PUTZ 9/00
Absolventen
Neue Welten finden
Im Gespräch mit einem“Ehemaligen”
Zunächst hat es ihm die Astrophysik angetan. Deshalb studierte Frank Hübner bis 1998 Physik an der Universität Potsdam.
Seine Liebe zum Internet ließ ihn dann zum Existenzgründer werden. Und heute arbeitet er an seinem interaktiven Projekt“potsdam-netz”.
Mit dem“Ehemaligen” sprach PUTZ-Redakteurin Dr. Barbara Eckardt über Risiken bei der Existenzgründung, Gremienarbeit und FantasyRollenspiele.
Schon. kurz nach der Beendigung Ihres Physikstudiums gründeten Sie im Oktober des Jahres 1999 eine eigene Firma. Warum gingen Sie mit dieser Existenzgründung die ohne Zweifel damit verbundenen Risiken ein?
Hübner: Ich habe nach dem Studium zunächst eine Doktorarbeit auf dem Gebiet der Astrophysik begonnen. Mit dem Thema bin ich allerdings nicht so recht warm geworden. Deshalb brach ich diese wissenschaftliche Arbeit ab. Da ich schon während des Studiums immer mit dem Internet zu tun hatte,..meine.. eigenen... Seiten erstellt und versucht habe, auf dem neuesten Stand zu bleiben, überlegte ich mir, ‚auf diesem Gebiet professionell zu arbeiten. Also gründete ich meine eigene Firma. So groß empfinde ich die damit verbundenen Risiken eigentlich nicht. Ich habe nichts, was zu pfänden wäre, bleibe nicht auf Rohstoffen sitzen, muss kein großes Büro anmieten. Allerdings kann ich im Augenblick von dieser Tätigkeit noch nicht leben. Die. Firma trägt‘ sich, aber. meinen Lebensunterhalt zahlt derzeit das Arbeitsamt. Denn ich habe die vom Arbeitsamt gewährten Fördermöglichkeiten für Existenzgründer ausgeschöpft. Es geht jetzt aufwärts.
Natürlich möchte ich auf Dauer kein Einzelkämpfer bleiben. Deshalb habe ich Kontakte zu
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ehemaligen Kommilitonen geknüpft, die auf diesem Gebiet
arbeiten möchten.
Welche Marktlücke wollen Sie mit http://www.potsdam
netz.de abdecken?
Hübner: Ich denke schon, dass ich mit dem Projekt“potsdamnetz”, einem Internet-Portal für
Potsdam, eine. Marktlücke
Vom Diplomphysiker zum Existenzgründer: Frank Hühner. Foto: privat
abdecken kann. Es gibt natürlich Projekte mit ähnlichen Inhalten. Meistens handelt es sich dabei jedoch um so etwas wie gescannte Prospekte: Ich will mit meinem Projekt Interaktivität herstellen. Noch fehlen dafür allerdings redaktionelle Inhalte. Dafür bin ich auf der Suche nach Kooperationspartnern, beispiels
weise bei Printmedien. Bisher bietet“potsdam-netz” auf seinen Seiten einen Web
Katalog, eine Kleinanzeigenbörse und einen Veranstaltungskalender. Außerdem soll es demnächst ein Thema der Woche geben, wo Potsdamer via Internet über Dinge, die ihnen unter den Nägeln brennen, diskutieren, also interaktiv sein können.
Während Ihres Studiums engagierten Sie sich in verschiedenen Gremien, so im Fakultätsrat und im Fachschaftsrat. Waren Sie mit dem Studium nicht ausgelastet?
Hübner: Man merkt schr schnell, dass es beim Studium einen Kern‘ von aktiven Studierenden gibt, die sich über das eigentliche Studium hinaus engagieren wollen. Ich habe mich deshalb engagiert, weil ich näher an den Entscheidungen der Uni sein wollte. Deshalb nutzte ich die Gremien, um mitzuhelfen, die studentische Sicht einzubringen, so beispielsweise im Fakultätsrat Fachschaftsrat.
oder
Liest man Ihren Lebenslauf, fällt auf, dass Sie ein bodenständiger Potsdamer sind. Sie sind auch noch eng‘ mit “Ihrer” Uni verbunden.
Hübner: Ursprünglich wollte Berlin studieren. Dann ich durch Zufall von einem Hochschulinformationstag an der Universität Potsdam. Als ich dabei mitbekam, dass man an dieser‘ Hochschule Astrophysik studieren kann, stand für mich fest, das Studium in Potsdam aufzunehmen. Diese Entscheidung häbe ich nicht bereut. Zu vielen Studenten, die mit mir das Studium begannen, habe ich heute noch‘ enge Kontakte. Ich beteiligte mich auch am diesjährigen Tag der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.
ich in erfuhr
Mir schwebt vor, per Internet einen Anlaufpunkt für diejenigen zu schaffen, die sich‘ für Bildung im Land Brandenburg, insbesondere für Naturwissenschaften interessieren. Wenn man Schüler an Naturwissenschaften heranführen will, muss das mit den Mitteln geschehen, die dieser Altersgruppe angemessen sind, also... mit dem Internet. Die Schulen gehen ans Netz. Warum sollen” diese Möglichkeiten der Informationsvermittlung unge-nutzt bleiben? Die Uni ist hierbei ein guter Kooperationspartner. Wir arbeiten an einem Konzept und sind auf der Suche nach Geldgebern beispielsweise an Schulen, Universitäten, Stiftungen.
In Ihrer Freizeit beschäftigen
Sie sich unter anderem mit dem Fantasy-Rollenspiel. Was muss man sich darunte: vorstellen?
Hübner: Jeder braucht nebeı seinem“trockenen” Studiun einen kreativen Ausgleich. Icl interessiere mich für Fantasy und Sciencefiction-Literatur denke mir gern Geschichten aus erfinde neue Welten. So bin ich auf dieses Fantasy-Rollenspic gestoßen. Meine Leidenschafi sind die Tisch-Rollenspiele. Man trifft sich, sitzt um einen Tisch und jeder bekommt auf den Papier eine Rolle zugewiesen die er ausfüllen muss: Zwerg Elfe,: Gnom...Es.. ist Theater, jeder spielt eine Rolle aber bei uns kennt keiner seinen Text. Denn nur der Spielleiter ist mit dem Inhalt des Stückes ver traut. Er erzählt die Geschichte anderen... müssen„ent sprechend ihrer Rolle reagieren so nach dem Motto: Befreie dic Prinzessin, töte den Drachen finde den Schatz, rette die Welt Man lernt Probleme zu lösen, zı improvisieren und mit anderen zu interagieren. Am meisten Spaß bereitet mir dabei das Erschaffen neuer Welten. Die Spieler haben die Möglichkeit, die Welt weiterzuentwickeln und zu gestalten. Wir treffen uns im Rhythmus von zwei Wochen, um die begonnene Geschichte weiterzuentwickeln.
wie in
die
Vielen Dank für das Gespräch.
Frank Hübner ist zu erreichen unter: frank@fh-onlinedienst.de
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An
JAHRE
für die Welt
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