PUTZ 9/00
UNI aktuel
Informatik an der Uni stark nachgefragt
Aufnahmekapazitäten für Informatikstudiengänge erhöht
Überall ist es zu lesen und zu hören, ohne Informatikkenntnisse geht heute nichts mehr. Fachkräfte fehlen auf diesem Gebiet in Deutschland. Die Erwartungen an die Ausbildung sind demzufolge hoch. Das führte dazu, dass auch an der Universität Potsdam diese Studiengänge stark nachgefragt sind.
Herumgesprochen hat sich aber auch, dass die Ausbildung trotz nicht immer einfacher Bedingungen in hoher Qualität gewährleistet werden kann. So gibt es seit dem Beginn des Wintersemesters 2000/2001 neben dem Diplomstudiengang den Studiengang Informatik mit den Abschlüssen Bachelor und Master. Dieser neue Studiengang führt zu international anerkannten Abschlüssen und verkürzt die Studienzeit bis zum ersten berufsspezifischen Abschluss.
Das Hasso Plattner Institut, AnInstitut der Uni, garantiert eine wirtschaftsnahe Wissensvermittlung und ingenieurorientierte Ausbildung. Es gibt Weiteren ein Erweiterungsstudium für Informatik-Lehrer.
Der Mathematiker„Prof. Dr. Klaus Denecke und der Informatiker Prof. Dr. Michael Gössel von der Uni sind sich darin einig, dass die Landesregierung reagieren muss, damit
des
in Zukunft der Bedarf an Informatikern gedeckt werden kann.“Finanzielle Mittel müs
sen bereitgestellt werden, um die personelle Situation an der Uni zu verbessern.” Denn gegenwärtig sind trotz der Bemühungen
aller Beteiligten die Studienbedingungen für Lehrende und Studierende} schwierig... Die räumlichen Kapazitäten reichen derzeit nicht aus. Die Hörsäle und Seminare sind oft überfüllt. Die Vorlesung“Grundlagen digitaler Systeme” verfolgen beispielsweise 300,“Mathematik für Informatiker” 200 eingeschriebene Hörer. Diese und andere Lehrveranstaltungen
werden auch von Studierenden mit dem Drittfach Informatik oder von Lehramtsstudierenden besucht. Anstelle geplanten Übungsgruppen “Mathematik für Informatiker” gibt es nun sieben. Im Seminar
der drei
Informatik ist so beliebt, dass die Universität Potsdam die Aufnahmekapazität begrenzen musste.
“Rechner- und Netzbetrieb” müssen die Studierenden am
Rechner individuell betreut werden, was aufgrund der großen Zahl kompliziert zu bewältigen ist.
Um auf die Anforderungen des Marktes zu reagieren, wurden an der Universität Potsdam für die Informatik-Diplomausbildung die Aufnahmekapazitäten erhöht. Insgesamt 90 Plätze sind
durch den hauseigenen NC festgelegt.
“Wir haben 100 Prozent ‚überbucht’, um zu verhindern, dass durch nicht angenommene Plätze Kapazitäten ungenutzt bleiben”, erläutert Dr.
um
Foto: Fritz
Hannelore Leuendorf aus dem Dezernat für Studienangelegen
heiten. Derzeit studieren im ersten Fachsemester 116 Studenten Informatik m
Diplomstudiengang, 28 mit dem Abschluss Bachelor, 54 mit dem Abschluss Magister im Hauptbeziehungsweise Nebenfach sowie 79 Sofwaresystemtechnik.
2001— das Jahr der Notbewirtschaftung
Spielräume nicht mehr vorhanden
Katastrophale Situation- das ist vermutlich die beste Beschreibung für die Haushaltslage der Universität Potsdam im Jahr 2001. Etwa neun Millionen DM fehlen der Universität im nächsten Jahr zur Finanzierung der Hochschule.“Notbewirtschaftung” heißt da die Formel, mit der das Rektorat die fehlenden Mittel in den Griff bekommen will.
Mit dem Doppelhaushalt des Landes Brandenburg stehen der Universität im Jahr 2001 insgesamt etwa 145,7 Millionen DM zur Verfügung, wobei mehr als 90 Prozent für die Bezahlung des Personals benötigt wird. Für
6
Lehre und Forschung braucht die Universität etwa 10,5 Millionen DM. Zur Verfügung stehen jedoch nur etwa 7,6 Millionen DM. Für investive Maßnahmen stehen im nächsten Jahr lediglich 750.000 DM zur Verfügung. Demgegenüber steht ein Bedarf von 3,7 Millionen DM. Im Bereich der Kosten für Bau, Heizung und Bewirtschaftung besteht 2001 ein Defizit von rund drei Millionen DM.
Schon der Haushalt des Jahres 2000 war für die Universität Potsdam nur schwer zu bewältigen. Doch durch Maßnahmen wie eine viermonatige Wiederbesetzungssperre gelang es der
Universitätsleitung, die verschiedenen Unterfinanzierungen auszugleichen. Das ist 2001 nicht mehr möglich. Der Rektor der Universität Pots-dam, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder, hat sich bereits in einem Schreiben an die seit Anfang November im Amt befindliche Wissenschaftsministerin, Prof. Dr. Johanna Wanka, gewandt und ausführlich auf die Finanzmisere aufmerksam gemacht. Ausdrücklich verwies der Rektor darauf, dass das Budget für 2001 nicht ohne Substanzschäden an der Universität zu händeln ist. Die Universitätsleitung bat die Ministerin, dringend Nachbesserungen für die Universität zu erwirken.
Inzwischen haben das Rektorat, die Dekane der fünf Fakultäten und auch der Senat darüber diskutiert, welche Initiativen unternommen werden können, um die Brandenburgische Landesregierung: zum Umschwenken zu bewegen.
gl
Das ausführliche Schreibe des Rektors an die Ministeri
für Wissenschaft, Forschun
und Kultur ist‘ bei Büroleiter des Rektorats Peter Brestrich,. Tel.: 977-1789, erhältlich.