Heft 
(1.1.2019) 09
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PUTZ 9/00

Absolventen

Neue Welten finden

Im Gespräch mit einemEhemaligen

Zunächst hat es ihm die Astrophysik angetan. Deshalb studierte Frank Hübner bis 1998 Physik an der Universität Potsdam.

Seine Liebe zum Internet ließ ihn dann zum Existenzgrün­der werden. Und heute arbeit­et er an seinem interaktiven Projektpotsdam-netz.

Mit demEhemaligen sprach PUTZ-Redakteurin Dr. Barbara Eckardt über Risiken bei der Existenzgründung, Gremienarbeit und Fantasy­Rollenspiele.

Schon. kurz nach der Beendigung Ihres Physik­studiums gründeten Sie im Oktober des Jahres 1999 eine eigene Firma. Warum gingen Sie mit dieser Existenzgrün­dung die ohne Zweifel damit verbundenen Risiken ein?

Hübner: Ich habe nach dem Studium zunächst eine Doktorarbeit auf dem Gebiet der Astrophysik begonnen. Mit dem Thema bin ich allerdings nicht so recht warm geworden. Deshalb brach ich diese wis­senschaftliche Arbeit ab. Da ich schon während des Studiums immer mit dem Internet zu tun hatte,..meine.. eigenen... Seiten erstellt und versucht habe, auf dem neuesten Stand zu bleiben, überlegte ich mir, ‚auf diesem Gebiet professionell zu arbeiten. Also gründete ich meine eigene Firma. So groß empfinde ich die damit verbundenen Risiken eigentlich nicht. Ich habe nichts, was zu pfänden wäre, bleibe nicht auf Rohstoffen sitzen, muss kein großes Büro anmie­ten. Allerdings kann ich im Augenblick von dieser Tätigkeit noch nicht leben. Die. Firma trägt sich, aber. meinen Lebensunterhalt zahlt derzeit das Arbeitsamt. Denn ich habe die vom Arbeitsamt gewährten Fördermöglichkeiten für Exis­tenzgründer ausgeschöpft. Es geht jetzt aufwärts.

Natürlich möchte ich auf Dauer kein Einzelkämpfer bleiben. Deshalb habe ich Kontakte zu

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ehemaligen Kommilitonen geknüpft, die auf diesem Gebiet

arbeiten möchten.

Welche Marktlücke wollen Sie mit http://www.potsdam­

netz.de abdecken?

Hübner: Ich denke schon, dass ich mit dem Projektpotsdam­netz, einem Internet-Portal für

Potsdam, eine. Marktlücke

Vom Diplomphysiker zum Existenz­gründer: Frank Hühner. Foto: privat

abdecken kann. Es gibt natürlich Projekte mit ähnlichen Inhalten. Meistens handelt es sich dabei jedoch um so etwas wie gescan­nte Prospekte: Ich will mit meinem Projekt Interaktivität herstellen. Noch fehlen dafür allerdings redaktionelle Inhalte. Dafür bin ich auf der Suche nach Kooperationspartnern, beispiels­

weise bei Printmedien. Bisher bietetpotsdam-netz auf seinen Seiten einen Web­

Katalog, eine Kleinanzeigen­börse und einen Veranstaltungs­kalender. Außerdem soll es dem­nächst ein Thema der Woche geben, wo Potsdamer via Internet über Dinge, die ihnen unter den Nägeln brennen, diskutieren, also interaktiv sein können.

Während Ihres Studiums engagierten Sie sich in ver­schiedenen Gremien, so im Fakultätsrat und im Fachschaftsrat. Waren Sie mit dem Studium nicht ausge­lastet?

Hübner: Man merkt schr schnell, dass es beim Studium einen Kern von aktiven Studierenden gibt, die sich über das eigentliche Studium hinaus engagieren wollen. Ich habe mich deshalb engagiert, weil ich näher an den Entscheidungen der Uni sein wollte. Deshalb nutzte ich die Gremien, um mitzuhelfen, die studentische Sicht einzubringen, so beispiels­weise im Fakultätsrat Fachschaftsrat.

oder

Liest man Ihren Lebenslauf, fällt auf, dass Sie ein boden­ständiger Potsdamer sind. Sie sind auch noch eng mit Ihrer Uni verbunden.

Hübner: Ursprünglich wollte Berlin studieren. Dann ich durch Zufall von einem Hochschulinformations­tag an der Universität Potsdam. Als ich dabei mitbekam, dass man an dieser Hochschule Astrophysik studieren kann, stand für mich fest, das Studium in Potsdam aufzunehmen. Diese Entscheidung häbe ich nicht bereut. Zu vielen Studenten, die mit mir das Studium begannen, habe ich heute noch enge Kontakte. Ich beteiligte mich auch am diesjährigen Tag der Mathematisch-Naturwissen­schaftlichen Fakultät.

ich in erfuhr

Mir schwebt vor, per Internet einen Anlaufpunkt für diejeni­gen zu schaffen, die sich für Bildung im Land Brandenburg, insbesondere für Naturwissen­schaften interessieren. Wenn man Schüler an Naturwissen­schaften heranführen will, muss das mit den Mitteln geschehen, die dieser Altersgruppe ange­messen sind, also... mit dem Internet. Die Schulen gehen ans Netz. Warum sollen diese Möglichkeiten der Informa­tionsvermittlung unge-nutzt bleiben? Die Uni ist hierbei ein guter Kooperationspartner. Wir arbeiten an einem Konzept und sind auf der Suche nach Geldgebern beispielsweise an Schulen, Universitäten, Stiftun­gen.

In Ihrer Freizeit beschäftigen

Sie sich unter anderem mit dem Fantasy-Rollenspiel. Was muss man sich darunte: vorstellen?

Hübner: Jeder braucht nebeı seinemtrockenen Studiun einen kreativen Ausgleich. Icl interessiere mich für Fantasy und Sciencefiction-Literatur denke mir gern Geschichten aus erfinde neue Welten. So bin ich auf dieses Fantasy-Rollenspic gestoßen. Meine Leidenschafi sind die Tisch-Rollenspiele. Man trifft sich, sitzt um einen Tisch und jeder bekommt auf den Papier eine Rolle zugewiesen die er ausfüllen muss: Zwerg Elfe,: Gnom...Es.. ist Theater, jeder spielt eine Rolle aber bei uns kennt keiner seinen Text. Denn nur der Spielleiter ist mit dem Inhalt des Stückes ver traut. Er erzählt die Geschichte anderen... müssenent sprechend ihrer Rolle reagieren so nach dem Motto: Befreie dic Prinzessin, töte den Drachen finde den Schatz, rette die Welt Man lernt Probleme zu lösen, improvisieren und mit anderen zu interagieren. Am meisten Spaß bereitet mir dabei das Erschaffen neuer Welten. Die Spieler haben die Möglichkeit, die Welt weiterzuentwickeln und zu gestalten. Wir treffen uns im Rhythmus von zwei Wochen, um die begonnene Geschichte weiterzuentwickeln.

wie in

die

Vielen Dank für das Gespräch.

Frank Hübner ist zu erreichen unter: frank@fh-onlinedienst.de

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