PUTZ 5/01
Zehn Jahre Universität Potsdam
23. Oktober 2000
Die Bereichsbibliothek am Standort Babelsberg-Griebnitzsee bezieht ein neues Gebäude. Mit der Übergabe des 9,5 Millionen DM teuren Baus verbessern sich die Bedingungen für Lehrende und Studierende entscheidend.
UNIVERSITÄTS
BIBLIOTHEK
BEREICHSBIBLIOTHEK BABELSBERG
19. Dezember 2000
Das Nordcommungebäude am Standort Neues Palais wird nach 34 Millionen teurer Sanierung rekonstruiert übergeben. Die Philosophische Fakultät zieht hier ein: Das Gebäude wird künftig Philosophicum genannt.
1. Januar 2001
Die bis zum 31. Dezember 2006 dauernde Amtszeit des am 28. September 2000 vom Senat wiedergewählten Rektors Prof. Dr. Wolfgang Loschelder beginnt.
März 2001
Das Rektorat der Universität legt Eckpunkte zur Strukturund Entwicklungsplanung vor. Damit werden die Bedingungen geschaffen, dass an der Universität auch in Zukunft national und international konkurrenzfähige Forschung und Lehre betrieben werden können.
27. April 2001
Die Uni Potsdam und der Landesbezirk Berlin-Brandenburg des DGB unterzeichnen einen Kooperationsvertrag.
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Eine Greencardregelung für die Lehrerbildung?
Während heute die Universität mit Drittmitteln und Kürzeln wie DFG und MPI glänzt, die andere wie APW und AdW abgelöst haben, gehört die Lehrerbildung nach wie vor zu den zentralen gesellschaftlichen Aufgaben dieser wissenschaftlichen Hochschule. Der Zeitgeist will heute die Universitäten mit Macht wirtschaftlichen Maximen unterwerfen, sie zu Unternehmen formen und wie solche leiten. Ob diese Kapitalflussmentalität langfristig die
Bildung und ihren gesellschaftlichen Ort- die Hochschulen- gedeihen lässt, ist
fraglich; sicher ist, dass sie der Lehrerbildung abträglich ist. Bildung für Lehrer, Bildung für die Schule ist kurzfristig nicht profitabel, fährt wenig Drittmittel ein und ist häufig unspektakulär. Sie entscheidet über die Zukunft jenseits der nächsten Wahlen und Renditeausschüt
‚Foto: Tribukeit
tungen; sie scheint sich nicht auszuzahlen, jedenfalls nicht so wörtlich, wie der Shareholdervaluc dies verlangt. In einer 1992 verabschiedeten Denkschrift des Gründungssenats hieß es:“Die Universität Potsdam wird als einzige Hochschule im Lande Brandenburg für die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern aller Schularten-stufen Zzuständig sein. Die Lehrerbildung gehört daher zu den besonderen Aufgaben der. Universität Potsdam.” Entsprechende Anstrengungen wurden unternommen, was die Gestaltung und Ausstattung der Lehramtsstudiengänge anlangt. Beim zehnjährigen Jubiläum der Universität Potsdam ist zu konstatieren, dass vor allem die letzten fünf Jahre der Lehrerbildung schlecht bekommen sind: Die Interdisziplinären Zentren für pädagogische Forschung und Lehrerbildung und für Lehrund Lernforschung aufgelöst, einschlägige Professuren in der Pädagogik und in den Fächern gestrichen. So blieb zum Beispiel in der philosophischen Fakultät eine didaktische Babylonprofessur, die für Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern in sechs verschiedenen Sprachen zuständig ist, in der mathematisch-naturwissen
und
wurden
schaftlichen Fakultät bleiben nach dem heutigen Planungsstand von sechs Fachdidaktikprofessuren zwei, die im fachübergreifenden Niemandsland angesiedelt sind. Im Grundschulbereich schließt das Land Brandenburg einerseits Verträge mit. Berlin, die der Universität Potsdam für dessen Lehrerbedarf Plätze ausweisen, andererseits werden die dafür erforderlichen Professuren nicht besetzt. In der Selbstdarstellung der(Hochschule und ihrer Fakultäten ist bei entsprechenden Festveranstaltungen von Lehrerbildung schon gar nichts mehr zu hören. Also warten wir auf die nächsten zehn Jahre. Wird man klassische naturwissenschaftliche Studiengänge Ökonomischerweise schließen, weil zwischen all den Drittmittelanträgen das Ausbleiben der Studentinnen und Studenten zu spät oder gar nicht bemerkt wurde? Wird der sich abzeichnende Lehrermangel mit einer Greencardregelung beantwortet? Werden Computerprogramme das Lehren und Lernen für uns übernehmen? Noch ist die Lehrerbildung in Potsdam nicht verloren.
Prof. Dr. Thomas Jahnke/ Institut für Mathematik
Gründungsväter mit Weitsicht
Das Jubiläumsjahr der: Um wurde von der Europäischen Kommission zum Jahr der Sprachen erklärt. Für mich doppelt‘ Anlass: zur. Bestandaufnahme.
Wenn diese im nationalen wie europäischen Vergleich überaus positiv ausfällt, so ist das zum einen der Weitsicht. unserer Gründungsväter und so manches Begleiters der nachfolgenden, nicht. immer. leichten Entwicklung unseres Sprachenzentrums zu verdanken. Zum anderen habe ich das Glück eine Einrichtung: zu leiten, deren
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich trotz langjährigem Evaluierungsdruck und immer knapperen Kassen den Elan der ersten Jahre bewahrt haben,
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stets aufgeschlossen sind für didaktische Neuerungen.
Meine Ziele für die nächsten Jahre— eine stärkere Anerkennung von an der Uni erworbenen Fremdsprachenkenntnissen in den Fächern, zum Beispiel durch Kreditierung im Rahmen neuer Studiengänge und Intensivierung der Kooperation mit Blick auf ICT und die damit verbundenen. neuen. Lernumgebungen.
Dr. Doris Flischikowski/ Geschäftsführende Leiterin des Sprachenzentrums