Zehn Jahre Universität Potsdam
Entscheidende Jahre
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"Foto: Archiv
Zehn Jahre an einer Uni studieren, das ist lange. Zehn Jahre an einer Uni unterrichten, ist Okay. Aber zehn Jahre als Universität bestehen? Potsdam zählt zu den jüngsten deutschen Unis. Doch das bedeutet nicht, dass hier irgend etwas besser gemacht wird als anderswo; dass neue Ideen hier unvoreingenommener betrachtet würden, dass die Strukturen flexibler, die Wege weniger’eingefahren wären. In zehn Jahren ist aus der Uni Potsdam das geworden, was westdeutsche Unis schon immer sind: ein Geflecht aus Vorrechten. und Pfründen, ein Schlachtfeld der Fakultäten und Institute, der Statusgruppen und Fachbereiche, ein Konglomerat aus Wissenschaftlichkeit und Verwaltung, besonders auch
in ihrer negativen Bedeutung, ein Gerüst von Hierarchien auf dem Boden der Gleichberechtigung.
Die drei Vorgängereinrichtungen, die 1991 zur Uni Potsdam verschmolzen, hätten allein kaum eine Chance gehabt, erhalten zu werden. Nicht weniger schlecht ist heute der Stand der Uni in Brandenburg. Die Entwicklungskonzeption vom ’91 ist bereits um ein Viertel der Professuren gekürzt. Neben der BTU und der EUV ist sie tertius inter pares: als größte Uni des Landes am wenigsten bezuschusst, ihre Schließung war oft
in der Diskussion, gern legt man
schon heute den einen oder anderen Studiengang auf Eis.
Dabei wiegt das Erbe der Pädagogischen Hochschule, der Akademie für Staat und Recht und der Juristischen Hochschule
des Ministeriums für Staatssicherheit in Golm doppelt schwer:
Zum einen: vier gleich:
berechtigte Standorte, die weiter nicht auseinander liegen könnten, erschweren Arbeit, Studium, Verwaltung in der Hochschule. Einen neuen Campus zu errichten, wäre einfacher Sund
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preiswerter gewesen als die Sanierung maroder Gebäude, Aus- und Umzüge, verworfene Pläne, Interimsbauten und Sanierungsstopps. Bestes Beispiel ist das jahrelange Gezerre um einen Neubau der Unibibliothek, deren wenig umfangreicher Buchbestand selbst schon Anlass genug zur Kritik gibt. Zum anderen wurde wissenschaftliches Personal übernommen, das die Uni nicht haben wollte- man steckte es zum Teil in die Verwaltung, die auch mit Arbeitskräften nicht geizen musste Alngder Folge erfreuten sich Studierende eines hervorragenden Betreuungsverhältnisses, an den Instituten wie in der Verwaltung gab es zahlreiche hilfewillige Mitarbeiter. Doch wundersam sank auch(ihrei Zahläüberädieg Jahre; wie die Zahl der Studierenden stieg.
Zehn Jahre sind für eine Universität sehr wenig Zeit. Für eine junge Universität können sie dennoch entscheidend sein. Ich befürchte, dass die letzten zehn Jahre für die Uni Potsdam es auch waren.
Andreas Schackert/Student
Uni-Kalender 2002
STUDENTENARBEITEN DER UNIVERSITÄT POTSDAM
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m KALENDER 2002
Kunstkalender-Fans können sich freuen. Denn erstmals gibt die Universität Potsdam einen Kalender heraus. Er enthält Arbeiten von Studierenden aus den Hauptklässen Malerei und Grafik des Studienganges Kunst in den Lehramtsstudiengängen. Der Kalender für das Jahr 2002 kann am 19. und 20. Juni im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten am Stand des Referates für Presse-, Öffentlichkeits- und Kulturarbeit zum Preis von 25,- DM erworben werden.
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Uni-Bibliographie
Die Universitätsbibliothek legt anlässlich des Uni-Jubiläums die„Universitätsbibliographie 1991- 2000“ auf einer CDROM vor. Die Datenbank umfasst alle im Zeitraum des Bestehens der Uni veröffentlichten und der Universitätsbibliothek gemeldeten Publikationen. Sie weist insgesamt etwa 10.000 Veröffentlichungen nach...
Die CD-ROM ist in der Publikationsstelle der Universität erschienen und dort(Tel: 0331/977-4517 oder per E-Mail: publikationen@info.ub.unipotsdam.de) kostenlos erhältlich.)
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Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Foto: Fritze
2001
Die Gebäude‘ des HassoPlattner-Instituts für Softwaresystemtechnık am Standort Babelsberg-Griebnitzsee werden fertig gestellt.
Sanssoucı Pad. Hochschule
Stadtmitte Straßenbahn
Wegzeichen II: Früher immer nach links. Foto: Archiv
Das Jubiläum im WWW: http://www. uni-potsdam. de/u/jubilaeum/
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