JAls eine von sechs Hochschulen nimmt die Universität Potsdam an einem Pilotprojekt zur Einführung des Total E-Quality Management teil. Ziel ist es dabei, die gleichstellungspolitische Lage anhand eines differenzierten Erhebungsbogens zu ermitteln und einen Vergleich zu anderen Hochschulen vorzunehmen. In einem weiteren Projektschritt sollen sich dann alle
deutschen Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen im
kommenden Jahr um das Prädikat“Total E-Quality” bewerben können.
nitiiert wird diese Pilotphase ‚on der Sozialforschungsstelle Dortmund, die Gelder kommen ‚om Bundesministerium für ildung, Wissenschaft und Forschung. Der Begriff Total EQuality ist ein Wortspiel, entstanden auf der Basis des“Total Quality Management”. Dieser Begriff aus dem Englischen steht für einen Managementprozess, in welchem zentrale Qualitätsstandards entwickelt werden, im Mittelpunkt stehen dabei die Beschäftigten als Qualitätsfakofen. Deren Potenziale sollen ptimal genutzt werden. Total E-Quality wiederum führt jesen Gedanken weiter und bringt die Geschlechterperspekve ein. Dies basiert auf der Annahme, dass durch die Belachteiligung und Marginaliserung von Frauen(arbeit) in einem Unternehmen wertvolles otenzial verschenkt wird.
Viele große Unternehmen wie die Telekom, Volkswagen oder Schering setzen schon seit ahren‘ auf das‘ Qualitätsziel "Ohancengleichheit”.. Sie ver®rechen sich davon eine optiMale Nutzung ihrer personellen Ressourcen und damit auch Spareffekte, sowie die größere Zusprache von Kundinnen. Sie Verfolgen also wirtschaftliche Ziele. Wissenschaftliche Einrichtungen werden zunehmend als Unternehmen betrachtet, die uch unternehmerische StrateSien anwenden sollen. Unabhängig von der politischen Diskussion ist festzuhalten, dass (urch den zunehmenden Wett
Chancengleichheit als
Wettbewerbsvorteil Pilot-Projekt startet an Uni
bewerb in der Forschung und um die Studienbewerber und Studienbewerberinnen die grössere Selbstständigkeit in Form von Globalhaushalten, neue Strategien in der Organisation erfor-dern. In diesem Sinne ist Qualitätsmanagement ein Instrument, den neuen Anforderungen gerecht zu werden.
Es liegt also nahe, auch hier Chancengleichheit als Wettbewerbsvorteil und als Teil der Organisationsoptimierung zu betrachten. Davon abgesehen, gibt es aber auch einen gesetzlichen Auftrag zur Gleichstellungspolitik. Der knifflige Punkt liegt dabei nicht im“Ob”, sondern im“Wie”.
Erste Phase
Die Pilotphase läuft voraussichtlich von September bis Dezember 2000.
Eine Projektgruppe begleitet die Phase. Beteiligt daran sind Mitglieder der Zentralen Kommission für Gleichstellung und Frauenförderung, die Hochschulleitung, insbesondere auch die Verwaltung, die Gleichstellungsbeauftragte und das Pressereferat. In einem ersten Schritt soll es darum gehen, einen Erhebungsbogen der Sozialforschungsstelle Dortmund zu überarbeiten und die notwendigen Daten zu ermitteln. Wesentliche Schwerpunkte der Erhebung sind die statistische Beschäftigtensituation, die Personalpolitik/Personalentwicklung, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die egalitäre
Organisationskultur und die
institutionalisierte Gileichstellungspolitik.
Langfristiges Ziel muss es sein, Gleichstellung als Qualitätsmerkmal der Uni Potsdam zu setzen und die dafür erforderlichen Maßnahmen zu entwickeln.
Claudia der
Dunst/Büro
Gleichstellungsbeauftragten
PUTZ 7/00
Ich sehe nicht weg!
Ein Autowrack ist mit Hakenkreuzen beschmiert, Albert Einstein trägt ein schwarzes T-Shirt, auf dem ein Hakenkreuz entsorgt wird, ein Straßenschild mit der Aufschrift“Herzlich willkommen” ist mit faschistischen Symbolen verunstaltet. Situationen, die(leider) jeder kennt.
Künstler haben sie nun zu Postkartenmotiven gemacht, die anklagen oder mahnen sollen.
Angesichts der aktuellen Situation gibt es in ganz Deutschland vielfältige Aktivitäten, um gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus vorzugehen.
(cn SEHE NICHT WEG!
Zeichnung: Barbara Henniger
Die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung will dabei nicht abseits stehen. “Ich sehe nicht weg!”, heißt die Aktion für Zivilcourage und gegen Gewalt. Entwickelt wurde dafür eine künstlerisch gestaltete
Postkarten-Serie, um Menschen auf diese Weise zum Nachdenken und Handeln anzuregen.
Rainer Ehrt, Barbara Henniger, Andreas Prüstel, Andreas Kämper und Klaus Stuttmann, Künstler aus Berlin und Brandenburg, waren von der Initiative sofort angetan und stellten eigene Karikaturen, Zeichnungen und Fotos zur Verfügung. Ernstes heiter zu transportieren, ist ihr Anliegen dabei. Bäcker, Fleischer, Frisöre oder Apotheken sind Orte, wo die Karten ausliegen und gegen eine Spende erworben werden können.
Das Geld“soll den Opfern von Gewalt zugute. kommen oder Maßnahmen gegen Gewalt unterstützen:
Die Initiatoren von“Ich sehe nicht weg!” wünschen sich, dass viele Firmen Institutionen, Vereine und Organisationen bei
der Aktion mitmachen und “andocken”. Wie wäre es also, wenn
Kunststudierende der Uni eigene Arbeiten für ein Postkartenmotiv zur Verfügung stellten? Vielleicht Stinden Bsicht ja‘ auch Gelegenheiten, die Karten bei größeren Veranstaltungen der Uni zu verkaufen”.
Ideen sind gefragt! Wer mitmachen möchte, wende sich an das Referat für Presse-, Öffentlichkeits- und Kulturarbeit der Uni, Tel.: 0331/977-1474 oder per E-Mail an eckardt@rz.unipotsdam.de B.E.
Männlichkeit(en)
Ein neues Heft der Potsdamer Studien zur Frauen- und Geschlechterforschung liegt jetzt vor. Die darin enthaltenen Beiträge sind Resultat mehr
jähriger Forschungen und | Lehre zum Thema Männlichkeit(en) am Bereich
Frauenforschung der Universität Potsdam. Im ersten Teil des Doppelheftes werden Ergebnisse des Lehrforschungsprojektes
schaft’” vorgestellt, die auf narrativen Interviews mit Ostdeutschen Männern beruhen. Die Verknüpfung von Militär, Erwerbsarbeit und Männlichkeiten bildet den Bezugspunkt für weitere Beiträge des Heftes.
PUTZ
Das Heft ist für 12,50 DM zuzüglich Porto zu erhalten über: Universität Potsdam, Professur für Frauenforschung, PF 90 03 27, 14439 Potsdam, Tel.: 0331/977
“Hauptsache Arbeit? 3390, Fax: 0331/977-3308, Männlichkeitskonstruktionen| E-Mail: schaefer@rz.uniam ‚Ende der Arbeitsgesell-| Potsdam.de A
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