PUTZ 5/01
Zehn Jahre Universität Potsdam
Uni- ein Gespenst?
Wer durch Potsdam wandelt und mit spitzen Ohren lauscht, der wird mancherorts von Studenten und der ortsansässigen Universität reden hören. Doch wirklich entdecken wird man sie nicht. Die mangelnde Einbindung unserer Universität in das kulturelle Leben der Stadt gereicht beiden zum Nachteil. Die Vielzahl Studienrichtungen und die kulturell weitgereisten Studenten wären, wenn man sie in die Stadt lockte, in der. Lage, diese kulturell und geistig zu bereichern. Aber es lassen sich die Kooperationen mit außeruniversitären Einrichtungen ebenso als positiver Meilenstein nennen wie auch die Tatsache, dass wir noch nicht die Zustände der west
verschiedener
lichen Massenunis: erreicht haben. Leider verschlechtern sich: durch die‘ drastischen
Sparmaßnahmen die Studienbedingungen und ebenso die Arbeitsbedingungen für uns Beschäftigte.“Die neuesten Auflagen der Landespolitik zum
Personalabbau lassen wieder Existenzängste aufkommen, worunter Arbeitsmotivation
Betriebsklima leiden.
So richtig will keine Freude zum Feiern aufkommen, denn es ist etwas faul im:“Staate Unimark”. Erstgenannte, also die Uni, leidet sehr unter einem Mangel an letzterem, nämlich der Mark. Als schwacher Trost bleibt uns die herrliche Lage hier am Neuen Palais, um die uns so viele Gäste aus anderen Universitäten oft beneiden.
Aber so richtig wichtig und prägend für die Stadt und das Land scheinen wir noch immer nicht zu sein.
Marina Zimmermann/ Rektorat
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Hin zum Freizeitsport
Aus Sicht des Hochschulsports sehe ich
Foto: Fritze
erster Universitätsleitung. Insgesamt fehlt mir, dass die Uni in Potsdam selbst wirklich sichtbar ist. Die Stadt und ihre Bürger sind, so scheint mir, nicht wirklich stolz auf ihre Uni. Mit dem Blick auf das so viel beschworene Betriebs
die Entwicklung als sehr positiv. Es gab g€ einen riesigen Schritt nach vorn und natürlich eine völlig neue Orientierung, die hieß: vom obligatorischen Sport Prozess wurde von vielen Seiten wohlwollend begleitet und unterstützt, an
zum Freizeitsport. Dieser
Stelle natürlich von der
klima insgesamt fällt die wachsende Anonymität schon auf. Da müsste mehr für eine gemeinsame Identitätsstiftung getan werden. Und vom postulierten Image“Klein, aber fein” entfernt sie sich leider immer mehr. Da muss sie zurück zu den Wurzeln, ansonsten wird sie den Berliner Unis immer, ähnlicher, verpasst sie ihre Chance. Darum: Nach zehn Jahren ist es Zeit für mehr Zulassungs
beschränkungen.
Petra Krenzien/Leiterin des Zentrums für Hochschulsport
Mehr„Panikresistenz“
Seit gut drei Jahren bin ich als Dezernentin für Haushalt und Beschaffung bei der Universität Potsdam tätig und halte meine Arbeit hier nach wie. vor für äußerst spannend und inhaltsreich. Mit großem Elan bin ich angetreten, mein ‚neues: Amt kunden- und mitarbeiterorientiert auszufüllen. Unglücklicherweise gestaltete sich die Haushaltslage des Landes Brandenburg und damit auch die der Universität Potsdam vom Haushaltsjahr 1998 an zunehmend unerfreulicher. Dies spielte natürlich für. die Mittelverteilung an die Fakultäten eine große Rolle und wirkte sich auch aus auf die Arbeitsatmosphäre in der Arbeitsgruppe Haushalt der EPK mit: ihren legendären Sitzungen‘ bis zur“Erschöpfung” aller Beteiligten. Geprägt waren diese Sitzungen dennoch von. dem Geist, gemeinsame Lösungen zu finden, die der gesamten Universität zugute kamen und bei allem Widerstreit der Interessen die Universität voranbringen sollten.
Ich wünsche mir, dass diese Haltung, die Universität als Ganzes zu schen und an. ihrer Weiterentwicklung zielorientiert
Foto: Fritze
Zu arbeiten,“ ,trotz* der‘ ım Haushaltsjahr 2001 notwendig gewordenen“Notbewirtschaftung” weiter bestehen: bleibt und nicht“Kleinlichen” Fakultäts- oder Bereichsinteressen zum Opfer fällt. Hieran möchte ich gern weiter mitarbeiten... Für, mich persönlich wünsche ich mir, meine“Panikresistenz” bezüglich der Haushaltslage in Brandenburg allgemein und schlechter Nachrichten aus dem Ministerium im Besonderen in den nächsten Jahren weiter zu stärken.
Ursula Swillims/Dezernentin für Haushalt und Beschaffung
Fast ein englischer Campus
Vor nunmehr zehn Jahren wurde im Land Brandenburg der visionäre Plan eines Aufbaus von Hochschulen begonnen, der in seiner Dimension einzigartig in der Landesgeschichte ist. Heute sind die Hochschulen wichtige Zukunftsvorsorge für das Land. Der allgemeine Gründungsauftrag der Universität Potsdam richtete sich auf die akademische Grundver
eine
sorgung im Land. ‚Golm; Griebnitzsee und das Neue Palais. sind heute attraktive
Studienorte mit stetig wachsender Studierendenzahl.
Foto: Fritze
Oft wurde das: Gelände: der Universität Potsdam am Neuen Palais in den zehn Jahren seines Bestehens mit dem Universitätsleben auf! einem klassischen englischen Campus verglichen. Die Einheit von studentischem Leben und Arbeiten inmitten historischer und landschaftlicher Einmaligkeit musste jedoch in diesen zehn Jahren mit den Erfordernissen eines modernen Universitätslebens in baulicher wie organisatorischer Hinsicht in Übereinklang gebracht werden. Die aufwendigen Bautätigkeiten am Neuen Palais haben die
Universität dem englischen Campus: mittlerweile:/ sehr nahegebracht.
Glückwünsche zum zehnjährigen Bestehen
Steffen Reiche/Minister für Bildung, Jugend und Sport In den Jahren 1994 bis 1999 Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur