ein weiterer Blick auf die bunte Vielfalt macht mich stutzig: Die Wirtschafts- und Sozialwissen­schaftliche Fakultät(WiSo) gibt nur Hochschullehrer als Bewer­ber an, ebenso die Philosophi­sche und die Humanwissen­schaftliche Fakultät, immerhin, die Mathematisch- Naturwissen­schaftliche. Fakultät. lässt ‚es offen. Aber da gibt es ja nun auch nicht so viele Frauen. Finziger kleiner Lichtblick: Die Juristische Fakultät mit Prof. Dr. Carola Schulze als Kandidatin. Auf der Senatsliste der Hoch­schullehrer dann ebenfalls nur eine Frau: Jene Professorin Schulze. Komisch, denke ich, wollen Frauen diese Ämter nicht übernehmen? Eigentlich wird die Uni Potsdam für. ihren Schnitt an Professorinnen doch immer gelobt, oder? Das trau­ige Ergebnis jedenfalls: Im Senat sitzt nur eine Frau für die Hochschullehrer und Hoch­schullehrerinnen.

Das können. auch die Bewerberinnen aus dem

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akademischen Mittelbau nicht ganz ausgleichen. Zumal davon ein Mann und eine Frau gewählt wurden. Aber immerhin summa summarum: 50 Prozent. Hoffnungsvoll gehe ich weiter zu den Studierenden: Dort ist doch sicherlich alles ganz anders - hier handelt es sich schließlich um eine neue Generation von Frauen und Männern, die die Gleichberechtigung schon leben Doch auch hier Frauenabstinenz auf der Liste: Der liberale Campus scheint kaum Frauen Zzußkennen Sdie Grüne Alternative Liste beginnt zwar quotiert, aber hat letztlich vorwiegend Männer. Nur die Jusos setzen auf die 50 Prozent (mit einer Frau und einem Mann). Trauriges Ergebnis auch hier: Zwei Vertreter im! Senat. Also ein Schnitt von null ProzentFrauen. Dagegen bietet die Verwaltung 100 Prozent Frauen. Diese Gruppe hat jedoch nur einen Sitz im Senat.

Schlechte Quote

Das(Gleichstellungs-) Ergebnis: Drei Frauen und acht Männer sitzen im Senat. Die schlechte Frauenquote bei den Profes­sor(innen) und den Studieren­den wird durch die Verwaltung und den Mittelbau aufgefangen, doch das männliche Geschlecht dominiert zahlenmäßig. In den Fakultätsräten verhält es sich ähnlich.

Die politische Partizipation von Frauen in den Universitäts­

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gremien sieht demnach nicht rosig aus. Mir stellen sich ganz zwangläufig Fragen. Ungefähr so: Warum bewerben sich Frauen nicht für diese Gremien? Finden sie diese unwichtig? Finden sie den Umgang dort nicht angemessen? Versprechen sie sich keinen Einfluss auf die Hochschulpolitik? Sind Frauen schon so belastet, dass sie diese zusätzliche Aufgabe nicht bewältigen können?

Ursachen suchen

Die Erfahrung aus anderen poli­tischen Gremien auf Kom­munalebene, in den Parteien oder auch Gewerkschaften lehrt, dass es sich meistens um ein Bündel von Gründen handelt, die Frauen abhalten, die Politik in Form eines Moandats mitzugestalten. Aber in keinem Fall sind sie unpolitischer oder weniger an der Gestaltung ihres Umfeldes interessiert. Die Aufgabe aller Fakultäten und der Hoch-schulleitung muss es dem­nach sein, die Gründe füridie Abstinenz zu erfahren und Bedingungen zu schaffen, die die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen ermöglichen, falls das Leitbild Chancengleichheit und die Nutzung der Ressour­cen der Frauen an der Uni

Potsdam tatsächlich. ernst gemeint sind. Und war da nicht nochwas mit dem

B ranidienib uns sichten Hochschulgesetz?

Ach ja: Mindestens ein Drittel Frauen in den Gremien. Naja, das haben wir mal so gerade geschafft- mit den ganzen bun­ten Zetteln.

Claudia Dunst/Büro der Gleichstellungsbeauftragten

Frauen-Info Das aktuelle Heft der Frauen­Info, Zeitschrift der Gleichstel­lungsbeauftagten der Universi­tät Potsdam, liegt jetzt vor. Themen sind unter anderem Frauenfördermaßnahmen für das Verwaltungspersonal, Dienstrechtsreform im Öffent­lichen Dienst, Gender Studies und Frauen in Führungspositio­nen. Das Heft 1/2000 der Frauen­Info.ist- über. Telelefon 0331/977-1338 erhältlich. PUTZ

Neu erschienen

DieKWI-Info, Heft 3/2000; ist erschienen. In der Publikation des Kommunalwissenschaft­lichen Instituts der Uni Potsdam (KWI) geht es diesmal schwer­punktmäßig um das Thema Bürger und Kommune. Darüber hinaus bietet die Info wie gewohnt Neues aus den Kommunen und weitere interes­sante Informationen über Seminare oder Tagungen und lesenswerte Bibliothekszugänge. Bestellungen über Telelefon: 0331/977-4534. PUTZ

Seminare

Unter dem TitelDas Wissen der Forschung verständlich für Laien bietet die DFG Semi­nare an. Der Service ist aus­schließlich für Wissenschaftler in von ihr geförderten Graduier­tenkollegs gedacht. In zweitägi­gen Veranstaltungen geht es dabei darum zu trainieren, Laien wissenschaftliche Zusam­menhänge verständlich be­schreiben zu können. Informa­tionen im Internet unter: http: //www.dfg.de /aktuell/ medientraining/. PUTZ

Einweihung

Nach zweijähriger Bauzeit wird die Bereichsbibliothek Babels­berg der Universitätsbibliothek, Uni-Standort Griebnitzsee, am 230Oktoberf200015.00 Uhr feierlich eingeweiht. Neben Uni-Rektor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder, und Bibliotheks­direktorin Barbara Schneider­Eßlinger wird auch der branden­burgische Minister für Wissen­schaft, Forschung und Kultur, Dr. Wolfgang Hackel, aus die­sem Anlass sprechen.

PUTZ /Foto: Fritze

Umzüge vorbei

Der Bezug des neuen Ver­fügungsgebäudes für die Mathematisch-Naturwissen­schaftliche Fakultät am Standort Golm und der damit verbun­dene Umzug von einzelnen Instituten bedeutete auch Um­zugsarbeit und Bestandsver­lagerungen für die Uni-Biblio­thek. Getreu dem Grundprin­zip, die Literatur da anzubieten, wo Wissenschaftler und Studie­rende[sie Sbenötigen, sind die Literaturbestände der Chemie nach Golm verlagert worden. Im Gegenzug dazu kamen Bücher und Zeitschriften ande­rer Fachgebiete von Golm an das Neue Palais. Ende Septem­ber öffneten sich nun wieder die Türen der betroffenen. Teilbi­bliotheken. Die, Fachgebiete Chemie/Biochemie befinden sich jetzt am Komplex II, Haus 14a, die Berufspädagogik/Ar­beitslehre auf dem gleichen Komplex, Haus 22. Die Klas­sische Philologie ist am Kom­plex ‚I; Haus 11, und die Mathematik /Informatik im Haus 9, Am Neuen Palais zu finden. PUTZ

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