PUTZ 5/01
UNI aktuell
Abenteuer Denken
Mathematik für Potsdamer Schüler an der Universität
Meist gehört es zum guten Ton zu bekennen, in Mathematik in der Schule eine Niete gewesen zu sein. Das Fach war und ist von vielen gefürchtet und verursacht bei nicht wenigen noch Jahre nach der Schulzeit Alpträume.
Wie oft müssen sich Lehrer die Frage gefallen wofür dieser oder jener mathematische Sachverhalt benötigt wird. Doch im Alltag steckt mehr Mathematik, als gemeinhin angenommen wird. Man denke nur an die aktuelle Rentendebatte oder an Börsenmeldungen. Dennoch begeistert diese Wissenschaft nicht jeden. ‚Studien belegen, dass die deutschen Schüler im internationalen Vergleich nur mittelmäßige Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften erbringen. Ursachen sind nicht zuletzt im Mathematikunterricht zu suchen.
lassen,
Dass es durchaus auch Spaß machen kann, sich mit mathematischen Sachverhalten unverkrampft zu beschäftigen und dabei etwas zu lernen, zeigt der Mathematik-Didaktiker Prof. Dr. Thomas Jahnke von der Universität Potsdam. Er initi
ijerte ein Projekt für mathematisch interessierte, nicht in erster Linie hochbegabte, Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 12. Eingeladen sind je
Sie wollen Hochschulluft schnuppern, Mathematik an einer Universität lernen: Schülerinnen und Schüler von Potsdamer Schulen.
weils acht Schüler und ihre Mathematiklehrer aus den mit der Uni kooperierenden Potsdamer Schulen: Helmholtz-, Humboldt- und Leibniz-Gymnasium, Gesamtschulen Voltaire und Lenne sowie Sportschule “Friedrich Ludwig Jahn”.
An insgesamt sechs. Nachmittagen“lernen die Schüler am Beispiel der Linearen Abbildungen den Aufbau einer mathema
Foto: Fritze
tischen Theorie kennen, bei der Gegenstände aus dem Schulunterricht aufgegriffen und in allgemeiner Form betrachtet werden”, erläutert Thomas Jahnke das Anliegen.
Ziel des Projektes ist es, außerhalb des regulären Unterrichts einen Beitrag zur Erhöhung der Studierfähigkeit von Abiturienten zu Die PSchüler erhalten Gelegenheit, an einem ungewohnten Lernort hochschulspezifische Lern- und Lehrmethoden auszuprobieren. Ganz bewusst wurde die Form der Vorlesung gewählt, um das vom Schulalltag Abweichende zu ‚zeigen. ‚Und Schüler nehmen das Angebot an. Auch nach den ersten Vorlesungen hat sich die Zahl der Zuhörer nicht verringert. Ganz im Gegenteil, es spricht sich herum, weitere gesellen sich dazu. Deshalb soll es in Zukunft weitere Projekte dieser Art geben. B.E.
leisten.
die
Bizarres unter Glas
Wer kürzlich die Ausstellung des Botanischen Gartens der Universität. Potsdam bei einer Hallenschau in der Biosphäre der BUGA betrachtete, konnte eine botanische Weltreise unternehmen... Die Präsentation mit dem Titel“Florenreiche der
Erde” bot für jeden Geschmack etwas und war nach Ansicht vieler Besucher eine Augenweide. Gezeigt wurden charakteristische Vertreter der Pflanzenwelt der einzelnen Florenreiche und regionen. Insgesamt 287 verschiedene Pflanzenarten gab es
zu sehen. Der Naturfreund fand Zypressen und‘ Ginster‘der Mittelmeerländer vor, konnte Drachenbäume‘ der‘ Kanaren; Proteusgewächse und Sukkulenten des Kaplandes ganz aus der Nähe anschauen. Auch Kakteen"und Bromelien der amerikanischen Tropen, Palmfarne, Schraubenpalmen und
Kannenpflanzen der altweltlichen” Tropen und sogar Pflanzen aus Australien und
Neuseeland bot die Schau. Jedes Florenreich wurde mit einem Poster vorgestellt. Die Ausstellung stand in engem Zusammenhang mit der ebenfalls unter dem Titel“Florenreich‘ der Erde” laufenden Ringvorlesung an der Uni, die in diesem Semester jeweils donnerstags von 11.00 bis 12.30 Uhr im Großen Botanikhörsaal, Maulbeerallee 2a, stattfindet. P.G.
Die Buosphärenhalle auf der BUGA. Foto: Fritze
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Schirmer Verlag Köln, 2001.