Heft 
(1.1.2019) 05
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PUTZ 5/01

Zehn Jahre Universität Potsdam

Uni- ein Gespenst?

Wer durch Potsdam wandelt und mit spitzen Ohren lauscht, der wird mancherorts von Studenten und der ortsansässi­gen Universität reden hören. Doch wirklich entdecken wird man sie nicht. Die mangelnde Einbindung unserer Universität in das kulturelle Leben der Stadt gereicht beiden zum Nachteil. Die Vielzahl Studienrichtungen und die kul­turell weitgereisten Studenten wären, wenn man sie in die Stadt lockte, in der. Lage, diese kul­turell und geistig zu bereichern. Aber es lassen sich die Koope­rationen mit außeruniversitären Einrichtungen ebenso als posi­tiver Meilenstein nennen wie auch die Tatsache, dass wir noch nicht die Zustände der west­

verschiedener

lichen Massenunis: erreicht haben. Leider verschlechtern sich: durch die drastischen

Sparmaßnahmen die Studien­bedingungen und ebenso die Arbeitsbedingungen für uns Beschäftigte.Die neuesten Auflagen der Landespolitik zum

Personalabbau lassen wieder Existenzängste aufkommen, worunter Arbeitsmotivation

Betriebsklima leiden.

So richtig will keine Freude zum Feiern aufkommen, denn es ist etwas faul im:Staate Unimark. Erstgenannte, also die Uni, lei­det sehr unter einem Mangel an letzterem, nämlich der Mark. Als schwacher Trost bleibt uns die herrliche Lage hier am Neuen Palais, um die uns so viele Gäste aus anderen Universitäten oft beneiden.

Aber so richtig wichtig und prä­gend für die Stadt und das Land scheinen wir noch immer nicht zu sein.

Marina Zimmermann/ Rektorat

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Hin zum Freizeitsport

Aus Sicht des Hochschulsports sehe ich

Foto: Fritze

erster Universitätsleitung. Insgesamt fehlt mir, dass die Uni in Potsdam selbst wirklich sichtbar ist. Die Stadt und ihre Bürger sind, so scheint mir, nicht wirk­lich stolz auf ihre Uni. Mit dem Blick auf das so viel beschworene Betriebs­

die Entwicklung als sehr positiv. Es gab g einen riesigen Schritt nach vorn und natürlich eine völlig neue Orien­tierung, die hieß: vom obligatorischen Sport Prozess wurde von vielen Seiten wohl­wollend begleitet und unterstützt, an

zum Freizeitsport. Dieser

Stelle natürlich von der

klima insgesamt fällt die wachsende Anonymität schon auf. Da müsste mehr für eine gemeinsame Identitätsstiftung getan werden. Und vom postulierten ImageKlein, aber fein entfernt sie sich lei­der immer mehr. Da muss sie zurück zu den Wurzeln, ansonsten wird sie den Berliner Unis immer, ähnlicher, verpasst sie ihre Chance. Darum: Nach zehn Jahren ist es Zeit für mehr Zulassungs­

beschränkungen.

Petra Krenzien/Leiterin des Zentrums für Hochschulsport

MehrPanikresistenz

Seit gut drei Jahren bin ich als Dezernentin für Haushalt und Beschaffung bei der Universität Potsdam tätig und halte meine Arbeit hier nach wie. vor für äußerst spannend und inhaltsre­ich. Mit großem Elan bin ich angetreten, mein ‚neues: Amt kunden- und mitarbeiterorien­tiert auszufüllen. Unglücklicher­weise gestaltete sich die Haus­haltslage des Landes Branden­burg und damit auch die der Universität Potsdam vom Haus­haltsjahr 1998 an zunehmend unerfreulicher. Dies spielte natürlich für. die Mittel­verteilung an die Fakultäten eine große Rolle und wirkte sich auch aus auf die Arbeitsatmosphäre in der Arbeitsgruppe Haushalt der EPK mit: ihren legendären Sitzungen bis zurErschö­pfung aller Beteiligten. Geprägt waren diese Sitzungen dennoch von. dem Geist, gemeinsame Lösungen zu finden, die der gesamten Universität zugute kamen und bei allem Widerstreit der Interessen die Universität voranbringen sollten.

Ich wünsche mir, dass diese Haltung, die Universität als Ganzes zu schen und an. ihrer Weiterentwicklung zielorientiert

Foto: Fritze

Zu arbeiten, ,trotz* der ım Haushaltsjahr 2001 notwendig gewordenenNotbewirtschaf­tung weiter bestehen: bleibt und nichtKleinlichen Fakultäts- oder Bereichsinte­ressen zum Opfer fällt. Hieran möchte ich gern weiter mitar­beiten... Für, mich persönlich wünsche ich mir, meinePanik­resistenz bezüglich der Haus­haltslage in Brandenburg allge­mein und schlechter Nachrich­ten aus dem Ministerium im Besonderen in den nächsten Jahren weiter zu stärken.

Ursula Swillims/Dezernentin für Haushalt und Beschaffung

Fast ein englischer Campus

Vor nunmehr zehn Jahren wurde im Land Brandenburg der visionäre Plan eines Aufbaus von Hochschulen begonnen, der in seiner Dimension einzigartig in der Landesgeschichte ist. Heute sind die Hochschulen wichtige Zukunftsvorsorge für das Land. Der allgemeine Gründungsauftrag der Univer­sität Potsdam richtete sich auf die akademische Grundver­

eine

sorgung im Land. ‚Golm; Griebnitzsee und das Neue Palais. sind heute attraktive

Studienorte mit stetig wach­sender Studierendenzahl.

Foto: Fritze

Oft wurde das: Gelände: der Universität Potsdam am Neuen Palais in den zehn Jahren seines Bestehens mit dem Universitäts­leben auf! einem klassischen englischen Campus verglichen. Die Einheit von studentischem Leben und Arbeiten inmitten historischer und landschaftlicher Einmaligkeit musste jedoch in diesen zehn Jahren mit den Erfordernissen eines modernen Universitätslebens in baulicher wie organisatorischer Hinsicht in Übereinklang gebracht werden. Die aufwendigen Bautätigkeiten am Neuen Palais haben die

Universität dem englischen Campus: mittlerweile:/ sehr nahegebracht.

Glückwünsche zum zehnjähri­gen Bestehen

Steffen Reiche/Minister für Bildung, Jugend und Sport In den Jahren 1994 bis 1999 Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur