Heft 
(1.1.2019) 08
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Medien

Informations- und Kommuni­kationstechniken bestimmen zunehmend das wirtschaft­liche, kulturelle und soziale Dasein der Gesellschaft. Viele dieser Techniken sind uns schon zur Gewohnheit gewor­den, ja wir können uns die Arbeit ohne E-Mail, Internet, World Wide Web, Such­maschinen, Homepage kaum mehr vorstellen. Zunehmend verändern sich dadurch auch die Formen des Wissens­erwerbs und der Wissensver­mittlung.

Dabei sind weniger die neuen technischen Möglichkeiten Antriebsfeder dieser Veränderungen, sondern eher der rasante Wissenszuwachs in Wissenschaft und Technik. Nur durchlebenslanges und effizientes Lernen werden wir dieser Entwicklung Rechnung tragen können.

Jabei können COmpu­ergestützte, netzbasierte Kurse eine große Rolle spielen. Welche /orteile bringen diese sogenann­en Online-Learning-Systeme? Die Kursteilnehmer und-leiter können sich jederzeit und über­all unabhängig von Zeit und rt mit den bereitgestellten Materialien beschäftigen, Diskussionen über Inhalte ühren, Fragen stellen und mehr. Der Kursleiter kann den zu ver­ıittelnden Stoff ständig aktua­isieren. Den Lernprozess teuert der Studierende in bhängigkeit von seinen indi­iduelle Bedingungen selbst. kooperatives Lernen über ändergrenzen hinweg wird nÖglich.

Allerdings werden diese neuen Chrformen die traditionellen Aethoden nicht ablösen, son­ern nur ergänzen. Wie die ver­chiedenen Methoden verknüpft verden, davon hängen sicher die kzeptanz und der Virkungsgrad dieser Online­urse ab.

Nline-Learning wird auch an er Universität Potsdam 'probt. In Zusammenarbeit mit er ArbeitsgruppeVirtuelles ernen über Online-Systeme ter Leitung von Prof. Dr. ndreas Schwill(Informatik) nd Dr. Rolf-Rainer Lamprecht

(Slawistik) wurden von der Zentralen Einrichtung für Informationsverarbeitung und Kommunikation(ZEIK) in Golm zwei Produktions- und Managementsysteme für Online Lehr-Lern-Anwendungen instal­liert. Sie werden zurzeit von mehreren Bereichen getestet.

Lernen per Online-Kurs. Die Teil­nehmer können sich jederzeit und überall mit den bereitgestellten Ma­terialien beschäftigen. Foto: Archiv

Das System WebCT (www.webct.com), das seit 1995 an der University of British Columbia entwickelt wird, erproben die Informatik(Prof. Dr. Andreas Schwill), die Slavistik(Dr. Rolf-Rainer Lamprecht), das Sprachenzentrum(Christian Uhl), zwei Bereiche der Wirtschaftswissenschaften(Prof. Dr. Christoph Reichard, Prof. Dr. Dieter Wagner) und die ZEIK(Dr. Tilo Köhn). Die Nutzerverwaltung und Handhabung ist relativ einfach, es werden verschiedene Tools angeboten, mit denen sich inter­aktiv zum Beispiel ein Quiz oder Schwarze Bretter zum Gedankenaustausch erstellen lassen. Der Aufbau und die Nutzung der Kurse erfolgt über das http-Protokoll; ein Standard-Internetbrowser ist völlig ausreichend. Allerdings wird das System nur mit einer englischen Oberfläche ange­

PUTZ 8/00

Neue Wege des Lehrens und Lernens

Online-Learning in Testphase

boten, welche besonders Anfängern den Einstieg er­schwert. Außerdem wird dieses Programm in Deutschland rela­tiv wenig eingesetzt, SO dass kaum Ansprechpartner existieren, der Support ist sehr eingeschränkt. Einen ersten Eindruck bekommen Interessierte über http://orion.rz.uni-potsdam. de. Informationen über die Kursangebote gibt es über See courses on this server. Die Inhalte selbst sind allerdings durch ein Passwort geschützt.

Um den Nutzern den Einstieg zu erleichtern wurde ein Skript für Kursleiter erstellt (http: //didaktik.cs.uni-pots­dam.de/HyFISCH /Produziere n/MultimediaAG /Neues).

Das zweite System, LearningSpace von Lotus, ist ein kommerzielles System. Zur Anlage der Kurse muss ein spezielles Programm, der Lotus­Notes Client, installiert sein. Der Zugriff der Kursteilnehmer erfolgt ebenfalls über den Notes Client oder mit einigen weni­gen Einschränkungen über einen Webbrowser. Das insge­samt gefälligere und zukunft­strächtigere System erfordert aber einen erheblich höheren systemtechnischen Aufwand. Die Server- und Nutzerverwaltung ist wesentlich komplizierter. Das System wird derzeit? vondemä Bereich Grundschulpädagogik(Prof. Dr. Hartmut Giest) vonder Slavistik(Dr._Rolf-Rainer Lamprecht) und der ZEIK(Dr. Tilo Köhn/Madeleine Jannasch) getestet. Die ersten Ergebnisse können(demnächst unter http://golm.rz.uni-potsdam.de nachgelesen werden. Auch hier sind die Kursangebote selbst nur mit einem speziellen Passwort erreichbar.

Nach der Testphase, die Ende Februar abgeschlossen sein wird, werden die Projektergebnisse der WUniversitätsöffentlichkeit zugänglich gemacht und Empfehlungen für eine Nachnutzung gegeben.

Tilo Köhn/Zentrale Einrich­tung für Informationsverar­beitung und Kommunikation