Heft 
(1.1.2019) 05
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PUTZ 5/01

Zehn Jahre Universität Potsdam

23. Oktober 2000

Die Bereichsbibliothek am Standort Babelsberg-Grieb­nitzsee bezieht ein neues Gebäude. Mit der Übergabe des 9,5 Millionen DM teuren Baus verbessern sich die Bedingungen für Lehrende und Studierende entscheidend.

UNIVERSITÄTS­

BIBLIOTHEK

BEREICHSBIBLIOTHEK BABELSBERG

19. Dezember 2000

Das Nordcommungebäude am Standort Neues Palais wird nach 34 Millionen teurer Sanierung rekonstruiert über­geben. Die Philosophische Fakultät zieht hier ein: Das Gebäude wird künftig Philo­sophicum genannt.

1. Januar 2001

Die bis zum 31. Dezember 2006 dauernde Amtszeit des am 28. September 2000 vom Senat wiedergewählten Rektors Prof. Dr. Wolfgang Loschelder beginnt.

März 2001

Das Rektorat der Universität legt Eckpunkte zur Struktur­und Entwicklungsplanung vor. Damit werden die Bedingun­gen geschaffen, dass an der Universität auch in Zukunft national und international konkurrenzfähige Forschung und Lehre betrieben werden können.

27. April 2001

Die Uni Potsdam und der Landesbezirk Berlin-Branden­burg des DGB unterzeichnen einen Kooperationsvertrag.

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Eine Greencardregelung für die Lehrerbildung?

Während heute die Universität mit Drittmitteln und Kürzeln wie DFG und MPI glänzt, die andere wie APW und AdW abgelöst haben, gehört die Lehrerbildung nach wie vor zu den zentralen gesellschaftlichen Aufgaben dieser wissenschaft­lichen Hochschule. Der Zeit­geist will heute die Universitäten mit Macht wirtschaftlichen Maximen unterwerfen, sie zu Unternehmen formen und wie solche leiten. Ob diese Kapital­flussmentalität langfristig die

Bildung und ihren gesell­schaftlichen Ort- die Hoch­schulen- gedeihen lässt, ist

fraglich; sicher ist, dass sie der Lehrerbildung abträglich ist. Bildung für Lehrer, Bildung für die Schule ist kurzfristig nicht profitabel, fährt wenig Dritt­mittel ein und ist häufig unspek­takulär. Sie entscheidet über die Zukunft jenseits der nächsten Wahlen und Renditeausschüt­

‚Foto: Tribukeit

tungen; sie scheint sich nicht auszuzahlen, jedenfalls nicht so wörtlich, wie der Shareholder­valuc dies verlangt. In einer 1992 verabschiedeten Denk­schrift des Gründungssenats hieß es:Die Universität Potsdam wird als einzige Hochschule im Lande Branden­burg für die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern aller Schularten-stufen Zzu­ständig sein. Die Lehrerbildung gehört daher zu den besonderen Aufgaben der. Universität Potsdam. Entsprechende An­strengungen wurden unternom­men, was die Gestaltung und Ausstattung der Lehramtsstu­diengänge anlangt. Beim zehn­jährigen Jubiläum der Univer­sität Potsdam ist zu konsta­tieren, dass vor allem die letzten fünf Jahre der Lehrerbildung schlecht bekommen sind: Die Interdisziplinären Zentren für pädagogische Forschung und Lehrerbildung und für Lehr­und Lernforschung aufgelöst, einschlägige Profes­suren in der Pädagogik und in den Fächern gestrichen. So blieb zum Beispiel in der philosophi­schen Fakultät eine didaktische Babylonprofessur, die für Aus­bildung von Lehrerinnen und Lehrern in sechs verschiedenen Sprachen zuständig ist, in der mathematisch-naturwissen­

und

wurden

schaftlichen Fakultät bleiben nach dem heutigen Planungs­stand von sechs Fachdidak­tikprofessuren zwei, die im fachübergreifenden Niemands­land angesiedelt sind. Im Grundschulbereich schließt das Land Brandenburg einerseits Verträge mit. Berlin, die der Universität Potsdam für dessen Lehrerbedarf Plätze ausweisen, andererseits werden die dafür erforderlichen Professuren nicht besetzt. In der Selbstdarstellung der(Hochschule und ihrer Fakultäten ist bei entsprechen­den Festveranstaltungen von Lehrerbildung schon gar nichts mehr zu hören. Also warten wir auf die nächsten zehn Jahre. Wird man klassische naturwis­senschaftliche Studiengänge Ökonomischerweise schließen, weil zwischen all den Drittmit­telanträgen das Ausbleiben der Studentinnen und Studenten zu spät oder gar nicht bemerkt wurde? Wird der sich abzeich­nende Lehrermangel mit einer Greencardregelung beant­wortet? Werden Computerpro­gramme das Lehren und Lernen für uns übernehmen? Noch ist die Lehrerbildung in Potsdam nicht verloren.

Prof. Dr. Thomas Jahnke/ Institut für Mathematik

Gründungsväter mit Weitsicht

Das Jubiläumsjahr der: Um wurde von der Europäischen Kommission zum Jahr der Sprachen erklärt. Für mich dop­pelt Anlass: zur. Bestandauf­nahme.

Wenn diese im nationalen wie europäischen Vergleich überaus positiv ausfällt, so ist das zum einen der Weitsicht. unserer Gründungsväter und so man­ches Begleiters der nachfolgen­den, nicht. immer. leichten Entwicklung unseres Sprachen­zentrums zu verdanken. Zum anderen habe ich das Glück eine Einrichtung: zu leiten, deren

Mitarbeiterinnen und Mitar­beiter sich trotz langjährigem Evaluierungsdruck und immer knapperen Kassen den Elan der ersten Jahre bewahrt haben,

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stets aufgeschlossen sind für didaktische Neuerungen.

Meine Ziele für die nächsten Jahre eine stärkere Anerken­nung von an der Uni erworbe­nen Fremdsprachenkenntnissen in den Fächern, zum Beispiel durch Kreditierung im Rahmen neuer Studiengänge und Inten­sivierung der Kooperation mit Blick auf ICT und die damit verbundenen. neuen. Lern­umgebungen.

Dr. Doris Flischikowski/ Geschäftsführende Leiterin des Sprachenzentrums