Heft 
(1.1.2019) 09
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PUTZ 9/00

UNI aktuel

Informatik an der Uni stark nachgefragt

Aufnahmekapazitäten für Informatikstudiengänge erhöht

Überall ist es zu lesen und zu hören, ohne Informatikkennt­nisse geht heute nichts mehr. Fachkräfte fehlen auf diesem Gebiet in Deutschland. Die Erwartungen an die Ausbil­dung sind demzufolge hoch. Das führte dazu, dass auch an der Universität Potsdam diese Studiengänge stark nachge­fragt sind.

Herumgesprochen hat sich aber auch, dass die Ausbildung trotz nicht immer einfacher Bedin­gungen in hoher Qualität gewährleistet werden kann. So gibt es seit dem Beginn des Wintersemesters 2000/2001 neben dem Diplomstudiengang den Studiengang Informatik mit den Abschlüssen Bachelor und Master. Dieser neue Studien­gang führt zu international anerkannten Abschlüssen und verkürzt die Studienzeit bis zum ersten berufsspezifischen Ab­schluss.

Das Hasso Plattner Institut, An­Institut der Uni, garantiert eine wirtschaftsnahe Wissensvermitt­lung und ingenieurorientierte Ausbildung. Es gibt Weiteren ein Erweiterungs­studium für Informatik-Lehrer.

Der MathematikerProf. Dr. Klaus Denecke und der Informatiker Prof. Dr. Michael Gössel von der Uni sind sich darin einig, dass die Landes­regierung reagieren muss, damit

des

in Zukunft der Bedarf an Informatikern gedeckt werden kann.Finanzielle Mittel müs­

sen bereitgestellt werden, um die personelle Situation an der Uni zu verbessern. Denn gegenwär­tig sind trotz der Bemühungen

aller Beteiligten die Studien­bedingungen für Lehrende und Studierende} schwierig... Die räumlichen Kapazitäten reichen derzeit nicht aus. Die Hörsäle und Seminare sind oft überfüllt. Die VorlesungGrundlagen di­gitaler Systeme verfolgen bei­spielsweise 300,Mathematik für Informatiker 200 einge­schriebene Hörer. Diese und andere Lehrveranstaltungen

werden auch von Studierenden mit dem Drittfach Informatik oder von Lehramtsstudierenden besucht. Anstelle geplanten Übungsgruppen Mathematik für Informatiker gibt es nun sieben. Im Seminar

der drei

Informatik ist so beliebt, dass die Universität Potsdam die Aufnahmekapazität begrenzen musste.

Rechner- und Netzbetrieb müssen die Studierenden am

Rechner individuell betreut wer­den, was aufgrund der großen Zahl kompliziert zu bewältigen ist.

Um auf die Anforderungen des Marktes zu reagieren, wurden an der Universität Potsdam für die Informatik-Diplomausbildung die Aufnahmekapazitäten er­höht. Insgesamt 90 Plätze sind

durch den hauseigenen NC fest­gelegt.

Wir haben 100 Prozent ‚überbucht, um zu verhindern, dass durch nicht angenommene Plätze Kapazitäten ungenutzt bleiben, erläutert Dr.

um

Foto: Fritz

Hannelore Leuendorf aus dem Dezernat für Studienangelegen­

heiten. Derzeit studieren im ersten Fachsemester 116 Studenten Informatik m

Diplomstudiengang, 28 mit dem Abschluss Bachelor, 54 mit dem Abschluss Magister im Haupt­beziehungsweise Nebenfach sowie 79 Sofwaresystemtechnik.

2001 das Jahr der Notbewirtschaftung

Spielräume nicht mehr vorhanden

Katastrophale Situation- das ist vermutlich die beste Beschreibung für die Haus­haltslage der Universität Potsdam im Jahr 2001. Etwa neun Millionen DM fehlen der Universität im nächsten Jahr zur Finanzierung der Hoch­schule.Notbewirtschaftung heißt da die Formel, mit der das Rektorat die fehlenden Mittel in den Griff bekommen will.

Mit dem Doppelhaushalt des Landes Brandenburg stehen der Universität im Jahr 2001 insge­samt etwa 145,7 Millionen DM zur Verfügung, wobei mehr als 90 Prozent für die Bezahlung des Personals benötigt wird. Für

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Lehre und Forschung braucht die Universität etwa 10,5 Mil­lionen DM. Zur Verfügung ste­hen jedoch nur etwa 7,6 Millionen DM. Für investive Maßnahmen stehen im nächsten Jahr lediglich 750.000 DM zur Verfügung. Demgegenüber steht ein Bedarf von 3,7 Millio­nen DM. Im Bereich der Kosten für Bau, Heizung und Bewirt­schaftung besteht 2001 ein Defizit von rund drei Millionen DM.

Schon der Haushalt des Jahres 2000 war für die Universität Potsdam nur schwer zu bewälti­gen. Doch durch Maßnahmen wie eine viermonatige Wieder­besetzungssperre gelang es der

Universitätsleitung, die verschie­denen Unterfinanzierungen aus­zugleichen. Das ist 2001 nicht mehr möglich. Der Rektor der Universität Pots-dam, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder, hat sich bereits in einem Schreiben an die seit Anfang November im Amt befindliche Wissenschaftsminis­terin, Prof. Dr. Johanna Wanka, gewandt und ausführlich auf die Finanzmisere aufmerksam ge­macht. Ausdrücklich verwies der Rektor darauf, dass das Budget für 2001 nicht ohne Substanz­schäden an der Universität zu händeln ist. Die Universitäts­leitung bat die Ministerin, drin­gend Nachbesserungen für die Universität zu erwirken.

Inzwischen haben das Rektorat, die Dekane der fünf Fakultäten und auch der Senat darüber diskutiert, welche Initiativen unternommen werden können, um die Brandenburgische Landesregierung: zum Um­schwenken zu bewegen.

gl

Das ausführliche Schreibe des Rektors an die Ministeri

für Wissenschaft, Forschun

und Kultur ist bei Büroleiter des Rektorats Peter Brestrich,. Tel.: 977-1789, erhältlich.