UNI aktuell
Über Fördermittel in einer Höhe von bis zu 16 Millionen Mark in den nächsten Jahren kann sich der Verein für Bioanalytik und Biohybrid
Technologie freuen. Sein Projekt„BioHyTec- Biohybridtechnologien in der
Region Potsdam-Luckenwalde“ ist als eines der Sieger aus dem 1999 gestarteten “InnoRegio” Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hervorgegangen.
Jer Verein ist an der Universität otsdam angesiedelt. Sein Sprecher ist Prof. Dr. Frieder Scheller vom Institut für Biochemie und Biologie, dessen Arbeitsgruppe für Analytische ijochemie direkt bei BioHy Tech beteiligt sein wird.
Die Partner von BioHyTech wollen gemeinsam an der Entwicklung von DNA- Proteinund Biosensor-Chips arbeiten. Die möglichen Einsatzgebiete dieser Chips reichen von der (osmetikanalytik über die ‚ebensmittelkontrolle bis hin zur medizinischen Diagnostik. esonders für DNA-Chips wird ein riesiger Zukunftsmarkt prognostiziert.
auch
Diese Chips nutzen die DNA als Erkennungssubstanz. Sie besteen aus einer festen Unterlage, zum Beispiel aus Glas, die mit
mikroskopisch kleinen Strukturen versehen ist. Dort ind einzelsträngige DNA
Moleküle bekannter Sequenz wfgebracht.
Eine zu untersuchende DNA wird zerschnitten und mit einem Fuoreszenzmarker versehen, ein Stoff der bei Bestrahlung mit Laserlicht leuchtet. Um unbekannte DNA-Abschnitte zu Analysieren, lässt man sie mit den Abschnitten auf dem Chip teagieren. Dort, wo die zu Untersuchende DNA auf dem Chip einen komplementären Partner trifft, geht sie Bindungen ein. Bestrahlung mit dem Laser aktiviert die Fuoreszenzmarker. Beinhaltet in Chip nun an genau
Orten DNASequenzen sowohl für gesunde als auch für“kranke”
definierten
PUTZ 8/00
Mıt Biochips in die Zukunft
InnoRegio-Projekt auch zu Krebsbekämpfung
zum Beispiel in der Lage sein, auch Konzentrationen an der Kennzeich
Schwelle der
Mit der Entwicklung von DNA- Protein- und Biosensor-Chips beschäftigt sich das Projekt BioHyTech, einer der Sieger der InnoRegio Initiative. Mit dabei ist auch die Arbeitsgruppe Analytische Biochemie der Uni Potsdam.
Foto: Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Gensequenzen, kann man durch Auslesen des Orts, an dem ein Leuchten zu beobachten ist, herausfinden, ob die untersuchten Gen-Abschnitte eine gestörte oder eine normale Sequenz aufweisen. Auf diese Weise wird zum Beispiel eine“Suche nach Defekten in der Erbinformation” möglich.
Da sich das Erbgut von Tumoren signifikant von dem des gesunden Gewebes unterscheidet, können DNA-Chips in Zukunft auch zur Analyse von Tumorzellen eingesetzt werden. Ihre Vorteile gegenüber heutigen Methoden liegen nach Angabe von Fachleuten in einer schnelleren und zuverlässigeren
Analyse.
Im Bereich der Lebensmittelanalyse sollten die DNA-Chips
nungspflicht nachzuweisen. Gentechnisch manipulierte Lebensmittel müssen in der EU dann gekennzeichnet werden, wenn ihr genmanipulierter Anteil über einem Prozent liegt. BioHyTech will sich nicht nur auf die Entwicklung neuer Biochips beschränken, vielmehr sollen alle Bereiche von der Ausbildung über die Forschung und Entwicklung bis hin zur Produktion am Projekt beteiligt sein. Ziel der Initiative ist es auch, die Region als Biotechnologie-Standort auszubauen und durch Innovation neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Neben Universitäten und Forschungseinrichtungen sind deshalb auch Industrieunternehmen sowie regionale Infrastrukturpartner beteiligt.
urs
Innovative Impulse für die Region
Im April 1999 startete das
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den InnoRegio Wettbewerb.
Dieses neue Förderprogramm für die Regionen Ostdeutschlands sollte vor allem die Innovationskraft in den neuen Bundesländern stärken.
Dazu stellte Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn einen Betrag von 500 Millionen Mark bereit.
Ziel ses bestehende Potenziale von Bildungs- und Forschungseinrichtungen
sowie Wirtschaft und Verwaltung zu bündeln, neue marktfähige Produkte und
Dienstleistungen zu entwickeln und dadurch neue Arbeitsplätze zu schaffen, hieß es bei der Vorstellung des Projektes.
Über 400 Innovationsbündnisse hatten sich daraufhin für eine Wettbewerbsteilnahme beworben. In einer ersten Entscheidung im November 1999 waren daraus 25 Initiativen ausgewählt worden.
Diese hatten weitere acht Monate Zeit, ihre Innovationskonzepte zu konkretisieren.
Daraus kürte die Jury im Oktober dieses Jahres 19 Gewinner, darunter die BioHyTech Initiative.
urs