PUTZ 5/01
Zehn Jahre Universität Potsdam
Zehn Jahre Ereignisse und Bilder
1. Januar 1991 Der Fachbereich Rechtswissenschaft der Brandenburgischen Landeshochschule Potsdam wird gegründet.
24. Juni 1991
Der Landtag. Brandenburg beschließt das Gesetz über die Hochschulen des Landes Brandenburg.
4. Juli 1991
Das brandenburgische Wissenschaftsministerium bestellt den Gründungsrektor, Prof. Dr. Rolf Mitzner, und einen Gründungssenat. Das Gremium hat die Aufgabe, ein Konzept für die Entwicklung der Universität Potsdam vorzulegen.
15. Juli 1991
Die Universität Potsdam wird als größte Hochschule des Landes Brandenburg gegründet. Sie entsteht nicht auf der “grünen Wiese”, sondern baut auf Vorgängereinrichtungen auf. Die wichtigste ist die Brandenburgische Landeshochschule, vorher Pädagogische Hochschule. Der Fachbereich Rechtswissenschaft der Brandenburgischen Landeshochschule Potsdam wird mit der Gründung der Uni als Juristische Fakultät fortgeführt.
| UNIVERSITAT POTSDAM
Pol
1992: Kein Schilderwechsel.
Bildersturm, nur
Foto: Archiv
Weitere zehn Jahre im Blick
Zehn Jahre nach ihrer Gründung ist die Universität Potsdam nicht mehr aus der Landeshauptstadt wegzudenken. Durch ihre Entwicklung hat sie mit dazu beigetragen, dass sich Potsdam und seine Umgebung zu einer der leistungsfähigsten Wissenschaftsregionen in ganz Deutschland Arbeitsplätze sind entstanden. Die Koopeaußerhochschulischen Forschungseinrichtungen oder die Public-Private-Partnership im Rahmen des Hasso-Plattner-Instituts setzen Maßstäbe— um nur zwei Beispiele zu nennen. Allen Verantwortlichen in
entwickeltähat: Tausende
ration mit
der Hochschule gilt dafür mein Dank. Und die Entwicklung ist noch längst nicht abgeschlossen. Die Potsdamer Universität ist in Bewegung, so wie die brandenburgische Hochschullandschaft in Bewegung ist. Nach zehn Jahren ist der Zeitpunkt gekommen, Strukturen auf den Prüfstand zu stellen und die Profile zu schärfen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Für die Rahmenbedingungen trägt die Politik die Verantwortung, für die konkrete Ausgestaltung die Hochschule selbst. Ich bin guten Mutes, dass wir im Jahr 2011 auf zwanzig erfolgreiche Jahre zurückblicken können.
Prof. Dr. Johanna Wanka/Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
Gute und schlechte Zeiten
Foto: privat
In ihren ersten Jahren war die Uni Potsdam, wie viele andere ostdeutsche Institutionen auch, sehr selbstbezogen: Umbau und Überlebenskunst bestimmten das Geschehen.
Der Einfallsreichtum wuchs proportional zu den Schwierigkeiten, andererseits blieb das Beharrungsver-mögen in einigen Bereichen beträchtlich. Im Jahre Zehn wünschen wir uns immer noch eine lebendige Studentenstadt Potsdam mit beweglichen und aufgeschlossenen Universitätsmitarbeitern. Manchmal blitzte das Wünschenswerte in den letzten Jahren kurz auf. Prof. HansJürgen Bachorski vom Institut für Germanistik brachte viele
Dutzend junge Leute mit ins Kino des Filmmuseums und vermochte sie mit Ssemer Begeisterung für Geschichte und alte Filme anzustecken. Die Anglisten schmieden gemeinsam mit dem Museum an einer Veranstaltungsreihe. Film und Medien sollen an der Universität in Zukunft stärker verankert werden... Das sind gute Zeichen. Vor allem für studentisches Publikum bestellten wir seit einiger Zeit öfter Filme in Originalfassung, weil wir erwartet hatten, dass Sprachen aus ganz normaler Neugier und wegen guter Berufschancen indessen Teil des Alltags geworden sind- aber häufig‘ sind gerade diese Vorstellungen halbleer...
Apropos: Wo ist eigentlich der Studentenclub in der Innenstadt? Bis zu einer weltoffenen, summenden Universitätsstadt müssen vielleicht noch zehn weitere Jahre vergehen; wir wünschen Glück auf dem Weg!
Dr. Bärbel Dalichow/: Direktorin des Filmmuseums Potsdam
Wie eine große Familie
Ich habe das Bild noch genau vor Augen, wie ich vor sechs Jahren in Potsdam am Neuen Palais stand. Sonne grüne Wiesen und eine kleine, etwas verschlafen wirkende Uni. Hier wollte Sich studieren. 1 Die Vorstellung, im Park zu liegen und den trockenen Unistoff zu pauken, gefiel mir. Dass einem durch diesen Plan die Parkwächter einen Strich machen würden, sollte ich bald lernen.
Als. ich hier anfing, war Vieles noch von einer‘gewissen Aufbruchs- und Neugründungsstimmung geprägt. Die Kontakte untereinander entwickelten sich schnell, da es gerade mal halb so viele Studierende gab wie heute. Mit Professoren oder
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Unimitarbeitern einen kurzen Plausch halten, war gut möglich. Vor allem gab es noch viele Nischen, in denen man auch als Studi mitgestalten konnte. Festgefahrene Hierarchien exXistierten noch nicht, so dass man, wenn man nur wollte, an entscheidenden Stellen mitreden konnte. Man bekam in gewisser Weise den Eindruck, die Uni Potsdam sei so etwas wie eine große Familie.
Inzwischen hat sich vieles verändert. Die Uni leidet unter erheblichen Sparmaßnahmen, und die Anteilnahme daran ist seitens vieler Studierender eher gering. Manchmal wird man den Eindruck nicht los, dass einige Menschen an dieser Hochschule recht resigniert sind, während andere Potsdam nur als kurze
Station ihres Lebensweges sehen.
Claudia Frenzel /Studentin