UNI aktuell
PUTZ 5/01
Fortsetzung von Seite 20
Juristenausbildungsgesetz vorgegebenen Wahlfächern zuordnen und den Prüfungsstoff auf die neuen universitären Wahlfachgruppen eingrenzen. Das gilt natürlich nur für künftige Examenskandidaten, die die neuen Wahlfachveranstaltungen der Fakultät besuchen. Das heißt, die Studierenden werden in der Prüfung mit dem konfrontiert, was Isielin der Lehre erfahren haben. Niemand muss demnach fürchten, dass er für den Papierkorb studiert.
Neben einer verbesserten Sprachausbildung sollen auch Fächer wie Verhandlungs
management, Rhetorik oder EDV-Recherche auf dem Pflichtprogramm stehen. Geht man hier nicht an den realen Möglichkeiten der Unis vorbei?
Koldehoff: Wir werden diese Ziele nicht zum Nulltarif haben können. Das ist klar. Vorgesehen ist die Änderung der Betreuungsrelation. Sie soll sich laut Beispielstudienplan auf immerhin 2,65 erhöhen.
Carola Schulze: Die Reform drängt zu einer verstärkten anwaltschaftlichen Ausbildung. Damit erhalten plötzlich Dinge wie Verhandlungsmanagement, Streitschlichtung, Meditation, Rhetorik oder Vernehmungslehre einen großen Stellenwert. Wenn das tatsächlich ernsthaft in die Ausbildung eingebettet werden soll, stehen wir vor enormen Problemen, die die Juristen nicht allein bewältigen können. Hier bedarf es der Zusam: menarbeit mit anderen Fakultäten.
Weniger Kopfzerbrechen bereiten mir dagegen aufgrund vorhandener Voraussetzungen die weitere Ausprägung der internationalen Bezüge, der Einbau wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Elemente, ja sogar die geforderte verstärkte Sprachausbildung. Dass gerade für Letzteres personelle und finanzielle Ressourcen Zur Verfügung gestellt werden müssen, ist klar.
Wie soll es jetzt praktisch losgehen?
Homey: Zunächst gibt es demnächst einen veränderten Immatrikulationszyklus. Wir folgen damit der Empfehlung des Wissenschaftsrates, nur noch zum Wintersemester neu aufzunehmen. Das setzt Kapazitäten frei. Aber es ist auch eine Milchmädchenrechnung. Denn bis 2005 sind wir ja nicht aus den Schwierigkeiten heraus. Bis dahin müssen wir zweigleisig fahren. Die einen studieren also nach den alten Bestimmungen, die anderen nach der neuen Studien- und Zwischenprüfungsordnung.
Übrigens: Die jetzt von uns vorbereitete Umsetzung der noch gar nicht gesetzlich geregelten Reform hat neben fehlendem Personal und Geldinoch einen anderen Haken. Die räumlichen Gegebenheiten reichen nicht aus. Wir ziehen zum Beispiel mit Lehrveranstaltungen ins Auditorium maximum Am Neuen Palais. Das bedeutet zusätzliche Fahrzeiten für die Studierenden und Hochschullehrer.
Das geflügelte Wort von der so genannten*“Juristenschwemme” geht durch aller Munde. Würden Sie trotzdem zur Aufnahme eines JuraStudiums raten?
Homey: Die Chancen stehen immer gut für Leute; die{mit ihren Leistungen überzeugen. Pluspunkte sind erfahrungsgemäß die Beherrschung von möglichst zwei Fremdsprachen und einige Auslandssemester. Es ist schon wahr, die Trauben hängen hoch. Aber ich glaube, in einigen Jahren gibt es wieder bessere Möglichkeiten, in den Beruf einzusteigen.
Koldehoff: Der Meinung würde ich mich anschließen. Sicherlich ist: der, Markt für Juristen derzeit gesättigt. Doch das ändert sich phasenhaft, wie es derzeit die Lehrerausbildung zeigt. Ich denke deshalb, wer die Neigung dazu verspürt, wirklich.‘ Jurist werden zu wollen, sollte das Studium auf jeden Fall in Angriff nehmen.
Vielen Dank für das Gespräch.
Tipps und Termine
Universität Potsdam
23. Juni 2001, 10.00 Uhr
Regierungs-Planspiel T.A.U.(Technik-Arbeit-UmweltComputerbasiertes Planspiel für alle Studiengänge vom Standort Griebnitzsee)
August-Bebel-Str. 89, Haus 17, 14482 Potsdam
25. Juni 2001, 17.00 Uhr
Der andere liebende Mensch in Religion und Literatur: Lesbenthematik bei Colette(Ringvorlesung)
Am Neuen Palais 10, Haus 08, Raum 0.64, 14469 Potsdam
26. Juni 2001, 18.15 Uhr
Weltpolitik am Beginn des 21. Jahrhunderts: Globalization and Sovereignty(Ringvorlesung)
August-Bebel-Str. 89, Haus 1, Raum 2.31, 14482 Potsdam
27. Juni 2001, 19.00 Uhr
Absolventenkonzert Instrumentale Ausbildung Karl-Liebknecht-Str. 24/25, Haus 6, Kammermusiksaal, 14476 Golm
2. bis 26. Juli 2001
Mo.-Fr. 6.00-22.00 Uhr,
Sa. 8.30-14.30 Uhr
Amnesty International und die DDR(Ausstellung) August-Bebel-Str. 89, Haus 1, Lichthof, 14482 Potsdam
3. Juli 2001, 17.15 Uhr
Zwischen Elfenbeinturm und Praxis— Modelle in Ökologie, Epidemiologie und Naturschutz
Am Neuen Palais 10, Haus 08, Raum 0.64, 14469 Potsdam
Stadt und Region
8. Juli bis 9. September 2001
“Wo die Zitronen blühen”(Ausstellung) täglich außer montags: 10.00 bis 17.00 Uhr Orangerie im Neuen Garten in Potsdam
Weitere Veranstaltungen im WWW unter: http: //www.uni-potsdam.de/u/kalender/
Wettbewerb
In Vorbereitung der 4. Dienstleistungstagung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Oktober läuft gegenwärtig der Nachwuchswettbewerb- Call for Papers. Gedacht ist er für Nachwuchswissenschaftler, die sich in ihren Dissertationen mit Konzepten oder Vorarbeiten für systematische. Ansätze zur Innovation im Dienstleistungssektor beschäftigen. Die besten drei Arbeiten sollen in den Tagungsunterlagen veröffentlicht werden. Dem Trio winken Preisgelder in Höhe von jeweils 5.000 DM. Einsendeschluss ist der 15. Juli dieses Jahres.
Fragen dazu beantwortet Dr. Ranjana Sarkar vom Projektträger des Bundesministeriums für Bildung und Forschung“Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen”, Südstr. 125, 53175 Bonn, Tel.: 0228/3821321, E-Mail: ranjana.sarkar@dlIr.de.
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