Forschung
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teil des technischen Systems. Sie sollte sicher arbeiten. Eine verläßliche Sicherheitsbewertung hat zunehmend auch wirtschaftliche Relevanz, da im Falle eines Fehlverhaltens hohe Schadensersatzforderungen entstehen können.
Oft müssen technische Systeme für sicherheitsrelevante Einsatzbereiche durch eine Zulassungsbehörde überprüft werden. So ist zum Beispiel für die Zulassung von Schienenverkehrssystemen in Deutschland das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) zuständig. Die Überprüfung kann die Entwicklungsdauer erheblich verlängern, so dass eine Beschleunigung durch Einsatz leistungsfähiger Techniken im Interesse der, Herstellerfirmen liegt, erklärte Liggesmeyer.
In zwei Phasen des Prozesses ist die Vermeidung beziehungsweise Erkennung von Fehlern möglich: während der Softwareentwicklung und bei der anschließenden Qualitätskontrolle.
In beiden Bereichen stehen die Ingenieure jedoch vor einem Dilemma. Sie haben die Wahl
zwischen Techniken, die entweder besonders praktikabel oder besonders verläßlich sind. Die verbreiteten informalen Techniken können einfach und universell eingesetzt werden, aber sie sind in einem hohen Maße interpretierbar und damit fehleranfällig. Häufig werden Entwicklungsdokumente in “natürlicher Sprache” erstellt. Weder Form(Syntax) noch Bedeutung(Semantik) sind bei informalen Techniken eindeutig festgelegt. Missverständnisse können leicht auftreten, wie das Beispiel des Satzes“Ich mag Montage” zeigt. Ob sich hier eine Person auf einen ganz bestimmten Wochentag oder das Zusammenbauen von Maschinenteilen freut, ist nur aus dem Kontext zu erschließen. Es ist klar, dass solch uneindeutige Formulierungen im Bereich der Softwareerstellung Fehlerquellen bergen.
Dem gegenüber stehen formale Techniken mit fester Syntax und fester Semantik. Es handelt sich dabei um Techniken, die mit mathematischen Verfahren arbeiten.
Zwar zeichnen sich formale Techniken durch ein hohes Maß an Eindeutigkeit aus, ihr Einsatz bei der Beschreibung von
Softwaresystemen ist aber auf spezielle Fälle beschränkt. Darüber hinaus scheitert ihr Einsatz für den formalen Nachweis von Softwareeigenschaften oft an spezifischen Eigenschaften moderner Programmiersprachen. Zwischen beiden Extremen zeichnet sich
Sprach über die Qualitätssicherung
bei technischer Lingesmeyer
Software: Peter Foto: HPI
nun, so Liggesmeyer, ein Kompromiss in Form so genannter formatierter Techniken ab, die auch in((derPraxisi bereitsgein breites Interesse finden.
PUTZ 9/00
Formatierte Techniken greifen bei informaler Semantik auf eine klar definierte Syntax zurück und bieten darüber hinaus explizit Mechanismen zur Beherrschung großer Softwaresysteme. Im Bereich der Qualitätssicherung kann der Kompromiss aus informalen und formalen Verfahren durch stochastische Methoden erreicht werden. Sie arbeiten zwar nicht mit absoluter, aber in der Praxis oft ausreichender Präzision.
Sie werden nach der Einschätzung Liggesmeyers in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Softwaresysteme könnten mit formatierten Techniken in kritische und unkritische Bestandteile zerlegt werden. Die kritischen Softwareteile, in denen das Auftreten eines Fehlverhaltens fatale Folgen hätte, würden dann mit den aufwendigen formalen Techniken entwickelt und überprüft.
Außerdem erwartet Liggesmeyer, dass die Qualitätskontrolle mit informalen, aber systematischen Tests der Systeme zunehmend durch eine stochastische Auswertung ergänzt werden wird.
urs
Fraunhofer-Institut eröffnet
Mit einem Festakt, einem. Tag der offenen Tür und einem “Feier-Abend” wurde das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung(IAP) in Golm offiziell eröffnet. Grund für den Umzug von Teltow-Seehof nach Golm im Mai dieses Jahres waren nicht zuletzt die guten Kooperationsmöglichkeiten, die sich dem Institut dort bieten.“Wir sind umgezogen, weil wir neue nette Nachbarn kennen lernen möchten, mit denen man etwas unternehmen kann,” sagte Ulrich Buller, Leiter des IAP.
Zu diesen neuen Nachbarn gehört neben den drei Max-Planck Instituten im Wissenschaftspark Golm auch die Universität Potsdam, die im Januar dieses Jahres einen Kooperationsvertrag mit dem IAP abgeschlossen
und eine gemeinsame Berufung durchgeführt hat.
Das IAP, das 1992 am Standort Teltow-Seehof als FraunhoferEinrichtung gegründet wurde, kann auf eine lange Tradition bei der Erforschung der Polymere zurückblicken. Es ging hervor aus dem Institut für Polymerchemie“Erich Correns” der Akademie der Wissenschaften der DDR.
Neben der“traditionellen” Arbeit mit synthetischen Polymeren hat es in letzter Zeit auch die Erforschung nachwachsender Polymere, insbesondere Stärke und Cellulose, in Angriff genommen. Ziel der Arbeiten ist die Verbesserung von Materialund Funktionseigenschaften bei Fasern, Folien, Konstruktionswerkstoffen, Membranen, Beschichtungs- und Klebestof
fen. In Zukunft sollen Polymermaterialien auch für Hochtechnologieanwendungen beispielsweise in der Mikroelektronik ‚und der Medizintechnik eingesetzt werden. Hans-Ulrich Wiese, Vorstand der Fraunhofer Gesellschaft, wies auf die große wirtschaftliche Bedeutung der Polymere hin. Im Jahr 1999 wurden 140 Millionen Tonnen Polymere verarbeitet. 4 Das entspricht einem Umsatz von 240 Milliarden Mark, mit steigender| Tendenz. Im IJAP
sollen dazu eingesetzte Herstellungsverfahren verbessert, Ökologischer und
wirtschaftlicher gestaltet werden.
Infrastruktur verbessern
Die Kosten für den knapp 63 Millionen Mark teuren Neubau, in dem 226 Menschen einen Arbeitspatz finden, wurden jeweils zur Hälfte von Bund und EU übernommen. Das
Grundstück stellte das Land Brandenburg zur Verfügung.
Mit dem Einzug des IAP sei ein weiteres Stück des Wissenschaftsparks Golm realisiert worden, erklärte Forschungsministerin Johanna Wanka. Damit dort auch die Kooperation mit der Wirtschaft möglich wird, müssen nun Möglichkeiten für die Ansiedlung von Unternehmen und
insbesondere eine verbesserte Infrastruktur geschaffen werden. Das
Gelingen des Wissenschaftsparks Golm hänge von den passenden Rahmenbedingungen ab, so Wolfgang Loschelder, Rektor der Universität Potsdam. Dazu gehört für ihn auch der zügige Ausbau der MathematischNaturwissenschaftlichen Fakultät in: Golm.“Jede Verzögerung bei den weiteren Bauabschnitten bedeutet eine Verschwendung von Ressourcen,” sagte er.
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